46 Prozent aller Mobiltelefone in 4Q12 waren smart
Laut dem Marktforschungsinstitut International Data Corporation (IDC) hat der Weltmarkt für Mobiltelefone (Feature und Smartphones) im 4Q12 im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 482,5 Mio. Einheiten zugelegt. Nach der IDC-Publikation Worldwide Quarterly Mobile Phone Tracker wuchs der Smartphone-Sektor mit 36,4% erheblich schneller und erreichte 219,4 Mio. Einheiten im letzten Quartal – das entspricht 45,5% aller abgesetzten Mobiltelefone. Im Gesamtjahr ’12 wurden 712,6 Mio. Smartphones ausgeliefert (+44,1%).
Im Ranking der Smartphone-Hersteller ist Bewegung. Samsung und Apple scheinen auf die Plätze 1 und 2 abonniert, doch der chinesische Anbieter Huawei (10,8 Mio Geräte = +89,5%) hat HTC und LG überholt und sich Rang 3 gesichert – laut IDC vor allem durch günstige Angebote in Nachwuchsmärkten. Hinter Sony auf Platz vier feiert ZTE mit 9,5 Mio ausgelieferten Smartphones (+48,4%) und einem Marktanteil von 4,3% den Einstieg in die Top 5.
Was Samsung angeht, sagt IDC den Koreanern voraus, dass 2013 durch den Marktstart des mit Bada verschmolzenen OSS-Betriebssystems Tizen zu einem Wendepunkt wird, auch wenn Android weiter das strategische Mobile OS bleibt.
Gartner: 47% mehr Smartphones
Laut einer aktuellen Veröffentlichung des IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner wurden im dritten Quartal 2012 (Q312)) weltweit zwar insgesamt drei Prozent weniger Mobilfunktelefone verkauft (428 Mio.), die Zahl der verkauften Smartphones stieg jedoch um ganze 47 Prozent auf knapp 170 Millionen.
Inzwischen machen Smartphones somit knapp 40 Prozent der Neuverkäufe im Markt für Mobiltelefone aus. Dieser Markt wird recht klar von Samsung und Apple dominiert, die gemeinsam auf einen Marktanteil von 46,5 Prozent kommen. Dabei haben die Koreaner ihre Führung ausgebaut und den Abstand zu Apple vergrößert. Über alle Mobiltelefone gesamt sieht das Hersteller-Ranking laut Gartner derzeit so aus:
1. Samsung 22,9% Marktanteil
2. Nokia 19,2
3. Apple 5,5
4. ZTE 3,9
5. LG 3,3
6. Huawei 2,8
7. TCL 2,2
8. RIM 2,1
9. Motorola (Google) 2,0
10. HTC 2,0
Bei den Mobile-Betriebssystemen ergibt sich folgendes weltweites Bild:
1. Android 72,4% Marktanteil
2. iOS 13,9
3. BlackBerry OS 5,3 (RIM)
4. Bada 3,0 (Samsung)
5. Symbian 2,4 (Nokia)
6. Microsoft 2,4
Mehr Infos gibt der Report “Market Share: Mobile Phones by Region and Country, 3Q12″, der hier geordert werden kann.
Mobile Geschäftsprozesse im Mittelstand angekommen
Unternehmen haben das Prinzip des “Mobile Business” verstanden: Entgegen früherer Umfragen sehen sie mobiles Arbeiten heute nicht mehr nur als Synonym für mobiles Internet und E-Mail. Für eine große Mehrheit von 70 Prozent bedeutet es den mobilen Zugriff auf die Unternehmensdaten für den Vertrieb oder aus dem Rechnungswesen. So lauten Ergebnisse einer Umfrage, welche die Kompetenzgruppe Mobile des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft eco durchgeführt hat. Unternehmen lernen hier von den eigenen Mitarbeitern: Mit knapp einem Drittel Smartphone-Anteil bei den Handys und intensiver Nutzung von Datendiensten (Apps) im Privatsektor bringen sie die “mobile Revolution” an den Arbeitsplatz (BYOD).
