IDC zum Software-Markt 2012
Im gerade veröffentlichten Report Worldwide Semiannual Software Tracker untersuchen die Marktforscher von IDC den Software-Markt und die Auswirkungen von Markttreibern wie Big Data, Analytics und Cloud Computing. Generell wuchs der Gesamtmarkt für Software 2012 um 3,6 Prozent auf 342 Mrd. US-Dollar. In Richtung Mobile Business schreiben die Autoren: “Mobile, while not a direct enterprise applications driver, is however a contributing factor and driver for businesses moving to newer and more mobile device agnostic enterprise software.”
Besonders schnell wachsende Marktsegmente bei den Anwendungen sind laut Report: “Data Access, Analysis and Delivery, Collaborative Applications, CRM Applications, Security Software, and System and Network Management Software”, die im Beobachtungszeitraum zwischen sechs und sieben Prozent zulegten. IDC segmentiert den Gesamt-Software-Markt wie folgt: Applications, Application Development & Deployment (AD&D) und Systems Infrastructure Software.
CRM: Mobile und SaaS machen das Kundenrennen
Laut dem IT-Research- und Beratungsunternehmen Gartner werden binnen der nächsten zwei Jahre über 1.200 Apps für Mobile CRM in App Stores verfügbar. Im Jahr 2012 waren es lediglich 200 gewesen, das entspricht einem Wachstum von über 500 Prozent.
Überdies sollen nach dieser Prognose über die Hälfte des gesamten Umsatzes mit Lösungen für das Kundenmanagement bis 2016 als Software as a Service (SaaS) angeboten und erzielt werden. Während sich dieses wichtige Segment des Marktes für Business-Software also schnell “mobilisiert”, verändert sich auch das Anbieter-Ranking: Salesforce ist bereits im Vorjahr an SAPvorbeigezogen und wird laut den Marktforschern die Spitzenposition auch im laufenden Jahr behaupten.
Mehr zur Thematik bietet der Report “Predicts 2013: CRM Goes More Cloud, Becomes an App, Has a New Leader and Changes Name” der hier erworben werden kann.
Hier findet sich eine Übersicht zu derzeit verfügbaren Apps für Mobile CRM – Funktionsweisen und Anbieter.
Mobile à la Gartner: Einfluss auf Sourcing-Strategien
Mobiler Eisberg: Laut einer weltweiten Umfrage des IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner unter über 2.000 CIOs nutzen Unternehmen durchschnittlich bislang nur 43 Prozent des Geschäftspotentials von Technologien – so beispielsweise Mobile, Business Intelligence (BI), Big Data, Social Media und Cloud Computing.
In einem Ranking der geschäftlichen und technologischen Prioritäten für 2013 landeten “Mobile Technologies” auf Rang 2 – nur noch nach BI und vor beispielsweise Cloud Computung, CRM, Security oder ERP! Mehr im Report “Hunting and Harvesting in a Digital World: The 2013 CIO Agenda” bzw. dieser Pressemitteilung.
Konvergenz von Mobile, Social und Cloud Computing
Diese Spitzenstellung des Mobile Business wird von einer weiteren Gartner-Prognose erhärtet. Hiernach müssen Unternehmen die Chancen und Risiken bei der Konvergenz von Mobile, Social und Cloud bedenken, wenn sie Sourcing-Optionen, Liefermodelle und Lieferanten evaluieren. Insbesondere bedürfen hiernach Mobile-Strategien einer Aktualisierung, da die Ansprüche an unternehmensintern wie -extern erbrachte IT-Services aufgrund von Entwicklungen wie massiver App-Nutzung, Bring Your Own Device (BYOD) und Consumerizationverändert und deutlich erweitert werden.
Mehr dazu im Report “Outsourcing Trends 2013: The Impact of Social, Information, Mobile and Cloud on Your Sourcing Strategies” der hier erworben werden kann.
