Lesetipp: mobile next
Mit “mobile next” stellt die neue Mediengesellschaft Ulm (NMG; u.a. MacUp, Com!, Internet World Business, Page) ein neues “Technik- und Lifestyle-Magazin für das mobile Leben” vor. Dafür wurde mit dem Untertitel “Handy, Navigation, Mobile PC, Tarife, Zubehör” die bislang unter dem Titel mobile news erschienene Zeitschrift überarbeitet. Zunächst alle zwei Monate wird der Titel “anwendungsorientiert über Trends und Neuigkeiten bei Smartphones, Apps & Co.” berichten. Das redaktionelle Profil ist laut Verlag “auf das Zusammenwachsen mobiler Lösungen aus allen Bereichen der Kommunikation” ausgerichtet. Dabei werden “die Anwendungsmöglichkeiten von mobilen Geräten – wie etwa Smartphones, Web-Tablets, Navigationsgeräte oder
Netbooks – im Vordergrund der Berichterstattung” stehen.
Uns lag Nr. 2/2011 (März/April) vor, die wie eine etwas edlere – vor allem beim Papier -Fassung der Computerbild wirkt, ohne allerdings deren Testlabor im Rücken zu haben. Die News der testgelesenen Ausgabe fokussierten sinnvollerweise primär den Mobile World Congress MWC. Die Rubrik “Smartphones & Handys” stellt das Kernstück des redaktionellen Konzepts dar (S. 16-30). Trends im Überblick werden ebenso geboten wie ausführliche Einzeltests: LG, Nokia, Samsung, HTC, BlackBerry bzw. Android, Symbian und WP7 werden unter die Testlupe genommen – unter Konsumentenaspekten.
Ein Beitrag in “Tarife & Netze” vergleicht minutiös Angebote von Vodafone, Bild, O2 sowie Deutsche Telekom und spricht Empfehlungen für Wenig-, Normal-, Viel-Telefonierer und Power User aus. Das “Spotlight” gehörte diesmal dem Thema “Sport & Freizeit” und stellt diverse Sport-Apps sowie dazugehörige Peripherie (Brustgurt zur Pulsmessung, Holster) vor. Teils witziges Zubehör steht auch später noch unter dem Motto “Gadgets total – Zubehör für iPhone & Co.” im Rampenlicht (S. 76 ff.).
Weitere Themen: Web-Tablets, Geolocation-Dienste wie Facebook Places oder Google Latitude, E-Book-Reader (Vergleichstest; S. 82 ff.).
Die Layouter der Marktübersicht (S. 85 ff.) haben bei den Springer-Kollegen besonders gut hingeschaut. Ein “Handy-Knigge” sowie ein Mini-”Mobilfunk-Glossar” runden die insgesamt zwar als “Me too” gelungene, aber leider noch keinerlei Alleinstellungsmerkmale zeigende Ausgabe ab.
Auf mobile-next.de können überdies News abonniert werden, die auch auf Facebook und Twitter verfügbar sind. mobile next erscheint mit einer Auflage von 40.000 Exemplaren sechsmal jährlich. Das Einzelheft kostet 4,90 Euro, das Jahresabo
25 Euro, die 1/1 Anzeigenseite 4c 5.800 €.
Update 18.05.: mobile next kommt, die Macup aus dem selben Hause muss gehen: Nach fast 30 Jahren erscheint der Veteran unter den deutschen Apple-Printmagazinen Anfang Juni letztmalig.
New Desires on the Block: HD und Z
Objects of Desire: HTC hat mit dem HTC Desire HD und dem HTC Desire Z neue Spitzenmodelle ihrer Produktlinie der Android-Smartphones vorgestellt. Gleichzeitig wurde zur überarbeiteten hauseigenen Sense-Oberfläche mit HTCSense.com ein Bündel sog. Connected Services vorgestellt, das den Umgang mit HTC-Telefonen für den Nutzer verbessern soll. Beispielsweise fügt die neue Kamerafunktion eigenen HD-Videos oder Fotos auf Wunsch “eine Vielzahl an Spasseffekten” hinzu. HTC Locations hingegen ist ein neuer Online-Kartendienst, mit dem der Nutzer sofort, ohne Download-Verzögerungen und ohne Roaming-Gebühren Umgebungskarten einsehen können soll. Ein weiteres neues Feature ist der Zugriff auf den E-Book-Store und E-Reader von Kobo. Der für Smartphones optimierte E-Book-Reader ermöglicht es, Textpassagen zu markieren und zu kommentieren sowie schnell nach Definitionen oder Übersetzungen unbekannter Ausdrücke zu suchen. HTCSense.com dient überdies der einer komfortableren Verwaltung des Smartphones vom PC aus: So können beispielsweise verloren gegangene Mobiltelefone wieder gefunden werden, indem man das Gerät klingeln lässt oder den Ort, an dem sich das Telefon befindet, auf einer Karte angezeigt bekommt.