“Es kann endlich losgehen mit Mobile Enterprise, da die Unternehmen die Vorteile erkannt haben und die Kosten im Griff sind”, resümiert Dr. Bettina Horster, Vorstand bei der VIVAI Software AG und Direktorin Mobile bei eco. Trotzdem bestehen weiterhin Barrieren bei der Einführung mobiler
Geschäftsprozesse. Hier nennen die Befragten Sicherheit (53 %) und Probleme
bei der Konzeption einer mobilen Lösung (42 %). Hier bietet sich also für Spezialisten für Business Apps und Consulting im Mobile Business wie Glanzkinder noch ein weites Betätigungsfeld.
Ernüchterung könnte hingegen bei den Mobilfunkbetreibern Providern einkehren, die
stark auf das Thema Mobile Enterprise setzen, um ihre Umsatzeinbußen bei den
herkömmlichen Diensten zu kompensieren. Der eco-Umfrage zufolge ist der
wichtigste Lieferant für mobile Businessanwendungen nicht ein Mobilfunkanbieter mit branchenspezifischen Lösungen (28 %), sondern die Spezialanbieter/App-Entwickler (63 %).
Im b2b- und b2c-Bereich mobiler Geschäftsprozesse sehen die Befragten Anwendungen wie den mobilen Zugriff auf ERP- oder CRM-Daten, Machine-to-Machine (m2m oder automatische Identifikationslösungen in Logistikprozessen mit Bewertungen
zwischen 40 und 54 Prozent als relativ gleich wichtig an. Abgeschlagen mit nur 34 Prozent der Antworten liegt jedoch Mobile Marketing – Endkunden über deren Handy zu erreichen sehen sie bislang kaum als Trend.
In Bezug auf die Außenkommunikation von Unternehmen zeigte die Umfrage, dass 51 % der Befragten ihre Lösungen, Dienstleistungen und Informationen eher per App anbieten würden als auf einer speziellen, für mobile optimierten Website (37 %). “Trotz der mangelnden Planbarkeit, wann und ob überhaupt eine App erscheint, geben die Unternehmen hier den Mobile App Stores den Vorzug”, weiß Dr. Horster.
Bei der Frage, für welches Stores programmiert werden soll, halten nur noch 37 % der Teilnehmer das iOS und den Apple App Store für die maßgebliche mobile Plattform, während bereits 46 % auf Google Android setzen (Mehrfachnennungen). Microsoft/Nokia (12 %) und Samsung (Bada? 5 %) landen mit großem Abstand auf den hinteren Plätzen.
Die Umfrage “Mobile Geschäftsprozesse 2012“”hat die Kompetenzgruppe Mobile des eco bei der Veranstaltung “Mobile Trends 2012″ unter 80 “Experten” durchgeführt. Die Veranstaltung hat eco gemeinsam mit der IHK Düsseldorf ausgerichtet. Die Auswertung der Befragung steht hier zur Verfügung.
MDM für iOS-Geräte m. Push-Unterstützung
Pretioso hat unlängst die neue Version 3.5.2 von Datomo vorgestellt, einer Lösung für Mobile Device Management (MDM). Diese Version unterstützt nun auch die Apple Push Notification Services für das Management der iOS-Geräte iPhone, iPod touch und iPad. Hierdurch muss der Administrator sich nicht mehr notwendigerweise im Apple Enterprise Programm registrieren, um die iOS-Geräte zu verwalten, so Pretioso. Eine Registrierung im Apple Enterprise Programm sei zukünftig nur noch für die Anwender erforderlich, die eigene Anwendungen programmieren und verteilen wollen.
Das Pretioso Device Management unterstützt seit Release 3.5 einen Corporate iOS AppStore, wodurch die Endanwender von iOS-Endgeräten im Unternehmenseinsatz ausschließlich vom Administrator freigegebene und zugelassene Applikationen aus diesem App Store installieren können. Die Funktionalität unterstützt sowohl selbst entwickelte Apps als auch Anwendungen aus dem Apple App Store – und unabhängig davon, ob diese kostenlos oder kostenpflichtig sind.