Kein Kinderspiel: Gamification für Business Apps
Laut einer aktuellen Veröffentlichung des IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner wird es höchste Zeit, den Trend Gamification besser kennenzulernen und für die eigene Mobile-Strategie auszuwerten – soweit noch nicht geschehen. “Gamification” (Spieli[n]fizierung) bezeichnet die Anwendung spieltypischer Elemente und Prozesse auf ein per se spielfreies Thema – im Kontext von Business Apps beispielsweise die Integration von Erfahrungspunkten, Fortschrittsbalken, Highscores/Leaderboards u.Ä., die direkt auf Benutzer-/Mitarbeiter-Motivation, Kundenbindung oder Datenqualität zielen.
Laut Gartner hat der untersuchte Trend das Stadium der early adopters verlassen und geht bei der App-Entwicklung bereits in die Breite. Design-Mängel sollen jedoch laut Report dazu führen, dass im Jahr 2014 volle 80 Prozent der spielifizierten Apps nicht dazu beitragen, die für die App-Projekte gesetzten Ziele auch zu erreichen. Als Ursache hat Brian Burk, Research VP bei Gartner, mangelnde Erfahrung und Talent für die Spieleentwicklung bei Projektmanagern, App-Auftraggebern, Designern und Entwicklern ausgemacht. Statt sich um echte, ausbalancierte Spielideen zu bemühen, würden vielfach nur an den Haaren herbeigezogene “Belohnungen” etc. zu bestehenden Applikationen hinzugefügt.
An geeigneten thematischen Umfeldern für gamified Apps nennt Gartner unter anderem CRM, M-Learning, Innovationsmanagement, Mobile Health sowie “Nachhaltigkeit”. Solcherart aufgewerte Apps können u.a. zu geänderten Anwenderverhalten führen, es erleichtern, Fähigkeiten überprüfen (z. B. mit einer spielerischen Lernstandsüberprüfung) oder zu entwickeln bzw. diese auszubauen und sie können Innovationsfreudigkeit bzw. den Teamgeist fördern.
Mehr Informationen birgt der Report “Gamification: Engagement Strategies for Business and IT”, der auf dieser Themenseite zu Gamification geordert werden kann.
SAPs Windows (Phone) 8-Strategie
SAP hat sechs neue SAP-Mobilanwendungen für Windows 8 sowie weitere App-Entwicklungen für die Plattformen Windows RT und Windows Phone 8 angekündigt. Das bei ERP-Anwendungen marktführende Unternehmen gab außerdem bekannt, dass künftig die Entwicklung von Windows-8-Anwendungen auf der SAP Mobile Platform (ehem. “Sybase Unwired Platform”) unterstützt werde. So könne die weit verbreitete Entwicklungsumgebung Visual Studio genutzt werden, um Business Apps auf Basis von HTML5 und JavaScript statt C# zu entwickeln. Die Services der SAP Mobile Platform sollen außerdem verbesserte Sicherheits- und Authentifizierungsfunktionen, die Bereitstellung von Benutzern, Geräten und Apps sowie automatische Benachrichtigungen unterstützen. Um die Entwicklung von Apps mit erweiterten Sicherheitsfunktionen noch einfacher zu gestalten, will die SAP eine Bibliothek für Anmelde- und Authentifizierungsvorgänge unter Windows 8 bereitstellen, die Entwicklern die Unterstützung verschiedener Integrationsoptionen in ihren Apps ermöglicht. Durch die Nutzung der SAP Mobile Platform als Framework sollen die entstehenden Apps auf Anwendungen und Daten sowohl von SAP als auch von anderen Anbietern zugreifen können.
Auch die Sicherheits-Funktionalität der ebenfalls von der übernommenen Sybase stammenden Mobile Device Management-Lösung (MDM) Afaria für die Verwaltung mobiler Endgeräte soll erweitert werden.
Die Windows-8-Ankündigung umfasst folgende Apps:
- WorkDeck ist eine speziell für Windows 8 entwickelte App, sie soll rollenbasierte Workflows zur Verfügung stellen, mit denen Personalverantwortliche auch unterwegs Reise-, Urlaubs- und Beschaffungssanträge genehmigen können.
