Mono for Android: C#- und .NET-Entwicklung für Android
heise.de berichtet: “Novell hat die Entwicklung für sein Werkzeug “Mono for Android” abgeschlossen. Dabei handelt es sich um eine für das mobile Betriebssystem Android angepasste Version des freien .NET-Klons Mono, die die gesamte virtuelle Maschine von Mono umfasst, jedoch einige Bibliotheken entfernt, die auf mobilen Geräten nicht nötig sein sollen. Außerdem sind wohl C#-Bindings für sämtliche APIs von Androids Dalvik-VM enthalten. Während der Entwicklungsphase hieß das Produkt noch MonoDroid.
Mit dem sich in die Professional-Version von Microsofts IDE Visual Studio 2010 als Plug-in integrierenden Tool sollen auch C#- und .NET-Entwickler Anwendungen für Android schreiben können. Dabei wandelt Mono for Android .NET- in nativen Code für Android auf ARM-Prozessoren um. Andere Visual-Studio-Versionen funktionieren derzeit nicht. Ebenfalls ist es möglich, das Plug-in in Verbindung mit Novells kostenloser .NET-Entwicklungsumgebung MonoDevelop zu nutzen, die allerdings weniger Funktionen als Visual Studio mitbringt.
Mit MonoTouch, das jetzt in Version 4.0 vorliegt, gibt es bereits seit 2009 ein vergleichbares Novell-Produkt für die iOS-Entwicklung. Miguel de Icaza, Chef der Mono-Entwicklungen bei Novell, hebt deswegen auch anlässlich des neuen Releases hervor, dass es nun mit C# erstmals möglich sei, die drei großen mobilen Plattformen Android, iOS und Windows Phone 7 zu bedienen. Deshalb könne man nun beispielsweise auch Code einer Desktop- oder einer iOS-Applikation nach Android portieren. Mono for Android kostet in einer Professional Edition rund 400 US-Dollar pro Entwickler inklusive Updates für ein Jahr, eine Enterprise Edition inklusive Hilfen für die Einführung in Unternehmen, Wartung und Updates bepreist Novell mit knapp 1000 US-Dollar. Rabatt gibt es für MonoTouch-Kunden.”
Windows Phone 7 ante portas
Soeben hat Microsoft das finale Software Development Kit (SDK) für Windows Phone 7 für Programmierer verfügbar gemacht. Für registrierte Entwickler sind die Werkzeuge – wie beim iPhone oder Android SDK – kostenlos. Die Beta-Versionen wurden bereits 300.000 Mal herunter geladen.
Das aktuelle SDK soll größere Effizienz bei der Entwicklung von Anwendungen und Spielen bieten. Es integriert Elemente wie das Framework .NET, die Web-Browser-Erweiterung Silverlight und das API-Bündel zur Spieleentwicklung XNA. Neu hinzugekommen sind laut Microsoft u.a. drei Controls für Panorama (zeigt Unterkategorien einer Website), Pivot und Bing Maps, die Entwicklern eine Vielzahl zusätzlicher Möglichkeiten bieten sollen. Für die Programmlogik ist überwiegend C# zuständig, während der XML-Dialekt XAML die UI-Definition regelt.
Zu den kostenlos abgegebenen Werkzeugen gehören:
- Visual Studio 2010 Express for Windows Phone
- ein neu entwickelter Geräte-Emulator, der in Grenzen vom Vorhandensein von Endgeräten unabhängig machen soll
- Expression Blend 4 für Windows Phone “für die leichte Integration von Verhaltenskomponenten wie Interaktivität”
- Silverlight
- XNA Game Studio 4.0
- Advertising Exchange for Mobile zur Integration von Werbung in die Apps
Wie Apple dies mit dem iOS Developer Program (hier war das App-Systemhaus Glanzkinder seit der Beta-Phase dabei) erfolgreich tat, so bemüht sich nun auch Microsoft, noch vor dem Start des angekündigten Windows Phone 7 Marketplace attraktive Apps als Startcontent zusammen zu bekommen. Von Anfang an dabei sein, werden beispielsweise Twitter, Flixster, OpenTable oder Travelocity. Geworben wird mit “klaren und übersichtlichen Richtlinien” für den Marketplace, die es gestatten sollen, “dort innerhalb kurzer Zeit Applikationen und Spiele einzustellen”. In jedem Falle müssen die Apps kompatibel zu den aktuellen Entwicklungswerkzeugen sein, was bei mit der Preview Version programmierten Apps mindestens die Anpassung von diversen APIs mit sich bringt.
