iOS 5 – Fünf ist Trümpf

Während der Worldwide Developers Conference (WWDC) gab Apple wie angekündigt eine Vorschau auf iOS 5, das als Beta-Version ab sofort für Mitglieder des iOS Developer Program wie Glanzkinder zur Verfügung steht. Die iOS 5 Beta bietet laut Apple über 200 neue Funktionen. Diese umfassen:

  • Notification Center: “Ein innovativer Weg um alle Events (Unified Messaging à la Apple: SMS, entgangene Anrufe, Kalender- sowie App-Benachrichtigungen) komfortabel an einem Ort zu betrachten und zu verwalten”. Wenn Benachrichtigungen eintreffen, erscheinen sie kurz am oberen Rand des Bildschirms ohne einen bei dem zu unterbrechen was man gerade macht. Mit einem Wisch können alle Benachrichtigungen angesehen werden und ein einfacher Fingertipp bringt den Nutzer für weitere Details direkt in die entsprechende App. Die Benachrichtigungen erscheinen auch auf dem Lock-Screen und bieten die Möglichkeit mit nur einer Berührung die entsprechende App zu öffnen.
  • iMessage: “ein neuer Mitteilungsservice der es erleichtert Textmitteilungen, Fotos und Videos zwischen allen iOS-Geräten zu versenden”;
  • Newsstand: “eine neue Art Zeitungs- und Magazin-Abonnements zu erwerben und zu verwalten” (das bekannte u. beliebte “Bücherregal”).
  • Mit der neuen PC Free-Funktion können Nutzer von iOS 5 ein iOS-Gerät “out-of-the-box” aktivieren und einrichten sowie Software-Updates drahtlos erhalten, ohne dazu einen Computer zu benötigen.
  • Verbesserungen bei Safari: automatische Optimierung der Schriftgröße; Reading List; Tabbed Browsing für das iPad.
  • Twitter-Integration: Einmalige Anmeldung (Single Sign-on) wird zu allen Twitter-fähigen Apps wie Fotos, Kamera, Safari, YouTube und Maps durchgereicht. Dieses Feature soll auch App-Entwicklern zur Verfügung gestellt werden.

Weitere WWDC-News: Vorstellung einer “Reminders App” (Aufgabenverwaltung); Profilfotos und direkte App-Erwerbsmöglichkeit für das Game Center und iCloud (siehe nächster Post). iOS 5 wird im Herbst als kostenloses Software Update für iPhone 4, iPhone 3GS, iPad 2, iPad, iPod touch (der vierten Generation) und iPod touch (der dritten Generation) erhältlich sein. Einige Funktionen könnten nicht auf allen Geräten verfügbar sein.

Auch DTAG bringt digitalen Kiosk

DTAG_logoNach den Geräteherstellern (Apple, BlackBerry, Samsung, Palm/HP etc.), den Lieferanten von mobilen Betriebssystemn (Google, Microsoft) und Search- und Content-Spezialisten wie unlängst Yahoo bringt nun auch die Deutsche Telekom AG einen digitalen Zeitungskiosk an den Start. Der Konzern stellte die Plattform gestern auf der Cebit in Hannover vor, wie u.a. werben & verkaufen berichtet: “Der Online-Kiosk “PagePlace” ermöglicht den Kauf von digitalen Zeitungs- und Zeitschriftenausgaben sowie Büchern. Die Titel lassen sich dann auf dem PC ebenso lesen wie auf einem Tablet-Computer oder auf Pageplace will damit für Verlage eine attraktive Alternative zu dem i-Store von Apple. Das US-Unternehmen hatte zuletzt die Medienhäuser mit seinem neuen Abo-Modell verärgert.

Den Nutzern soll Pageplace als zentrale Anlaufstelle für digitale Inhalte dienen. Den gesamten gekauften Content führen sie in einer Online-Bibliothek mit sich. Sie müssen nicht mehr für jedes Medium eine eigene App laden (vgl. auch Apples iBooks). Gleichzeitig können sie das persönliche Bücherregal ‘von jedem Endgerät’ abrufen. Markierungen und Lesezeichen der User in Texten und Büchern werden automatisch über alle Endgeräte hinweg synchronisiert (vgl. Amazons Kindle).

