Apps: 2016 ist die Hälfte hybrid

Gartner.comLaut dem IT-Research- und Beratungsunternehmen Gartner werden hybride Apps, die ein Gleichgewicht zwischen HTML5-basierten Web-Apps und ursprünglichen Apps halten, bis zum Jahr 2016 mehr als 50 Prozent der mobilen Apps ausmachen. Dafür sei u.a. der BYOD-Trend verantwortlich und der erhöhte Druck auf Unternehmen, mobile Business Apps bereitzustellen, um den mobilen Arbeitsstilen von Mitarbeitern gerecht zu werden.

“Die hybride Architektur ist dabei außerordentlich gut für Anwendungwearen geeignet, die Unternehmen ihren Mitarbeiter bereitstellen können,” ist Van Baker, Research VP bei Gartner überzeugt. Zwar bieten native Apps in den meisten Fällen noch das Optimum an Performance und User Experience, zu ihren Nachteilen im Unternehmenseinsatz zählen jedoch die durch sie bedingte fragmentierte Landschaft aus Entwicklungsumgebungen und Werkzeugen sowie (zu) viele zu pflegende App-Versionen für die Bereitstellung von meist ein und derselben Funktionalität.

Die versprochenen Offline-Fähigkeiten von HTML5 haben bei Web-Apps laut Gartner oft enttäuscht, daher stehen nun hybride Apps vielfach im Mittelpunkt des Interesses. Besonders, wenn es um business-to-employee (b2e)-Apps geht, aber durchaus nicht nur dann: Bekannte aktuelle Beispiele für Hybrid-Apps stammen beispielsweise von Facebook, LinkedIn, Microsofts Bing-App, Netflix oder auch XING (vgl. hierzu auch die besonders nützliche Einführung von Brightcove).

Wie funktioniert das eigentlich?
Hybrid Apps werden nicht in plattformspezifischen Sprachen wie Java oder Objective-C geschrieben. Es werden hierbei viel mehr HTML5-basierte Web-Apps mit einem nativen Container zu einer hybriden mobilen Architektur verbunden, wodurch diese in die jeweiligen Stores wie App Store oder Google Play eingestellt werden können. Der Container gestattet solchen Apps überdies vollständigen Zugang auf die Geräteperipherie wie Sensorik (Kamera, Mikrofon, Beschleunigungssensor, Kompass etc.) aber auch auf Dienste wie Telefonie oder Kontakte.

Warum überhaupt dieser Aufwand?
Weil “mobile” die Voraussetzung für und Grundanforderung an alles wird – sowohl im Consumer- wie im Enterprise-Bereich. Gartner prognostiziert, dass bereits gegen Ende des laufenden Jahres Mobitelefone PCs als Hauptzugriffsmittel auf das Internet abgelöst haben werden. Weiterhin soll bis Ende 2016 der PC-Markt nach Stückzahlen nur noch die Hälfte der kombinierten Absatzzahlen von Tablets und Smartphones ausmachen. “Spätestens dann ist das Zeitalter der durch Windows-PC dominierten Unternehmens-IT vorbei,” verdeutlicht Van Baker.

Gleichzeitig wird sich Zahl und Beschaffenheit der theoretisch zu unterstützenden Plattformen voraussichtlich weiter ausweiten und ausdifferenzieren: Set Top Boxen, Smart-TV Sets und andere connected devices sowie wearable devices (Brillen wie Google Glass, Uhren/SmartWatches) kommen vermehrt hinzu etc. Trotz aller Priorisierungsbestrebungen dürfte dieser Trend durchgängige native Unterstützung schwer bis unmöglich machen.

Während also im Unternehmensbereich hybride Apps das Rennen machen sollen, glaubt Gartner aber an den Durchbruch von beispielsweise rein HTML5-basierenden Web-Applikationen im Nicht-Unternehmensumfeld bis 2015. In zwei Jahren wird sich nach dieser Prognose das Feld wie folgt aufteilen:
Consumer Apps: 40% nativ, 40% hybrid, 20% Web
Business Apps: 10% nativ, 60% hybrid, 30% Web .

Hieraus leiten die Berater die Empfehlung für Firmen ab, Kompetenzen im Bereich hybrider App-Entwicklung aufzubauen bzw. ihre Dienstleister danach auszuwählen – aber auch die Web-(App-)Entwicklung weiterzuverfolgen. Mehr zur Thematik bietet der Report “Predicts 2013: Portal and Web Technologies” der hier erworben werden kann.

