Top-Trends 2012: Mobile Capability, Mobile Computing u. Social Networks

Das IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner hat weltweit 2.300 Chief Information Officers (CIOs) befragt. 61 Prozent der von ihnen repräsentierten Unternehmen wollen ihre “Mobile Capability” in den nächsten drei Jahren verbessern. Die Mehrzahl der Befragten hat eine Mobil-Strategie erarbeitet, um dies zu erreichen.

Hierzu passen Umfrage-Ergebnisse des deutschen Lobby-Verbandes der Hightech-Industrie, BITKOM. Hiernach zählt “mobiles Computing” zu den vier wichtigsten “Hightech-Themen des Jahres 2012″ – neben Cloud Computing, IT-Sicherheit und Social Media. 53 Prozent der Mitgliedsunternehmen nannten Mobile Anwendungen – Apps – als ihr zentrales Thema für das laufende Jahr, ein Anstieg von 10 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Trend Mobile Computing
Apps auf Platz 2 der Top-Themen 2012 laut BITKOMDie Bedeutung mobiler Endgeräte steigt rasant. Smartphones sind inzwischen weit verbreitet, auch Tablet Computer haben bereits den Massenmarkt erobert. Unternehmen und andere Organisationen stehen vor der Herausforderung, Inhalte und Anwendungen für ihre Zielgruppen über native Apps, Web Applications oder für Mobile optimierte Websites verfügbar zu machen. Gleichzeitig sind Smartphones und Tablets sicher und zuverlässig in die unternehmenseigenen IT-Systeme einzubinden. Stärker als bisher müssen die Unternehmen dabei auf die individuellen Wünsche ihrer Mitarbeiter eingehen, die Nutzungsgewohnheiten aus dem privaten Umfeld nur ungern aufgeben und zunehmend auch privat angeschaffte Geräte verwenden wollen BYOD).

Mobile Web Access Knackpunkt beim Autokauf?

Gartner LogoDas IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner hat teils interessante Vorhersagen über vertikale Märkte im Jahr 2012 “und darüber hinaus” getroffen:

  • Viele in vertikalen Märkten anzutreffende Geschäftsmodelle werden durch die weitere Adaption des digitalen Lifestyle (“always-connected”) und die fortschreitende Vernetzung der Kunden auf den Prüfstand gestellt.
  • Cloud Computing und Social Media stellen vielversprechende Wege zu effektiver Kundenkommunikation bereit. Dabei werden die ständigen Fortschritte beim Mobile Computing generell und insbesondere Tablets auch störende Einflüsse auf manche Branchen haben und die Anpassung zahlreicher Prozesse erforderlich machen.
  • Bis 2013 wird die iPad-Sättigung bei Pharmareferenten 85 Prozent erreichen.
  • Bis 2014 wird mindestens ein soziales Netzwerk zum dezidierten Vertriebskanal für Versicherungen.
  • Bis 2015 werden neue Social Web- und Cloud-basierende Dienstleistungen 25 Prozent des Konsumenten-getriebenen Umsatz von Banken und Finanzdienstleistern ausmachen.
  • Bis 2016 werden über fünf Prozent sämtlicher Internet-Suchen Video-, Audio- oder andere Sensoren mobiler Endgeräte anstatt eingetippter oder gesprochener Suchwörter verwenden.
  • Bis 2016 wird in entwickelten Märkten Internet-Zugang im Automobil ein Schlüsselkriterium beim Fahrzeugkauf sein.

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Q311: Smartphone-Absatz +42%

Gartner LogoLaut dem IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner wurden im dritten Quartal 2011 (Q311) weltweit 440,5 Millionen mobile Endgeräte verkauft. Das entspricht einem Anstieg von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Nachfrage bei Feature oder Dumb Phones (Handys, die keine Smartphones sind), ist vor allem in Schwellenländern weiterhin hoch. In Q311 wurden allerdings mit 115 Millionen Geräten 42 Prozent mehr Smartphones verkauft als im selben Zeitraum des Vorjahres.

