Nach der nativen App kommt ..?
Im Rennen der Apps hat Apple mit iPhone und iPad bisher die Nase vorn. Googles Android-Plattform holt aber auf und für die Zukunft geben Programmierer der Google-Plattform sogar besser Chancen. Die Apps treiben die mobile Computernutzung voran. Bis 2014 rechnet die Unternehmensberatung Booz & Company in einer Studie damit, dass sich der Umsatz mit den kleinen Applikationen für Smartphones und Tablet-PCs von heute 14,3 Milliarden Dollar auf über 40 Milliarden Dollar fast verdreifacht.
Die Vorzüge der Mini-Programme: Die Apps sind idealerweise exakt auf die mobilen Endgeräte abgestimmt und nutzen deren Fähigkeiten wie Multitouch-Steuerung. Für Apples Mobilgeräte gilt das noch mehr als für die Android-Welt: Es gibt eine von Apple produzierte Hardware und einen Store, bei dem Apple auch noch den Finger darauf hat, welche Programmiersprache benutzt wird.
Das Problem: Wer alle Smartphone-Nutzer erreichen will, muss eigene Apps für iPhone, Blackberry, Nokia, Windows-Phone-7-Geräte und Android-Smartphones entwickeln. Auch der Anwender selbst leidet unter der Fragmentierung: einmal im App Store erworbene Apps binden ihn an das iPhone. Will er später auf ein anderes Mobilgerät umsteigen, muss er Applikationen mit entsprechender Funktionalität – soweit vorhanden – noch einmal kaufen.
Für viele ist das Konzept daher nur eine Zwischenschritt auf dem Weg zur nächsten Generation von Programmen: die Browser- oder Web-Applikation. Die Programme lassen sich von jedem beliebigen Gerät aus nutzen, Daten sind überall verfügbar, weil sie nicht lokal, sondern im Netz gespeichert werden. Der neue Internet-Standard HTML 5 soll die Möglichkeiten des Netzes nun nochmals maximieren. Eine immer schnellere Verarbeitung der Web-Programmiersprache Javascript die Browseranwendungen in Komfort und Geschwindigkeit an das Niveau klassischer nativer Anwendungen bringen.
Mit der Website HTML 5 Rocks trommelt der Internetriese Google bei den Entwicklern für den neuen Standard und erläutert dort die Vorteile. Mit dem Browser Chrome treibt Google die Internet-Anwendung voran. Bei der Verarbeitung von JavaScript ist Chrome derzeit schneller als jeder andere Browser. JavaScript ist dabei auf dem Weg, das einzulösen, was einst Sun Microsystems mit Java erreichen wollte – eine nahezu plattformunabhänige, universelle Programmiersprache.
Apple fördert HTML5 ebenfalls, sieht in dem neuen Webstandard aber vor allem eine Möglichkeit, Adobes Multimedia-Format Flash zu ersetzen. Am App-Konzept hält Apple aber fest. Schließlich verdient der Konzern gut an der Umsatzbeteiligung in Höhe von 30 Prozent und will dies nun sogar ausweiten. Mit der für Sommer 2011 angekündigten neuen Version des Betriebssystems Mac OS X 11 sollen Mac-Nutzer Apps über den iTunes-Store kaufen und dann an jedem Mac nutzen können.
Booz & Company-Studie (PDF 1,4 MB)
Darstellung der Vision von Mozilla zu auf HTML, CSS und Javascrip beruhenden “Open Web Apps”
(Etwas) mehr Freiheit f. iOS Developer
Ein Schritt vor und zwei zurück: Noch im April dieses Jahres hatte Apple durch eine Änderung der Lizenzbestimmungen für iPhone Developer Flash (u. weitere Entwicklungsumgebungen u. Frameworks wie Silverlight, MonoTouch etc.) als Techologiebasis für iPhone Apps mit dem Bannstrahl belegt. Fünf Monate später reagiert man nun auf die “Resonanz” der eigenen Entwicklergemeinde hierauf. Durch Anpassung des “iOS Developer Program-Lizenzabkommen in den Abschnitten 3.3.1, 3.3.2 und 3.3.9″ wurden jetzt “einige Einschränkungen, die wir Anfang des Jahres eingeführt haben” gelockert. Betroffen sind insbesondere “alle Beschränkungen der Entwicklungswerkzeuge zum Entwickeln von iOS Apps, so lange die dadurch entstehenden Apps keinen Code herunterladen”. Allerdings sind die entsprechenden Passagen weiterhin so gummiartig formuliert, dass sie schwerlich als Grundlage zur Anpassung von Unternehmensstrategien taugen.
