Studie: Display- wichtiger als Suchmaschinen-Werbung?

eyeblaster_logo“Suchmaschinenwerbung hat eine hohe Konversionsrate, Displaywerbung ist weniger effizient”, so lautet ein gängiger Spruch im Online- und Mobile Marketing. Dass das ein Vorurteil sein könnte, hat nach eigener Darstellung jetzt Eyeblaster, ein führender Technologieanbieter integrierter Online-Marketinglösungen, mit einer Analyse von über 1.300 Kampagnen belegt. Die Untersuchung zeigt: Display-Werbung trägt zu 72 Prozent am Konversionserfolg jener Kampagnen bei, in denen Display- und Suchmaschinenwerbung eingesetzt werden. Der Beitrag der Suchmaschinenwerbung hingegen beträgt 28 Prozent.

Der Grund für die unterschiedliche Wirkung der beiden Werbemittel liegt in ihren Aufgaben für den “Purchase Funnel” (Trichter). Das ist der Weg, den Verbraucher vom ersten Interesse (“Awareness”) bis zur Konversion gehen: Displaywerbung weckt von Anfang an das Interesse der Konsumenten und sorgt so dafür, dass sie in den Trichter gelangen. Suchmaschinenwerbung hingegen entfaltet ihre Wirkung erst später, wenn eine Entscheidung naht (“Consideration”).

Untersucht man nun, über welche Werbemittel Verbraucher, die am Ende eine Konversion getätigt haben, in den Trichter gelangt sind, zeigt sich: 72 Prozent davon sahen zuerst Displaywerbung und suchten dann eventuell zu einem viel späteren Zeitpunkt den “Point of Purchase” (PoP) auf, zum Beispiel per Keyword-Suche oder durch den Klick/Tap auf den Banner.

Die Wirkung von Display- und Suchmaschinenwerbung hängt auch davon ab, in welcher Themenumgebung sie stattfindet: Besonders wirkungsvoll ist Displaywerbung in den Bereichen Goverment/Utilities (96%), Entertainment (92%) und Karriere (81%). Suchmaschinenwerbung hingegen ist stark bei News/Media (70%), B2B (68%) sowie Restaurant (56%).

Zum Download der Analyse “Search & Display: Reach Beyond the Keyword” geht es hier.

Online-Werbung Teil 1: “Dwell Time”

Online-Nutzer setzen sich ausgiebig mit Online-Werbung auseinander – und das in der Regel deutlich länger als 30 Sekunden, der Länge eines klassischen TV-Spots. Diese und weitere interessante Erkenntnisse finden sich in der Studie “Trends of Time and Attention in Online Advertising”. Der Online-Marketingdienstleister Eyeblaster untersuchte hierfür die Nutzungsdauer von Online-Werbung. Mit führenden Werbetreibenden und Agenturen weltweit entwickelte Eyeblaster dazu das Messverfahren “Dwell Time” und analysierte damit über ein halbes Jahr lang 42 Mrd. Rich Media Impressions.

Die zentralen Erkenntnisse sind: 1. Es ist 25mal wahrscheinlicher, dass sich ein Online-Nutzer mit einer Online-Werbung beschäftigt, als darauf zu klicken. 2. Wenn sich Online-Nutzer mit einer Online-Werbung beschäftigen, dann tun sie das intensiv: im Durchschnitt eine Minute lang. 3. Die Nutzungsdauer steigt um 100 Prozent (global), wenn Video eingesetzt wird. 4. Die Länge der Nutzung hängt auch von der Tageszeit ab.

Zum Verfahren: “Dwell Time” soll aussagekräftigere Informationen über den Erfolg eines Werbemittels liefern als “Click Trough Rate” (CTR). Denn globalen Eyeblaster-Daten zufolge beträgt die CTR für Rich Media Ads nur 0,35 Prozent – eine zu niedrige Zahl, um generelle Schlussfolgerungen über den Werbeerfolg zu treffen. Die “Dwell Time” wird mit zwei Metriken gemessen: mit der “Dwell Rate” und der “Dwell Duration”. Die Dwell Rate zeigt, wie häufig ein präsentiertes Werbemittel von Online-Usern genutzt wurde. Der Prozentwert fasst alle Interaktionen mit einer Werbung zusammen, geteilt durch die ausgelieferten Ad Impressions. Die Dwell Duration misst, wie lange sich Online-Nutzer mit einem Werbemittel auseinandersetzen. Sie ist ein Durchschnittswert, der in Sekunden angegeben wird. Im Gegensatz zur CTR (0,35 Prozent) betrug die durchschnittliche Dwell Rate 8,71 Prozent. Das bedeutet: Bei 8,71 Prozent der angezeigten Werbemittel fand eine intensive Beschäftigung durch die Online-Nutzer statt. Dieser Wert ist 25mal höher als die CTR: Es ist also 25mal wahrscheinlicher, dass ein Online-Nutzer sich einige Zeit mit einer Werbung beschäftigt als darauf zu klicken.

Mediale Basis der Untersuchung waren Ad Impressions, die an die Top 300 der US-Publisher ausgeliefert wurden.
Besonders lange genutzt wird die Online-Werbung der Technik- und Internetbranche: Die Dwell Rate beträgt knapp zehn Prozent und die Nutzungsdauer im Durchschnitt stattliche 91,9 Sekunden. Die Studie steht hier kostenlos zum Download zur Verfügung.

Mobile Marketing Teil 1: Wetterfühlig?

Die vom 23.-24.09.09 in Köln stattfindende digital marketing exposition & conference (dmexco) wird von den Veranstaltern mit sogenannten “Night Talks” vorbereitet. Bei der letzten Talkrunde wies laut der Werberprawda ‘Horizont’ Elephant Seven-Geschäftsführer Götz Teege darauf hin, dass die Entwicklung des Mobile Marketings offenbar stark vom Klima abhängig sei. “Es ist das Wetter, das den Unterschied macht”, sagte er und erläuterte weiter: Da die Nutzer in den südeuropäischen Ländern wegen der hohen Temperaturen sehr viel mehr Zeit im Freien verbrächten als Nordeuropäer, sei die mobile Internetnutzung beispielsweise in Spanien und Italien deutlich stärker verbreitet als bei uns. “Man schleppt seinen Computer nun mal nicht zum Strand.” Insofern könne der globale Klimawandel die Entwicklung der mobile Werbung durchaus befördern, sagte Teege augenzwinkernd. Nach Ansicht von Dean Donaldson, Digital Experience Strategist des US-amerikanischen Ad-Serving-Anbieters Eyeblaster, muss die Mobile Marketing-Industrie aber nicht bis zur vollen Ausbaustufe der Klimaerwärmung ausharren. Der Brite wagte bei den Night Talks die Prognose, dass sich die junge Werbegattung noch im laufenden Jahr durchsetzen wird.
Auch Harald Fortmann, Vizepräsident des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW, zeigte sich überzeugt, dass mobile Werbeformen eine Zukunft haben. Gerade die Entwicklung der iPhone Apps habe gezeigt, dass “das Involvement sehr hoch sein könne”. Außerdem habe das Apple-Handy die mobile Nutzung hierzulande “signifikant” erhöht. Obendrein nutzten Werbetreibende das mobile Endgerät immer mehr zur Verlängerung klassischer Medien. Dies sei ein Grund dafür, dass sich die mobile Suche mit Sicherheit zur Killerapplikation entwickeln werde. Gleiches gelte für Social Communites auf mobilen Endgeräten.
via horizont.net