Glanzkinder, die Softwarespezialisten für mobile Applikationen, beobachtet heute bereits Ansätze der beschriebenen Trends bei seinen Kunden: Während es noch 2008 (natürlich) ein reines iOS-Business war, hatten die Anfragen und Beauftragungen zum Apple-Betriebssystem bis ca. Mitte 2012 überwogen. Nach kräftiger Zunahme des Interesses an Android in den vergangenen zwei Jahren lassen im laufenden Jahr Interessenten im Bereich Business Apps immer häufiger hybride Lösungen mit Ausprägungen für ein oder mehrere Plattformen anbieten.

M-Health als Hybrid App gelöstJüngstes Beispiel ist der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS), für den Glanzkinder eine App zum IGel-Monitor entwickelt hat. Die M-Health-Lösung verschafft schnellen Überblick über beim Arzt angebotene individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), indem ihr Nutzen und Schaden wissenschaftlich bewertet, gegeneinander abgewogen und in einer abschließenden Bewertung seitens des MDS zusammengefasst werden. Die Bewertung reicht dabei von negativ über tendenziell negativ, unklar, bis hin zu tendenziell positiv und positiv.

Darüber hinaus informiert die App über die Preisspanne von IGeL zu den alternativen Leistungen, die von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) angeboten werden. Alle Informationsangebote werden regelmäßig aktualisiert und erweitert. IGeL-Leistungen werden auf der Grundlage der Evidenz-basierten Medizin (EbM) beurteilt. Das IGES (Institut für Gesundheits- und Sozialforschung) hat noch Anfang 2013 attestiert, dass der “IGeL-Monitor des MDS das derzeit umfassendste und auch hinsichtlich der Bewertungskriterien beste Informationsangebot” zur verständlichen Darstellung von Nutzen, Risiken und Unsicherheiten ist.IGeL-Leistungen im Überblick

Die mobile Lösung wurde von Anfang an hybrid entwickelt. Bislang wurden auf dieser Grundlage Free Apps für Android und iOS/iPhone im Bereich Gesundheit u. Fitness veröffentlicht. Die technologische Basis bilden in diesem Fall PhoneGap und das jQuery Mobile Framework. Für iOS und Android kann zu 95 Prozent die identische Code-Basis verwendet werden, Anpassungen wurden nur für die Retina-Unterstützung erforderlich.

Bei allen offensichtlichen Vorteilen dieser synergetischen Programmierweise tauchten zunächst auch kleinere Nachteile auf: Da im Vergleich zu nativen Apps eine Schicht mehr verarbeitet wird, war bei “touch-events”, also Eingaben über den Touchscreen zunächst eine kleine Verzögerung zu beobachten. Doch auch dafür wurde inzwischen ein Workaround gefunden.

Glanzkinder hat auf die oben dargestellte Marktsituation reagiert und inzwischen ein eigenes “Hybrid-Labor” eingerichtet.
Die Computerwoche zur Zukunft mobiler Anwendungen

Info-App zu Lebensmittelintoleranzen

Mahlzeit! Lecker essen trotz LebensmittelunverträglichkeitStets mehr Menschen, zumindest in den Industriestaaten, leiden unter Allergien oder Unverträglichkeiten. 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung sollen bereits an einer Lebensmittelunverträglichkeit leiden. Gerade sie sind häufig überfordert mit ihrer Diagnose und wissen nicht, was sie überhaupt noch zu sich nehmen dürfen. Da trifft es sich gut, dass auch die Mobile Health-Angebote immer reichhaltiger und ausgefeilter werden. Beispielsweise die iOS Universal App “Histamin, Fructose & Co.” von Baliza erscheint aktuell bereits in Version 2.2. Die wesentlichen Verbesserungen betreffen die Individualisierbarkeit – die App lässt sich jetzt noch flexibler an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Überdies wurde der Zuckeraustauschstoff Sorbit als neue Intoleranz hinzugefügt.