Interessant auch für den Unternehmenseinsatz: Sollte das Telefon tatsächlich verloren gegangen oder gestohlen sein, kann es per Fernsteuerung gesperrt sowie Anrufe und Nachrichten auf ein anderes Telefon umgeleitet werden. Es kann eine Nachricht an das vermißte Gerät gesendet werden, um den Finder zur Rückgabe zu bewegen, oder sogar alle gespeicherten Daten remote gelöscht werden. HTCSense.com soll überdies das Einrichten neuer HTC-Telefone sowie den Zugriff über einen PC-Browser auf archivierte Inhalte wie Kontakte, Textnachrichten und Anruflisten erleichtern.
Desire HD
Das Desire HD ähnelt dem aus dem US-Markt bekannten EVO 4G, gefällt aber mit einem solide wirkenden Aluminium-Gehäuse. Es bietet einen 4,3-Zoll Touchscreen (LCD), 8 Megapixel-Kamera mit LED-Blitz und eine Snapdragon 8255 CPU von Qualcomm (1GHz). Dolby Mobile und SRS Virtual Sound sollen für neue Klangerlebniswelten sorgen. Neu ist auch eine Fast-Boot-Funktion für noch schnelleres Einschalten.
Desire Z
Das Desire Z ähneld dem aus dem US-Markt bekannten G2, setzt aber statt dem puren Android-Erlebnis auf das proprietäre Sense-GUI. Das Z muss mit einer 800 MHz-CPU von Qualcomm (MSM7230) sowie einer 5 Megapixel-Kamera auskommen, bietet dafür aber eine ausklappbare QWERTY-Tastatur mit zwei individuell belegbaren Tasten.
Beide Geräte werden im Oktober auf europäischen Märkten erwartet.
iZone: Apps erobern sich IFA-Halle
Schon in vergangenen Jahren ließ sich auf der Internationalen Funkausstellung (03.-08.09.2010, Berlin) stets mehr Zubehör für Apple-Geräte und hier insbesondere für iPhone und iPod touch entdecken. Auf dieses Ausstellerengagement und Besucherinteresse reagiert jetzt die Messe Berlin mit der iZone, einem eigenen Ausstellungsbereich für Hersteller und Distributoren Apple-affiner Produkte und Apps.
Zu den Ausstellern gehören u.a.: Artwizz, B&W Group, Carl Zeiss AG, Gravis, Hypermac, iFrogz, iSkin, Kaspersky Labs, Otterbox, Robert Bosch Car Multimedia GmbH, Sonoro Audio, Tobit.Software, Yamaha.
Gleichfalls neu ist 2010 der Bereich eLibrary, der sich dem Thema iPad sowie eReader/E-Book Reader wie Kindle & Co. widmet. Hier konzentrieren sich die Messeauftritte von Geräteherstellern und Verlagen.
iPad schafft in D. neuen Millionen-Markt
Die aktuelle Studie des Statistikportals Statista zur Markteinführung des Apple iPad prognostiziert für Deutschland einen iPad-Absatz von 500.000 Geräten in 2010. Im Vergleich dazu nannte der BITKOM aktuell BITKOM-Umfragen, die aufe eine halben Mio. Tablet-PCs in Deutschland überhaupt hindeuten, also nicht nur iPads.
Unstrittig ist: Das iPad wird der Tablet-Marktführer und wenige Monate nach Verkaufsstart wohl auch der meistverkaufte “E-Reader” in Deutschland sein. Den Umsatz mit E-Books, E-Mags, E-Paper und Apps für das iPad prognostiziert die Studie auf 16 Millionen Euro in 2010. Den größten Umsatz werden Software und Spiele gefolgt von E-Books erzielen.
Laut Statista wird der Verkaufsstart für das iPad in Deutschland moderaterer verlaufen als in den USA. Dennoch prognostizieren die Statistik-Experten in Summe zwei Millionen verkaufte iPads im deutschen Markt bis Ende 2012. Unter den E-Readern wird das iPad mit einem Marktanteil von deutlich über 50 Prozent eine dominierende Stellung hierzulande einnehmen. Die Hochrechnungen der iPad-Studie basieren auf Erhebungsdaten des Hamburger Markt- und Trendforschungsinstituts EARSandEYES vom April 2010, für die 1.000 Personen befragt wurden.
