Breitband-Studien von Deloitte u. Acision

Deloitte LogoEin Rekordwachstum bei der Nutzung des mobilen Internets und beim Absatz von Smartphones ist unübersehbar. Dennoch sind deutsche Konsumenten bei mobilen Breitband-Verbindungen deutlich preisbewusst: maximal 41 Euro dürfen sie beim Durchschnittskunden kosten, wie die Deloitte-Studie “Addicted to mobile: perspectives on the global mobile consumer, 2011″ erweist. Damit erscheint Deutschland im internationalen Vergleich im hinteren Bereich. Allerdings liegen die europäischen Nachbarn bei ihrer Zahlungsbereitschaft tatsächlich nicht allzuweit auseinander. In Frankreich sind die Kunden am spendabelsten und sind für High-Speed bereit, monatlich bis zu 45 Euro auszugeben.

Wachstumsmärkte Social Networks und Apps
Bei der Nutzung mobiler Inhalte hat sich Social Networking fest etabliert: Bereits 41 Prozent der deutschen Kunden greifen auf Facebook & Co. auch mobil zu. Hingegen fristet mobile Werbung ein Schattendasein, zumindest die krude SMS-Vorform: Nur 15 Prozent der Befragten empfangen regelmäßig Werbe-SMS – damit ist Deutschland Schlusslicht. Eine Trendwende ist auch nicht in Sicht: 70 Prozent der Deutschen Handynutzer können sich keine Gründe vorstellen, warum sie künftig eine solche Werbungsform akzeptieren sollten.

Die Nutzung von Apps jedoch ist beachtlich: 35 Prozent laden mindestens eine pro Woche herunter. Damit werden diese Funktionen nur noch von Standardanwendungen wie Suche und allgemeinem Browsen im mobilen Netz übertroffen. Spitze im europäischen Vergleich sind die Deutschen aber auch hier nicht: 61 Prozent der Briten rufen von unterwegs Social Networks auf, und 40 Prozent der Franzosen laden sich mindestens einmal pro Woche eine neue App.

Für die Studie wurden 30.454 Personen aus 15 Nationen befragt, davon über 2.000 aus Deutschland. Sie kann hier als PDF geladen werden.

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Globale Verbraucherstudie von Acision zum Thema mobiles Breitband
Auch die Spezialisten für Mobile Messaging Acision haben eine Verbraucherstudie zum Thema mobiles Breitband veröffentlicht. Der resultierende Report “Seizing the opportunity in mobile broadband” konzentriert sich auf die Quality of Experience (QoE), die Kundenzufriedenheit und Videoqualität sowie mit der Akzeptanz von Fairness Policies und der Bereitschaft, für Mehrwertdienste (Value Added Services, VAS) zu zahlen.

Die Studie zeigt, dass 71 Prozent der Verbraucher ihr Mobiltelefon während der ganzen Woche regelmässig nutzen und sich wünschen, dass Betreiber mobile Breitbanddienste weiter entwickeln, wobei 63 Prozent der Kunden weltweit bereit sind, für mobile Breitband-Mehrwertdienste zu zahlen. Um die QoE zu verbessern, unterstützen 67 Prozent der Verbraucher die Anwendung von Fairness-Policies und weitere 60 Prozent wollen eine Video-Optimierung sehen.

Low-Speed ist die Regel
Probleme mit der QoE sind weit verbreitet und im Summe erschreckende 79 Prozent der beklagen sich über “Schwierigkeiten”. Dazu zählen laut Erhebung langsame Verbindungen (62 Prozent), Probleme mit der Netzabdeckung (39 Prozent) und mit zusammenbrechenden Verbindungen (36 Prozent). 74 Prozent der Anwender, die Videofunktionen nutzen, berichten von regelmässig auftretenden Problemen wie häufigen Pausen und langen Wartezeiten. Diese Unzufriedenheit addiert sich zu einer potentiellen Abwanderungsrate (Churn Rate) von 31 Prozent, die in allen Ländern fast identisch ist.

Ergebnisse im Detail:

  • Kundenzufriedenheit und Loyalität: Mobiles Breitband wird von der Mehrheit der Anwender als wichtig und nützlich angesehen. Jedoch sind viele Verbraucher mit bestimmten Service-Aspekten unzufrieden.
  • Für 60 Prozent der Verbraucher weltweit sind Zuverlässigkeit, Netzdeckung oder Geschwindigkeit die wichtigsten Service-Aspekte. Weitere Punkte wie Preis, Nutzungsberechtigung oder -kontrolle werden nur von 40 Prozent der Verbraucher als entscheidend erlebt.
  • Nennenswerte Unzufriedenheit besteht allerdings hinsichtlich der Netzabdeckung (29 Prozent) und des Preisniveaus (28 Prozent).
  • 79 Prozent der Kunden weltweit haben QoE-Probleme – dazu zählen Langsamkeit (62 Prozent), Netzabdeckung (39 Prozent), Stabilität der Verbindungen sowie die Unfähigkeit, eine Verbindung herzustellen (beide mit 36 Prozent). Nur 21 Prozent der Befragten gaben an bisher keine Probleme gehabt zu haben.
  • Fairness Policies: Sobald Verbraucher erst einmal die Notwendigkeit eines Ressourcen-Managements verstehen, zeigen sie eine hohe Akzeptanz für Policies (67 Prozent), die eine gerechte Zuordnung von verfügbaren Kapazitäten erlauben. Viele Verbraucher (35 Prozent) sind bereit, einen Aufpreis für eine bessere QoE zu bezahlen.
  • Video-Optimierung: 60 Prozent der Befragten sind bereit, eine Video-Optimierung zu akzeptieren, solange sie von einer Verbesserung jener Aspekte profitieren, die sie bei der Nutzung dieses Service als besonders wichtig empfinden.
  • 63 Prozent der Verbraucher gaben an, dass sie einen deutlichen Bedarf an VAS sehen und sie bereit seien, dafür zusätzliche Gebühren zu zahlen. Zu den Services gehören Messaging (41 Prozent), faires Bandbreiten-Management (35 Prozent), Kostenkontrolle (35 Prozent), Roaming (34 Prozent), Shared Bundling (33 Prozent), Individualisierung (30 Prozent), Komprimierung der Inhalte, um vom Bundling zu profitieren (29 Prozent) sowie Priorisierung (26 Prozent).

Für den Report wurden zwischen Juni und November 2010 in UK, Nordamerika, Brasilien, Australien und Singapur über 1.000 Anwender befragt. Er kann hier nach vorheriger Registrierung geladen werden.

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