Betrachtet man den Absatz über alle Mobiltelefone, so ergibt sich folgende Hitliste: 1. Nokia (23,9% Marktanteil in Q311, in Q310 waren das noch 28,2% gewesen); 2. Samsung (Q311 17,8%, Q310 17,2%); 3. LG Electronics (Q311 4,8%, Q310 6,6%); Apple (Q311 3,9%, Q310: 3,2%), 5. ZTE (Q311 3,2%, Q310 1,9%); 6. RIM (Q311 2,9%, Q310 3,0%); 7. HTC (Q311 2,7%, Q310 1,6%); 8. Motorola (Q311 2,5%, Q310 2,1%); 9. Huawei (Q311 2,4%, Q310 1,3%); 10. Sony Ericsson (Q311 1,9%, Q310 2,5%).

Werden nur Smartphones betrachtet, so hat Samsung mit einer Umsatzverdreifachung der weltweit abgesetzten Stückzahlen erstmals Nokia als Nummer 1 verdrängt.

Android OS läuft laut Gartner auf 52,5 Prozent aller in Q311 neu verkauften Smartphones. Die Verfolger: 2. Symbian (16,9%); 3. iOS (15,0%); 4. BlackBerry OS (11%); 5. Bada (Samsung: 2,2%); 6.Microsoft (Windows Mobile und WP7 zusammen mit nur 1,5%!); 7. Rest (0,9%). Erstaunlich ist das abrupte Verschwinden des ehedem sehr beliebten, inzwischen aber abgekündigten WebOS (Palm, Hewlett-Packard) aus den aktuellen Absatzzahlen.

Mehr Infos im Report “Market Share: Mobile Communication Devices by Region and Country, 3Q11″, der hier geordert werden kann.

Ergänzende SSI-Ergebnisse
Auch Survey Sampling International (SSI hat eine entsprechende Studie durchgeführt und die Ergebnisse aus neun Ländern hochgerechnet. Hiernach würden 95% der Weltbevölkerung Handys besitzen – wenn man vernachlässigen würde, dass etliche Menschen mehrere haben – und enorm viele natürlich gar keinen Zugang zu Elektronik-Geräten..! Hong Kong (99%), China (98%) und Schweden (98%) haben SSI zufolge den höchsten Anteil an Handybesitzern, während ausgerechnet die USA (89%) den niedrigsten Anteil aufweisen sollen.

Weitere Ergebnisse: 42% aller Handybesitzer haben bereits ein Smartphone. 58% der Handybesitzer ohne Smartphone planen, sich als nächstes Handy ein Smartphone anzuschaffen. Bei den Personen, die den Kauf eines Smartphones planen, sind Apples iPhones die beliebteste Gerätesorte. Wenn das Geld keine Rolle spielen würde, würden fast ein Drittel der Befragten weltweit ein Apple iPhone vorziehen. Samsung (12%), Nokia (10%), Sony Ericsson (8%) und BlackBerry (7%) zählen ebenfalls zu den Top 5 der beliebtesten Marken.

Zwischen Faszinosum und Frustquelle: Smartphones
Auch wenn Smartphones beliebt und begehrt sind, können sie frustrierend sein. Siebenunddreissig Prozent der Befragten geben beispielsweise an, dass die Akkulaufzeit sehr oder sogar extrem frustrierend ist. Fast ein Viertel der Befragten sagt, dass Websites, die nicht für Smartphones optimiert wurden, sehr oder extrem frustrierend sind. Zudem sind 19 % der Befragten durch unerwartete Änderungen in der Displayausrichtung (Rotation) und die Bildschirmtastaturen, die sie als zu klein für ihre Finger empfinden, sehr oder extrem frustriert.

Die Ergebnisse beruhen auf einer Umfrage, die über 4.500 Erwachsenen auf SSI-Online-Panels durchgeführt wurde.