Überdies reagiert Version 3.5.2 auf die Neuerungen, die iOS 5 mit sich gebracht hat. Die Funktionen im Einzelnen:
- verbesserte Anwendungsinstallation,
- Passwort-Policy für iTunes,
- automatische Ablehnung nicht vertrauenswürdiger Zertifikate,
- Kontrolle des iCloud-Backup,
- Kontrolle der kompletten iCloud-Synchronisation einschließlich Dokumente und Fotos,
- “Auto Join” im WLAN,
- Vorgabe der Proxyeinstellungen (keine, manuell, automatisch),
- Sperre der Funktion E-Mail-Verschieben (Exchange),
- Sperrung des Zugriffs auf E-Mail für nicht autorisierte Apps (Exchange)
Datomo Device Management wird laut Anbieter auch für die anderen unterstützten Plattformen (Android einschließlich extended API von Motorola und Samsung, Bada, BlackBerry, Symbian, Symbian UIQ, Java enabled feature phones, Windows Mobile (bis 6.5), Windows Phone 7 und WebOS) kontinuierlich weiterentwickelt. Einige in den letzten Wochen hinzugekommene Features sind: Business Phonebook, Geräteentsperrung, Push Support, Remote Access (Android), Applikationsschutz durch Passwort (Symbian) sowie Hard Restore-Funktionalität (Windows Mobile). mehr zum Thema MDM von Pretioso. Ein Whitepaper zum Thema “Sicherheit durch Device Management kann per E-Mail mit dem Betreff “Whitepaper Device Management” unter info at pretioso dot com angefordert werden.
UPDATE 12.01.:
Update: Die Anwendungsvariante als gehostete Lösung nutzt Pretioso bei dem neuen Angebot eines kostenlosen “Sofort-Tests”: Der Interessent erhält seine Teststellung garantiert innerhalb von 24 Stunden, oft sogar binnen weniger Minuten. Die Teststellung ist keine reduzierte Demolösung, sondern die komplette Lösung, die Datomo Device Management gehosted bietet. Der Anwender erhält einen eigenen Zugang, mit dem er bis zu zehn Geräte verwalten kann. Auch hierbei gibt es keinerlei Beschränkungen, alle Gerätetypen und -klassen können verwaltet werden. Pretioso begleitet die Anwender bei der Teststellung auf Wunsch mit kostenlosem Hotline-Service.
Die Teststellung kann vom Anwender nach 45 Tagen problemlos weiter betrieben werden, wenn er sich für den Erwerb der gehosteten Variante von datomo Device Management entscheidet. Anwender, die sich statt der gehosteten Version für eine Inhouse-Installation entscheiden, erhalten kostenlose Unterstützung von Pretioso bei der Migration von Einstellungen aus der Teststellung zur endgültigen MDM-Lösung.
UPDATE 13.01.:
Der MDM-Administrator kann jetzt Anwendern mit vergessenem Passwort das Passwort mit der Funktion “Screen Unlock Code Reset” zurücksetzen. In die Security Policy für Android Geräte wurden folgende neue Parametrisierungen aufgenommen: Definition von Passwortalter und Passwort-History (Verbot der Nutzung bereits verwandter Passworte). Hiermit verbunden ist, dass die sich aus diesen Policies ergebenden Vorgaben bei bestehenden Nutzern ggf. die Eingabe eines neuen, den Policies entsprechenden Passwortes erzwingen und der Administrator dieses auch separat erzwingen kann. Für Android Geräte von Samsung mit den Firmwareständen 2.3.5 – 2.3.7 (Gingerbread) ist jetzt auch der Remote Access Client verfügbar, der über volle Gesture-Unterstützung verfügt.