Die App gibt Warnhinweise vor Histamin & Co. in über 700 Lebensmitteln. Diese sind nach Kategorien wie (nicht) alkoholische Getränke, Fisch, Fleisch und Wurst, Gemüse oder Getreide geordnet. Nun kann die eigene Diagnose, also eine oder auch mehrere Unverträglichkeiten als Filter eingerichtet werden. Danach zeigt die App entsprechende Nahrungsmittel mit einem hinterlegten Farbcode an: Rot = enthält den Stoff, gelb = möglicherweise enthalten, dunkelgrün = nicht enthalten.

Weiterhin lässt sich die App so parametrisieren, dass überhaupt nur verträgliche Nahrungsmittel angezeigt werden. Die Warnhinweise sind nachvollziehbar und sogar einigermaßen differenziert gehalten, vgl. z. B. diesen Eintrag zu Champagner: “Normalerweise glutenfrei. Achten Sie darauf, dass kein Malz zugesetzt ist.” Also eine übersichtliche, feine Sache, genau wie die Übernahmemöglichkeit von Lebensmitteln in die integrierte einfache Einkaufsliste sowie ein Freitextfeld für Kommentare, die hinterlegten Wikipedia-Links sowie die Quelle für die Einstufung des Lebensmittels. Als In-App-Kauf sind für 2,39 Euro weitere Filter-Optionen (invertierbare Filter; Vegetarismus; Kreuzallergien) verfügbar, die nicht getestet wurden. Die App selbst kostet 4,99 Euro.M-Health-Lösung zu Lebensmittelunverräglichkeiten

Nicht verwechseln darf man allerdings diese Lebensmittelübersicht mit einem Produktkatalog. Sämtliche Angaben sind generisch und beziehen sich nur grundsätzlich auf das Nahrungsmittel. “Histamin & Co.” macht keine Unterschiede bezüglich einzelner Hersteller und ihrer Produkte, die sich teilweise ja schon aus der Verarbeitung von anderen, die besagten Stoffe enthaltenden Lebensmitteln in der gleichen Fabrik oder Anlage ableiten können. Auch als Restaurantführer ist die App nicht gedacht – obwohl sich eine Integration solcher Informationen aus Nutzersicht durchaus anbieten würde. Mit den genannten Einschränkungen ist die App jedoch für Betroffene ein taugliches und nützliches Werkzeug.
Fazit: ***

mehr Infos zur App

Download von Histamin & Co.

Autor: klaus, veröffentlicht am: 31. 08. 2012

Kategorien: iPad Programmierung, iPhone Programmierung

Tags: , , , , , , , ,

MM: Android m. 2/3 der Ad Impressions

millenial media logoMillennial Media (MM) ist ein Spezialist für mobile Werbung und Kampagnen. Unlängst wurde der aktuelle Mobile Mix-Report mit Juli-Daten veröffentlicht. Aus den Ergebnissen:

  • Android wächst weiter stark – derzeit um 15 Prozent von Monat zu Monat. Bei den von Smartphones ausgehenden Ad Impressions im MM-Netzwerk liegt der Anteil bereits bei 61 Prozent.
  • Bei auf Anwendungen heruntergebrochenen Werbeausgaben im MM-Netz hat Android mit 48 Prozent iOS (43%) hinter sich gelassen.
  • Samsung wächst als Einzelhersteller derzeit um monatlich 28 Prozent und liegt damit schon auf Rang 2 hinter Apple.
  • Motorola liegt auf Platz 5 der Hersteller-Charts und hat drei Endgeräte in den Top 11 der MM-Gerätecharts.
  • Impressions, die auf Windows Phone 7 (WP7) zurückführbar sind, verzeichneten einen Sprung um 71 Prozent!
  • Die Impressions im MM-Netzwerk schlüsselten sich im Juli wie folgt auf: 53 Prozent von Smartphones, 42 Prozent von Connected Devices (z. B. iPad, iTouch, Samsung Galaxy Tab, PSP etc.) und die restlichen fünf Prozent von Dumb Phones (Feature Phones). 33 Prozent aller Zugriffe erfolgte nicht via Mobilfunknetze, sondern über Wi-Fi-Zugänge.
  • Seit März 2009 haben sowohl Apple wie auch HTC und Huawei ihren Anteil bei MM-Ad Impressions verdoppelt.
  • Spiele stellen derzeit 29 Prozent der aus Apps stammenden Impressions. Gesundheit und Fitness legten von Juni bis Juli um 13 Prozent zu, Favoriten sind hier Kalorienzähler und Rezpte-Apps.