Mobile Management à la Gartner

Gartner LogoDas IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner hat Consumerization als derzeit wichtigsten Treiber der mobilen Welt ausgemacht (Consumerization definiert Wikipedia als den Trend, wonach neue IT-Entwicklungen zunächst im Endverbraucher-Markt auftauchen und erst dann auf den Unternehmenseinsatz übergreifen. Dies führe mittelfristig zu einer Konvergenz zwischen Consumer und Business IT). CIOs müssten sich daher auf eine Reihe flexiblere Ansätze für ihre Mobil-Strategie einstellen. Dabei werden sich nach Überzeugung der Consulter mindestens vier neue Formen des Mobile Managements herausbilden und durchsetzen

Gartner prognostiziert, dass der Absatz von Smartphones 2011 nach Stückzahlen erstmals den von PCs (Desktops und Laptops/Notebooks: 364 Mio. Einheiten) überflügeln wird. Denn der weltweite Absatz von Smartphones an Endverbraucher im laufenden Jahr soll 461 Millionen Einheiten überschreiten und 2012 645 Millionen Geräte erreichen. 2012 würden hiernach die kombinierten Verkaufszahlen von Smartphones und Tablets dann schon 44 Prozent über denen von PCs und Notebooks liegen. Dies werde zu einer noch größeren Akzeptanz von Smartphones und Tablets in den Unternehmen führen – auch wenn es sich um von den Mitarbeitern selbst beschaffte und mitgebrachte Geräte handelt (BYOD: Bring Your Own Device). Gleichzeitig werden diese Angestellte sich als Nutzer zunehmend wie Endverbraucher verhalten und auch entsprechende Ansprüche an Corporate Apps sowie Business Apps allgemein stellen.

Gartner schätzt, dass 18 Mrd. Apps im Jahr 2011 heruntergeladen werden, was sich für 2012 bereits auf 31 Mrd. erhöhen soll.

Aufgrund dieser Entwicklungen erwartet das Unternehmen neue Ansätze für Mobile Management, darunter:

  • “Control-oriented”: Der Kontroll-orientierte Ansatz fokussiert Quality of Service (QoS), Security/Sicherheit, Support und Kosten. Um Service Levels garantieren zu können, bemühen sich CIOs, sämtliche Aspekte der mobilen Endgeräte einschließlich der Apps zu kontrollieren.
  • “Choice-oriented”: Das Auswahl-orientierte Modell setzt in erster Linie auf die Zufriedenheit der Anwender. Um dennoch ein Minimum an Sicherheitsstandards zu erhalten, könnten Unternehmen laut Gartner beispielsweise auf einen Thin Client setzen.
  • “Innovation-oriented”: Der Innovations-orientierte Ansatz bemüht sich, Anwender weitgehend autonom zu machen. Diese können überwiegend frei mit Apps, Services und Prozessen experimentieren. Minimalanforderungen an Datenschutz und Datensicherheit würden nach diesem Modell eher via Policy verlangt als via Technologie sichergestellt.
  • “Hands-off”: Beim Finger-weg-Ansatz übernimmt das Unternehmen praktisch keine Verantwortung für die BYOD-Mobiles der Mitarbeiter. “Any controls that are necessary will be applied in the cloud, in applications or by policies”, erläutert Gartner dies etwas rätselhaft.

Gartner geht davon aus, dass Unternehmen bis 2014 versucht sein könnten, mindestens drei Smartphone-Plattformen zu unterstützen – und dass Android für mehrere Jahre die Nummer eins unter diesen sein wird. Erstaunlicherweise halten die Berater es für möglich, dass die Nokia/Microsoft-Allianz Windows Phone 7 (WP7) bis 2015 iOS von Platz 2 auf 3 verdrängen könnte. RIM/BlackBerry sieht Gartner ab 2013 auf Rang 4.

Tablets, App-Programmierung u. Stores sind Top 10-Themen

Gartner LogoDas IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner hat erneut “die zehn wichtigsten strategischen Technologien und Trends für einen Großteil der Unternehmen” im kommenden Jahr aus seiner Sicht definiert. Als strategisch definiert Gartner dabei eine Technologie, die das Potenzial hat, in den kommenden drei Jahren signifikanten Einfluss auf die Unternehmen auszuüben. Signifikanterweise haben die Consulter Tablets, Apps und App Stores in den Top-10-Strategiekanon für 2012 aufgenommen.