Q311: Smartphone-Absatz +42%
Laut dem IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner wurden im dritten Quartal 2011 (Q311) weltweit 440,5 Millionen mobile Endgeräte verkauft. Das entspricht einem Anstieg von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Nachfrage bei Feature oder Dumb Phones (Handys, die keine Smartphones sind), ist vor allem in Schwellenländern weiterhin hoch. In Q311 wurden allerdings mit 115 Millionen Geräten 42 Prozent mehr Smartphones verkauft als im selben Zeitraum des Vorjahres.
Betrachtet man den Absatz über alle Mobiltelefone, so ergibt sich folgende Hitliste: 1. Nokia (23,9% Marktanteil in Q311, in Q310 waren das noch 28,2% gewesen); 2. Samsung (Q311 17,8%, Q310 17,2%); 3. LG Electronics (Q311 4,8%, Q310 6,6%); Apple (Q311 3,9%, Q310: 3,2%), 5. ZTE (Q311 3,2%, Q310 1,9%); 6. RIM (Q311 2,9%, Q310 3,0%); 7. HTC (Q311 2,7%, Q310 1,6%); 8. Motorola (Q311 2,5%, Q310 2,1%); 9. Huawei (Q311 2,4%, Q310 1,3%); 10. Sony Ericsson (Q311 1,9%, Q310 2,5%).
Werden nur Smartphones betrachtet, so hat Samsung mit einer Umsatzverdreifachung der weltweit abgesetzten Stückzahlen erstmals Nokia als Nummer 1 verdrängt.
Android OS läuft laut Gartner auf 52,5 Prozent aller in Q311 neu verkauften Smartphones. Die Verfolger: 2. Symbian (16,9%); 3. iOS (15,0%); 4. BlackBerry OS (11%); 5. Bada (Samsung: 2,2%); 6.Microsoft (Windows Mobile und WP7 zusammen mit nur 1,5%!); 7. Rest (0,9%). Erstaunlich ist das abrupte Verschwinden des ehedem sehr beliebten, inzwischen aber abgekündigten WebOS (Palm, Hewlett-Packard) aus den aktuellen Absatzzahlen.
Mehr Infos im Report “Market Share: Mobile Communication Devices by Region and Country, 3Q11″, der hier geordert werden kann.
Ergänzende SSI-Ergebnisse
Auch Survey Sampling International (SSI hat eine entsprechende Studie durchgeführt und die Ergebnisse aus neun Ländern hochgerechnet. Hiernach würden 95% der Weltbevölkerung Handys besitzen – wenn man vernachlässigen würde, dass etliche Menschen mehrere haben – und enorm viele natürlich gar keinen Zugang zu Elektronik-Geräten..! Hong Kong (99%), China (98%) und Schweden (98%) haben SSI zufolge den höchsten Anteil an Handybesitzern, während ausgerechnet die USA (89%) den niedrigsten Anteil aufweisen sollen.
Weitere Ergebnisse: 42% aller Handybesitzer haben bereits ein Smartphone. 58% der Handybesitzer ohne Smartphone planen, sich als nächstes Handy ein Smartphone anzuschaffen. Bei den Personen, die den Kauf eines Smartphones planen, sind Apples iPhones die beliebteste Gerätesorte. Wenn das Geld keine Rolle spielen würde, würden fast ein Drittel der Befragten weltweit ein Apple iPhone vorziehen. Samsung (12%), Nokia (10%), Sony Ericsson (8%) und BlackBerry (7%) zählen ebenfalls zu den Top 5 der beliebtesten Marken.
Zwischen Faszinosum und Frustquelle: Smartphones
Auch wenn Smartphones beliebt und begehrt sind, können sie frustrierend sein. Siebenunddreissig Prozent der Befragten geben beispielsweise an, dass die Akkulaufzeit sehr oder sogar extrem frustrierend ist. Fast ein Viertel der Befragten sagt, dass Websites, die nicht für Smartphones optimiert wurden, sehr oder extrem frustrierend sind. Zudem sind 19 % der Befragten durch unerwartete Änderungen in der Displayausrichtung (Rotation) und die Bildschirmtastaturen, die sie als zu klein für ihre Finger empfinden, sehr oder extrem frustriert.
