WWDC- und I/O-Alternativen bzw. -Ergänzungen
Auch wer kein Ticket für Apples World Wide Developer Conference (WWDC; 10.-14.06.13; Experten erwarten heuer übrigens weniger eine neue iPhone-Generation als vielmehr iOS-News) ergattert hat, kann in San Francisco Belehrung, Spaß und Gemeinschaft finden – bei der inoffiziellen AltWWDC nämlich: “Five days of talks, food, co-working, and mingling with other developers – all without the bar noise”, wie es die Veranstalter formulieren.
Trostpflaster bzw. Alternativen gibt es übrigens auch zu Googles dieses Jahr ebenfalls binnen 50 Minuten ausverkaufter Entwicklerkonferenz I/O, die rund 4 Wochen früher in San Franciscos Moscone Center über die Bühne geht, nämlich vom 15. bis 17. Mai: Beispielsweise in Köln – bei bei Grandcentrix – oder auch in St. Ingbert – bei Key-Systems – kann man an Extended Events zur I/O teilnehmen, inklusive Live-Übertragung der Keynotes. Die gibt es außerdem u.a. in Hamburg, Oerlinghausen, Wiesbaden, Frankfurt/M., Ostelsheim, Stuttgart, Rottweil, Regensburg oder München.
Apps fürs Office u. für Admins
Die Computerwoche stellt hier “Productivity Apps für das iPad vor: Alternativen zum noch nicht (aber bald?) für iOS verfügbaren MS-Office von Apple (Pages, Numbers, Keynote) und QuickOffice sowie als preiswerte Word Processor-App iA Writer. Danach werden Listen und Notizen sowie Browser ins Rampenlicht gesetzt und schließlich Cloud-Helferlein wie Cortado oder Dropbox oder Texterfassungs-/Übersetzungs-Apps wie Dragon Dictation.
Apps für Netzwerk-Admins und SysOps stehen hingegen hier im Fokus. Das IDG-Netzwerk bietet bei diesem Thema folgende Apps auf: Fing (zeigt mit dem Netzwerk verbundene Geräte sowie geöffnete Ports an), iNet Netzwerkscanner und Net Status (monitoren definierte IP-Bereiche), Nice Trace (zeigt den Stationenverlauf einer IP-Anfrage) u.v.m.
iCloud am Horizont
Apple stellte iCloud als “bahnbrechende Zusammenstellung kostenloser Cloud-Services” vor, “die nahtlos mit allen Anwendungen auf iPhone, iPad, iPod touch, Mac oder PC zusammenarbeitet und automatisch und drahtlos alle Inhalte in der iCloud speichert und automatisch und drahtlos auf alle Geräte eines Anwenders pusht. Sobald sich irgendetwas auf einem Gerät des Anwenders ändert, werden all seine Geräte fast im selben Augenblick drahtlos aktualisiert.”
Die kostenlosen iCloud Services beinhalten:
- Die früheren MobileMe-Services Kontakte, Kalender und E-Mail – jeweils mit einer völlig neuen Architektur und komplett überarbeitet, um nahtlos mit iCloud zusammenzuarbeiten. Anwender können Kalender mit Kollegen, Freunden oder Familie teilen, der werbefreie Push-E-Mail-Account wird auf ‘me.com’ gehostet. Der Posteingang und sämtliche Postfächer werden auf allen iOS-Geräten und Computern des Anwenders auf dem aktuellsten Stand gehalten.
- App Store und iBook Store laden jetzt alle gekauften iOS Apps und Bücher auf alle Geräte des Anwenders herunter, also nicht nur auf das Gerät, von dem aus sie gekauft wurden. Darüber hinaus bieten App Store und iBookstore nun eine Einkaufs-Historie – ein einfacher Fingertipp auf das iCloud Symbol lädt alle Apps und Bücher auf jedes iOS-Gerät (bis zu 10 Geräte), ohne dass zusätzliche Kosten entstehen.
- iCloud Backup erstellt automatisch und sicher Backups der iOS-Geräte in der iCloud. Eine Datensicherung findet täglich über WLAN statt, sobald iPhone, iPad oder iPod touch aufgeladen werden. Gesicherte Inhalte umfassen gekaufte Musik, Apps und Bücher, Aufnahmen (Fotos und Videos), Geräteeinstellungen und Daten der Apps. Wird ein iOS-Gerät ersetzt, reicht die Eingabe der entsprechenden Apple ID und des dazugehörigen Passworts während des Einrichtungsvorgangs und iCloud stellt das neue Gerät wieder her.