Die monatlichen Ausgaben für Textmedien wie elektronische Zeitungen oder Bücher sollen hiernach bei iPad-Besitzern in den kommenden drei Jahren durchschnittlich bei rund 6 Euro im Monat liegen. Damit würde das iPad bereits im kommenden Jahr einen neuen Markt für (Printerzeugnissen entsprechenden) Paid Digital Content mit rund 40 Millionen Euro Umsatz generieren. In den nachfolgenden Jahren ist laut Studie ein deutlich weiter wachsendes Marktvolumen zu erwarten. E-Books sollen dabei interessanterweise umsatzstärker sein als E-Paper und E-Mags, die elektronischen Pendants zu Zeitschriften und Zeitungen. Grund ist laut den Autoren der Studie das breite kostenlose Angebot an journalistischen Inhalten im Internet. Im Jahr 2012 sollen 0,7 Prozent der Umsätze des deutschen Buchmarkts auf E-Books für das iPad entfallen.
Auch spannend: Der Markt der Anbieter von E-Books und E-Papern scheint derzeit noch nicht durch einen Platzhirschen dominiert. Fast 67 Prozent der Onliner können bei offener Fragestellung keinen Shop für E-Books und schon gar keine App-Spezialisten in diesem Bereich nennen (während sich beispielsweise textunes in Pressemitteilungen als “Marktführer für deutschsprachige mobile Literatur” positioniert). Auch innerhalb der zukünftigen iPad-Nutzerschaft besteht bei der Hälfte der Befragten noch keine Präferenz für einen bestimmten E-Book-Shop. Zu den bekanntesten Shops im Segment von E-Books und E-Paper zählen Amazon und iTunes.
Lesetipp: Spiegel-Leser vermissen mehr
Am vergangenen Freitag wurde das lang erwartete iPhone-App des Nachrichtenmagazins ‘Der Spiegel’ von Apple freigegeben. Wie angekündigt kam die Digitalversion des morgen erscheinenden Heft 8 dann am Samstag um 22:00 Uhr heraus, zum “Einführungspreis” von 2,99 € (Preis der Printausgabe 3,80 €; geplanter Preis des iPhone-Papers 3,99 €). Doch was viele Leser auf ihrem Mobilgerät empfingen, war keinesfalls die versprochene komplette Ausgabe, wie der fontblog.de der fontshop AG in einem besonders lesenswerten Beitrag dokumentiert: es fehlten Abbildungen und Heftteile; ganz selbstverständlich fielen auch die Anzeigen unter den Tisch (und der Kultur-Spiegel ebenfalls). Inzwischen äußern Benutzer ihren Unmut per Kommentar im App-Store und werten die Applikation ab. Auch im Spiegel.de-Forum kommt das Programm nicht gut weg.
Dabei sah alles zunächst gut aus. Der ‘Spiegel’-E-Reader geht selbstbewusst einen anderen Weg als zum Beispiel das Magazin stern oder die Bild-Zeitung. Statt die aktuellen Inhalte des Internet-Portals handygerecht zu präsentieren (stern) oder eine Verkleinerung der Print-Version als PDF anzubieten (Bild), setzt ‘Der Spiegel’ auf den klassischen Reader, der die Inhalte der aktuellen Druckausgabe für das Lesen am Kleinbildschirm neu umbricht. Gekaufte Exemplare werden in einem Archiv abgelegt und sind dort jederzeit verfügbar. Auf Wunsch kann man sich zusätzlich die tagesaktuellen Seiten von Spiegel.de in der gleichen Applikation ansehen.
Mittels Demoheft, das zur Grundausstattung des kostenlosen ‘Spiegel’-Readers gehört (sowie einer recht gut gemachten Bedienungsanleitung für alle, die Scrollen und Swipen erst mit der Spiegel App lernen, KR) können sich neue Benutzer mit seiner Logik vertraut machen. Das Lesen beginnt durch das Aufrufen des einspaltigen, bilderlosen Inhaltsverzeichnisses (siehe Abb. oben rechts). Wie in der gedruckten Ausgabe stehen traditionell die Titelgeschichte an erster Stelle (auch wenn sie, je nach Schwerpunkt, irgendwo im Heft beginnt) und die “Briefe” (üblicherweise auf S. 6 ff anzutreffen) ganz am Ende, gemeinsam mit “Impressum”, “Register”, “Personalien” und anderen Rubriken. Die “Hausmitteilung” (andere Medien nennen das “Editorial”) steht nie im ‘Spiegel’-Inhaltsverzeichnis, also auch nicht in dem der E-Reader-Datei, mit der unangenehmen Folge, dass die Vorrede im digitalen ‘Spiegel’ unauffindbar bleibt – vielleicht ist sie da, aber es führt kein Weg zu ihr. Die Navigation irritiert all jene Stammleser, die das gedruckte Heft von vorne beginnen und sich langsam durcharbeiten – die iPhone-App erfordert hier radikales Umdenken…
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