  • Media Tablets: Anwender können beim Mobile Computing unter einem wachsenden Angebot wählen – auch was den Formfaktor betrifft. Die Analysten glauben, dass auf absehbare Zeit keine Betriebssystemplattform, keine Größe und kein Hersteller allein dominant sein wird, so dass sich Unternehmen darauf einstellen sollten, bis 2015 ihre kritischen Anwendungen auf “two to four intelligent clients” zu unterstützen – prächtige Zeiten für die App-Programmierung! Allerdings wird auch HTML5 eine große Zukunft vorhergesagt. Die Hälfte der Lösungen, die 2011 als Native Apps realisiert werden, sollen bis 2015 als Web-Apps programmiert werden.
    Organisationen benötigen laut Gartner zwei Mobil-Strategien: a) eine für Business-to-Employee (Mitarbeiter, b2e), b) eine für Business-to-Consumer (b2c).
  • Gartner prophezeit überdies, dass sich das Nutzerinterface-Paradigma fundamental ändern wird: Von Fenstern, Icons und tabellarischen Menüs hin zu Gestensteuerung, Touch, Sprachsteuerung (vgl. “Siri”), verbesserter Suche und Video.
  • Mobile App Stores: Bis 2014 werden laut diesem Forecast pro Jahr über 70 Millarden mobile Anwendungen aus Mobile App Stores heruntergeladen. Dabei soll sich der Fokus zunehmend von einem reinen Endverbraucher- zu einem auch-Unternemens-Einsatz-Phänomen verschieben, woraus auch Unternehmens-App Stores resultieren.

Weitere Top 10 Technogies and Trends: “Internet of Things” (IoT; inklusive u.a. Near Field Communication [NFC] und Bilderkennung/-verarbeitung); Green IT; Cloud Computing.

Eine weitere interessante Gartner-Prognose besagt, dass Unternehmen bis zum Jahr 2015 50 Prozent ihrer Internetverkäufe über ihre Social Media-Auftritte und ihre mobile Apps generieren werden.

M-Payment: Google wallet & Co.

Der Markt für Mobile Payment entwickelt sich schneller, als manche erwartet hatten: Schon seit Mai 2011 Jahres steht ersten Handynutzern in New York und San Francisco mit Google wallet ein neuer Bezahldienst für Mobiltelefone des US-Suchmaschinengiganten zur Verfügung. Bis 2014 soll nach Ankündigungen des US-Konzerns jedes zweite Smartphone in den USA eine Bezahlfunktion besitzen. Für den deutschen Markt sind derartige Prognosen bislang nicht absehbar. Laut einer Marktanalyse der Berater von Steria Mummert Consulting werden vor allem “zeitraubende Abstimmungsprozesse zwischen den Partnern” als wichtigster Grund für die langsamere Marktentwicklung hierorts genannt. Um sich Marktanteile zu sichern, seien Telekommunikations- und Finanzbranche jetzt gefordert, tragfähige Partnermodelle zu entwickeln.

Die Einführung einer gemeinschaftlichen M-Payment-Strategie in Deutschland erfordert laut der Marktanalyse “ein ausgefeiltes Geschäftsmodell von den Partnerunternehmen”. Denn für das Bezahlen mit dem Handy fielen künftig nicht nur Kleinstbeträge beim Kauf von S-Bahn-Tickets oder Getränken aus dem Automaten an, sondern mit dem M-Payment werde eine vollwertige Bezahlalternative zu den bekannten EC- oder Kreditkarten geschaffen.

Derzeit vertrauen Kunden bei der Abwicklung ihres Zahlungsverkehrs noch in erster Linie ihrer Hausbank. Aus diesem Grund erwarten die Kunden auch beim M-Payment die nahtlose Anbindung an das Zahlungsverkehrsnetz ihres Instituts. Daher sollten laut Steria-Mummert deutsche Banken die Chance wahrnehmen, mittelfristig mit dem Handy eine Alternative zu EC- und Kreditkarten anbieten zu können. Allerdings werden entsprechende Paymentfunktionen ohne die Telekommunikationsbrache, also die Mobilfunkanbieter, nicht auf die Smartphones der Nutzer kommen. Eine enge Zusammenarbeit der Branchen bietet sich an. Noch fehle es aber an der erforderlichen Vernetzung der IT-Systeme samt verbindlicher Schnittstellen.