Desweiteren hat Apple vergangene Woche erstmalig die Richtlinien beim Prüfen einer App für die Zulassung im App Store um Entwicklern dokumentiert. Dies ist begrüßenswert, allerdings stellt sich bei einem Review-Kriterium wie beispielsweise “Apps that are primarily marketing materials or advertisements will be rejected” (2.13) schon die Frage, welche der bereits zugelassenen über 250.000 Apps es je nach Auslegung wohl heute überhaupt noch in den App Store schaffen würden… Weitere genannte K.O.-Kriterien sind u.a. Stabilität, Fehlerfreiheit, Abweichungen von der Dokumentation, Kompatibilitäts-Abweichungen, aber auch die Nennung “anderer mobiler Plattformen” im Beschreibungstext und/oder Metadaten zur App.
Adobe hat prompt reagiert und die Weiterentwicklung des zuvor abgekündigten “Packager” in Aussicht gestellt. Das in der Version CS5 Professional der Adobe Creative Suite integrierte Modul kann iOS-Binaries aus Flash-Anwendungen generieren – ein interessanter Ansatz für Cross Platform-Entwicklungen (Web, iOS, Android), wenn Apple mitspielt.
via heise.de
Mobile Ads à la Google: Click2Call. Nicht bei Apple
Google plant, Werbekunden auf seinen Android-Smartphones künftig eine sogenannte Click-to-Call-Option anzubieten: Nach Touch auf einen mobilen Banner werden die Nutzer direkt mit einer Service-Nummer verbunden.
Unterdes beschäftigt sich Apple nach dem Aussperren von Flash (Adobe) aus dem App Store jetzt mit Google: Die Integration des Ende Mai endgültig von Google übernommenen AdMob-Netzwerk für mobile Werbung soll für alle iPhone OS-Apps ausgeschlossen werden.
Adobe Flash Player 10.1 für mobile Geräte verfügbar
Der Adobe Flash Player 10.1 ist ab sofort für Anbieter mobiler Plattformen und Inhalte verfügbar. Die neue Version bietet laut Adobe eine bessere Performance und ermöglicht erstmals “ein vollständiges Weberlebnis auf Desktoprechnern und portablen Geräten”. Viele Millionen Webseiten, Spiele, Animationen, Rich Internet Applications, Datenvisualisierungen, M-Commerce-Lösungen, Mediaplayer (Musik, Videos) und vieles mehr basieren auf Flash und setzen einen kompatiblen Player voraus.
Flash Player 10.1 gehört bereits zu den beliebtesten kostenlosen Apps im Android Market, die finale Version für Smartphones und Tablets wird allen Anwendern zur Verfügung stehen, sobald diese auf Android 2.2 (“Froyo”) upgraden – soweit ihr Mobile dafür geeignet ist. Zu den Geräten, die sowohl Froyo und den Flash Player 10.1 unterstützen, werden voraussichtlich u.a. gehören: Dell Streak, Google Nexus One, HTC Evo, HTC Desire, HTC Incredible, Motorola Droid bzw. Milestone und Samsung Galaxy S. Der Flash Player 10.1 wurde außerdem weiteren Partnern zur Verfügung gestellt, um ihn auch auf Geräten auf Basis von Android, BlackBerry OS, webOS (Palm bzw. HP), zukünftigen Versionen von Windows Phone, LiMo, MeeGo und Symbian (Nokia) zu integrieren. Diese Unterstützung wird voraussichtlich im Laufe der kommenden Monate als Over-the-Air-Download oder in Form einer Vorinstallation auf den Geräten verfügbar sein.
Neue Funktionen
Der überarbeitete Flash Player 10.1 unterstützt aktuelle Interaktionsmethoden und spezifische Eingabe-Modelle. Der Support von Beschleunigungssensoren ermöglicht es Nutzern, Flash-Inhalte im Quer- oder im Hochformat zu betrachten. Mit einem neuen Zoom können Nutzer Inhalte bis hin zum Vollbildmodus skalieren. In enger Zusammenarbeit mit nahezu allen Geräteherstellern und Plattformanbietern wurde die Performance optimiert, um CPU und Batterie effizient zu nutzen.
