AudioVisual Media Days 2013
Bei den bereits zum sechsten Mal stattfindenden AudioVisual Media Days stehen u.a. Smart- und Web-TV im Fokus. Von daher sind die zwei Kongresstage auch für Mobile Pros erwägenswert, die sich für Mobile Media interessieren. Aus dem Programm: “Connected TV: Smart Revolution oder Verwirrung der Zuschauer?”; “Sky Go: Das ‘Multi-Screen’-Angebot eines Premiumsenders”; “Interaktives und personalisiertes Video: Trends und Best Practice”; “Tablet-Journalismus: Wie aus einer App ein multimediales Magazin wird”; “Social TV: Beliebte Applikationen, Tools und Funktionen & Best Cases”. Es werden rund 300 Entscheider, Experten und Multiplikatoren aus der Medien-, Online- und Kommunikationsbranche erwartet. Die Teilnahme kostet von 420 (1-Tages-Ticket) bis 580 Euro (2-Tages-Ticket), jeweils inkl. Conference-Party.
Apps sind wettbewerbsentscheidend
Die PCWorld aus dem IDG-Medienkonzern (vgl. a. z. B. ComputerWoche) zitiert die Analysten von Forrester wie folgt: “Forrester has warned companies that if they don’t properly invest in a mobile application strategy, other companies with convenient and useful applications will attract customers to their services.” Der Forrester Report namens “The Business Impact of Mobile Engagement” (499 $) verweist auf die zentrale Bedeutung der Güte von mobile Apps für verbesserte Kundenbindung versus Kundenabwanderung. Die Analysten verweisen u.a. auf die via App bereitgestellte Funktionalitäten Mobile Payment, Telekommunikation (Skype) oder “Identity” (Facebook) als entscheidend in diesem “Krieg” um Konsumenten. Als besonders umkämpfte Branchen werden Medien, Reisen sowie Finanzdienstleistungen genannt.
Optimal konzipierte und aufgesetzte Business Apps können laut Forrester Zwischenhändler überflüssig und Prozesse schneller sowie gewinnbringender machen. In Summe werde dies “Mobile” zu einem der wichtigsten Marketingkanäle überhaupt gestalten. Als Kriterium für optimalen mobilen Mehrwert einer App nennt der Report die Frage: “is it home-screen worth?” – also: ist die App so nützlich für Verbraucher, dass diese sie auf dem Startbildschirm ihres mobilen Endgeräts platzieren?
Eine aktuelle Unternehmensbefragung von Detecon sieht ebenfalls noch viel Raum nach oben bei Business Apps – auch und gerade bei uns. Denn “die Mehrheit der deutschen Unternehmen verspricht sich Vorteile von mobilen Lösungen zur Geschäftsprozessunterstützung, Kommunikation und Zusammenarbeit”. Die Befragten “sehen Potenzial für weitere mobile Services, um betriebliche Genehmigungsverfahren zu automatisieren und die Zusammenarbeit zu verbessern. Rund 90 Prozent der Befragten glauben an den Erfolg von Lösungen zur gemeinsamen Bearbeitung von Dokumenten und zum Desktop Sharing. Zu gleichen Teilen stehen dabei die Erhöhung von Effizienz und Flexibilität im Vordergrund.”
NEOCOM und Mobile Media Forum
Die NEOCOM 2012 (vormals Deutscher Versandhandelskongress + Mail Order World) ist laut Veranstalter Managementforum die “Leitveranstaltung für Katalogversender, Multichannel-Händler, Online Pure-Player und den klassischen Handel, der verstärkt im E-Commerce aktiv ist”. Zu den Keyboard-Sprechern und Panel-Diskutanten gehört u.a. Dr. David Hoeflmayr, Geschäftsführer der gravis GmbH. Thematisch soll die gesamte Wertschöpfungskette abgebildet werden: “vom interaktiven Dialogmarketing und CRM, Produkt- und Sourcing, Logistik und Fulfillment bis hin zu intelligenten Online- und Mobile-Lösungen”.