zur Registrierung u. Download des jeweils aktuellen Mobile Mix

Five APPetizers for Canada

Canada - keep exploringDie Canadian Tourism Commission (CTC
ist als kanadische Crown Corporation mit Aufgaben zur Förderung des Tourismus aus diversen internationalen Quellmärkten betraut, darunter auch Deutschland. Ihr Auftrag ist es also, die Welt immer wieder auf die attraktiven Angebote Kanadas aufmerksam zu machen. Die für Ihre Informations- und Marketing-Aktivitäten preisgekrönte CTC setzt diese jetzt auch im Bereich Mobile Business fort. Allerdings setzen die Spezialisten für Tourismusförderung nicht etwa nur auf eine vereinzelte Image App, sondern auf ein fein aufeinander abgestimmtes und funktionsstarkes App-Quintett. Jede der fünf iPhone Apps adressiert unterschiedliche Nutzerinteressen und –bedürfnisse, ist mit den anderen Apps sinnvoll vernetzt (App Store Optimization, offeriert echten mobilen Mehrwert und kann kostenlos im App Store heruntergeladen werden.i Go Canada

  • Mit “i Go Canada” (App Store Link) lässt sich ein individueller Kanada-Urlaub besonders variantenreich und doch komfortabel zusammenstellen. Die Angebote von CANUSA TOURISTIK (www.canusa.de) sind hier nur einen Fingertipp entfernt. Wertvoller Bonus: Für jede so gebuchte Skireise nach Alberta spendiert der Reiseveranstalter eine Visa-Guthabenkarte im Wert von 50 kanadischen Dollar als Dreingabe.
  • Die App “i Quiz Canada” (App Store Link) entführt schon vor dem Urlaub in ein Kanada-Trainingslager, in dem sich das Wissen zum Traumziel in drei Levels testen lässt. In einem zusätzlichen Gewinnspiel kann überdies eine Reise in die Winterwunderwelt von Alberta ergattert werden.
  • Ebenfalls der optimalen Reisevorbereitung dient “i Fit For Canada” (App Store Link). Die HealthStyle-App hilft dabei, sich für den nächsten Skiurlaub in Kanada in Top-Form zu bringen. Denn mit dieser Anwendung sind die wichtigsten Ski-Gymnastikübungen in Form von attraktiven Lehr-Videos immer mit dabei.
  • Das rasante Abfahrts-Game “Ski Race Canada” (noch in review) fördert die Urlaubs-Vorfreude auf ganz eigene Weise – inklusive “Heli-Skiing”, Après-Ski und – Obacht! – Bären, denen es bei der Schußfahrt auszuweichen gilt.
  • Die App “i Ski Travel Canada” (App Store Link) schließlich fungiert als ganz persönlicher Reiseführer durch die Ski-Resorts von Alberta. So sind die besten Tipps und Empfehlungen zu Après-Ski und Skihütten, Restaurants, Bars und Clubs oder Wellness garantiert immer mit von der Partie.

Canada_wordmark_black_red_flag
Umgesetzt wird das Gesamt-Paket aus Konzeption, Entwicklung und Promotion vom App-Systemhaus Glanzkinder.
Kostenloser Download aller fünf Appetitmacher-Apps im App Store, Kategorie Reisen. Die App “i Ski Race Canada” befindet sich derzeit noch im Review-Prozess, Link folgt nach Freigabe!

Branchen-Special: Gesundheits-Apps

2011 wird jedes dritte bei uns verkaufte Mobiltelefon ein Smartphone sein. Apps gab es zwar schon lange – von Nokia und anderen. Doch Apple gebührt das Verdienst, mit der Entwicklungsmöglichkeit von Apps für seine Plattformen so etwas wie ein neues Wirtschaftsfeld eröffnet zu haben. Dieses kann interessante Wachstumsraten vorweisen: In Deutschland lag im Jahr 2009 der Umsatz, der mit mobilen Apps erzielt wurde, bereits bei 190 Millionen Euro. Für 2010 wird ein Umsatz von 343 Millionen Euro prognostiziert.