Gerade diese und die nachfolgend beschriebene Funktionalität ist sicher gerade auch für mobile Professionals u. OS-Geräte im Unternehmensseinsatz spannend – wenn die Sicherheitsproblematik dieser automatischen Back-ups geklärt ist. - iCloud Storage speichert nahtlos alle mittels iCloud Storage APIs erstellten Dokumente und pusht sie auf jedes Gerät des Nutzers. Wird ein Dokument auf einem der Geräte verändert, pusht iCloud diese Änderungen automatisch auf alle anderen Geräte des Anwenders. Die Apps Pages, Numbers und Keynote von Apple machen sich den iCloud Storage Dienst bereits zunutze. Anwender erhalten bis zu 5 GB an kostenlosem Speicherplatz für ihre E-Mails, Dokumente und Backups. Der Speicherplatz für Musik, Apps und Bücher, die bei Apple gekauft wurden und das Speichervolumen, das Photo Stream benötigt, wird nicht auf diese 5 GB Gesamtspeicherkapazität angerechnet. Anwender können zudem zusätzlichen Speicherplatz erwerben – Details dazu werden zum Start von iCloud bekannt gegeben.
- Der Photo Stream Service von iCloud lädt automatisch sämtliche Fotos, die ein Nutzer mit einem seiner Geräte schiesst oder auf eines seiner Geräte importiert hoch und pusht sie zu allen Geräten und Computern des Anwenders.
Um Speicherplatz zu sparen werden die neuesten 1.000 Fotos auf jedem Gerät gespeichert, um sie dort ansehen, oder in ein Album zur permanenten Speicherung verschieben zu können. Macs und PCs speichern sämtliche Fotos aus Photo Stream permanent, da sie über mehr Speicherplatz verfügen. iCloud speichert jedes Foto nur für 30 Tage in der Wolke. - iTunes in the Cloud ermöglicht das Herunterladen der bereits gekauften iTunes Musik auf sämtliche iOS-Geräte eines Nutzers, ohne dass zusätzliche Kosten anfallen. Neue Musikeinkäufe können automatisch auf alle Geräte eines Anwenders heruntergeladen werden. Mit iTunes Match kann man die selben Funktionen zusätzlich auch für nicht in iTunes erworbene Musik nutzen. iTunes Match ist ein Service, der Musiktitel des Anwenders mit einer DRM-freien Version im AAC-Format und einer Datenrate von 256 KBit/s ersetzt, sofern der über 18 Millionen Songs umfassende iTunes Store ein entsprechendes Pendant bereithält. iTunes Match macht die entsprechende Musik binnen Minuten verfügbar (anstatt Wochen, die es bräuchte um die gesamte Musikbibliothek eines Nutzers hochzuladen) und lädt nur den kleinen Prozentsatz der Musik des Nutzers in die Cloud, zu dem kein entsprechendes Gegenstück im iTunes Store gefunden werden konnte. iTunes Match wird ab Herbst dieses Jahres zunächst nur in den USA für eine Jahresgebühr von 24,99 US-Dollar zur Verfügung stehen.
Eine Beta-Version von iCloud, sowie Cloud Storage APIs steht Mitgliedern des iOS und Mac Developer Program bereits jetzt zur Verfügung. Für Endverbraucher wird iCloud zeitgleich mit iOS 5 im Herbst erhältlich sein. Anwender können sich kostenlos für iCloud über ein iPhone, iPad oder iPod touch, auf dem iOS 5 läuft oder einen Mac mit Mac OS X Lion und einer gültigen Apple ID anmelden.
iTunes in the Cloud ist ab heute in den USA erhältlich und setzt iTunes 10.3 und iOS 4.3.3 voraus. Der automatische Download von Apps und Büchern ist ab heute verfügbar. Die Nutzung von iCloud mit einem PC setzt Windows Vista oder Windows 7 voraus. Outlook 2010 oder 2007 werden für den Zugriff auf Kontakte und Kalender empfohlen.