Die Ergebnisse beruhen auf einer Umfrage, die über 4.500 Erwachsenen auf SSI-Online-Panels durchgeführt wurde.
Lesetipp: smart developer
Schon erstaunlich, was sich im Markt der auf das Mobile und mithin Digitale fokussierten Printblätter derzeit tut. Man könnte ja meinen, dass sich gerade die Klientel der Entwickler über diesen vielleicht schnellsten aller Märkte primär online – und dies zunehmend auch mobil – informiert. Dennoch gibt es ab sofort für die Nische “Entwickler für Mobile” sogar eine Alternative zum Mobile Developer. Diese steht unter dem Namen “Smart Developer” im gut sortierten Zeitschriftenhandel und kommt aus dem Hause Linux New Media AG (vgl. u.a. Print: Linux_Magazin, Admin, Linux User UbuntuUser; Online: linux-community.de). Wir haben uns Ausgabe 02/11 zu Gemüte geführt.
Das 100 Seiten starke Magazin irritiert ein wenig mit seiner im Bereich News von anderen Heftteilen deutlich abweichenden Typo und 3spaltigem Layout. Die sonstige Gestaltung ist unauffällig und nur selten mißglückt (ein Info-”Kasten” füllt S. 51 fast kpl.). Druck und Papier sind gut. Die testgelesene Ausgabe beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Trendthema plattformübergreifende Programmierung. “Programmieren Sie plattformunabhängig mit HTML5 & Co.” lockt denn auch die Titelzeile auf dem Cover. Im Schwerpunkt werden die GUI-Library Jo und die wirklich sehr interessante JavaScript-Library Phonegap im Detail und mit vielen Code-Beispielen vorgestellt (S. 12-18).
S. 20-23 gehören der Programmiersprache Monkeycoder, ein weiterer Beitrag von einem bei United Planet tätigen Autoren beschäftigt sich mit “Mobile Business Apps” nur aus dem Intrexx-Blickwinkel. Weitere vier Seiten verwendet die Ausgabe auf Smartphone Apps mit IBM EGL. Da hätten wir bei diesem Fokus-Thema Infos zu verbreiteten und vielversprechenden Ansätzen wie den von Sencha,
Appcelerator, Rhomobile,
MoSync oder natürlich Adobe vorgezogen.
In der Rubrik Hardware treten das Dell Venue Pro mit Windows Phone 7, Motorola Defy, HTC Desire HD, Huawei Ideos X5 sowie das Samsung Wave II ins Rampenlicht.
Sehr zielgruppenorientiert wirkt “Diese fünf iPad Apps sind Pflicht für Entwickler” aus der Rubrik Praxis, das beispielsweise iMockups empfiehlt. Dem Blick über den iOS- und-/oder Android-Tellerrand heben soll “Apps für MeeGo entwickeln” von einer Intel-Mitarbeiterin (S. 47-49). Warum dieser Artikel nicht in der Folgerubrik Entwicklung untergekommen ist, wird nicht ganz deutlich, zumal er auch Listings enthält. “Gesichtserkennung mit Bada” ist das Thema von S. 66-70, das deutlich über ein “Hello World” hinausgeht. Beiträge zur Programmierung mit ActionScript für das BlackBerry PlayBook, zur WebOS-Entwicklung mit Ares und 3D-Grafik mit OpenGL für Android runden die so inhalts- wie abwechslungsreiche Rubrik ab. Die Heft-DVD enthält SDKs zu Android, Bada (1.2.1), MeeGo (1.2) WebOS (2.1) sowie Qt-Nokia.
Die Einzelausgabe kostet 7,90 Euro, das Jahresabo 26,90 Euro in der Print-Version (4 Ausgaben + 4 DVDs) oder 23,90 Euro als Digital Subscrition (PDFs). Fazit: Beobachtenswerte Bereicherung des Spektrums.
mehr Infos und Bestell-Möglichkeit
Verwirrende Vielfalt bei App Stores
Apple App Store, Android Market, BlackBerry App World, Samsung Apps, Nokia Ovi Store, Windows Market Place, Intel App Up, Ericsson EStore und Qualcomm Plaza.