Health Apps - Gesundheit in der Hosentasche | Foto: IAT

Health Apps - Gesundheit in der Hosentasche? | Foto: IAT


Für den Bereich der Gesundheit ergeben sich hier sowohl für die Wirtschaft als auch für die Konsumenten neue Möglichkeiten. Schon jetzt informiert sich bereits mehr als die Hälfte der Bundesbürger über Gesundheitsthemen online. Daran haben auch Apps einen nicht zu unterschätzenden Anteil, der mit der Weiterverbreitung von Smartphones in naher Zukunft steigen wird. Momentan spielen gesundheitsbezogene Apps eine eher untergeordnete Rolle – noch, wie ein lesenswerter Report vom Institut Arbeit und Technik Gelsenkirchen (IAT) darstellt: Hiernach zeigt ein Blick auf die Wachstumsraten der vergangenen Monate einen deutlichen Anstieg bei entsprechenden Neuentwicklungen: In Apples App Store hat sich beispielsweise die Anzahl der gesundheitsbezogenen iOS-Apps allein im Zeitraum Februar bis September 2010 um fast 3.000 Apps auf 7.136 erhöht.

Googles Android Market fasst diese in der Kategorie „Gesundheit“ zusammen, der App Store unterscheidet noch die Kategorien „Gesundheit & Fitness“ sowie „Medizin“. Dahinter verbergen sich für den deutschen Markt 628 bzw. 725 angebotene Programme (Stand: 12.11.2010). Das Angebot beinhaltet dabei sehr verschiedene Dinge: Gesundheitslexika, Schrittzähler, Rückenschulen, 3D-Modelle menschlicher Körperteile, BMI- oder Broteinheiten-Rechner, Medikamentenlisten oder Pollenflugkalender.Broteinheiten_Icon

Dennoch ist das Feld der Apps für die Gesundheitsbranche laut IAT noch kaum erschlossen. Generell lassen sich dabei die beiden Themenschwerpunkte “Medizin” und “Lifestyle” (bzw. “HealthStyle”) identifizieren. Ob Gesundheitslexikon, Fachinformationen für medizinisches Personal, Blutdrucktagebücher, Yoga-Übungen oder Laufdatenanalyse mit Hilfe von GPS – die Anwendungsfelder scheinen nahezu unbegrenzt. In Deutschland beschränkt sich das Angebot meist noch auf die reine Informationsebene. Ein Blick über die Grenzen zeigt allerdings, dass die Zukunft der Apps auch die Interaktionsebene erreicht: Apps, die medizinische Daten von Patienten bündeln und an Gesundheitszentren weiterleiten oder Videokonferenzen mittels Smartphones sind in anderen Ländern bereits erfolgreich erprobt und in die Tat umgesetzt. Und für alle Anwendungsbereiche, bei denen Übersichtsbilder und Datenerfassung von verstärkter Bedeutung sind, wie beispielsweise bei der Visite im Krankenhaus, kommen Tablet-Rechner wie das iPad als Zielsysteme für die App-Programmierung in Betracht.

Health Apps – Fakten & Zahlen im Überblick:

  • Mit 52,6 % informiert sich über die Hälfte aller Bundesbürger (auch) online über Gesundheitsthemen.
  • 2011 wird voraussichtlich jedes dritte verkaufte Mobiltelefon ein Smartphone sein.
  • Seit der Eröffnung von Apples App Store im Juli 2008 stehen mehr als 300.000 Anwendungen bereit, die bislang in Summe über 7 Mrd. mal heruntergeladen wurden. In Deutschland stehen ca. 1.400 gesundheitsbezogene Apps zur Verfügung, international sind es bereits über 7000.
  • Health Apps spielen derzeit zwar im Vergleich zu anderen Kategorien wie Games und News eine untergeordnete Rolle, weisen jedoch je nach Mobile App Store Wachstumsraten von bis zu 156,6% (Android Market) auf.
  • Viele telemedizinische Lösungsansätze setzen bei gleichem oder ähnlichem Leistungsversprechen auf unterschiedliche technische Innovationen. Smartphones und native Apps bzw. Web-Applikationen können als einheitliches Interface Defizite bei Nutzerakzeptanz und -kompetenz ausgleichen.