Demo-Videos (die aber wie Flash insgesamt nicht auf Apple Mobiles laufen)
Empfehlung: Documents (2)
Als “the most comprehensive mobile office suite for the iPhone” bewirbt Hersteller Savy Soda sein Produkt “Documents 2″, das für 1,59 Euro erworben werden kann. Das kostenlose “Documents” ist u.a. via “annoying messages” (Zitat) werbefinanziert und bietet reduzierte, aber immer noch verblüffend umfangreiche Funktionalität.

So witzig lässt sich Werbefinanzierung auch verpacken
Dokumente können via Wi-Fi, E-Mail oder FTP vom oder aufs iPhone bewegt werden, alle unterstützten Dateiformate können betrachtet und teilweise auch bearbeitet werden. Dafür ist mit iSpreadsheet eine einfache Tabellenkalkulation sowie ein Text Editor integriert. Die App unterstützt ff. Formate: .pdf, .pd (Adobe); GoogleDocs (seit Version 2.4. Allein dieses Feature kann die Nutzung div. Cloud Services unnötig machen!); .doc, .docx (MS-Word); .xls, .xlsx (MS Excel); .ppt, .pptx (MS-PowerPoint); .jpg, .jpeg, .tif, .gif, .svg (Images); Pages, Number, Keynote (Apple iWork); .htm, .html, .mht (Web); .mp3, .wav (Audio).
Weitere Funktionen: Google Sync, Photo Album (ein eigener Photo-Manager), Direct E-Mail (Dokumente direkt aus der App verschicken), Pixi Sound Recorder (Sprache/Ton mit 44.1 khz innerhalb der App aufzeichnen u. abspielen).
AppAdvice zeigt in einer Checklist, was die Konkurrenz kann – und was die SavySoda-Apps. Fazit im Praxistest: **** (Free App).
PS: Die von einer Maschine ins Deutsche “übersetzten” Release Notes zu Documents 2 sind zum Schreien
Gute Idee: Kritzelkladde Ideas m. vielen Extras
Der PhotoShop- und Flash-Produzent Adobe hat bekanntlich eine überaus problematische Beziehung zum iPhone-Erfinder Apple. Dennoch gibt es mehrere ausgesprochen pfiffige Adobe-Apps für iPhone, iTouch und iPad. Eine davon ist “Adobe Ideas”. Die App wird für iPhone und iPad angeboten und wird von Adobe selbst als “intelligenter Skizzenblock” beschrieben. Und Ideas ist tatsächlich eine feine Sache, wenn man grad mal wieder kein Papier und Bleistift zur Hand hat, wenn die schönsten Ideen kommen.
Dieses Werkzeug wird alsbald unverzichtbar – denn es bietet ein simpel bedienbares Zeichen-Tool mit stufenlos einstellbarer “Werkzeug”-Stärke sowie Radiergummi und schier endlos zoombarer Zeichenfläche sowie – gar nicht selbstverständlich – stolzen 50 Undo-Schritten. Überdies kann Ideas Farbschemata aus Fotos oder Zeichnungen bestimmen. Arbeitsergebnisse lassen sich als Ausgangsbasis für Bearbeitungen duplizieren und per E-Mail exportieren, nachdem Ideas sie in ein PDF umgewandelt hat. Schade, dass man Scribbles nicht auch als iPhone-Foto speichern kann – aber da bleibt ja jederzeit der Ausweg, den Bildschirm abzufotografieren (Screen Dump).
Manche kostenpflichtige App leistet weit weniger als diese Free App aus der Kategorie Unterhaltung. Fazit im Praxistest: ****
Praxistest: My Hero (vs. ichPhone)
Mehrere Wochen hat sich das Android-Smartphone Hero von HTC jetzt bereits glänzend in der mobileTicker-Redaktion von Glanzkinder bewährt und musste sich dabei zwangsläufig auch dem Vergleich mit mehreren iPhone-Gerätegenerationen stellen. Das Fazit vorab: Der Hero machte eine wahrlich heldenhafte Figur – Außer vielleicht beim Strunzfaktor gibt es nichts, was er nicht mindestens so gut wie das iPhone kann.
Zunächst galt es, sich trotz des etwas barocken Sprachgebrauchs (z. B. “Besuchen des Internets auf dem Telefon”) im immerhin aber nicht komplett maschinen-übersetzt wirkenden Owner’s Manual zu den allerersten Gehversuchen schlau zu machen… Freiheit, die ich meine! Man kann, darf, ja muss dieses Smartphone ganz einfach öffnen, nicht nur, um eine SIM-Card einzulegen (1,8V- wie 3V-Karten werden unterstützt; das Testgerät ist SIM-Free), sondern auch um den Akku einzulegen bzw. zu wechseln. Freude auch über die 2 GB SanDisk-Karte, die ganz nach Belieben ausgetauscht oder erweitert werden kann. Sobald man diese auf dem PC oder Mac als USB-Laufwerk einrichtet, kann fröhlich hin- und her-synchronisiert werden!