Der App Store von Apple hat trotz des oftmals intransparenten Prüfprozesses bisher am meisten Erfolg mit über 250.000 Apps die bislang über 6,5 Millarden mal heruntergeladen wurden und laut Apple den Entwicklern mehr als eine Mrd. Dollar einbrachten.
Android von Google ist das derzeit am schnellsten wachsende Handybetriebstsystem. Laut der US-Marktforschungsfirma Gartner wird es 2014 mit dem hauptsächlich von Nokia genutzten globalen Spitzenreiter Symbia gleichziehen. Amazon will sich diesen trend nun offenbar stärker zu nutze machen. Der renommierte IT-Blog Techcrunch rechnet mit einer entsprechenden Ankündigung von Amazon in den nächsten Tagen. Die Branche erwartet seit langem einen eigenen Online-Marktplatz von Amazon als Gegenangebot zu Apples App Store. Schließlich verkauft der Internethändler sowohl physische als auch digitale Waren und könnte dieses Geschäft in einem App Store besser bündeln. Zudem haben, ähnlich wie bei iTunes, Millionen Nutzer ihre Kreditkartennummer bei Amazon hinterlegt. Amazon orientiert sich offenbar an branchenüblichen Standards. So sollen Entwickler eine Umsatzbeteiligung von 70 Prozent für das herunterladen kostenpflichtiger Anwendungen erhalten.
Google ist mit dem Android Market einer von vielen Konzernen, die Apples Beispiel folgten. Android wurde von Beginn an als offene herstellerübergreifende Plattform und als Gegenentwurf zu Apples iOS entwickelt. Der Marktanteil legte laut Gartner im zweiten Quartel auf 17,2 von 1,8 Prozent im Vorjahreszeitraum zu. Derzeit sind im Android Market mehr als 80.000 Apps verfügbar, wobei der Anteil kostenloser Apps deutlich höher als bei den Konkurrenzangeboten ist.
BlackBerrys App World zeichnet sich hingegen nicht als Massenanbieter aus mit derzeit etwa 7000 Software-Anwendungen die nur auf Geräten von Research IN Motion laufen.
Nokias Ovi Store mit rund 13.000 Apps hingegen hat einen Wettberwerb für Entwickler ausgelobt, die Apps für den Ovi Store entwickeln. Mit einer änlichen Aktion versucht auch Samsung die Zahl seiner Bada-Apps im Samsung App Store zu erhöhen.
Düster sieht es für Microsoft (Microsoft Market Place) aus. Das im Vergleich zu Android und iOS hoffnungslose unterlegene Windows Mobile 6.5 hat den größten Softwarekonzern weit zurückgeworfen. Hoffnung bestehen aber bei dem in kürze erscheinende Windows Phone 7 .
Auch Chipkonzerne wie Intel (Intel App Up), Qualcomm (Qualcomm Plaza) und Ericsson (Ericsson EStore) haben eigene App Stores aufgelegt, mit denen sie ihre Produkte versuchen aufzuwerten.
Lesetipp: Mobile Developer Android
Mitte September ging die Erstausgabe von “Mobile Developer Android” (heute “Mobile Developer”, vereinigt mit Mac Developer) in den Vertrieb und auf Abonnentensuche. Das Fachmagazin für Developers, Projektmanager und Berater in und für Softwareentwicklungs-Projekten for Mobiles erscheint im Verlag Neue Mediengesellschaft Ulm mbH (NMG), der damit sein einschlägiges Portfolio aus u.a. MacDeveloper, dotnetpro, PHP-Journal, Toolbox sowie databasepro vervollständigt.