- Manager Insight soll Mitarbeitern im Personalwesen Einblick in Mitarbeiterprofile gewähren und die Auswertung von Kennzahlen wie Vielfalt der Belegschaft, Mitarbeiterzahlen oder Talente an den einzelnen Standorten ermöglichen.
- Learning Assistant soll Benutzern jederzeit und überall Zugriff auf Online-Schulungen verschaffen.
- SAP Interview Assistant soll Personalverantwortliche bei der Vorbereitung von Bewerbungsgesprächen unterstützen: Die App bietet die Anzeige von Bewerbungsunterlagen, das Erstellen von Notizen, die Aufzeichnung von Gesprächsergebnissen und direkte Rückmeldungen an die Personalabteilung.
- Customer Financial Fact Sheet soll Vertriebsmitarbeitern und Kundenbetreuern mit der Anzeige von Kundenprofilen und dem Echtzeitzugriff auf Finanzdaten, Rechnungen und wichtigen Kundenaufträgen unterstützen.
- GRC Policy Surveysoll es Mitarbeitern ermöglichen, sich über Änderungen an für sie relevanten Richtlinien zu informieren. Durch die Beantwortung von Fragen können sie außerdem nachweisen, dass sie den Inhalt der Richtlinien verstanden haben (Lernstandsüberprüfung).
Die angekündigten Apps werden die Touch-Bedienung und die Funktionen der neuen Windows-Benutzeroberfläche wie Zoom, Kacheln und Snap-Modus unterstützen.
Registrierte Entwickler können hier hier eine Testversion der SAP Mobile Platform herunterladen.
zum SAP Mobile Apps Partner Center
aktuelle Darstellung zu SAPs In-Memory-Technik HANA und den CRM-Funktionen der SAP Business Suite
Mobile CRM: Dossier
Mobile Customer Relationship Management (CRM), also mobile Lösungen für Kundeninteraktion und Kundenbindung, sind im Trend. Das IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner argumentiert sogar überzeugend, dass Mobile CRM-Lösungen einen besseren ROI als auf Soziale Netzwerke zielende Strategien erwirtschaften, betont aber auch, dass das Thema Kundenmanagement vor allem als Strategie und nicht nur als Software behandelt werden sollte.
Laut einer von Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag mehrerer Lösungsanbieter erstellten und verbreiteten Studie wird Mobility im Kundenmanagement immer wichtiger. Für fast 70 Prozent der deutschen Unternehmen ist die mobile Unterstützung entscheidend bei der Auswahl einer CRM-Lösung. Die Entscheider in den befragten Unternehmen gehen mehrheitlich davon aus, dass CRM-Systeme in Zukunft vor allem mobil genutzt werden. Zusätzlich ist Mobility ein wesentlicher Treiber für CRM-Investitionen: 38 Prozent der Unternehmen planen in den kommenden zwei Jahren in die Modernisierung und gleichzeitig Mobilisierung ihrer CRM-Anwendungen zu investieren.
Der PAC-Studie “Mobile CRM – Kundenmanagement mit Tablet, Smartphone und Laptop” ist zu entnehmen, dass CRM-Lösungen mit mobilen Komponenten in deutschen Unternehmen schon relativ weit verbreitet sind. Gleichwohl planen 38 Prozent der antwortenden Unternehmen in den kommenden zwei Jahren konkrete (weitere) Investitionen in mobile CRM-Lösungen. Diese Pläne betreffen zum einen die Erweiterung bestehender Lösungen in punkto Mobilität, zum anderen will jedes zweite antwortende Unternehmen sogar ein neues CRM-System anschaffen, um mobile Nutzer besser zu unterstützen – eine bemerkenswert hohe Prognose.