Der Hero (alias G2 Touch) war HTCs erstes Android-Smartphone mit den Features Multitouch, HTC Sense als Bedienoberfläche und Unterstützung von Adobe Flash. Er ist bereits seit Juli 2009 in Europa verfügbar. Relativ schnell hat man die Infos der Statuszeile oben begriffen, die Signalstärke, Akkustatus, Verbindungsstatus und Uhrzeit anzeigt. Gewöhnen muss man sich kurz an die im Gegensatz zum Apfelphone stufenlos nach links und rechts verschiebbaren Home Screens, sieben an der Zahl. Vor der ersten Benutzung hat man sich mit seinem GoogleMail-Konto anzumelden. Dann wird man zügig durch verschiedene Konto-Einrichtungen geführt. Innerhalb weniger Minuten ist man imstande zu telefonieren und beherrscht vielleicht auch schon nützliche Features wie Stummschalten. Bei bekannten Anrufern werden diese falls vorhanden mit Namen und Bild angezeigt. Makeln wird standardmäßig unterstützt, Warteschleifen u. Konferenzschaltungen ebenso. Generell zeigte sich: Wer mit dem iPhone umgehen kann, findet sich mit der Kombi Android/Sense auch schnell zurecht. Franka (7 Jahre, iPhone-Veteranin, Doodle Jump-Highscore >61.000) zockte nach wenigen Minuten etliche Spiele und beherrschte auch bereits den Einkaufsbummel in den Android Market. Am spürbarsten werden Unterschiede etwa beim Beenden von Apps (halt ohne Home Button). Apropos Beenden: Der Hero unterstützt ja erfreulicherweise Multitasking, wenn der Prozessor an seine Grenzen stößt, speichert er den App-Status und fährt Apps herunter, bis ein sicherer Zustand erreicht ist. Insofern gelang es nie, das System in die Knie zu zwingen. App-Abstürze aber kommen durchaus regelmäßig vor..
An recht intuitiv funktionierenden Bedienelementen werden geboten: Taste Ein/Aus, Taste MENÜ (für aktuelles Fenster oder aktuelle Option oder App), Taste STARTSEITE (inkl. App History), Taste ANRUFEN (Zugang zu Telefonie, Kontakte), Taste ZURÜCK/BEENDEN (einen Schritt zurück/Eingabe löschen) sowie SUCHEN (startet kontextbasiertes Suchen u.a. in Kontakten, E-Mails, Apps, aber auch in Twitter). Nicht zu vergessen der Trackball, mit dem man nach etwas Übung recht gut Elemente auf dem Display auszuwählen oder markieren kann. Vorzügliche Dienste leistet der Trackball beim mobilen Surfen. Allerdings lässt sich die Empfindlichkeit nicht einstellen. Durch Blinken macht er auf eingehende Anrufe oder eingegangene Benachrichtigungen aufmerksam. Lauter/leiser gestellt wird der Held mit einer sensibel ansprechenden Wippe an der linken Geräteseite.
Schon etwas erfahrener in den Menütiefen und selbstbewusster beim Hero-Bedienen entdeckt man entzückt, dass man hier simpel tun kann, wozu man ein iPhone erst jailbreaken müsste: Man kann das Phone weitestgehend individualisieren, beispielsweise den Hintergrund des Startbildschirms frei wählen.
Das “grüne Auge” (LED) vom Hero hält folgende Botschaften bereit: Permanentes Grün signalisiert einen vollständig geladenen Akku (wenn das Telefon mit dem Netzteil odereinem Computer verbunden ist); stetiges Rot einen Akku, der geladen wird; blinkendes Rot einen schwachen Akku; blinkes Grün eine aktuelle Benachrichtigung.
Praktisch ist die App-History: Um eine zuletzt benutzte Anwendung zu öffnen, hält man die STARTSEITE-Taste etwas länger gedrückt und bekommt die sechs zuletzt genutzten Anwendungen angezeigt, die auf einen Touch hin geöffnet werden.