Mobile Developer Android hat den Anspruch, vier mal im Jahr praxisnahes Wissen rund um Android zu vermitteln. Doch – nicht zuletzt im Sinne der Content-Mehrfachverwertung – auch die konkurrierenden mobilen Betriebssystem-Plattformen wie Apple (iOS), Microsoft (Windows Phone 7), RIM (BlackBerry OS) oder Samsung (bada) werden hier thematisiert, s.u.
Jedes Heft wird von einer CD mit Quellcode, Bibliotheken und Werkzeugen begleitet. Im Falle der in Augenschein genommenen Erstausgabe ist hier beispielsweise enthalten: Das grundlegende Fachbuch zum Thema Android-Programmierung als E-Book (zwar nur die erste Auflage von 2009, aber immerhin! Eine Rezension der aktuellen findet sich hier); das Android SDK als Plug-in für die Open Source-Entwicklungsumgebung Eclipse; die Zupassung des Kommunikationsprotokoll WebSockets für Android jWebSocket in Version 0.10 sowie die Quellcodes zu sämtlichen Artikeln, die Listings enthalten. Der Redaktion um Chefred. Markus Stäuble ist es mit der ersten Nummer gelungen, einen Einstieg in die Materie zusammenzustellen, der für alte Hasen wie blutige Android-Novizen (mit zumindest Java-Vorkenntnissen) von Interesse sein dürfte. Obwohl es möglich ist, mDeveloper häppchenweise als (Fach-)Zeitschrift zu lesen, wird doch auch von Beitrag zu Beitrag eine erhebliche Menge Fachwissen aufgebaut – wie in einem guten Fachbuch.
Die aufmachenden News sind naturgemäß nicht die Stärke eines Printmediums mit Dreimonats-Frequenz. Doch bereits in der Rubrik “Android” werden Wissensfundamente gelegt – die beteiligten Player und ihre jeweiligen Eigenheiten/Interessen sind hier ebenso vorgestellt wie die Vor- (OSS; weitestgehende Freiheit bei Entwicklungswerkzeugen und App-Upload) und Nachteile (Betriebssystem-Stände, Gefahr der Marktfragmentierung). Hernach wird ein Überblick über die derzeit verfügbaren Entwicklungswerkzeuge und -plattformen gegeben und die Systemarchitektur von Android vorgestellt. Wer sich parallel die eigene Entwicklungsumgebung eingerichtet hat, wird hier bis zu einer allerersten eigenen App geführt – zwar “nur” eine Gedächtnisstütze für verliehene Gegenstände, aber immerhin weit mehr als “Hello World”.
Noch mehr ans Eingemachte geht die Rubrik “Android Expert”, diesmal in Richtung WebSockets (inkl. Beispielanwendungen für Foto-Übertragung) sowie Optimierungstipps im Bereich Speichermanagementgeht.
Über den Android-Tellerrand schaut die Rubrik “Mobile OS”. Kenntnisreich wird ein erster Eindruck von Möglichkeiten und Beschränkungen der Samsung-eigenen bada-Plattform gewährt. Die angesprochene Mehrfachverwertung einer auf Entwickler-Fachmedien spezialisierten Verlagsgruppe wird noch am ehesten bei einem Text zur Speicherbereinigung in Objective C-Anwendungen sowie bei einem – allerdings besonders starken und daher willkommenen – Beitrag zu Apples iAD-Werbeplattform spürbar. Schließlich ordnet ein Spezialist sogar noch das wie Android Java nutzende BlackBerry OS ein, erläutert wichtige Unterschiede (beispielsweise bei der Gestatltung von User Interfaces, bei Entwicklerzertifikaten und bei den möglichen Verbindungsarten inklusive dem Mobile Data System des BlackBerry Enterprise Server). Eine lesenswerte Zusammenfassung der wichtigsten Daten zu Symbian, immerhin noch Weltmarktführer bei mobilen Betriebssystenem, rundet diesen Teil ab.
Die erste Ausgabe hat 132 Seiten, der Einzelheftpreis beträgt 14,95 Euro. Wenn das Einstandsniveau gehalten werden kann, dürfte sich das Jahres-Abonnement für knapp 59 Euro wirklich lohnen.