Tablets auf dem Vormarsch
Mobile CRM-Lösungen kommen bisher vor allem auf Laptops zum Einsatz, Smartphones und Tablets werden derzeit im Kundenmanagement erst von einem kleinen Anwenderkreis eingesetzt. Allerdings ist jeder zweite Fachbereichsleiter davon überzeugt, dass sich Tablet-Rechner künftig durchsetzen werden. Tritt dies wie erwartet ein, dann wandelt sich laut PAC die Bedeutung mobiler Lösungen: Waren sie bislang nur ein Vehikel, um von unterwegs auf Kundendaten zugreifen zu können, werden sie dann mehr und mehr zu CRM-Arbeitsumgebungen , die Reports und Analysen bereitstellen und ganze Prozesse beschleunigen, um so schneller auf die Bedürfnisse der Kunden reagieren zu können. Von der mobilen Kundendatei zu – beispielsweise – einem mobilen Produktkonfigurator also. Entsprechend hoch werden dann die Ansprüche an die mobile Unterstützung.
Auswahl der passenden Lösung
Unternehmen legen bei der CRM-Auswahl künftig besonderes Augenmerk auf die mobile Funktionalität. Nur jedes zehnte Unternehmen setzt bei Mobile CRM auf unveränderte Standardapplikationen. Frank Niemann, Principal Consultant bei PAC: “Der Großteil der Unternehmen hat eine Standardapplikation mit individuellen Anpassungen im Einsatz, um den spezifischen Unternehmensanforderungen gerecht werden zu konnen.” Customizing bis hin zu individuellen Entwicklungen werden auch künftig eine zentrale Rolle spielen: “65 Prozent der Unternehmen planen den Einsatz einer angepassten Lösung. Und auch bei den Eigenentwicklungen zeichnet sich ein Anstieg ab”, erläutert der Consulter. “Damit eröffnen sich Softwareanbietern aber auch IT-Dienstleistern gute Chancen, sich mit individuellen Entwicklungen am Mobile-CRM-Markt zu positionieren.”
Offline-Fähigkeit webbasierter Lösungen noch unzureichend
Im Vergleich zu nativen Lösungen sind laut PAC webbasierte Mobile-CRM-Applikationen “deutlich stärker verbreitet”. Bei 70 Prozent der Unternehmen, die bereits eine mobile CRM-Applikation im Einsatz haben, soll es sich laut PAC um eine Browser- bzw. webbasierte Lösung handeln. Allerdings wird von diesen die Anforderungen an die Offline-Funktionalität typischweise nicht hinreichend erfüllt: “Jeder dritte Fachbereichsleiter ist mit der Offline-Fähigkeit der bestehenden Lösung unzufrieden. Hier besteht eindeutig Nachbesserungsbedarf”, konstatiert Niemann.
Die Erstellung und Verbreitung der PAC-Erhebung wurde von den Anbietern BSI Business Systems Integration Fujitsu Technology Solutions, SAP (vgl. SAP CRM, SAP/Sybase, SAP/Business One, SAP/itelligence u.v.m.) und update Software gesponsort. Sie basiert auf einer “repräsentativen Befragung in deutschen Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern”. Befragt wurden 107 Abteilungs- bzw. Fachbereichsleiter deutscher Unternehmen, die den Vertrieb, das Marketing und/oder den Kundenservice verantworten, sowie Geschäftsführer. Das resultierende 48-seitige Dokument kann hier kostenlos heruntergeladen werden.
Marktübersicht
Im Folgenden weitere Anbieter von CRM- bzw. vertriebsunterstützenden iOS-Apps im Überblick – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
BFI Mobile (“SmartCRM.Mobile”)
CAS Software (“genesisWorld”)
Daylite (die ihr Produkt allerdings mehr als Produktivitätswerkzeug positionieren)
Gedys (“CRM 360°”)
mobile only (Mobile Auftragserfassung “motrade”)
nexMart (im Einsatz u.a. bei Metabo)
iSLX für Sage SalesLogix (vgl. auch “sCRM” für Sage CRM von Serversys)
Salesperformer (“crm client 2″)
Samzol (“WorkTeams”)
Zoho.