Die Synchronisierung mit Google-Diensten, aber auch mit Exchange ActiveSync und Microsoft Office Outlook aus gelingt recht einfach über Einstellungen / Settings. Für weitergehende Vorhaben gibt es Software zum Download bei HTC. Auch was Soziale Netzwerke angeht, bietet Hero vorbereiteten Zugriff auf vorhandene Facebook-, Flickr- und Twitter-Konten bzw. Profile. Dies führt etwa dazu, dass man geschossene Fotos automatisch bei Flickr veröffentlichen kann oder dass Kontakte mit Facebook abgeglichen wird und ggfs. Profilfotos auch im Adreßbuch angezeigt werden.
Charakteristisch für den Hero sind der markante Knick zum Gehäuseboden hin und die abgeschrägten Kanten am Gehäuserand. Der Knick führt dazu, dass das Smartphone subjektiv sicherer und besser in der Hand liegt als ein iPhone, aber auch in Taschen etwas mehr aufträgt. Daher passt der Hero natürlich auch nicht in für iPhones geeignete Hüllen und Etuis. Das Smartphone wiegt 135 Gramm und fasst sich u.a. dank des um den Touchscreen herum verbauten Aluminiums sehr stabil und “wertig” an, wirkt vom Gerätedesign her aber optisch weit weniger aufsehenerregend als das Kultgerät mit dem Apfellogo.
Der 3,2 Zoll große kapazitive HVGA-Multitouch-Bildschirm mit 320×480 Pixel Auflösung trägt eine fettabweisende Schutzschicht und auch der Rest des Geräts ist beschichtet – mit Teflon. Eine gewisse Schmutzresistenz erwies sich auch im Praxistest, obwohl Touchscreens nunmal für Fingerabdrücke prädestiniert scheinen.
Die sonstige Ausstattung ist dem 3GS sehr vergleichbar: integriertes Freisprechen, Audio-Ausgang (3,5 mm Standard), GPS-Sensor, Kompass, Beschleunigungssensor, virtuelle Tastatur (länger gedrückt halten für mehrfache Tastenbelegungen; auf Wunsch T9-Worterkennung). Die 5 Megapixel-Kamera (ohne Blitz/Beleuchtung) erzielt ähnlich mäßige Ergebnisse, wie die vom iPhone 3GS, allerdings kann der Hero-Autofokus via Trackball aktiviert werden, mit dem man auch Ausschitte festlegen kann. Überdies bietet die Kamera Einstellmöglichkeiten wie Weißabgleich oder Messmodus. Sie nimmt Videos mit einer maximalen Auflösung von 352 x 288 Pixel auf. Es ist ein Musikplayer integriert, der zuvor auf der Speicherkarte gespeicherte Titel spielt. Die mitgelieferten In-Ear-Kopfhörer klingen nicht berauschend, weisen dafür aber schön griffige Bedienelemente für diesen Player auf.
Standard-Anwendungen:
Beim SMS-Verfassen wird angezeigt, wenn das Format einer Nachricht überschritten u. die nächste begonnen wird. Klingt selbstverständlich, das kann oder will die Kombi iPhone/Telekom aber noch nicht. An MMS-Nachrichten kann angehängt werden: Foto (bis hin zu Slide-Shows), Video, Audio, Ort (GPS-Koordinaten), Kontakt (vCard), Termin (vCalendar). Der integrierte Browser arbeitet schnell und gut und hat keine Probleme mit Flash… Auch ein guter Kalender/Termin- und Aufgabenverwaltung, ein Taschenrechner, ein Twitter-Client, die notorische Aktien-App, eine Sprachaufzeichnungs-App und eine Uhr mit Wecker gehören zum Standard. Für mobile Professionals interessant – Neben QuickOffice ist auch ein recht gut funktionierender PDF-Viewer mit an Bord. Logisch, dass auch GoogleMail (inklusive Latitude), GoogleTalk (Instant Messaging; hier wird ggfs. angezeigt, falls der Chat-Partner auch ein Android-Endgerät verwendet!), Google Maps, YouTube sowie die schon erwähnte Google-Suchmaschine nicht fehlen dürfen.
Netter Gag: Gespeicherte Musiktitel können als Klingelton verwendet werden (aber was sagt die GEMA dazu?). Tethering ist ausdrücklich vorgesehen, erlaubt und wird im Handbuch erklärt: “6.6 Verwendung des Telefons als Modem”.