Die Vorabversion von Pageplace startet mit dem Webshop und Desktop Client auf Windows sowie mit dem iPhone, iPod Touch und iPad. Im April soll die Anwendung auf ersten Android-Geräten und Mac OS möglich sein.” Windows Phone 7 wurde bislang nicht erwähnt.
via wuv

Mobile Apps: Mehr Nutzer, weniger Zahler?

Torrow Focus Marketing StudienWie Tomorrow Focus Media in seiner Studie Mobile Effects 2011 herausgefunden hat und meedia.de berichtet, gibt es zwar immer mehr Nutzer von Smartphones und Tablet-Rechnern, die Mobile Apps herunterladen. Doch dem stehe eine sinkende Anzahl von Nutzern gegenüber, die bereit sind, für diese Apps zu bezahlen. Während 2010 noch 35 Prozent der Befragungsteilnehmer geantwortet hatten, dass sie für Apps bezahlen würden, sind es jetzt nur noch 26,6 Prozent. Insbesondere Paid Apps, die teurer als zwei Euro sind, stoßen auf wenig Zuspruch – gute Zeiten also für günstige und Free Apps.

Mobiles Internet profitiert
Stets zunehmend nutzen die Anwender laut Studie lieber das mobile Internet: 28 Prozent der Befragten gaben an, das mobile Internet zu nutzen. Mindestens täglich surfen davon knapp 60 Prozent mobil im Web. Der Anteil der Personen davon, die mehrmals täglich mit dem Smartphone oder dem Tablet-Rechner online sind, ist zwischen Mai 2010 und Januar 2011 von 32,1 auf 44,5 Prozent angestiegen.

Sinkende Zahlungsmoral
Auch Nutzung von Applikationen wurde erhoben: Rund jeder Dritte Befragte (35,1 Prozent) gab an, überhaupt keine Apps einzusetzen. Dennoch ist dieser Wert im Vergleich zur vorherigen Erhebung im August 2010 leicht gestiegen. Der Anteil der User, die mehr als zwei Euro für eine App zahlen würden, sank von 14 auf 7,1 Prozent. Bei drei von vier Nutzern besteht überhaupt keine Zahlungsbereitschaft.

For your iPad only
Etwas anders sieht es aus, wenn man nur die iPad-Nutzer betrachtet. Fast jeder (97 Prozent) von ihnen greift mindestens täglich zum Tablet. Zum Zeitunglesen nutzen es 81,3 Prozent, um Magazine zu lesen 50,8 Prozent. Jeder Dritte ist bereit, dafür zwischen fünf und zehn Euro im Monat auszugeben. Mehr als zehn Euro würden 13,5 Prozent investieren, und nur ein Viertel der iPad-Besitzer ist nicht bereit, für journalistische Inhalte auf dem Tablet Geld auszugeben. In 2010 waren es noch mehr als 30 Prozent.

Download der Studie (PDF)

Event: Always-on-Festival Berlin

Die Zukunft ist “always on(line)” – nicht zuletzt durch den Siegeszug von Smartphones und Tablets. Nutzer sind permanent vernetzt mit Freunden, Bekannten und Geschäftspartnern, greifen auch von unterwegs auf ihre E-Mail, Unternehmensdaten und Business Intelligence-Anwendungen zu oder lesen E-Books und eMags. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung fragt das Always-on-Festival Berlin (24.02.2011, Meistersaal), wie das mobile Internet das Leben von heute und morgen bestimmt und will die technologische Entwicklung in wirtschaftlicher, kultureller und politischer Sicht beleuchten.
Always on Festival
Ganz im Sinne eines Festivals sollen herausragende Akteure gefeiert und innovative Anwendungen auf unterhaltsame Art und Weise gezeigt werden. Aber auch kritische Stimmen zur digitalen Gesellschaft sollen auf dem Festival Gehör finden. Das Programm ist teils noch in der Entstehung, neben beispielsweise der grossartigen NFC App Hoccer sind weitere Beiträge aus u.a. den Bereichen Social Media, Mobile Marketing, Geldtransfer, Security oder Facility Management geplant.