Keynote, Numbers & Pages go iPhone
Apples Produktivitäts-Suite iWork (bestehend aus Keynote, Pages und Numbers) ist ab sofort auch für iPhone und iPod touch verfügbar. Die ursprünglich für den Mac entwickelte Office-Standardsoftware war schon länger fürs iPad erhältlich – Keynote entspricht sozusagen PowerPoint und beherrscht animierte Diagramme u. Übergänge; Mit der separat erhältlichen Keynote Remote App kann mit iPhone oder iTouch eine Keynote-Präsentation auf jedem iOS-Gerät oder Mac ferngesteuert werden. Numbers ist die Apple-Ausgabe von eXcel, Pages ist im Obstgarten für die Textverarbeitung zuständig.
Der Austausch von Dokumenten mit iWork für den Mac soll ebenso unterstützt werden wie mit MS-Office-Dokumenten. Drahtlos gedruckt wird mit AirPrint . Das iWork-Update als Universal App ist für Nutzer der iPad-Version kostenlos. Für alle anderen kostet es 7,99 Euro pro App. Keynote Remote ist separat über den App Store für 79 Cent verfügbar.
mehr Infos zu iWork
WWDC
Weitere Neuigkeiten dürfen für Anfang kommender Woche erwartet werden, wenn Steve Jobs und andere die diesjährige Worldwide Developers Conference (WWDC) am 06.06. um 10:00 Uhr Ortszeit mit einer Keynote eröffnen. Neben Mac OS X “Lion” wird es auch um iOS 5 sowie Apples Cloud-Computing Services iCloud gehen.
Empfehlung: Documents (2)
Als “the most comprehensive mobile office suite for the iPhone” bewirbt Hersteller Savy Soda sein Produkt “Documents 2″, das für 1,59 Euro erworben werden kann. Das kostenlose “Documents” ist u.a. via “annoying messages” (Zitat) werbefinanziert und bietet reduzierte, aber immer noch verblüffend umfangreiche Funktionalität.

So witzig lässt sich Werbefinanzierung auch verpacken
Dokumente können via Wi-Fi, E-Mail oder FTP vom oder aufs iPhone bewegt werden, alle unterstützten Dateiformate können betrachtet und teilweise auch bearbeitet werden. Dafür ist mit iSpreadsheet eine einfache Tabellenkalkulation sowie ein Text Editor integriert. Die App unterstützt ff. Formate: .pdf, .pd (Adobe); GoogleDocs (seit Version 2.4. Allein dieses Feature kann die Nutzung div. Cloud Services unnötig machen!); .doc, .docx (MS-Word); .xls, .xlsx (MS Excel); .ppt, .pptx (MS-PowerPoint); .jpg, .jpeg, .tif, .gif, .svg (Images); Pages, Number, Keynote (Apple iWork); .htm, .html, .mht (Web); .mp3, .wav (Audio).
Weitere Funktionen: Google Sync, Photo Album (ein eigener Photo-Manager), Direct E-Mail (Dokumente direkt aus der App verschicken), Pixi Sound Recorder (Sprache/Ton mit 44.1 khz innerhalb der App aufzeichnen u. abspielen).
AppAdvice zeigt in einer Checklist, was die Konkurrenz kann – und was die SavySoda-Apps. Fazit im Praxistest: **** (Free App).
PS: Die von einer Maschine ins Deutsche “übersetzten” Release Notes zu Documents 2 sind zum Schreien
Cortado: “Geschäftslösungen” fürs iPhone
Zur CeBIT bringt der auf Mobile Business-Lösungen spezialisierte Anbieter Cortado zwar noch keine iPhone Apps mit, kündigt aber im Vorfeld der Messe “praktische Business-Anwendungen” an, die “klassische PC-Funktionen” auf dem iPhone bereitstellen sollen. Innerhalb von sechs Monaten soll die Portierung bestehender Cortado-Lösungen das iPhone um klassische PC-Funktionen wie Drucken, Faxen, Zugriff aufs Unternehmensnetzwerk, Scannen & Kopieren, Datenbankzugriff und vieles mehr erweitern. Wenn Apple eine solche Konkurrenz seiner eigenen Office Suite iWork in den App Store lässt, heißt das… (Keynote lässt sich ja bekanntlich bereits vom iPhone aus steuern)
Doch Dirk Löwenberg, Business Director Cortado Services, ist optimistisch: “Das iPhone entwickelt sich für uns aktuell zur zweitwichtigsten Plattform neben dem BlackBerry-Smartphone.”
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