5. Mobile Media Forum
Beim Thema “Mobile” kommt auch das 5. Mobile Media Forum ins Spiel. Es findet ebenfalls in Wiesbaden, aber nur am 27.09. und nicht in den Rhein-Main-Hallen, sondern am Mediencampus statt. Veranstalter ist der Fachbereich Design Informatik Medien an der Hochschule RheinMain: “Mit unserem Veranstaltungskonzept an einer Hochschule möchten wir uns auch von den vielen großen Tagungen und Kongressen im Bereich Mobile Media differenzieren, in denen häufig eher die Themen aus der Agentur- oder Dienstleisterperspektive und damit recht “akquiselastig” vorgestellt werden. Vor diesem Hintergrund sind reine “Werbevorträge” nicht erwünscht.”
Der Untertitel der Veranstaltung lautet denn auch “Kundenorientierte Konzeption und Entwicklung mobiler Anwendungen”. Behandelt werden Themen wie z. B.: “Umsetzung nativ, hybrid oder als Web-Applikation: Erfolgreiche Plattformstrategien für die Umsetzung mobiler Anwendungen” oder “Mobile Enterprise Solutions – wie Apps den Einzug in die Unternehmenswelt finden”. Die Teilnahme kostet 199 Euro (inkl. MWSt.).
kress Konferenz: Mobile first
Beim Verlagshaus Haymarket (u.a. kressreport und kress.de) erkennt man allmählich die Zeichen der Mobile-Zeit: erst wurde in einen Newsservice zum Thema investiert, nun folgen eigene Mobile-Veranstaltungen: “Mobile first!” lautet das Motto der
kress Konferenz 2012, die am 15. November in Hamburg stattfindet. Im Mittelpunkt die Medien- und Kommunikationswelt adressierenden Veranstaltung sollen Produkte und Strategien stehen, mit denen Verlage, TV- und Radio-Sender sowie Digitalunternehmen die Herausforderung Mobile meistern und von Smartphones und Tablets profitieren können.
Zu den Referenten und Diskussionsteilnehmern zählen u.a. Rowan Barnett (Twitter Deutschland), Gary Davey (Sky Deutschland), Oliver Eckert (Tomorrow Focus Media/Finanzen100), Stefan Hentschel (Google) sowie Donata Hopfen (Bild digital). Die Teilnahme kostet ab 555 Euro (Frühbucher, weitere Ermäßigung für Abonnenten des kressreport).
1. “Music x Mobile”-Konferenz
“Mobile x Music” ist ein frischgebackenes Format aus Konferenz und interaktivem Workshop, das während des Reeperbahn Festivals in Hamburg stattfindet (Nährere Infos zu “Deutschlands größtem Clubfestival” gibt es auch hier). MLOVE lädt Musiker, Labels, Musik- u. Technik-Medien u. App-Entwickler bzw. Publisher ein, um hier die “unbegrenzten” Möglichkeiten, die Mobile ihnen bringt, kennen zu lernen. Dazu gehört natürlich auch das Produzieren, Verbreiten und Veröffentlichen von Musik. Mobile x Music ist eine eintägige Konferenz, auf der die neuesten Entwicklungen, “marktverändernden Angebote und inspirierenden Ideen” diskutiert werden sollen. Die Konferenz wird von MLOVE organisiert und vom Reeperbahn Festival präsentiert. Auf der Sprecherliste stehen unter anderem:
- Beverly Jackson, Director of Marketing, Strategic Alliances and Social Media for The Recording Academy and the Grammy Awards,
- Conrad Fritzsch, CEO von tape.tv,
- Michael Breidenbrücker, CEO von RjDj.me (u.a. Trippy, The Dark Knight Rises Z+),
- Michael Brem, Head of Audio Portfolio bei Red Bull Audio,
- Holger Weiss, CEO von Aupeo,
- und MTV-Urgestein Ray Cokes als Moderator von “Rays Reeperbahn-Revue.