Eine gute Ergänzung liefert eine Expertenbefragung zum Thema Mobile Payment, welche der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco durchgeführt hat. Deren Ergebnissen zufolge drohen deutsche Banken die schnelle Reifung dieses Marktes zu verschlafen. Treiber für die Entwicklung werden hiernach nicht die Kreditinstitute sein, sondern Entwickler von Smartphone-Betriebssystemen und Internetdienstleister.

Vier von fünf Experten für mobiles Internet sind sicher, dass Handys bereits in wenigen Jahren die Geldbörse ersetzen können. Mobile Zahlungsabwicklung gilt ihnen als Riesenchance in einem Milliardenmarkt. Aber nur zwei Drittel der Befragten glauben, dass Banken bei diesem Trend eine wichtige Rolle spielen werden. Als wesentlich bedeutender gelten die Entwickler von Smartphone-Betriebssystemen (92 Prozent Zustimmung) und Internetdienstleister (74 Prozent).

“Die letzte Innovation der Banken war die EC-Karte”
“Wir nehmen kaum Impulse aus dieser Richtung [den Banken; d. Red.] wahr“, erklärt Dr. Bettina Horster, Vorstand der VIVAI AG und Direktorin Mobile bei eco. “Seit der Einführung der ec-Karte haben die Banken ihren Kunden nur sehr wenig Neues geboten. Erst haben sie den Trend zur Internetzahlung verschlafen, jetzt verpassen sie die Einstiegschance beim Handy.” In diese Lücke stoßen nun andere Anbieter wie Google, Apple (das Micropayment via Smartphone wiederbelebt hat) sowie der beliebte Online-Bezahldienst PayPal. Google hat in den USA bereits in mehreren Testregionen den Einzelhandel mit Empfangsstationen ausgerüstet, s.o.

Prognosen von Gartner zufolge werden im Jahr 2011 bereits 141 Millionen Menschen weltweit mobil bezahlen, dabei werden 86 Milliarden Dollar umgesetzt – ein Zuwachs von 76 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und das Marktpotenzial ist noch lange nicht erschlossen: 79 Prozent der Spezialisten für mobiles Internet sind sicher, dass M-Payment sich zu einer ganz alltäglichen Zahlungsart für jedermann entwickeln wird. Und jeder zweite Befragte geht davon aus, dass sich im Bereich M-Payment viel Geld verdienen lässt.

Handyzahlung in vier Jahren massenmarkttauglich

Die eigentlichen Spezialisten für Zahlungsabwicklung, also die Kreditinstitute, überlassen laut eco das Feld den “Quereinsteigern” im Zahlungsmarkt. Als ein wichtiger Grund für die Zurückhaltung der Banken gilt, dass die Entwicklungs- und Investitionskosten sich erst mittelfristig rentieren: Bis M-Payment im Einzelhandel wirklich flächendeckend als Zahlungsart anerkannt ist, werden nach Ansicht der meisten Experten noch vier bis fünf Jahre vergehen. Zuvor müssen Mobiltelefone mit den technischen Voraussetzungen noch im Massenmarkt ankommen, und der Einzelhandel benötigt neue oder aufgerüstete Lesestationen für die drahtlose Handy-Zahlung.

Mobile Payment: 141 Mio. Nutzer in 2011

Laut einer Prognose des IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner wird Mobile Payment im Jahr 2011 von über 141,1 Millionen Nutzern verwendet werden. Das entspricht einem Anstieg von 38,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 102,1 Millionen Nutzern. Gartner prognostiziert für 2011 einen weltweiten Umsatz für Mobile Payment von 86,1 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 75,9 Prozent im Vergleich zu 2010 mit einem Umsatz von 48,9 Milliarden US Dollar.

Während in den entwickelten Märkten erste Payment-Lösungen via Near Field Communication (NFC) erschienen und noch auf der Suche nach tragfähigen Geschäftsmodellen sind, werden laut Gartner vorläufig noch Short Message Service (SMS) und Unstructured Supplementary Service Data (USSD) die dominanten Technologien für Mobile Payment zumindest in Entwicklungsländern bleiben. Die bevorzugte Zugangstechnologie bleibt zunächst Wireless Application Protocol (WAP; hierüber sollen 90% aller mobilen Finanztransaktionen in Nordamerika und 70% in den USA laufen!).