Zielgruppe der Veranstaltung sind mobile Professionals, die sich im Rahmen ihrer beruflichen Aufgaben mit dem Thema “Mobile Life” auseinandersetzen. Veranstalter ist der Xinnovations e. V., der das Festival im Rahmen seines Netzwerkprojekts Vikora (virtuelle Kommunikation und Arbeitsume; Entwickler von hoccer) organisiert.
mehr Infos zu Vikora und Festival

Appconomy: Milliardenumsätze durch Mobile Business

Mücke Sturm Partner Logo1,6 Milliarden Euro sollen voraussichtlich 2013 durch App-Downloads umgesetzt werden – allein in Deutschland. Auch die Verkaufsumsätze innerhalb der Applikationen werden laut Mücke, Sturm & Company (MS&C) im deutschen Markt bis 2015 auf rund 2,4 Milliarden Euro anwachsen. Laut Hochrechnungen der Managementberatung MS&C entfallen bei einem E-Commerce Umsatz in Deutschland von 17,1 Milliarden Euro 2010 bereits 2,5 Prozent auf “mobile” Umsätze mit Smartphones, also M-Commerce. In den nächsten fünf Jahren rechnen die Berater mit einem Wachstum von ca. 45 Prozent jährlich für das Mobile Business.

Aufgrund des rasanten Wachstums des App-Angebotes in den ebenfalls zahlreicher werdenden Mobile App Stores steigt für Unternehmen bzw. ihre App-Programmierer in Zukunft noch die Herausforderung, ihre Apps trotz dieses stetig steigenden Wettbewerbs möglichst günstig zu positionieren. MS&C unterscheidet vier Produktkategorien und empfiehlt angepasste Strategien für In-App-Sales:
1. In der Kategorie Digital Media (E-Books, E-Mags) kann der Verkauf von Apps als Umsatzquelle genutzt werden.
2. Deutlich attraktiver ist jedoch der kostenlose Download von Free Apps, um die Nutzerzahlen und die potenzielle Kundenreichweite zu steigern.
3. Innerhalb der Applikation können die Inhalte über Abo-Modelle oder den direkten Verkauf vertrieben werden.
4. Virtuelle Güter, die in sozialen Netzwerken oder in virtuellen Real-Life Szenarien verkauft werden, haben beispielsweise den größten Erfolg im Rahmen kostenfreier Apps.
Der entscheidende Vorteil der mobilen Lösung kann bei physischen Gütern auch der ortsbezogene Kauf sein, getriggert durch spontane Entscheidungen und mit Location Based Services zur Entscheidungsunterstützung. Unternehmen sollten Apps generell zur Steigerung der Kundenzufriedenheit oder Neukundengewinnung einsetzen und weniger zur direkten Umsatzsteigerung.
Mückensturm_In-App Sales

“Wir halten weiter an unserer Empfehlung fest, Apple als zentrale Plattform für den Start bzw. die Ausweitung Mobiler Apps zu nutzen. Google wird seine zunehmend stärkere Position weiter ausbauen,” bekräftigt Achim Himmelreich, Partner von Mücke, Sturm & Company.

MS&C präsentiert weitere Auswertungen seiner “In-App-Sales Studie” auf den M-Days am 27. – 28. Januar 2011 in Frankfurt am Main.

iPad-Nutzung: “Frühstück” und “Couchtime” dominieren

Tomorrow Focus LogoDie zum ersten Mal durchgeführte Studie iPad Effects von Tomorrow Focus Media, nach eigenen Angaben einer der größten deutschen Onlinevermarkter, will neue Aufschlüsse zur Nutzung und Akzeptanz von iPad-Angeboten geben. Die Studie bezieht erstmals Daten aus der Befragung innerhalb einer iPad Applikation ein.