Start-up Präsentationen zeigen neue Musik-Apps von u.a. appload.to, might.do, Audiodraft (Finland) u.a. Übrigens launcht auch Glanzkinder in wenigen Tagen eine aufwändig gestaltete The ? Book” – zum MM-Projekt und Konzeptalbum “The ? Book”” der Progressive Band Seven Steps To The Green Door, einer der spannendsten Veröffentlichungen dieses Genres im Vorjahr!
Käufer eines vollen Tickets können an allen drei Tagen des Reeperbahn-Festivals auch an allen Campus-, Konferenz- und Networking-Veranstaltungen teilnehmen. Dazu gehören auch die 280 Konzerte des Reeperbahn-Festivals und ein Programm von 40 Kunstprojekten. Die Teilnahme kostet ab 350 Euro (Nur Music x Mobile), der “3 Day pass incl. Campus and Festival” schlägt mit knapp 500 Euro zu Buche. Info und Tickets gibt es hier.
Lesetipp: Wired (Heft u. App)
Wikipedia, help me out please: “Wired ist ein durch eine Gruppe um Louis Rossetto und Jane Metcalfe im März 1993 gegründetes US-amerikanisches Technologie-Magazin. Das Magazin greift auch aktuelle Entwicklungen rund um Netzkultur, Architektur, Design und Politik auf. Es versteht sich als Medium der Geeks und Technik-Freaks. Wired gehört seit 1998 zum Condé-Nast-Verlag.”
Zu Testzwecken wurde uns freundlicherweise die Zweitausgabe (01-2012) zur Verfügung gestellt, die mit folgenden Titelzeilen auf dem Cover auch besonders mobileTicker-affin erscheint: “Wettrüsten – Smartphones mit Monster-Displays”, “Tumblr – Ein Mann stolpert über 800 Millionen”, “Der seltsame Fall des Kim DotCom” (Tolle, exklusive Illustrationen/Comics dazu von Rick Veitch, S. 59, 72 ff.). Die Coverstory titelt “Das Web steht vor dem Blackout – Wie es trotzdem weitergeht”. Für Spannung ist also schon mal üppig gesorgt, noch bevor man das 140 Seiten starke und aufgrund seines guten Papiers schwere Magazin erstmals aufblättert. Das Layout wirkt frisch, stark bildlastig und gefällig (eine Mischung aus alten “Datamation”-Heften und dem “IT-Director”-Stil), wenn auch teilweise nicht besonders lesefreundlich (graue Schrift im Inhaltsverzeichnis; teils sehr kleine, graue Schrift in Kästen und Bildunterschriften).
Inhaltlich gelingt vor allem durch originelle Ansätze das Kunststück, sowohl technisch interessierten Otto Normal-Lifestylern wie auch Fachleuten noch etwas zu bieten. Das wird Computerwoche & Co. nicht die (ohnehin spärlicher werdenden) Käuferfluten abgraben, stellt aber mal sicher eine mutige Bereicherung im sonst oft so piefigen deutschen Blätterwald dar. Dabei gehen die Beiträge schon aufgrund ihrer Kürze nie besonders tief. Beispielsweise die knappe Vorstellung von luluvise.com, einem Social Network nur für Frauen (“wir müssen draußen bleiben”
) hat unsereiner eben nicht auf Facebook (oder in der Brigitte), sondern hier gefunden. Oder die brillante Idee, Gebote und Verbote der Weltreligionen mal in einer Infografik zusammenzufassen (S. 24-25): alle Religionen verdammen den Ehebruch, Masturbation wird mal geduldet (Anglikaner), verdammt (Katholizismus, schiitischer Islam) oder “fast im positiven Sinne abgesegnet (im Tantra-Hinduismus)”! Das ist spannendstes Infotainment, das nebenbei noch dazu angetan ist, mit einigen Vorurteilen aufzuräumen.