Mehr Infos im Report “Market Trends: Mobile Payments Worldwide, 2011″, der hier geordert werden kann.

Spieltheorie: Megatrend “Gamification”

Laut einer Prognose des IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner werden im Jahr 2015 70 Prozent der global größten Unternehmen und Marken sog. “gamified apps” verwenden. 50 Prozent der Unternehmen, die Innovationsmanagement betreiben, werden laut Gartner Gamification benutzen, um Prozesse in Forschung und Innovationsmanagement zu befördern. Gamification wird definiert als das “design model that leverages the best of game thinking and game mechanics to engage consumers and solve problems”.

"Appfahrt!" - Ski Race Game

Eine zusätzliche, von der Kommunikationsagentur Mercury Global Partners zitierte Studie von M2 Research sagt voraus, dass US-Unternehmen 2015 bereits rund eine Milliarde US-Dollar für die Gamification ihrer Produkte und Services ausgeben werden.

Gartner zufolge zählen zu den Gamification-Stärken u.a.:

  • Beschleunigtes Feedback: In der “normalen Welt” sind Feedback-Schleifen langsam (vgl. z. B. jährliche Befragungen zur Kundenzufriedenheit etc.). Gamification kann diese Zyklen erheblich verkürzen und so die Reaktionszeit der Unternehmen entscheidend verbessern.
  • Klare Ziele und Regeln: In der Welt außerhalb der Spiele sind Ziele oft schwammig und werden Regeln oft wenig systematisch angewendet. Gamification schafft klare Rahmenbedingungen.
  • Spannung: Während Unternehmensangebote in der normalen Welt selten besonders aufregend sind (“Wie waren Sie mit Ihrem letzten Aufenthalt in unserem Hause zufrieden?”), kann Gamification spannende, ja faszinierende Angebote schaffen.
  • Kleine erreichbare Teilziele: In der Lebensrealität der meisten Menschen besteht kein Mangel an Herausforderungen. Doch meist erfordert die Bewältigung dieser Challenges einen starken, langfristigen Einsatz. Gamified Apps hingegen liefern erreichbare Kleinziele – und sind genau deswegen verführerisch.

babywalz-Krabbelspiel

Die App- und Ideen-Schmiede Glanzkinder kann diese Ansätze aus der Beratungs- und Entwicklungs-Praxis bestätigen. Schon früh haben sich Kunden wie babywalz, die Canadian Tourism Commission oder Doppstadt Calbe mit Erfolg für einen “gamified”-Ansatz Ihrer App-Angebote entschieden.

Mercury erwähnt in diesem Zusammenhang die gestern verkündete Kooperation zwischen der App-Promotion-Plattform FreeAppADay (FAAD) und den Spezialisten für Mobile Entertainment von FunMobility. Eines der Kooperationsziele ist der Launch einer neuen FAAD-App, die es den Nutzern von Spiele-Apps gestatten soll, direkt miteinander in Kontakt zu treten (“FunChat”). Diese Plattform soll aber gleichzeitig Werbesponsoren zur Verfügung gestellt werden.

Laut Mercury erreicht die FAAD App bereits heute über fünf Millionen Nutzer von iOS-Geräten über Push Notifications, weitere Millionen sollen sich via Twitter oder Facebook Fanpage über die tägliche “Paid App goes Free App”-Aktion informieren.

Mobile-freundliche Kommunikation Fehlanzeige

Laut der aktuellen Studie “Smart Marketing – Mobilising your brand”, beauftragt von den PR-Dienstleistern von Weber Shandwick und durchgeführt von KRC Research) vernachlässigen Marken ihre mobile Kommunikation und damit den direkten Draht zu relevanten Zielgruppen. Die Interaktion mit Verbrauchern via Smartphone ist eine große Herausforderung für Marken und Unternehmen. Die aktuelle Befragung zeigt laut Weber Shandwick, dass internetfähige Mobiltelefone inzwischen das beliebteste Medium für den Kontakt mit Marken sind: 45 Prozent der Befragten geben an, bevorzugt mit Unternehmen zu arbeiten, die eine Interaktion via Smartphone ermöglichen. Dennoch schöpfen viele Firmen das Potenzial einer engen Vernetzung mit dem Kunden nicht aus.