Diese Angebote bestehen gewöhnlich aus einer kostenpflichtigen Server-Komponente, auf die über die normalerweise kostenlos angebotene iPhone- oder iPad-App zugegriffen wird. Stand-alone arbeitende Apps sind funktional deutlich eingeschränkt und daher die Ausnahme. Neben den Vorgenannten gibt es auch Anbieter, die nur ein mobiles Frontend zur Bedienung der CRM-Software Dritter offerieren. Beispiele sind etwa CWR Mobility, iEnterprises (“Mobile Edge” oder “Empower Mobile CRM”), Fellow Consulting (“CRM4Mobile”), maihiro, msc mobile (Momentum), Omni (“Riva Integration Server”) oder Resco, die teils über eine native App, teils via Exchange ActiveSync-fähigen Endgeräten zumindest E-Mail-basierte Connectivity zu CRM-Systemen wie Navision/Microsoft Dynamics, NetSuite, Oracle (Siebel), SageCRM, Salesforce, SAP oder SugarCRM verschaffen. Häufig haben die traditionellen CRM-Anbieter inzwischen aber auch eigene iOS Clients bereit gestellt – beispielsweise Sugar Mobile für SugarCRM.
Auch Glanzkinder wird seine mobilen Angebote zur Interaktion mit Kunden noch entscheidend ausbauen. Aktuell wird das preisgekrönte Glanzkinder-Produkt PDF Activator™ modernisiert, auf weitere Plattformen verbreitert und um mobile Shopping-Funktionalität ergänzt – zum Self-Service genauso wie für die vom Vertriebsexperten betreute Gesprächssituaton.
Nun ist die Software also ausgewählt und das Projekt wird geplant: Vor diesen häufigen Fehlern in Mobile CRM-Projekten warnt Gartner.
Communication World, 9.-10.10.12, München
Unter dem motto “ITelligent mobility” sucht die Communication World 2012 ihren Platz als Fachmesse und -kongress rund um den Einsatz mobiler IT. Sie findet vom 09. bis 10. Oktober im MOC Veranstaltungscenter München statt und richtet sich mit folgenden inhaltlichen Schwerpunkten an IT- und Business- Entscheider:
- Mobile Technologien und Strategien
Infrastruktur, Netze, LTE, Security, Payment, NFC, Plattform-Trends, Smart Devices, Multiplattform-Entwicklung - Mobile Lösungen für Unternehmen und Mitarbeiter
Mobile Cloud, Collaboration, Mobility Management, Mobile Business-Software, Mobile Business Automation. - Mobile Lösungen zur Kundenansprache
Mobile Marketing, CRM, Mobile Services, M-Commerce, Mobile Business Apps, Social Networking.
Mit dem “Smart Mobile Award” wird am 09.10. auch ein Preis verliehen. Zum Kongressprogramm geht es hier und zur Anmeldung hier.
Mobile Geschäftsprozesse im Mittelstand angekommen
Unternehmen haben das Prinzip des “Mobile Business” verstanden: Entgegen früherer Umfragen sehen sie mobiles Arbeiten heute nicht mehr nur als Synonym für mobiles Internet und E-Mail. Für eine große Mehrheit von 70 Prozent bedeutet es den mobilen Zugriff auf die Unternehmensdaten für den Vertrieb oder aus dem Rechnungswesen. So lauten Ergebnisse einer Umfrage, welche die Kompetenzgruppe Mobile des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft eco durchgeführt hat. Unternehmen lernen hier von den eigenen Mitarbeitern: Mit knapp einem Drittel Smartphone-Anteil bei den Handys und intensiver Nutzung von Datendiensten (Apps) im Privatsektor bringen sie die “mobile Revolution” an den Arbeitsplatz (BYOD).
“Es kann endlich losgehen mit Mobile Enterprise, da die Unternehmen die Vorteile erkannt haben und die Kosten im Griff sind”, resümiert Dr. Bettina Horster, Vorstand bei der VIVAI Software AG und Direktorin Mobile bei eco. Trotzdem bestehen weiterhin Barrieren bei der Einführung mobiler
Geschäftsprozesse. Hier nennen die Befragten Sicherheit (53 %) und Probleme
bei der Konzeption einer mobilen Lösung (42 %). Hier bietet sich also für Spezialisten für Business Apps und Consulting im Mobile Business wie Glanzkinder noch ein weites Betätigungsfeld.