Nach der breiten Vorankündigung auf dem diesjährigen GSMA Mobile World Congress (MWC) in Barcelona wird Microsoft Phone 7 am 11. Oktober nun offiziell vorstellen. Für Mitte Oktober wird auch die Verfügbarkeit erster Endgeräte von Herstellern wie HTC, Samsung oder LG erwartet – auch Anbieter wie Acer, Asus und Sony Ericsson sind im Gespräch. Das Wirtschaftsmedium Euro am Sonntag nannte kürzlich den 21. Oktober als Verkaufsstart der ersten WP7-Smartphones. Es gibt auch Gerüchte, wonach Redmond plant, allen rd. 92.000 Microsoft-Mitarbeitern WP7-Mobiles zur Verfügung zu stellen – wie Google das teilweise mit dem Nexus One probiert hatte. Experimente mit einer eigenen bzw. gebrandeten Hardware-Plattform hat Microsoft – genau wie Google – vorläufig eingestellt. In Summe darf man auf die Resonanz auf den offiziellen Start von Windows Phone 7 gespannt sein, das voll auf den Consumer-Bereich (und damit auf Apples Hauptdomäne mit dem iPhone) zielt. Dass die erste OS-Fassung dem Vernehmen nach weder Copy/Paste noch Multitasking – jedenfalls für Nicht-Microsoft-Apps – beherrscht, wird die Eroberung nicht leichter machen.
zum derzeitigen Stand des Windows Mobile Marketplace (bis V 6.5)
Adobe beerdigt Flash-Compiler fürs iPhone – u. setzt auf Android
Apples vor zwei Wochen veröffentlichte neue Entwickler-Vereinbarung untersagt die Entwicklung von iPhone-Anwendungen mit Hilfe von Multiplattform-Compilern wie MonoTouch oder Unity ebenso wie den Einsatz des Flash-zu-iPhone-Konverters Packager for iPhone, der Bestandteil der Flash Creative Suite 5 ist. Das heißt konkret: Anwendungen für die Apple-Geräte dürfen nur noch nativ in Objective-C-, C-, C++- und JavaScript-Code entwickelt werden. Heise.de referiert weiter, dass Adobe CTO Kevin Lynch in einem Blogpost zum Release von Adobe Creative Suite 5 noch schrieb, der Packager werde wie vorgesehen in CS5 enthalten sein, es liege nun an Apple, damit entwickelte Programme zuzulassen oder eben nicht. Da sich Apple (vorhersehbarerweise) für ein Verbot entschieden hat, musste Adobe jetzt seine Strategie anpassen, wie heise.de weiter berichtet: “Auch finden sich zum jetzigen Zeitpunkt über 100 Flash-Applikationen im Apple Store, die mit Adobes Packager for iPhone kompiliert wurden. Diese müssten laut Adobes Produktmanager für Flash, Mike Chambers, nun kostspielig neu entwickelt werden. Chambers beteuert in seiner Kritik, dass die Entwicklung für Flash CS5 die ganze Zeit über im Einklang mit Apples Lizenzvereinbarungen gestanden habe. Erst die jetzigen Änderungen stellten ein Problem dar.
Laut dem Produktmanager soll CS5 weiterhin die Tools zur Programmierung von iPhone- und iPad-Apps enthalten, Adobe wird sie aber nicht mehr weiterentwickeln. Er sieht Adobes Zukunft im Mobile-Segment fortan beispielsweise bei Googles Android-Betriebssystem. Die beiden Firmen arbeiteten eng zusammen, um eine Unterstützung des Flash Player 10.1 und der Adobe Integrated Runtime (AIR) 2.0 für Android-Geräte zu ermöglichen.”
via heise.de
Verlierer bei Apples Kreuzzug gegen Adobe und Flash sind alle Anwender und vor allem Entwickler, die teils erhebliche Investitionen in Entwicklungswerkzeuge wie Unity, Novells MonoTouch und Titanium von AppCelerator sowie in mit diesen erstellte Anwendungsarchitekturen getätigt haben. Apples Entscheidung – die von manchen als Vereinfachung des App-Testings und im Kontext des mit iPhone OS 4 kommenden Multitasking interpretiert wird – stärkt jedoch die Kunden von App-Systemhäusern, die wie beispielsweise Glanzkinder von Anfang an auf native iPhone Programmierung mit iPhone SDK und Xcode gesetzt und Know-how in diesem Bereich aufgebaut haben.
MWC: FlashFind – blitzschnelle Suche für Mobiles
Technologien für schnellere und vereinfachte Suche auf mobilen Endgeräten präsentieren Fraunhofer-Forscher auf dem morgen beginnenden dem GSMA Mobile World Congress (MWC) in Barcelona in Halle 2 an Stand E 41. Bei bisherigen Geräten ist laut Fraunhofer die gezielte Suche nach gespeicherten Informationen jedoch kompliziert, der Suchvorgang langwierig und die Bedienung über Tastatur oder Touchscreen oft gar ein Grund zum Ärgernis. Mit Flashfind hingegen will das Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik (FIRST) in Berlin nun Suchtechnologien zeigen, die für die Nutzung auf Mobilgeräten optimiert sind. Sie sollen eine schnelle, intuitive Volltextsuche in lokal gespeicherten digitalen Daten auf unterschiedlichen mobilen Endgeräten ermöglichen – etwa Mobiltelefonen, Smartphones, Navigationsgeräten, Media-Playern oder E-Readern.