Samsung visiert in Europa 30% Marktanteil an
Laut Dow Jones Newswires peilt Samsung in Europa 30 Prozent Marktanteil im Handygeschäft an. Der südkoreanische Hersteller ist heute bereits zweitgrößter Handyproduzent nach Nokia und hat 2009 in Europa 54 Mio. Mobiles verkauft – was 25 Marktanteil entspricht. Mit einem zweistelligen Wachstum bei Absatz und Umsatz will CEO Sang Heung Shin 2010 die 30 Prozent-Hürde knacken. Das Wachstum soll u.a. durch die bada-betriebenen Geräte wie das in Barcelona vorgestellte Wave, aber auch durch Android-Smartphones wie Behold II, Galaxy oder das I7500 generiert werden. Samsung möchte seinen Smartphone-Absatz dieses Jahr verdreifachen.
CeBIT: Mobile Trendsetter von HTC, Samsung, Acer u. Microsoft
In den nächsten Monaten kommt eine Fülle von Handy- u. v. a. Smartphone-Highlights auf den Markt. Viele dieser Newcomer sind nach Ihrer Vorstellung auf dem MWC erstmals bei uns auf der morgen beginnenden CeBIT zu sehen. So wird bei der Deutschen Telekom in Halle 4 und beim Distributor Brightpoint in Halle 14 das Samsung Wave S8500 vorgestellt, also das erste Modell des koreanischen Herstellers mit dem neuen Betriebssystem Bada. Weitere Besonderheiten des Smartphones sind das 3,3 Zoll große AMOLED-Display, ein schneller 1-Gigahertz-Prozessor und das extrem flache Design mit berührungsempfindlichem Bildschirm. Ein “Social Hub” führt die Kontakt-, Messaging- und Organizer-Infos zusammen. Dazu fragt das Gerät automatisch alle gewünschten E-Mail-, Instant-Messaging- und Social-Networking-Portale ab.
Zwei Premieren bringt HTC, Marktführer bei Telefonen auf Basis von Windows Mobile und Android, mit zur CeBIT 2010. (Brightpoint, Halle 14). Das HTC Legend wird als kommende Design-Ikone unter den Android-Smartphones gehandelt. Sein Gehäuse ist aus einem Aluminiumblock gefräst. Ein 3,2 Zoll großer AMOLED-Touchscreen mit HVGA-Auflösung soll für brillante Foto- und Videowiedergabe sorgen. Außerdem umfasst die Ausstattung eine 5-Megapixel-Kamera mit LED-Blitz, UMTS, WLAN plus A-GPS. Beflügelt wird das im Frühjahr bei Vodafone erhältliche Legend von einem Qualcomm-Prozessor mit 600 MHz. Beim ebenfalls neuen HTC Desire weckt nicht nur der Name Begehrlichkeiten, sondern auch die Leistung: Sein mit 1 GHz getakteter Snapdragon-Prozessor verspricht auf dem 3,7 Zoll großen WGVA-AMOLED-Bildschirm nicht gekannte visuelles Erlebnisse. Trotz der Hightech-Ausstattung ist das Gerät gerade mal 11,5 Millimeter dünn.
Acers neues Android-Smartphone Liquid e kommt mit der neuen Version 2.1 des Google-Betriebssystems, die unter anderem fünf Homescreens und Live-Wallpaper beinhaltet. Unter der Haube arbeitet ein Snapdragon-Chipsatz mit bis zu 1 Gigahertz Leistung. Dazu zeigt Acer in Halle 15 weitere Android-Smartphones. Am Brightpoint-Stand gibt es noch zwei weitere Androiden zum Anfassen: das neue Sony-Ericsson-Topmodell “Xperia X10″ mit luxuriöser Ausstattung und das kompakte “X10 Mini Pro” mit ausziehbarer Volltastatur. Auch die geplanten Showcases von Microsofts neuem mobilen Betriebssystem Windows Phone 7 könnten zu den diesjährigen Publikumsmagneten der CeBIT gehören.