Ernüchterung könnte hingegen bei den Mobilfunkbetreibern Providern einkehren, die
stark auf das Thema Mobile Enterprise setzen, um ihre Umsatzeinbußen bei den
herkömmlichen Diensten zu kompensieren. Der eco-Umfrage zufolge ist der
wichtigste Lieferant für mobile Businessanwendungen nicht ein Mobilfunkanbieter mit branchenspezifischen Lösungen (28 %), sondern die Spezialanbieter/App-Entwickler (63 %).
Im b2b- und b2c-Bereich mobiler Geschäftsprozesse sehen die Befragten Anwendungen wie den mobilen Zugriff auf ERP- oder CRM-Daten, Machine-to-Machine (m2m oder automatische Identifikationslösungen in Logistikprozessen mit Bewertungen
zwischen 40 und 54 Prozent als relativ gleich wichtig an. Abgeschlagen mit nur 34 Prozent der Antworten liegt jedoch Mobile Marketing – Endkunden über deren Handy zu erreichen sehen sie bislang kaum als Trend.
In Bezug auf die Außenkommunikation von Unternehmen zeigte die Umfrage, dass 51 % der Befragten ihre Lösungen, Dienstleistungen und Informationen eher per App anbieten würden als auf einer speziellen, für mobile optimierten Website (37 %). “Trotz der mangelnden Planbarkeit, wann und ob überhaupt eine App erscheint, geben die Unternehmen hier den Mobile App Stores den Vorzug”, weiß Dr. Horster.
Bei der Frage, für welches Stores programmiert werden soll, halten nur noch 37 % der Teilnehmer das iOS und den Apple App Store für die maßgebliche mobile Plattform, während bereits 46 % auf Google Android setzen (Mehrfachnennungen). Microsoft/Nokia (12 %) und Samsung (Bada? 5 %) landen mit großem Abstand auf den hinteren Plätzen.
Die Umfrage “Mobile Geschäftsprozesse 2012“”hat die Kompetenzgruppe Mobile des eco bei der Veranstaltung “Mobile Trends 2012″ unter 80 “Experten” durchgeführt. Die Veranstaltung hat eco gemeinsam mit der IHK Düsseldorf ausgerichtet. Die Auswertung der Befragung steht hier zur Verfügung.
Sicherheitsstrategie für mobile Geräte im Unternehmen
Auf dem Mobile World Congress (MWC) hat Symantec umfangreiche Neuerungen rund um die Sicherheitsstrategie für den Einsatz mobiler Endgeräte in Unternehmen vorgestellt. Betroffen sind v.a. die Plattformen Android, iOS sowie Windows Phone 7. Für Endanwender soll es nun noch einfacher werden, ihre mobilen Daten und Geräte zu sichern. Unternehmen sollen durch die plattformübergreifenden Neuerungen private sowie geschäftliche Geräte besser überblicken und die Applikationen schützen können.
Die erweiterten Angebote umfassen:
- Eine neue Symantec Mobile Management-Suite, Symantecs MDM-Lösung für den Microsoft System Center Configuration Manager (SCCM).
- Erweitertes natives mobiles Gerätemanagement für Android und Windows Phone 7.
- Neue Version der Symantec Mobile Security für Android.
- Neue Version der Symantec Data Loss Prevention für Tablets, integriert in die Mobile Management-Suite, s.o.
- Neue Version der Symantec Managed PKI Services, integriert in die Mobile Management-Suite, s.o. (Public Key Infrastructure)
- Das Cloud-Produkt Symantec O3 lässt sich jetzt in die Symantec Enterprise Mobility-Plattform integrieren.