Zur Individualisierbarkeit des Hero tragen zahlreiche Widgets bei, die man den Home Screens hinzufügen kann, etwa eine Weltzeituhr oder eine hübsch animierte Wetterprognose. Auch die Möglichkeit, Verknüpfungen (etwa zu Bookmarks, einzelnen Kontakten oder häufig benötigten Apps) auf der Oberfläche zu platzieren, gefällt. Weniger zwingend ist die alphabetisch geordnete Darbietung sämtlicher installierter Apps.
Shopping-Fieber im Android Market
Der Android Market, Pendant zu Apples App Store, präsentiert seine auch schon über 50.000 Apps geordnet nach Kategorien (wie Comics, Effizienz-Tools, Finanzen, Gesundheit; ähnlich beliebig u. teils fragwürdig wie die App Store-Genres) und stets entweder nach Einstelldatum oder nach Beliebtheit sortiert. Hier findet sich manch alter App Store-Bekannter (z.B. “Papi Jump” und seine Verwandten). Formulierungen wie “on your iPhone” in den Release Notes von Android Apps deuten ebenfalls auf eine starke Portierungstätigkeit mancher Entwickler hin.![]()
Der Akku hat 1.350 mAh, damit hält der Hero bei vergleichbarer Nutzung gefühlt genau so lang oder kurz durch wie das iPhone 3GS, aber länger als das 2G. Die Werksangaben lauten: 470 Minuten Sprechzeit (GSM), 440 Stunden Stand-by. Bluetooth-Nutzung geht aber auch hier auf die Betriebszeit. Weitere Daten: Quadband-Gerät (GSM 850/900/1800/1900), UMTS/HSDPA und HSUPA für schnelle Uploads. Eine mit 528 MHz getaktete Qualcomm MSM 7600AARM CPU ist das Herz unseres Helden, der auf 288 MB Arbeitsspeicher zugreifen kann. Das Testgerät arbeitet mit Android 1.5 (“Cupcake”), ein Upgrade auf 2.1 (“Froyo”) ist aber angekündigt.
Vorteile Hero:
Individualisierbares GUI
Multitasking (b. Apple erst m. iPhone OS 4.0)
Akkus und Speicherkarten tauschbar (aufrüstbar bis auf 16 GB micro-SDHC)
Trackball als Navigations-Option (Mobiles Internet)
Taste Suchen u. Suchfunktion
Gehäuse-Ergonomie
App History
Unproblematisches Tethering
Apps können auch ohne Android Market installiert werden
Möglichkeit, kleines Tragband o.Ä. an der Rückwand zu verankern
Vorteile iPhone:
Design!
Poserfaktor
Übersichtlichkeit bei geladenen Apps
Angebot im App Store (Qualität, Quantität)
Prallvoller Zubehörmarkt
Hero-Fazit: *****
PS: Dümmster anzunehmender User Error: Obwohl das Gerät wohlweislich nur im WLAN betrieben werden sollte und laut Anzeige auch wurde, scheinen dennoch im Hintergrund Traffic erzeugende Prozesse abzulaufen, denn eine Telefonrechnung für die Karte im Hero von über 300 Euro für “Datendienste” sorgte für eine unschöne Überraschung, die aber die Freude über dieses tolle Smartphone, das ja auch normalerweise mit Internet Flat betrieben werden dürfte, nicht dauerhaft trüben konnte.
Adobe beerdigt Flash-Compiler fürs iPhone – u. setzt auf Android
Apples vor zwei Wochen veröffentlichte neue Entwickler-Vereinbarung untersagt die Entwicklung von iPhone-Anwendungen mit Hilfe von Multiplattform-Compilern wie MonoTouch oder Unity ebenso wie den Einsatz des Flash-zu-iPhone-Konverters Packager for iPhone, der Bestandteil der Flash Creative Suite 5 ist. Das heißt konkret: Anwendungen für die Apple-Geräte dürfen nur noch nativ in Objective-C-, C-, C++- und JavaScript-Code entwickelt werden. Heise.de referiert weiter, dass Adobe CTO Kevin Lynch in einem Blogpost zum Release von Adobe Creative Suite 5 noch schrieb, der Packager werde wie vorgesehen in CS5 enthalten sein, es liege nun an Apple, damit entwickelte Programme zuzulassen oder eben nicht. Da sich Apple (vorhersehbarerweise) für ein Verbot entschieden hat, musste Adobe jetzt seine Strategie anpassen, wie heise.de weiter berichtet: “Auch finden sich zum jetzigen Zeitpunkt über 100 Flash-Applikationen im Apple Store, die mit Adobes Packager for iPhone kompiliert wurden. Diese müssten laut Adobes Produktmanager für Flash, Mike Chambers, nun kostspielig neu entwickelt werden. Chambers beteuert in seiner Kritik, dass die Entwicklung für Flash CS5 die ganze Zeit über im Einklang mit Apples Lizenzvereinbarungen gestanden habe. Erst die jetzigen Änderungen stellten ein Problem dar.