Die aktuelle Ausgabe 13/2010 der IAT-Publikation “Forschung Aktuell” befasst sich ausführlich mit dieser zukunftsträchtigen Thematik und kann hier heruntergeladen werden: Download (PDF).

iBreakOut: Burnout-Prävention a.d. iPhone

Das Leben von Mobile Professionals kann ganz schön hart sein. Leicht wird dabei dauerhaft über Grenzen gegangen. Wird im Job der Druck zu viel? Wieder mal viel zu viel ‘Dark Nebula’ gedaddelt? Kracht es gar an der Beziehungsfront? Ernste Krisen können viele Ursachen und Auslöser haben. Gerade beruflich gelagerte Krisen drohen, sich zum gefürchteten Burnout-Syndrom auszuwachsen. But there’s an App even for that: Coaching-Experte Dagobert Speicher bietet mit iBreakOut 1.1 jetzt einen interaktiven Leitfaden zur organisierten Selbsthilfe für derartige Grenzfälle an, damit es möglichst erst gar nicht so weit kommt.

iBreakOutScreen0Da erfahrungsgemäß viele Menschen damit Schwierigkeiten haben, die problematischen Situationen ihres Lebens eindeutig zu identifizieren und daraus resultierend konkrete Schritte einzuleiten, will die App genau bei diesem Prozess helfen. Nicht mehr – sie kann keinesfalls einen Therapeuten ersetzen, wenn das Kind schon im Brunnen ist. Aber auch nicht weniger.

Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz der App ist naturgemäß größtmögliche Ehrlichkeit sich selbst und somit auch der App gegenüber. Diese erforderliche Offenheit wird dadurch geschützt, dass sich die Anwendungsdaten der App verschlüsseln und mit einer eigenen Passwortabfrage versehen lassen. iBreakOut erlaubt es, beliebig viele “Sessions” anzulegen. Jede einzelne Session befasst sich mit einem Problem, das aus der Verdrängung geholt und endlich konkret angegangen werden soll. Dieser Prozess endet mit der Entwicklung eines Lösungsszenario seitens des Anwenders – die App bietet (seriöserweise) keine vorgefertigten Schnell-Rezepte. Das Verfahren baut sich jeweils aus mehreren Seiten auf, die stets eine Einschätzung vom Benutzer erfordern und dann eine dazu passende Folgeseite anbieten. Im allerersten Schritt geht es darum, der als kritisch erlebten Situation einen Namen zu geben.

iBreakOut_screen1Anschließend fragt die App, wie wichtig es dem Anwender ist, diese Situation zu ändern. Sechs Fragen à la “Wie stark belastet mich die Situation?” helfen dabei, den aktuellen Leidensdruck zu eruieren. Ist er nicht hoch genug, schlägt iBreakOut vor, sich mit der Situation abzufinden und lieber wirklich wichtige Probleme anzugehen. Ist das Problem hingegen tatsächlich kritisch, so analysiert iBreakOut, ob sich die Situation ändern lässt – und auf welche Weise. Hierzu fragt die App ab, inwieweit sich der Anwender in der Lage sieht, die Situation oder sie bestimmende Personen überhaupt zu beeinflussen. Sollte das nicht der Fall sein, bleibt die Variante, an sich selbst zu arbeiten. Das hört sich nach einem Gemeinplatz an, kann aber ein entscheidender Lernschritt sein. Am Ende des Prozesses notiert der App-User bis zu fünf Aktionen in die App, die er von nun an mit aller Kraft angehen möchte, um das Problem anzugehen bzw. zu lösen. Bekanntlich kann ja die Verschriftlichung schon sehr bei der Vorsatzbildung helfen, außerdem können diese Aktionen natürlich gerade auf dem iPhone jederzeit wieder “auf den Schirm” geholt werden, beispielsweise zur Kurskorrektur in erneuten Krisensituation. Oder um sie an einen neuen Status Quo anpassen.

iBreakOut_Screen2Zu dem Setting, dass bestimmende Personen beeinflusst werden können, hat iBreakOut relativ wenig zu sagen. Logisch: Denn hier wird es richtig komplex. Weitere kleine Kritik: Der Definitions-, Abfrage und Beratungsprozess wird stets von Anfang bis Ende durchgeführt. Das ist grundsätzlich sinnvoll, allerdings durchläuft man so auch Bildschirminhalte wie “Worum es hier geht” immer und immer wieder. Die auch optisch ansprechende App wurde von ihanwel (u.a. iDay, iBody, iLoseWeight, iENo) realisiert. Für das laufende Jahr sind weitere Coaching-Apps für das iPhone geplant, darunter solche zum Abnehmen und zur Raucherentwöhnung.