Das Smartphone stellt für den Verbraucher einen zentralen Bestandteil seines Alltags dar. Es dient häufig zur ersten und einzigen Kontaktaufnahme mit Marken und Unternehmen. Doch die zugesprochene Aufmerksamkeit und Höhe der Marketingbudgets für mobile Kommunikation wird noch nicht deren Bedeutung als Katalysator sozialer Inhalte und Fürsprecherschaft gerecht. Im ersten Quartal 2011 stieg der Absatz von Smartphones laut Gartner weltweit um 85 Prozent. Knapp die Hälfte der europäischen und etwa ein Drittel der deutschen Smartphonenutzer fühlen sich laut der KRC-Studie bereits “nackt” ohne ihr Mobiltelefon. Jeder vierte der europaweit Befragten checkt Informationen und E-Mails lieber auf dem Smartphone als auf dem PC, selbst zu Hause. 30 Prozent geben an, innerhalb des letzten Jahres Informationen über Unternehmen oder deren Angebote via Smartphone weitergeleitet zu haben. Damit sind Firmen-News die mobil am häufigsten geteilten Inhalte und machen Verbraucher zu wichtigen “Brand Advocates“.

In Deutschland schaut jeder siebente Smartphonebesitzer regelmäßig mit dem Handy nach Informationen über Produkte oder Unternehmen. Jeder Sechste vergleicht via Mobiltelefon Preise und Angebote online. Laut einem Drittel aller Befragten beinflussen Smartphones die Meinung über Produkte und Unternehmen sowie die Interaktion mit ihnen. 57 Prozent der deutschen Smartphonenutzer denken beispielsweise positiver über Firmen, wenn deren Websites auf Mobiletelefonen abrufbar sind, von allen europäischen Studienteilnehmern sagen das 71 Prozent.

Negative Smartphone-Erlebnisse schrecken Verbraucher ab
Zwei Drittel der europäischen User zählen eine schwierige Navigation und langsam ladende Websites zu den nervigsten Schwächen bei der Benutzung von Smartphones. Knapp die Hälfte findet es ärgerlich, keine Informationen über Unternehmen in der Umgebung zu finden. Mit 45 Prozent auf Platz eins der europäischen Verbaucherwunschliste für mobile Kommunikation stehen Websites, die mit dem Smartphone einfach und problemlos zu nutzen sind. Leider wurde die (Nicht-)Verfügbarkeit von Mobile Apps als Zufriedenheits-Kriterium offensichtlich nicht abgefragt.

Die Ergebnisse der Studie stammen aus einer Befragung von insgesamt 2.000 Smartphone-Nutzern im Alter von 18 Jahren und älter – jeweils 400 Personen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und UK. Die Studie wurde als Onlinebefragung im Zeitraum vom 31. März bis 14. April 2011 durchgeführt.

Download der Studienergebnisse als PDF

2011 verdoppelt sich der Markt für Mobile Ads

Laut dem IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner wird der weltweite Umsatz mit mobiler Werbung im Jahr 2011 3,3 Milliarden US Dollar betragen. Das ist mehr als doppelt so viel im Vergleich zu den 1,6 Milliarden US Dollar in 2010. Bis zum Jahr 2015 wird der Umsatz 20,6 Milliarden US Dollar betragen, aber nicht alle Formen der mobilen Werbung werden die gleichen Möglichkeiten bieten. Suchfunktionen und Karten werden den größten Umsatz erzielen, während Video- und Audio-Werbung am schnellsten wachsen werden. Die Region Asia/Pacific bleibt die größte, jedoch werden Nordamerika (28% des Gesamtmarktes bis 2015) und Westeuropa (25%) am stärksten wachsen.

Mehr Infos im Report “Forecast: Mobile Advertising, Worldwide, 2008-2015″, der hier geordert werden kann.

Autor: klaus, veröffentlicht am: 20. 06. 2011

Kategorien: Android Programmierung, iPad Programmierung, iPhone Programmierung

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