Laut dem Produktmanager soll CS5 weiterhin die Tools zur Programmierung von iPhone- und iPad-Apps enthalten, Adobe wird sie aber nicht mehr weiterentwickeln. Er sieht Adobes Zukunft im Mobile-Segment fortan beispielsweise bei Googles Android-Betriebssystem. Die beiden Firmen arbeiteten eng zusammen, um eine Unterstützung des Flash Player 10.1 und der Adobe Integrated Runtime (AIR) 2.0 für Android-Geräte zu ermöglichen.”
via heise.de
Verlierer bei Apples Kreuzzug gegen Adobe und Flash sind alle Anwender und vor allem Entwickler, die teils erhebliche Investitionen in Entwicklungswerkzeuge wie Unity, Novells MonoTouch und Titanium von AppCelerator sowie in mit diesen erstellte Anwendungsarchitekturen getätigt haben. Apples Entscheidung – die von manchen als Vereinfachung des App-Testings und im Kontext des mit iPhone OS 4 kommenden Multitasking interpretiert wird – stärkt jedoch die Kunden von App-Systemhäusern, die wie beispielsweise Glanzkinder von Anfang an auf native iPhone Programmierung mit iPhone SDK und Xcode gesetzt und Know-how in diesem Bereich aufgebaut haben.
Mobiles Web m. Kinderkrankheiten
Stets mehr Anwender von Tablet-PCs wie dem iPad, von Netbooks u. vor allem Smartphones nutzen das Mobile Internet. Sie schätzen die Möglichkeit, auch unterwegs Preise zu vergleichen, Informationen zur Wetter- oder Verkehrslage einzuholen und mit ihren sozialen Netzwerken in Kontakt zu bleiben.
Doch gerade Smartphone ist eben nicht gleich Smartphone – man denke beispielsweise an die unterschiedlichen Display-Formate von unter Android betriebenen Geräten. Unterschiedliche Browsersoftware, Betriebssysteme, Flash-Unterstützung ja/nein, Auflösungen und Eingabemethoden per (Multi-)Touch oder Tastatur stellen Unternehmen vor die Herausforderung, die Nutzerfreundlichkeit ihrer mobilen Websites geräteübergreifend zu gewährleisten. Im Rahmen einer sog. ‘Expertenevaluation’ hat sich daher die Internetagentur Syzygy mit dem Status Quo des mobilen Internet auseinandergesetzt und die Ergebnisse als “Usability Monitor 2010″ veröffentlicht. Mit Hilfe fünf unterschiedlicher Smartphone-Typen wurden die prominentesten Vertreter aus den Bereichen Informationssuche, soziale Netzwerke, Reise & Verkehr sowie Preisvergleich und Shoppen “abgesurft”. Anhand der Beispiele von u.a. Google, Facebook, Amazon und Lufthansa erläutert der Usability Monitor laut Agentur, was Anbieter mobiler Websites zu beachten haben, wo die Schwierigkeiten liegen und wo Verbesserungspotenzial besteht.
Die szenarienbasierten Tests zeigten: Schon bei der Auffindbarkeit mobiler Websites gibt es erste Hürden, denn nicht jeder Browser zeigt das für mobile Endgeräte optimierte Angebot an. Ohne eine automatische Weiterleitung bzw. Browser-Weiche ist der Nutzer sich selbst überlassen oder muss darauf hoffen, auf der “normalen” Website einen entsprechenden Link zu finden. Auffällig ist laut Report weiter, dass seit Langem anerkannte Usability-Richtlinien schlichtweg missachtet werden – zum Beispiel die einheitliche Gestaltung klickbarer Elemente oder die Berücksichtigung gelernter Konventionen. Die vollständige Studie kann hier kostenlos angefordert werden.
Verkaufsstart: 5 Mio. iPads in 6 Monaten?
Seit dem vergangenen Freitag nimmt Apple in den USA iPad-Bestellungen entgegen – maximal zwei Stück pro Person. Allein in den ersten sechs Stunden sollen mehr als 90.000 eingegangen sein. Das haben Analysten anhand der Auftragsnummern ausgerechnet, wie heise.de berichtet. Die Investmentbank FBR Capital Markets & Co. rechnet den Marktstart so hoch, dass Apple in sechs Monaten 5 Millionen iPads verkauft haben wird.
