Studie: Hindernisse beim Mobile Shopping
Die meisten Onlineshops sind noch nicht für mobile Nutzung ausgelegt. Dies ergaben Testkäufe von Verbraucherschutzorganisationen in elf Ländern. “Derzeit kann man Verbrauchern nicht guten Gewissens empfehlen, Online-Geschäfte über mobile Endgeräte abzuwickeln”, lautet auch für Deutschland das Fazit von Cornelia Tausch, Leiterin des Fachbereiches Wirtschaft und Internationales vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Der vzbv fordert die Anbieter auf, das mobile Onlineshopping nutzerfreundlicher zu gestalten. So schauten in Deutschland viele Testkunden in die Röhre, die sich elektronische Bücher via Smartphone herunterladen wollten. Verlief der Erwerb weitgehend komplikationslos, konnte man sich die erworbenen Produkte jedoch nicht ansehen, da DRM-Systeme (Digitales Rechtemanagement) eingesetzt werden und die marktgängigen Mobiltelefone die Dateiformate der E-Book-Anbieter nicht unterstützen. In einem anderen Fall eines Musikanbieters ließ sich der gesamte Bestellvorgang zwar durchführen. Doch ein Klick auf den “Bestätigen”-Knopf zum Abschluss der Bestellung war auf unterschiedlichen Endgeräten nicht möglich.
Auch bei der Kinobuchung war eine freie Platzwahl Fehlanzeige: So ließ sich ein Kinoticket zwar erwerben. Doch die Sitzplatzwahl war – trotz freier Plätze auch an anderer Stelle – ausschließlich in der vorderen linken Hälfte des Kinosaales möglich. Auch vor Abo-Fallen beim Einkaufen mit dem Handy warnt der vzbv. So landeten die Tester eines vermeintlich kostenfreien Handyspiels in einem kostenpflichtigen Abonnement, nachdem sie das Spiel heruntergeladen hatten. Zudem bemängelt Tausch unangemessen lange Wartezeiten: “Oftmals wird der Bestellvorgang zur Qual.” Die Studie wurde Mitte Dezember der Öffentlichkeit vorgestellt und kann als englische Version hier abgerufen werden.