Im Tagesverlauf wird das iPad laut iPad Effects vorwiegend in den Morgenstunden sowie ab 20 Uhr zur “Couchtime” genutzt. Unter der Woche spielt die Nutzung des iPhones eine größere Rolle als die iPad-Nutzung, während das iPad verstärkt am Wochenende genutzt wird. Trotzdem nutzen 97 Prozent der befragten iPad-Besitzer ihr iPad täglich.

Das iPad wird vorwiegend privat genutzt. So interpretiert die Erhebung jedenfalls den Umstand, dass 80,2 Prozent der befragten Personen angaben, das iPad zu Hause zu nutzen. Ein Fünftel der Befragten nutzt das iPad auch unterwegs.

Noch kein Buch-Ersatz

Das iPad wird vorwiegend verwendet, um im Internet zu surfen. Das Lesen von Tageszeitungen und Zeitschriften spielt auch eine große Rolle, wohingegen das Lesen von Büchern bisher von untergeordneter Bedeutung ist. Die meistgenutzten Apps stammen mit 38,2 Prozent aus dem Bereich Information. Jeder Fünfte gibt an, Service-Apps für Wetter, Börse oder TV-Programm zu nutzen.

Der Großteil (84 Prozent) der befragten iPad-Nutzer war bereits vor dem Kauf im Besitz mindestens eines Produktes von Apple. Der mit Abstand wichtigste Grund für den Kauf eines iPads ist die Mobilität und Handlichkeit des Geräts. Allein das Markenimage von Apple konnte 15,4 Prozent der Befragten überzeugen. Qualität, Usability und die Bildschirmlesbarkeit sind ebenfalls wichtig.
Abstract der Studie

iPad schafft in D. neuen Millionen-Markt

Statista LogoDie aktuelle Studie des Statistikportals Statista zur Markteinführung des Apple iPad prognostiziert für Deutschland einen iPad-Absatz von 500.000 Geräten in 2010. Im Vergleich dazu nannte der BITKOM aktuell BITKOM-Umfragen, die aufe eine halben Mio. Tablet-PCs in Deutschland überhaupt hindeuten, also nicht nur iPads.

EARSandEYES LogoUnstrittig ist: Das iPad wird der Tablet-Marktführer und wenige Monate nach Verkaufsstart wohl auch der meistverkaufte “E-Reader” in Deutschland sein. Den Umsatz mit E-Books, E-Mags, E-Paper und Apps für das iPad prognostiziert die Studie auf 16 Millionen Euro in 2010. Den größten Umsatz werden Software und Spiele gefolgt von E-Books erzielen.

Laut Statista wird der Verkaufsstart für das iPad in Deutschland moderaterer verlaufen als in den USA. Dennoch prognostizieren die Statistik-Experten in Summe zwei Millionen verkaufte iPads im deutschen Markt bis Ende 2012. Unter den E-Readern wird das iPad mit einem Marktanteil von deutlich über 50 Prozent eine dominierende Stellung hierzulande einnehmen. Die Hochrechnungen der iPad-Studie basieren auf Erhebungsdaten des Hamburger Markt- und Trendforschungsinstituts EARSandEYES vom April 2010, für die 1.000 Personen befragt wurden.

Die monatlichen Ausgaben für Textmedien wie elektronische Zeitungen oder Bücher sollen hiernach bei iPad-Besitzern in den kommenden drei Jahren durchschnittlich bei rund 6 Euro im Monat liegen. Damit würde das iPad bereits im kommenden Jahr einen neuen Markt für (Printerzeugnissen entsprechenden) Paid Digital Content mit rund 40 Millionen Euro Umsatz generieren. In den nachfolgenden Jahren ist laut Studie ein deutlich weiter wachsendes Marktvolumen zu erwarten. E-Books sollen dabei interessanterweise umsatzstärker sein als E-Paper und E-Mags, die elektronischen Pendants zu Zeitschriften und Zeitungen. Grund ist laut den Autoren der Studie das breite kostenlose Angebot an journalistischen Inhalten im Internet. Im Jahr 2012 sollen 0,7 Prozent der Umsätze des deutschen Buchmarkts auf E-Books für das iPad entfallen.

