Gartner: Smartphone Apps beeinflussen PC-Groupware
Die Analysten des IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Gartner haben fünf Prognosen zur Nutzung von Social Software und Collaboration im Unternehmen vorgestellt. Diese betreffen Angebote aus dem Bereich Team-Collaboration bis hin zu dynamischen Anwendungen für soziale Netzwerke. Wir zitieren die für den Mobilmarkt relevante vierte Prognose im Volltext:
“Within five years, 70 per cent of collaboration and communications applications designed on PCs will be modelled after user experience lessons from smartphone collaboration applications. As we move toward three billion phones in the world serving the main purpose of providing communications and collaboration anytime anywhere, Gartner expects more end users to spend significant time experiencing the collaborative tools on these devices. For some of the world, these will be the first or the only applications they use. The experience with these tools for all who use them will enable the user to handle far more conversations within a given amount of time than their PCs simply because they are easier to use. Just as the iPhone impacted user interface design on the desktop, the lessons in the mobile phone collaboration space will dramatically affect PC applications, many of which are derivatives of decades-old platforms based on the PBX or other older collaboration paradigm.”
Gartner-VP Ken Dulaney erläutert: “IT-Abteilungen sollten weiterhin führende Smartphones und speziell die Potenziale testen, die auf ihnen ausgeführte “collaboration applications” bieten. Immer mehr Unternehmen ersetzen tatsächlich Festnetz- durch Mobiltelefone. In diesem Prozess sollte die Möglichkeit geprüft werden, auch die Groupware-Werkzeuge auf die Smartphones zu bringen.” Alle Gartner-Prognosen finden sich im Report “Predicts 2010: Social Software Is an Enterprise Reality”, der hier verfügbar ist.
Notes Business Apps via iPhone nutzen
IBM stellt eigene Groupware-Lösungen für sicheren Zugriff auf E-Mail, Kontakte und Kalender via Smartphones – u.a. auch per iPhone App – bereit. Doch bekanntlich haben Notes- und Domino-Anwender oft erhebliche Investitionen in ihre teils selbst entwickelten Geschäftsanwendungen auf dieser Plattform getätigt.
Ein als kostenlose iPhone App erhältlicher Connector des IBM Premium-Partners ebf sorgt dafür, dass immerhin Notes-basierte Prozesse wie Urlaubsanfragen, Bestellungen, Investitionsanträge oder Kundenmanagement nun auch über das iPhone laufen können. Projektmanager oder Außendienstmitarbeiter können diese dann bequem von unterwegs aus nutzen und sind auch ohne ihren Bürorechner stets handlungsfähig.
Das Haustechnik-Unternehmen Wilhelm Koch konnte auf diese Weise bereits seine Geschäftsprozesse beschleunigen. Bestellungen für den IT-Bedarf beispielsweise geben die Nutzer über eine Notes-Anwendung auf. Den für die Bearbeitung zuständigen Mitarbeiter erreicht diese auf seinem iPhone, mit dem er den Vorgang gleich weiter bearbeiten kann. Dadurch reduziert die Wilhelm Koch GmbH die Latenzzeiten, die dadurch entstehen, dass ein Mitarbeiter vorübergehend keinen Zugriff auf seinen Computer oder sein Notebook hat. Die Geschäftsprozesse können so schneller durchgeführt werden, der Gesamtbetrieb gewinnt an Effizienz. Auch Julitec, die Westfälische Provinzial Versicherung, die AOK oder die Intercontinental Gruppe nutzen den ebf.connector bereits.
Greift der Mitarbeiter mit seinem iPhone auf eine Lotus Notes-Anwendung zu, so wandert die Anfrage über das mobile Internet auf den ebf.connector-Server. Dieser tauscht über das DIIOP-Protokoll die entsprechenden Daten mit den IBM Lotus Notes-Anwendungen aus. Der Datenaustausch wird dabei durch mehrere Sicherheitsstufen wie VPN-Verschlüsselung und eine Firewall geschützt.