Innovative mobile Plattformen verfügen bereits über inkrementelle, präfixbasierte Suchfunktionen wie Spotlight auf dem iPhone oder QuickSearchBox auf Android-Handys. Hier müssen nur wenige Buchstaben eingegeben werden, und die Suchergebnisse werden unmittelbar bereits während des Suchvorgangs angezeigt. Doch die Funktionen durchsuchen bisher nur recht überschaubare Datenmengen, wie z. B. die Kontaktdatenbank des Telefons. FlashFind soll erstmals eine ähnlich komfortable Suche in sehr großen Datenbeständen ermöglichen, wie sie aufgrund der raschen Entwicklung der Speichermedien heute auch auf Mobilgeräten vorliegen.
Als Beispielanwendung wurde eine Suchfunktion für Navigationssysteme realisiert, mit der sich Straßen, Städte und Sonderziele (POIs) schnell finden lassen. Hierbei wird digitales Kartenmaterial von Westeuropa – mit etwa zehn Millionen Einträgen – durchsucht. Bei der Eingabe des Ziels muss sich der Nutzer nicht an vorgegebene Hierarchien (Land, Ort, Straße) halten. Wie bei einer modernen Web-Suchmaschine tippt er in ein einziges Eingabefeld alles ein, was ihm zum Zielobjekt in den Sinn kommt (Single Widget-Suche). Zum Beispiel: Siegessäule, Zoo, Berlin. Auch auf Geräten ohne Volltastatur soll FlashFind so eine komfortable Volltextsuche ermöglichen.
Die neue Suchmaschine benötigt keinen Netzwerkzugriff. Im Gegensatz zu Web- und Desktop-Suchmaschinen ist die Fraunhofer-Technologie in Hinblick auf CPU und Hauptspeicher für mobile Geräte optimiert. Der Prototyp wurde in C++ für Windows Mobile-Smart Phones und Linux-Geräte implementiert. Die zum Patent angemeldete Technologie kann lizenziert werden. Gegenwärtig wird sie in ein kommerzielles Navigationsgerät integriert.
Wissenschaftler des FIRST haben FlashFind im Kontext des Future Mobile Navigation Toolkit entwickelt, es ist aber auch separat nutzbar. Das Toolkit beinhaltet neben der Suche Technologien zu Indoor-Routing, Seamless Navigation, Kartenkomprimierung und TPEG-Services, die einzeln oder im Paket lizenziert oder in bestehende Anwendungen integriert werden können.
Event: BASTA! Spring 2010
Die BASTA!, laut Veranstalter Deutschlands größte unabhängige Konferenz rund um die Themen .NET, Visual Studio, SQL Server und Co., findet vom 23. bis zum 25. Februar 2010 im Maritim Rhein-Main Hotel Darmstadt statt. Die Beiträge der Tracks zum Thema Security, Connected Systems, Silverlight & AJAX, Datenbanken, ALT.NET, .NET Framework, ASP.NET und Agile stehen zum großen Teil bereits fest. Interessant für mobileTicker-Leser ist dabei vermutlich vor allem “Scharfer Apfel: iPhone in Action mit C++”. Christian Weyer (thinktecture) will unter diesem Titel präsentieren, wie man das iPhone per C++ und MonoTouch in eine bereits existierende Anwendungslandschaft integrieren kann. Er stellt dar, wie man C# und .NET einsetzen kann, um relativ schnell und mit guten Ergebnissen eine App zu erstellen, die mit existierendem .NET-Code in einer verteilten Umgebung harmoniert. Die Teilnahme kostet zwischen 319 Euro (1 Tag, Early Bird-Rabatt) bis 1.149 Euro (3 Tage). Am 22. und 26. Februar werden zusätzliche Workshops angeboten.
weitere Infos u. Anmeldung
Texterkennung für iPhone & Co.
Vom OCR (Optical Character Recognition)-Spezialist Abbyy Europe gibt es jetzt auch eine iPhone-Variante des “Mobile OCR Engine 3.0 Software Development Kit”. Bislang wurden bereits Windows (Mobile), Symbian, Linux und zuletzt Android unterstützt. Die SDK soll die Entwicklung von Anwendungen ermöglichen, die Text in Bildern erkennt, welche mit der jeweiligen Handy-Kamera aufgenommen wurden. Ein naheliegender Anwendungsfall ist etwa das automatisierte Übernehmen von Visitenkarten in die jeweilige Kontaktverwaltung (Business Card Recognition, BCR). Hierbei werden laut Hersteller 58 Sprachen unterstützt, 20 davon mit Wörterbuch-/Thesaurus-Funktion.
Programmierer können für ihre Entwicklungen auf Basis der Mobile OCR Engine die Programmiersprachen C/C++ und C# und .NET einschl. Microsoft Visual Studio 2005 nutzen. Der Anbieter stellt eine eingeschränkte Version für kostenlose Tests bereit. Vertrieb in Deutschland u. a. durch die Bechtle direkt GmbH.