Auch spannend: Der Markt der Anbieter von E-Books und E-Papern scheint derzeit noch nicht durch einen Platzhirschen dominiert. Fast 67 Prozent der Onliner können bei offener Fragestellung keinen Shop für E-Books und schon gar keine App-Spezialisten in diesem Bereich nennen (während sich beispielsweise textunes in Pressemitteilungen als “Marktführer für deutschsprachige mobile Literatur” positioniert). Auch innerhalb der zukünftigen iPad-Nutzerschaft besteht bei der Hälfte der Befragten noch keine Präferenz für einen bestimmten E-Book-Shop. Zu den bekanntesten Shops im Segment von E-Books und E-Paper zählen Amazon und iTunes.

iPetting: Geplante Nutzung des iPad

Die meisten Besitzer eines iPad in spe möchten laut einer von Horizontstats zitierten Erhebung mit der Wunderflunder am liebsten im Internet surfen, E-Mails checken, E-Books und Magazine lesen sowie Videos anschauen. Klassische Office-Anwendungen tauchen über den E-Mail-Wunsch hinaus bislang nicht auf.
zur Umfragestatistik von Horizont (mit Material von ChangeWave u. AppleInsider)

Paid Content kommt – auch bei Apps

simon-kucher_logo

Paid Content bekommt auch unter den Mediennutzern immer mehr Zuspruch. Laut einer Nielsen-Studie unter 27.000 Internetnutzern ist ein Drittel bereit, für hochwertigen, professionell erstellten Inhalt zu zahlen. Jedoch scheuen sich manche Verlage noch, Bezahlinhalte umzusetzen – während andere wie etwa Springer bei den Themen Paid Apps sowie frische Nutzergruppen durch iPad & Co. nachgerade zu sabbern beginnen. Sicher wird Paid Content zukünftig nicht die einzige Erlösquelle sein, und viele Inhalte wie Nachrichten bleiben frei zugänglich. Doch bei maßgeschneiderten Bezahlangeboten dominiert noch viel leerer Raum – Verlage sollten nach Ansicht der Strategieberatung Simon-Kucher & Partners diesen weiter füllen, um Qualitätsjournalismus zu erhalten. “Die Zeitungsverlage müssen alles daransetzen, für ihre Online-Portale ein mindestens duales Erlösmodell aus Werbeeinnahmen und Content-Vermarktung durchzusetzen. Optimal wären weitere E-Commerce-Standbeine“, so Rainer Meckes, Partner bei Simon Kucher. Gelingt dies nicht, drohe ein Zeitungssterben und somit ein rapider Qualitätsverfall der Berichterstattung im Internet. Denn ‘subjektive’ Berichterstattung durch Twitter und unabhängige Blogs kann (und will, d. Red.) keinen vollumfänglichen, ‘objektiven’ Qualitätsjournalismus garantieren. Laut Medienexperte Meckes geht es jetzt darum, zu ermitteln, für welche Zielgruppe welcher Content echten Mehrwert liefert und wie diese Inhalte zu Paketen geschnürt werden können. “Je bequemer die verwendeten
Bezahlmodelle für die Nutzer sind, desto leichter wird die Umsetzung fallen.“

Fakt ist, dass im Mobilen Internet schon diverse Paid Content-Ansätze existieren und teils florieren. Die Zahl der kostenpflichtigen iPhone-Apps wächst stetig, auch im Medienbereich. Aber auch abseits der gehypten Apps zeigen Apple und Amazon mit iTunes und den zahlreichen E-Books und E-Papers, dass Paid Content möglich ist. Was im mobilen Internet zu funktionieren scheint, müssen Verlage auch auf das stationäre Internet übertragen.