Der ebf.connector 5 verbindet Lotus Notes Anwendungen mit dem iPhone ab Firmware 2.2.1. Lotus Traveler 8.5.1 stellt die Lotus Notes PIM Daten, Termine, Kontakte und E-Mails auf dem iPhone zur Verfügung. Der ebf.connector verbindet neben Lotus Notes u.a. auch:
SAP ab Version R/3, IBM Lotus Domino, IBM DB2, Microsoft Exchange 2003/2007, MS SQL Server, MS-Dynamics, MySQL, Oracle, Siebel, Sybase etc.
Lotus: Sichere E-Mail f. Android, iPhone u. Nokia Smartphones
Zur Lotusphere hat IBM bestehende Angebote der Lotus Collaboration Software und sicherer E-Mail-Lösungen für Nutzer von Smartphones in Unternehmen erweitert. Als nach eigenen Angaben erstes Unternehmen unterstützt IBM “noch in diesem Jahr Android in den Versionen 2.0 und 2.1, also auch das neue Google Smartphone Nexus One”.
Die für Notes-Kunden kostenlose Software Lotus Notes Traveler wird dieses Betriebssystem in seiner nächsten Version unterstützen. Darüber hinaus ist die iPhone App Lotus Notes Traveler Companion ab sofort im App Store erhältlich. Sie bietet verschlüsselte E-Mail-Funktionalität für alle Nutzer, die ihre E-Mail, Kontakte und ihren Kalender über Lotus Notes Traveler in der Version 8.5.1 oder höher synchronisieren.
Voraussichtlich Ende 2010 wird es auch eine neue Version von Lotus Sametime für Nokia Symbian Smartphones geben, mit der die Nutzer Präsenzdienste sowie “Click-to-Call” von Lotus Sametime Unified Telephony aus dem Adressbuch heraus nutzen können.
iTunes-Link zum Traveler Companion
Projectplace pusht mobiles Projektmanagement
Projectplace hat seine bestehende Kollaborationslösung für webbasierte Projektarbeit funktional erweitert: Die wichtigste Neuerung der aktuellen Version betrifft die Möglichkeiten der Teamarbeit: Jeder Nutzer verfügt über ein persönliches Gästebuch, über das er mit Kollegen oder Projekt-Mitgliedern Kommentare austauschen kann; in einem klassischen Chat können außerdem private Nachrichten geschrieben werden. Überdies kann die Applikation jetzt via Push auf anstehende Projekt-Termine, Nachrichten oder Aktualisierungen hinweisen.
Mit der App können User Besprechungsanfragen im Vorfeld bearbeiten, Aufgaben und Statusreporte aktualisieren sowie Dokumente lesen und prüfen. Mittels der neuen Kontaktliste soll es jetzt noch einfacher sein, E-Mails, SMS oder private Nachrichten zu verschicken. Die App ist gratis, setzt fürs sinnvolle Funktionieren das Vorhandensein eines Accounts auf Projectplace.com voraus und ist weiterhin nur in Englisch verfügbar.
iTunes-Link
Doodle-Terminplaner fürs iPhone
Doodle und Neoos lancieren den Doodle Online-Terminplaner nun auch als iPhone App. Laut Doodle verwenden bereits weltweit über drei Millionen Anwender pro Monat Doodle, um mit geringem Aufwand Termine zwischen mehreren Teilnehmenden abzustimmen.
Benutzer können an Umfragen teilnehmen oder selber Umfragen erstellen. Die Einladungen zu Umfragen lassen sich direkt aus der App heraus verschicken. Wer über ein “MyDoodle”-Konto verfügt, behält auf dem personalisierten Dashboard stets die Übersicht über alle laufenden Umfragen und den Status der Teilnehmenden. Doch auch Benutzern ohne Doodle-Konto werden alle kürzlich erstellten Umfragen sowie Umfragen, an denen teilgenommen wurde, in einer Übersicht angezeigt. Die App kostet 2,39 Euro. Von der Online-Version gibt es neben der Gratisvariante auch das werbefreie Premium Doodle sowie die Firmenlösung Branded Doodle.
iTunes-Link
La Sierra University: Nicht ohne mein iPhone
Nach dem die Fälle der Tokyoter Universität Aoyama Gakuin und der MU School of Journalism in Missouri oder der Pharmaziestudiengang der University of Florida bereits Furore gemacht hatten, sorgt seit diesem Sommer auch die US-Uni La Sierra dafür, dass jedes Erstsemester hier wahlweise den iPod touch oder ein iPhone (für das die Vertragskosten aber selbst zu tragen sind) erhält. Vorinstalliert sind einige Apps für den akademischen Alltag wie Campus Map, permanent aktualisierte Kalender sowie Messaging Tools.