Mal ein ganz anderer App-Einsatzbereich und -Ansatz: iBreakout ist für jeden, der Schwierigkeiten mit Binnenschau und Problemlösungsstrategien hat und dazu auch stehen kann, einen Versuch und die aufgerufenen 2,39 Euro wert.
Fazit: ***

Autor: klaus, veröffentlicht am: 24. 01. 2010

Kategorien: iPhone Programmierung

Tags: , , , , , , , , , , ,

Mahlzeit! Nr. 2: FoodCheck

FoodCheckAb sofort ist Deutschlands “erste interaktive Lebensmittelampel” für das iPhone und den iPod touch verfügbar. Ob Zucker, Fett oder Salzgehalt, ernährungsbewusste Verbraucher müssen jetzt nicht mehr stundenlang vor dem Supermarktregal die Verpackungen studieren. “FoodCheck – die Lebensmittelampel” liefert laut Anbieter die wichtigsten Informationen über die Zusammensetzung eines Lebensmittels in Sekunden. FoodCheck-Nutzer suchen in einer Datenbank nach Produktnamen oder Herstellern. In den Ampelfarben rot, gelb und grün bekommen sie angezeigt, wieviel Fette, Zucker, Salz oder Kalorien 100g des gewünschten Produkts enthalten. Anders als bei den aufgedruckten Nährwertangaben macht die einheitliche Menge von 100g für jedes Produkt auch Vergleiche kinderleicht. Aktuell befinden sich rund 3.000 Fertig-Lebensmitteln von namhaften Herstellern wie Nestlé, Dr. Oetker oder Unilever in der Datenbank, die laut Anbieter permanent ausgebaut wird. Die App stammt von Jommi Online Marketing und kostet 2,39 Euro.

mehr Info zur Lebensmittelampel
iTunes-Link

Mahlzeit! Nr. 1: iEno

iEno_iconSich im Dschungel der vielfältigen Zusatzstoffe zurecht zu finden, die in der EU Lebensmitteln zugefügt werden dürfen, wird immer schwerer. Zwar müssen alle Zusatzstoffe mit E-Nummern deklariert werden, doch wer weiss schon genau welche E-Nummer was bedeutet und vor allem welcher Stoff mit welchem Gesundheitsrisiko dahinter steckt? Was liegt da näher, als mit dem iPhone in Supermarkt oder Restaurant die entsprechende Nummer nachzuschlagen? iEno enthält eine Datenbank mit allen zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffen, mit umfangreichen Informationen wie “Was ist es überhaupt?” sowie Risiken. Die Texte sind laut Anbieter auch für Laien gut verständlich. Zudem lassen sich alle Zusatzstoffe ausfiltern, die zu bestimmten Krankheitsbildern gehören. Jeder Zusatzstoff kann vom User mit einem eigenen Bewertungssymbol und einem eigenen Text bewertet werden. Diese Bewertungen können auf Wunsch auch für andere iEno-User freigegeben werden. So können iENO-Nutzer von den Erfahrungen anderer User profitieren. Die iEno zugrunde liegenden Daten werden mit der Installation der App auf dem iPhone / iPod Touch installiert (3 MB Speicherplatz), so dass die Informationen jederzeit und überall auch ohne Onlineverbindung verfügbar sind.

Die iEno zugrunde liegende DR.-WATSON-Datenbank der Lebensmittel-Zusatzstoffe beruht auf jahrelangen Recherchen, eigenen Untersuchungen und der Auswertung von mehreren tausend wissenschaftlichen Studien durch Dr. Hans-Ulrich Grimm (Autor des Klassikers “Die Suppe lügt”), Bernhard Ubbenhorst und der Ernährungswissenschaftlerin Maike Ehrlichmann. Realisiert wurde die knapp 5 Euro kostende App von ihanwel (u.a. iDay, iBody, iLoseWeight), Initiator und Gründungsmitglied von Vieda, dem Verband der iPhone-Entwickler deutschsprachiger Apps.
iTunes-Link

Autor: klaus, veröffentlicht am: 21. 12. 2009

Kategorien: iPhone Programmierung

Tags: , , , , , , , , ,