Eine Paid Content-Offensive bedeutet nicht, alle Informationen kostenpflichtig zu machen. Nur eine Mischung aus frei zugänglichem und kostenpflichtigem Inhalt im Sinne des “Freemium”-Gedankens ist heute umsetzbar und sinnvoll, schon allein, um in Hinblick auf Werbeeinnahmen Reichweitenverluste zu begrenzen.

“Ein Massenmarkt wird Paid Content nur, wenn die Qualität des kostenlosen Contents auf breiter Front deutlich absinkt – das ist kurzfristig eher unwahrscheinlich”, sagt Annette Ehrhardt, weitere Medienexpertin von Simon-Kucher. Bleibt der kostenfreie Content hochwertig, werden nur diejenigen Verlage erfolgreich vermarkten können, die noch höherwertige Bezahlinhalte anbieten wie exklusive Artikel, Hintergrundberichte oder Sonderthemen – natürlich Web 2.0-gerecht aufbereitet. Neben Exklusivität und Einzigartigkeit sind Einfachheit, Bequemlichkeit und Individualität erfolgsentscheidend. Für Dinge, die an anderer Stelle kostenlos gefunden werden können, ist oft Zahlungsbereitschaft vorhanden, wenn die ‘Suchkosten’ – also die Zeit und Mühe, Informationen zu finden – wegfallen und die Informationen ansprechend gestaltet und individuell zugeschnitten sind. “Mit einem durchschnittlichen Nachrichten-Einheitsbrei ist sicherlich kein Geld zu verdienen“, so Ehrhardt.

Heutzutage sind Verlage gezwungen, sich intensiv mit den Lesegewohnheiten ihrer Kunden zu beschäftigen. Es stellen sich Fragen wie: An welche Zielgruppe richtet sich ein Paid Content-Angebot? Sind es die Abonnenten der gedruckten Tageszeitung, die langsam in die Online-Welt überführt werden sollen, oder sind es internetaffine Nutzer, die die Zeitung nur online lesen? Für traditionelle Print-Leser sollte das Print-Abo Schritt für Schritt um exklusive kostenpflichtige Online-Inhalte erweitert werden. Für reine Online-Nutzer bieten sich Online-Pakete an, die mobile Applikationen und stationäres Internet verbinden. “Solche Bündelangebote sind vorteilhaft: Werden Komponenten, für die ohnehin eine Zahlungsbereitschaft besteht, mit bisher kostenlosen Elementen “verheiratet”, wird die Kostenlos-Mentalität eher überwunden”, erläutertEhrhardt. Die gleiche Taktik wenden übrigens auch die sehr pricing-versierten Mobilfunkanbieter an: Während Preise für Gesprächsminuten beständig sinken, wird für mobile Datenübertragung mehr bezahlt. Die Mobilfunker bieten Bündel aus Daten und Gesprächsminuten an, um die Kosten für die einzelnen Posten zu verschleiern. Der Ansatz vieler Verlage, kostenpflichtige Angebote zunächst als iPhone App zu entwickeln, sei daher ein erster Schritt in die richtige Richtung…

Laut einer von horizont zitierten Studie von Simon-Schuster zum Thema sind rund 80 Prozent der herunter geladenen iPhone-Apps kostenlos. Pro Quartal kauft hiernach ein Nutzer des App-Stores von Apple gerade mal zwei Bezahl-Apps. Für eine App zahlen diese Kunden im Durchschnitt 3,50 Euro. Bei BlackBerry wird nur eine kostenpflichtige App gekauft, die aber durchschnittlich 5 Euro kostet. Grundlage ist eine Online-Umfrage unter lediglich 200 Smartphone-Nutzern (deutlich abweichende Ergebnisse hat u.a. Distimo). Laut Umfrage schafft Apples App Store von allen Mobile App Stores derzeit noch die beste “Conversion” von Interessenten zu Nutzern. Über 90 Prozent der Besitzer eines iPhones oder iPod Touchs kennen den App Store, und fast 80 Prozent haben ihn schon besucht. Von der BlackBerry-Nutzern kennen nur knapp 30 Prozent der befragten Blackberry-Verwender dessen Store (App World bzw. BlackBerry Application Storefront), weniger als ein Viertel haben ihn schon einmal besucht, und noch weniger etwas heruntergeladen.

