Vieda: Bestehende Apps auf iPad portieren

viedaDas iPad erfordert laut Ansicht des Interessenverbandes der deutschen iPhone-Entwickler (Vieda) die Portierung “aller bestehender iPhone Apps” für diese Plattform. Im Vieda haben sich bislang 80 App-Programmierer zusammengeschlossen. Nach der Ankündigung des Apple iPad hat Vieda sofort ein Stimmungsbild unter seinen Mitgliedern erhoben. Klares Ergebnis: Die Vieda-Entwickler begrüßen die Einführung des neuen Geräts, sehen aber die Notwendigkeit, bestehende Apps an die Plattform iPad anzupassen. Ein reines Übernehmen bestehender für das iPhone programmierter “Legacy” Apps macht in ihren Augen keinen Sinn.

Apple hat verkündet, dass sich die bestehenden Apps aus dem App Store auch auf der neuen Gerätefamilie nutzen lassen. Auf diese Weise kann Apple bereits bei der Einführung des iPad auf einen riesigen Fundus schon vorhandener Anwendungen und Spiele verweisen. Genau das sehen die Vieda-Anwender allerdings kritisch. Verbands-Mitbegründer Hanno Welsch erklärt: “Das Meinungsbild unter uns App-Entwicklern fällt eindeutig aus. Die Darstellung der App-Bildschirme in der iPhone-Originalgröße auf dem iPad ist für uns ebenso unbefriedigend wie das automatische Hochrechnen der Auflösung via Doublepixeling. In beiden Fällen geht man nur einen Kompromiss ein, der weder die Anwender noch die Entwickler überzeugen wird. Wir gehen davon aus, dass bestehende Apps explizit aufs iPad portiert werden müssen. Nur so können wir die Vorteile des iPad nutzen – etwa das größere Display und die Multifingergesten. Auch bieten iPads in der Benutzerführung völlig neue Möglichkeiten, die weit über den größeren Bildschirm hinausgehen und die in vielen Bereichen eine ganz andere Konzeption der Apps erforderlich machen werden.” Welsch weist auch darauf hin, dass die Portierung auf das iPad nicht bei jeder Anwendung Sinn ergibt: “So kann man GPS-Anwendungen ebenso vergessen wie kameraorientierte Apps.”

Die Vieda-Entwickler gehen demnach davon aus, dass sie Anwendungen künftig getrennt für beide Plattformen entwickeln müssen, um so die Vorteile beider Geräte gezielt zu nutzen. Aus Kostengründen universelle, auf beiden Plattformen gleich laufende Apps zu schaffen, die letztlich nur einen Kompromiss darstellen können, wird nicht die Maxime der im Vieda organisierten professionellen Entwickler sein.

Die Frage für die Kunden wird sein, ob sie in Zukunft gleich zwei Mal für eine App zahlen müssen, wenn sie gleichzeitig auf dem iPhone und auf dem iPad zum Einsatz kommen soll. Sinnvoll wäre an dieser Stelle sicherlich ein Kombiangebot zum Vorteilspreis, das beide Apps enthält – so wie beispielsweise Glanzkinder dies seinen Kunden bereits da für iPhone und Android Apps anbietet, wo es thematisch geboten ist.

Mehr zum Thema Plattformstrategien für Entwickler (und Auftraggeber) von iPhone-/iPad-Apps findet sich hier.

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