Dank der Neuerungen können laut Symantec Unternehmen nun neue Geschäftsmodelle implementieren, die ihrerseits diverse mobile Geräte und innovative mobile Anwendungen einbinden. Firmen können ihre Sicherheitsrichtlinien (Policies) jetzt einheitlich auf alle mobilen Geräte, Endpunkte und Anwendungen ausweiten und so die Datensicherheit und den Anwendungsschutz stärken.
Zudem ist Symantec eine Partnerschaft mit Salesforce.com eingegangen, um Symantec O3 in die Force.com-Plattform einzubinden. Alle Kunden von Salesforce sollen mit ihren Zugangsdaten auch auf die Cloud-Dienste von Symantec zugreifen können. O3 für Salesforce ist für Mitte 2012 angekündigt.
Erst diese Woche hat Symantec überdies die Übernahme des Mobile Application Management-Anbieters Nukona Inc. angekündigt. Mit dieser Akquisition ergänzt Symantec sein Angebot zum Schutz mobiler Anwendungen um eine plattformübergreifende Lösung. Erst kürzlich hatte der Sicherheitsanbieter mit Odyssey Software einen Spezialisten im Bereich Mobile Device Management gekauft.
Automotive: Next Exit Apps
Apps ziehen auf ihrem Siegeszug nun auch ins Auto ein: Automotive Appsstellen mittlerweile ein wichtiges Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb der Automobilindustrie dar und werden künftig bedeutende Bestandteile hochwertiger Automobile sein. Die Automotive Industry steht damit vor einer großen Herausforderung, denn sie muss mit dem beeindruckenden Innovationstempo der Mobilfunk- und Onlineindustrie mindestens Schritt halten, um einen attraktiven Markt rund um Auto-Apps zu etablieren.
Die Managementberatung Mücke, Sturm & Company (MS&C) hat daher aktuell Geschäftsmodelle für Apps im Automobil verglichen. Die resultierende Veröffentlichung will Unternehmen der Automobil-Industrie Wege aufzeigen, wie diese Apps gewinnbringend integrieren können. “Apps im Auto zahlen in erster Linie auf die Imagewirkung einer Automarke ein, was letztlich wieder zu höheren Umsätzen aus dem Verkauf von Fahrzeugen führt. Diese Entwicklung zu verpassen, könnte sich ähnlich wie im Fall Nokia rächen”, erläutert Michael Mücke, Co-Autor und Managing Partner von MS&C (er meint den Absturz des finnischen Handy-Giganten durch zu späte Berücksichtigung des Trends zu Highend Smartphones, d. Red.). Die MS&C-Berater haben Automotive Apps zunächst in die Kategorien Infotainment (z. B. intelligente Musikbibliothek), Komfort (z. B. Augmented Navigation, Location Based Services (z. B. Car Finder oder ortsbezogene Shopping-Tipps), Sicherheits- (z. B. Car-to-X-Kommunikation), Produktivitäts- (z. B. “mobiles Büro” für mobile Professionals) und CRM-Anwendungen (Customer Relationship Management: z. B. Cross Selling-Angebote der Autohersteller) unterteilt. Danach wurden drei wesentliche Geschäftsmodellvarianten und deren spezifische Vor- und Nachteile identifiziert:
Die MS&C-Berater haben drei wesentliche Geschäftsmodellvarianten und deren spezifische Vor- und Nachteile identifiziert:

Modell 1: Closed Shop
Im geschlossenen System haben Autohersteller absolute Kontrolle über das “Smart Car” und entwickeln sowohl den Hard und Software Stack des Automobils wie auch die verfügbaren Apps vollständig selbst (“Make”).
Vor- und Nachteile:
- Autohersteller müssen alle erforderlichen Kompetenzen selbst besitzen bzw. einkaufen. Diese Lösung schränkt Innovationen stark ein. Das App-Angebot bleibt relativ gering.
- Durch die unternehmensinterne Bereitstellung aller Apps entstehen hohe Kosten.
+ Fahrzeughersteller haben die größtmögliche Kontrolle über die Qualität der angebotenen Apps.
