Springer-Chef Döpfner setzt auf mobile und Paid Content
Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender beim Medienriesen Axel Springer, glaubt daran, dass sich mit digitalen Bezahlinhalten doch noch Geld verdienen läßt – und zwar mobile. Bei der Vorstellung der (mauen) Halbjahreszahlen zeigte er sich zuversichtlich, dass mit zunehmender Verbreitung von mobilen Endgeräten wie dem iPhone auch die Nachfrage nach Paid Content steigen werde: “Mobile Endgeräte bieten völlig neue Chancen. Hier sind die Nutzer gewohnt, zu bezahlen”, unterlegte er diesen Optimismus, denn: “Micropayment und Abomodelle bieten eine große Chance die Kostenlos-Kultur des Internets zurückzufahren”. In der Zwischenzeit macht die Flaute am Werbemarkt auch Springer (u. a. “Hamburger Abendblatt”, “Bild”, “Die Welt”) zu schaffen. Im ersten Halbjahr sank der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn um 24 Prozent auf 162,3 Millionen Euro. Der Konzernumsatz lag im ersten Halbjahr mit 1,25 Milliarden Euro um 6,6 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Sehr positiv entwickelte sich dagegen laut Döpfner das Segment Digitale Medien, mit steigenden Umsatzerlösen und einem deutlich verbesserten Ergebnis. Insbesondere die Online-Rubriken-Märkte und das Online-Marketing hätten zu dieser erfreulichen Entwicklung beigetragen. Insgesamt steigerte das Segment seinen Umsatz im ersten Halbjahr um 17,1 Prozent auf 200,8 Millionen Euro. Springer bietet mit den Mobilportalen von “Welt” und “Bild” bereits seit Jahren Angebote für das Handy. Im iPhone-Segment schlagen sich vor allem die Angebote der Bild digital GmbH wie “mein Klub” sehr erfolgreich.
Die Axel Springer AG hat auch fundiertere iPhone-Anwendererfahrung als viele andere Medien: Vor einiger Zeit wurden bereits konzernweit alle Rechnerarbeitsplätze auf Apple umgestellt – zum Warenkorb gehört auch das iPhone als mobile “Dienstwaffe”.
UPDATE 19.08.09:
Im Gespräch mit der FAZ konkretisierte Döpfner inzwischen: “Sämtliche Inhalte auf Smartphones werden wir auf Dauer gegen Gebühr anbieten”. Den Anfang will Deutschlands größtes Verlagshaus beim iPhone machen: “Für das iPhone von Apple entwickeln wir so genannte Apps, also kostenpflichtige Angebote, über die man dann welt.mobil, bild.mobil oder computerbild.mobil bezahlt und quasi abonniert.” Daneben sollen auch einige Inhalte von Regionalzeitungen, zum Beispiel das Hamburger Abendblatt oder die Berliner Morgenpost, im Internet künftig kostenpflichtig werden.