HTML5 Entwickler Framework via M-Way
Unternehmen, die Apps einsetzen wollen, scheuen manchmal den mittlerweile durch die Vielzahl von unterschiedlichen Plattformen (iOS, Android, WP7, etc.) ständig steigenden Aufwand, für jedes mobile Betriebssystem entwickeln zu lassen. Sollen alle bedient werden, so treibt dies Aufwand und Kosten erheblich in die Höhe.
The-M-Projekt hat nun ein neues und offenes HTML5 Entwicklungs-Framework auf Java Script Basis vorgestellt. Innovativ dabei soll sein, dass sich das Framework komplett auf den Mobilen Kanal ausrichtet und somit eine Basis für die plattformübergreifende Entwicklung für mobile Applikationen ist. Die so entwickelten Apps sollen daher in Anwendung und Aussehen einer nativen Applikation gleichen.
Resultieren sollen browserbasierten HTML5- bzw. Web-Applikationen für alle Smartphone Segmente. Via HTML5 entstehen laut Anbieter Web-Apps, die nicht nur auf sämtlichen Smartphones und Tablet PCs optimale Inhalte anzeigen, sondern auch spezielle Design und Nutzungselemente liefern und mit Einschränkungen sogar offline genutzt werden können.
Nach der nativen App kommt ..?
Im Rennen der Apps hat Apple mit iPhone und iPad bisher die Nase vorn. Googles Android-Plattform holt aber auf und für die Zukunft geben Programmierer der Google-Plattform sogar besser Chancen. Die Apps treiben die mobile Computernutzung voran. Bis 2014 rechnet die Unternehmensberatung Booz & Company in einer Studie damit, dass sich der Umsatz mit den kleinen Applikationen für Smartphones und Tablet-PCs von heute 14,3 Milliarden Dollar auf über 40 Milliarden Dollar fast verdreifacht.
Die Vorzüge der Mini-Programme: Die Apps sind idealerweise exakt auf die mobilen Endgeräte abgestimmt und nutzen deren Fähigkeiten wie Multitouch-Steuerung. Für Apples Mobilgeräte gilt das noch mehr als für die Android-Welt: Es gibt eine von Apple produzierte Hardware und einen Store, bei dem Apple auch noch den Finger darauf hat, welche Programmiersprache benutzt wird.
Das Problem: Wer alle Smartphone-Nutzer erreichen will, muss eigene Apps für iPhone, Blackberry, Nokia, Windows-Phone-7-Geräte und Android-Smartphones entwickeln. Auch der Anwender selbst leidet unter der Fragmentierung: einmal im App Store erworbene Apps binden ihn an das iPhone. Will er später auf ein anderes Mobilgerät umsteigen, muss er Applikationen mit entsprechender Funktionalität – soweit vorhanden – noch einmal kaufen.
Für viele ist das Konzept daher nur eine Zwischenschritt auf dem Weg zur nächsten Generation von Programmen: die Browser- oder Web-Applikation. Die Programme lassen sich von jedem beliebigen Gerät aus nutzen, Daten sind überall verfügbar, weil sie nicht lokal, sondern im Netz gespeichert werden. Der neue Internet-Standard HTML 5 soll die Möglichkeiten des Netzes nun nochmals maximieren. Eine immer schnellere Verarbeitung der Web-Programmiersprache Javascript die Browseranwendungen in Komfort und Geschwindigkeit an das Niveau klassischer nativer Anwendungen bringen.
Mit der Website HTML 5 Rocks trommelt der Internetriese Google bei den Entwicklern für den neuen Standard und erläutert dort die Vorteile. Mit dem Browser Chrome treibt Google die Internet-Anwendung voran. Bei der Verarbeitung von JavaScript ist Chrome derzeit schneller als jeder andere Browser. JavaScript ist dabei auf dem Weg, das einzulösen, was einst Sun Microsystems mit Java erreichen wollte – eine nahezu plattformunabhänige, universelle Programmiersprache.
Apple fördert HTML5 ebenfalls, sieht in dem neuen Webstandard aber vor allem eine Möglichkeit, Adobes Multimedia-Format Flash zu ersetzen. Am App-Konzept hält Apple aber fest. Schließlich verdient der Konzern gut an der Umsatzbeteiligung in Höhe von 30 Prozent und will dies nun sogar ausweiten. Mit der für Sommer 2011 angekündigten neuen Version des Betriebssystems Mac OS X 11 sollen Mac-Nutzer Apps über den iTunes-Store kaufen und dann an jedem Mac nutzen können.
Booz & Company-Studie (PDF 1,4 MB)
Darstellung der Vision von Mozilla zu auf HTML, CSS und Javascrip beruhenden “Open Web Apps”
Google Developer Day + PreHackathon
Der Google Developer Day wird am 9. November 2010 in München stattfinden – erstmals in Kooperation mit der Technischen Universität München (TUM) . Er soll reichlich Gelegenheit bieten, mit Entwicklern, TUM-Studenten und -Professoren sowie sonstigen Google-Experten in Dialog zu treten und die Zukunft von Web- und mobilen Anwendungen zu diskutieren. Die Veranstaltung informiert über viele Google Produkte, Schwerpunktthemen sind Android Programmierung, App Engine, Chrome, HTML5, Cloud Platform & Tools, Google Web Toolkit, Social Web, Google Apps sowie (die Integration von) Geodaten. Die Veranstaltung findet im Munich Order Center (M,O,C,) statt.
Die Google Technology User Group München (GTUG Munich) veranstaltet an den beiden dem Developer Day vorangehenden Tagen, also am 7. und 8. November, mit dem sog. PreHackathon eine gleichfalls interessant klingende Aufwärmveranstaltung. Diese findet im Format eines kostenlosen Bootcamp im SAE München (Bayerwaldstraße 43) statt. Zielgruppe sind alle Entwickler, die Google-Technologie nutzen oder dies planen.
Apps per Drag&Drop?
Auf der IFA 2010 wird die Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik (Fraunhofer ESK) ihren E-Composer einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen: Mit diesem Editor soll es möglich sein, mobile (Web-?)Applikationen ohne eigentliche Programmierung “zusammenzuklicken”. Input für die App können Text-, XML-, Audio- und Video-Dateien sein. Diese werden in einem Baukastensystem individuell zu einer Anwendung zusammen gestellt. Dabei können laut Fraunhofer ESK auch die vom Smartphone bereitgestellten Sensordaten wie z.B. der jeweilige Standort in die App einbezogen werden. Der E-Composer generiert die eigene Applikation wahlweise in Flash (z.B. für Android ab V. 2.2) oder HTML5 (z.B. für Safari/iOS) und macht sie damit kompatibel für die meisten gängigen Smartphones. unklar ist, ob der entstandene Code auf dem Smartphone oder auf einem Web-Server residiert.

E-Composer für die App-Entwicklung ohne Programmierkenntnisse (Quelle: Fraunhofer ESK)