0 Alle Einnahmen fließen dem Automobilhersteller zu, allerdings entstehen relativ hohe Kosten durch Dritte.
Modell 2: Walled Garden
Ein kontrolliertes System belässt die Kontrolle über Computerplattform und Internetzugang des Automobils beim Hersteller, gibt aber anderen Entwicklern und Dienstleistern die Möglichkeit, eigene Produkte für das Smart Car nach Freigabe durch den Hersteller zu vertreiben.
Vor- und Nachteile:
+ Ein Teil der nicht vorhandenen Kompetenzen wird über externe Entwickler kompensiert.
+ Größere Innovationskraft durch größere EntwicklerCommunity.
+ Geringere Kosten, da sie zum großen Teil von den App-Entwicklern getragen werden, die auf eine Refinanzierung durch den Absatz an Paid Apps spekulieren.
0 Qualität und Sicherheit kann hier nicht vollständig gewährleistet, aber durch Qualitäts- und Sicherheitsstandards minimiert werden.
- Der Gewinn fällt geringer aus als im Monopol eines Closed Shops, da von den Verkaufserlösen nur eine Provision auf die Umsätze der App Entwickler einbehalten werden kann.
Modell 3: Open Shop
Das Offene Modell setzt auf die Kräfte des freien Wettbewerbs. Der Automobilhersteller fördert den Aufbau eines Ökosystems, schränkt Entwickler und Kunden in ihrer Nutzung aber nicht ein.
Vor- und Nachteile:
+ Innovativster Ansatz: Der Automobilhersteller selbst muss keine Ressourcen für die Apps aufwenden. Eine überragend große Anzahl externer Entwickler sorgt für das App Angebot.
+ Die Kosten beschränken sich auf die Einrichtung der Plattform sowie der begleitenden Tools. Diese Variante ist für die Autoproduzenten die preislich günstigste aller Möglichkeiten.
- Überragende Qualität, ein einheitliches Erscheinungsbild und durchgehend hohe Qualität der angebotenen Anwendungen sind nach diesem Modell nicht zu erwarten. Die fehlende Kontrolle durch den Automobilhersteller machen die Apps zu einem Sicherheitsrisiko und ggfs. zu einem Gewährleistungsthema.
“Mittel- bis langfristig bietet das Walled Garden-Modell für Automobilhersteller den größten Nutzen: Hier treffen verhältnismäßig geringe Kosten auf annehmbare Gewinne bei gleichzeitig hoher Qualität und Kundenakzeptanz”, fasst Michael Mücke die Ergebnisse zusammen. Ein lesenswerter Abstract kann unter dialog at muecke-sturm dot de kostenlos angefordert werden.
Das App-Systemhaus Glanzkinder ist selbst Pionier als Dienstleister in diesem Bereich hat bereits mehrjährig Erfahrungen gemeinsam mit innovativen Early Adopters im Bereich Automotive Apps sammeln können. Die bisherigen Projekte waren allerdings sämtlich entweder Modell 1 zuzurechnen oder waren Automotive Apps, die bereits außerhalb von Fahrzeugen ihre volle Funktionalität entfalten konnten. Dazu gehörten u.a. Kuttendreier (Info-App eines Ford-Autohauses; iOS), Essen Motor Show (Messe-App für Automotive Event als iPhone u. iPad App und als Android App; Messe-App zur Eurobike (iOS); e-WOLF: News, Reichweitenmesser für E-Mobiles und Produktinformationen (iOS); eMobileTicker: eMobility-News(iOS) inlusive Konzeption und Startcontent des Mediums; Mercedes Benz Zetros: Infos und Produktkonfigurator zu dem modularen MB-Nutzfahrzeug. Und in der Projekt-Pipeline steckt bereits ein Nutzfahrzeuge-Marktplatz als nächste Automotive App der Ausrichtung M-Commerce.
Vgl. zum Thema auch folgenden interessanten Adobe-Beitrag (mit Downloadmöglichkeit), der die Aspekte Manageable Apps, Social Media-Integration, LBS in Kombination mit QR-Codes sowie Rich Internet Applications (RIA) in den Vordergrund stellt.