Das US-Wirtschaftsmagazin ‘Fortune’ berichtet laut Spiegel.de in seinem Apple-Blog von der Hochrechnung in einem geschlossenen Anlegerforum. Der dort moderierende Analyst Victor Castroll beschreibt “Fortune” die Methodik so: Die Mitglieder der Diskussionsgruppe haben die Bestellnummern ihrer Auftragsbestätigungen verglichen und aus den fortlaufenden Nummern über Bestellungen von 110 iPads im Verlauf von 19,5 Stunden einen Trend errechnet.
Ergebnis: Am ersten Tag hat Apple angeblich knapp 120.000 iPad-Vorbestellungen erhalten. Die Hobby-Statistiker argumentieren so: Etwa 16.500 Bestellungen wickelt Apples Online-Shop an einem Durchschnittstag angeblich ab, am Freitag sollen es insgesamt fast 125.000 gewesen sein. Da ein Kunde den Apple-Auguren zufolge am Freitag durchschnittlich 1,11 iPad bestellt hat, kommen sie insgesamt bei knapp 120.000 Vorbestellungen raus.
Die Geräte mit WLAN werden in den USA ab 3. April ausgeliefert; die Ausführung mit UMTS soll zum Monatsende folgen. In Deutschland gehen beide Version Ende April an den Start. In den USA schlägt der unbeschränkte UMTS-Vertrag mit AT&T mit 30 Dollar im Monat zu Buche, der Volumentarif mit 250 MB pro Monat kostet die Hälfte. Vom iPad aus kann man jederzeit ablesen, wie viel man davon schon abgesurft hat. Der Anwender wird nicht nur gewarnt, wenn sein Datenvolumen aufgebraucht ist, sondern bereits vorher, wenn noch 20 und 10 Prozent davon übrig sind – vgl. Batteriestand auf dem iPhone. Es besteht auch die Möglichkeit, vom iPad aus die Vertragsart kurzfristig zu wechseln, etwa während eines Urlaubs, in dem kein WLAN-Zugang bereit steht. Wie die Tarife in Deutschland aussehen, ist noch unklar; UMTS-Partner von Apple wird aber mit gewisser Wahrscheinlichkeit T-Mobile, auch deutscher Exklusivpartner für das iPhone.
Auf seinen Webseiten gab Apple mittlerweile auch weitere technische Details zum iPad bekannt. Im Unterschied zu iPhone und iPod touch kann man zum Beispiel das automatische Drehen des Bildschirminhalts beim Neigen des Geräts per Knopfdruck deaktivieren. Auch die unterstützten Multimediaformate werden inzwischen genannt. Bei Sound-Dateien sind das MP3, AAC, AAC mit iTunes-DRM, Audible, Apple Lossless, AIFF und WAV. Am drahtlosen Musik-Streaming via AirTunes arbeite Apple noch, wie fscklog berichtet. Videos sind im H.264- und im Motion-JPEG-Format erlaubt, mit einer maximalen Auflösung von 1280 × 720 Pixeln (720p) bei 35 MBit/s. Mit dem (noch nicht verfügbaren) Camera Connection Kit lassen sich Fotos auch im RAW-Format importieren. Welche Kameras dabei unterstützt werden, ist noch nicht bekannt. Bücher im EPUB-Format lädt man vom Mac oder PC über iTunes bzw. den neuen iBook Store. Mit Adobe-DRM geschützte EPUB Files kann man hingegen nur mit dafür angebotenen Apps aufs iPad holen.
Eine spezielle Serviceseite klärt darüber auf, wie Apple bei defekten Akkus außerhalb der Garantiezeit verfährt: Der Anwender schickt sein Gerät ein, zahlt 99 US-Dollar plus Porto und soll innerhalb einer Woche ein Austausch-iPad erhalten – deutsche Preise stehen noch nicht fest. Es wird also nicht der Akku, sondern das ganze Gerät ausgewechselt. Persönliche Daten gehen dabei verloren und werden erst beim nächsten Anschluss an den Computer aus dem iTunes-Backup restauriert. Ist das iPad allerdings zerkratzt, geöffnet, modifiziert, sonstwie kaputt oder schon einmal nass geworden, gibt es keinen Umtausch.
via heise.de/spiegel.de