Exchange Mailbox fürs iPhone in Minuten
Mit Hosted Exchange von Cortado sollen Anwender “innerhalb weniger Minuten” mit ihrem iPhone einen Exchange Account mit Push Mail anlegen und nutzen können. Cortado sieht sich mit diesem Angebot als weltweit konkurrenzlos. Der umständliche Umweg über den PC könne entfallen. Anschließend können Nutzer die Cortado-Mailbox mit E-Mail-, Kalender- und Adressbuch-Synchronisation 30 Tage kostenlos nutzen, danach kostet die Nutzung des Accounts 9,98 Euro pro Monat.
Die Nutzung setzt Microsoft Exchange Server 2007 voraus, enthält unter anderem ein 2 GB großes Postfach und ermöglicht die Nutzung der bisherigen E-Mail-Adresse. Hier geht es zum Testzugang.
Real Time Communications: Per iPhone auf den MS OCS
Als “iDialog” hat Modality Systems im August einen iPhone Client für Microsofts Office Communications Server 2007 (OCS) im App Store verfügbar gemacht. Somit können Unternehmen jetzt die Groupware-Funktionen des OCS nicht nur Endgeräten unter Windows Mobile, sondern auch iPhones bereitstellen. Dazu gehören Kontaktliste inkl. Verfügbarkeitsinfo und weitere Datenbankeinträge. Aus der Anwendung heraus können Teilnehmer angewählt oder angemailt werden, auch Chats sind möglich. Voraussetzung für die Nutzung der knapp acht Euro kostenden App ist die Zugriffsmöglichkeit auf OCS 2007 oder OCS 2007 R2 sowie auf einen Communicator Web Access (CWA)-Server.
App Store-Link
FMC: Mobiltelefone als Nebenstelle einbinden
Mehr Flexibilität und eine deutliche Kostenersparnis bei Gesprächskosten verspricht die Unternehmenslösung “XPhone CTI Mobility” von C4B Com For Business. Die aktuelle Version 2.1 wurde um FMC-Funktionen erweitert und soll Mobiltelefone in das TK-System von Unternehmen einbinden. Fixed Mobile Convergence (FMC) soll Mobiltelefone als Nebenstelle in das TK-System von Unternehmen einbinden. Diese Technologie bindet jetzt auch die C4B-Lösung ein: mobile Mitarbeiter sind damit auch auf dem Handy unter ihrer Geschäftsrufnummer erreichbar, können mit ihrem Mobiltelefon über das TK-System ihres Unternehmens telefonieren und auf persönliche und unternehmensweite Kontaktdaten zugreifen.
Wer XPhone in Verbindung mit einem Notebook oder PC mit Webzugang einsetzt, kann sein Handy sogar komplett aus dem Browser steuern und Anrufe komfortabel per Mausklick auf einen Adressbuch- oder Journaleintrag starten (Computer Telephony Integration, CTI). Laut Hersteller eignet sich die Lösung besonders für Mitarbeiter, die häufig unterwegs sind, im Homeoffice arbeiten oder keinen festen Arbeitsplatz im Unternehmen haben.
Die Vorteile: “Für Unternehmen ist vor allem die Kostenoptimierung ein starkes Argument, denn mit XPhone CTI Mobility lassen sich insbesondere bei Gesprächen ins Ausland die Mobilfunkkosten drastisch reduzieren. Mitarbeiter müssen künftig nur noch eine einzige Telefonnummer nach außen geben und können ihre Erreichbarkeit nach Bedarf steuern”, erläutert C4B-Vertriebsleiter Michael Schreier.