Zehn Apps haben die Teilnehmer der Studie in den vergangenen drei Monaten im Durchschnitt aus dem Apple App Store heruntergeladen, also rund drei Apps pro Monat. BlackBerry und der dazu gehörige App Store kommen mit rund fünf Apps nur auf die Hälfte der Downloads. Nokia-Smartphones sind in der vorliegenden Studie zwar unterrepräsentiert, doch Nokias Ovi-Store ist bei allen Nokia-Smartphone-Besitzern bekannt. Fast zwei Drittel haben ihn schon einmal besucht.

Studie: iPad vs. andere Tablets u. eReader

comScoreDie Spezialisten für Marktforschung im Bereich digital/mobile comScore haben 2.176 Internetnutzer nach ihrem Wissensstand und Meinung zu Apples iPad sowie konkurrierenden Endgeräten befragt. Die Studie ist kostenpflichtig, im Folgenden Auszüge aus den wichtigsten Ergebnissen:

comScore hatte Konsumenten nach Ihrer Kenntnis mehrerer mobiler “eReader” und Tablet-Endgeräte sowie nach ihren diesbezüglichen Kaufabsichten gefragt. Die gestützte Bekanntheit liegt beim iPad mit 65% auf exakt gleich hohem Niveau wie bei Amazons Kindle, gefolgt vom Sony Reader (39%), dem Barnes & Noble Book (28%) und Samsungs Papyrus (11%). Die angekündigten Geräte von HP und Microsoft wurden noch offensichtlich nicht berücksichtigt. Beim tatsächlichen Erwerb liegt der Kindle mit 6% noch deutlich vor Sony (4%) und Apple (1%). Die Kaufabsicht (in den nächsten drei Monaten) stellt sich wie folgt dar: Apple (15%), Amazon (14%), B&N (10%), Sony (9%) und Samsung (8%).

Auf die Frage nach der Hauptnutzungsabsicht eines iPads (Mehrfachnennungen möglich), so sie denn eines besäßen, antworteten 50% mit Browser-/Internet-Nutzung, 48% E-Mail-Nutzung, erstaunlich hohe 38% nannten Musik hören, 37% E-Books lesen, aber auch 37% Adressbuch-Funktion, 36% Videos betrachten, 34% eNewspaper/eMags lesen. Diese Top-Aktivitäten werden gefolgt von Fotos Betrachten, Kalender-Nutzung, Spielen(30%), Apps aus dem App Store herunterladen (26%).

Die Erhebung fragte auch den Besitz von entweder iPhone oder iPad touch ab – ein Kriterium, das Befragte zu “iOwners” macht. Diese zeigen laut comScore ein signifikant anderes Kaufverhalten bei digitalen Inhalten. 52% der iOwners sind bereit, für digitale Zeitungsabonnements zu bezahlen, im Gegensatz zu nur 22% der nicht-iOwners. 3% der iOwners haben bereits ein iPad bestellt, im Gegensatz zu 1% der Vergleichsgruppe.

Weitere interessante Ergebnisse: Am meisten wünschen sich iPad-Interessenten Multitasking (43%), ein größeres Display (37%) sowie eine eingebaute Kamera (34%). Nur 22% der Befragten sagten, ein iPad werde bei ihnen voraussichtlich ein Netbook ablösen, bei 37% aber einen iPod touch! Die Untersuchung zeigt keine geschlechtsspezifischen Unterschiede. Die komplette Studie kann erworben werden – dazu Infos anfordern unter learnmore@comscore.com.

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