Die Lösung ist Teil der XPhone Unified Communications Familie und soll sich für jedes aktuell verfügbare TK-System bzw. Telefonanlage eignen. Der Anwender benötigt lediglich ein Smartphone oder ein Notebook mit Internetzugang. Eine Softwareinstallation auf dem Endgerät ist nicht erforderlich. Dementsprechend flexibel lässt sich XPhone CTI Mobility mit verschiedenen Smartphone-Modellen einsetzen und unterstützt neben iPhones auch BlackBerry sowie Endgeräte mit den Betriebssystemen Android und Symbian.
Optional lässt sich XPhone CTI Mobility um sog. Präsenzfunktionen erweitern. Wer viel unterwegs ist, kann seinen Präsenzstatus und die Rufumleitung am Arbeitsplatz über sein Handy verändern und festlegen, ob und wie er für Kunden und Kollegen erreichbar sein will. Außerdem wird der Gesprächs- und Präsenzstatus der anderen Mitarbeiter im Büro angezeigt.
Übrigens wird die gesamte Palette der XPhone Kommunikationslösungen auch als OEM-Lösung seitens der Deutschen Telekom AG als “Octopus Desk 250 Unified Communications” vertrieben.
All-in-one-Server + Groupware + Outlook- + iPhone-Integration
Der Overather Hersteller Quintec stellt Erweiterungen seiner “All-inclusive”-Appliance SmartCom Center vor. Es kann nun zusätzlich als Anwendungsserver für klassische Windows-Anwendungen, wie zum Beispiel Lexware, oder als Datenbankserver genutzt werden. So kann die aktuelle Version 3.0 laut Hersteller zum Allrounder für kleinere Unternehmen werden: Es fungiert dann als Kommunikationsserver, Dateiserver und Anwendungsserver in einem. Erreicht wurde diese Fähigkeit durch die Integration einer Virtualisierungslösung. Auf dem SmartCom Center können nun virtuell Windows-Serverprozesse, wie zum Beispiel MS SQL Server, oder Warenwirtschaftssysteme und branchenspezifische Serveranwendungen zur Verfügung gestellt werden. Kunden können diese virtuelle Maschine optional mit dem SmartCom Center erwerben.
Das SmartCom Center erhält bei Nutzung der Virtualisierungslösung zusätzlich eine Aufrüstung auf 2 GByte Arbeitsspeicher, um eine gute Performance aller Funktionen zu sichern. Der Vertriebspartner vor Ort kann nun auf der virtuellen Maschine zum Beispiel Windows XP oder Windows 7 und dort die vom Kunden benötigten Anwendungen installieren. Die Virtualisierungslösung ist dabei vollwertig in der Backup-Funktion des SmartCom Centers integriert. Sowohl das virtuelle System als auch alle Daten und Datenbanken werden vollautomatisch mit gesichert. Auch Vorgängermodelle ab dem Hardwareversionsstand vom Mai 2009 können auf Wunsch noch nachgerüstet werden.
Und was hat das alles mit dem professionellen Einsatz von iPhones zu tun? Alle E-Mails, Kontakte, Termine, Notizen oder Aufgaben können nach Auskunft von Quintec via SmartCom live und synchron auf dem iPhone (oder einem Smartphone unter Windows Mobile) eingesehen und bearbeit werden. Quintec-Niederlassungsleiter Martin Geilhofer erläutert: “Vom iPhone aus haben Sie mit einer Zusatzapplikation auch Zugriff auf alle Dateien wie z. B. Word, Excel, Powerpoint, PDF, Bilder, etc., die Sie auf dem Dateiserver des SmartCom Center abgelegt haben. Das iPhone kann diese Dateien auf Wunsch synchronisieren oder auch ständig aktuell als “Push” erhalten. Dafür muss Ihr Desktoprechner nicht einmal eingeschaltet sein. Von Ihnen veränderte Daten werden augenblicklich zurück synchronisiert. Dafür wird “Exchange ActiveSync” auf dem SmartCom Center eingesetzt.”
Für die Nutzung auf dem iPhone wollte Quintec zunächst selbst eine App schreiben, fand dann aber die existierende Fremd-App ezShare von antecea Inc. Die für 3,99 Euro pro iPhone User erhältliche App überzeugte das SmartCom-Team. Überdies ist sie universell einsetzbar und nicht nur an das SmartCom Center gebunden.
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