Relevante Themen und Autoren werden zuhauf gefunden: Etwa Amir Kassaei (DDB) zur “Markenwerbung im nächsten Zeitalter”. Oder Miriam Meckel zum personalisierten Internet (S. 44-45). Ich bin ausdrücklich nicht Meckels hier vertretener Meinung: Durch lernende Algorithmen wird uns vom “Netz” (Suchmaschinen, Soziale Netzwerke) nur noch angeboten, was uns interessiert und was wir daher ohnehin schon kennen. So würde “die Welt zu einem Hohlspiegel unserer individuellen Wünsche und Präferenzen und wir leiden irgendwann an Weltkurzsichtigkeit”. Aber lesenswert und diskussionswürdig ist das allemal.
Auch Gadgets dürfen natürlich in diesem Format nicht fehlen, doch Originalität auch hier: Auf den Schild gehoben werden etwa Technik(spiel)zeuge aus Holz (S. 54-55). Mobile Professionals dürfen sich auch auf “Das allsehende i” stürzen, Zubehör, welches das iPhone zu einem Camcorder ergänzt (S. 56-57). Der Beitrag zu “Phablets” (Zwitter zwischen Smartphones und Tablets) namens “Die Größe zählt doch” ist allerdings erwartungsgemäß nur eine bilderreiche, hübsche Doppelseite (S. 120-21) mit einem Infogehalt deutlich unterhalb entsprechender Computerbild-Aufbereitungen.
Die Erstausgabe erschien am am 8. September 2011 und wurde im Bündel mit der deutschen GQ verkauft – ein bizarres Bundling, doch das Edeltittenblatt kommt halt aus dem gleichen Verlag. Fürs laufende Jahr sind zwei Ausgaben geplant, die es auch wieder gebündelt mit der GQ geben soll. Wie es danach weitergeht, wird von den Verkaufszahlen abhängen… Die Wired-Printausgabe kostet 3,80 Euro pro Heft. Es gibt sie vorerst nur am Kiosk – zu Wired im Abonnement heißt es “im Moment gibt es diese Möglichkeit noch nicht”!

Doch stattdessen gibt es sämtliche Inhalte ja auch in einer iPad-App. Wir haben uns die kostenlos verfügbare Kennenlern- und Erstausgabe zu Gemüte geführt – und sind begeistert: Eine derartig spannende, interaktive Umsetzung von Lesestoff als App haben wir (jenseits von Flipboard) in Deutschland noch nicht gesehen. Das sieht schlicht cool aus, das macht Spaß (Vogelgezwitscher ertönt beim Aufblättern einer entsprechenden Seite), das funktioniert intuitiv und doch pfiffig (Eingebettetes Video läuft ab, wenn das iPad gedreht wird). Und da sogar einige Anzeigen interaktiv gestaltet wurden, fügt es diesen sonst hastig überblätterten Werbeträgern eine völlig neue Dimension hinzu: Gut für die Konsumenten, die Werbetreibenden und das Medium. Vermisst haben wir allerdings (im Gegensatz etwa zu in diesem Punkt beispielhaften Flipboard-Aufbereitungen) die Möglichkeit, Inhalte komfortabel zu teilen bzw. zu exportieren, auch Merk- und Anmerkungs-Funktionen scheinen zu fehlen. Trotz der ja offensichtlichen Kopierschutzproblematik vielleicht eine Anregung für Version 1.3? Version 1.2 der App unterstützt Retina-Displays. Die Erstausgabe ist wie gesagt kostenlos verfügbar, Folgeausgaben kosten (gut angelegte) 2,99 Euro.
Chefredakteur Print wie Online ist übrigens der ehemalige Ressortleiter Digital von Focus Online, Alexander von Streit. Gründungsredakteur Thomas Knüwer (u.a. indiskretionehrensache.de) unterstützt ihn als “Editor-at-Large”. Die Herren können auf Ihr Baby stolz sein – denn die deutsche Wired gehört zum Spannendsten, was man heute in Deutschland lesen kann. Fazit: **** (Print)
***** (iPad App)
Wired Deutschland, die iPad App.
Redaktionsblog: mehr Infos zu Wired Deutschland in Print/Online.
Event: Mobile National Day Hamburg
Digitale Medien sollen in den nächsten fünf Jahren um 12,1 Prozent jährlich weltweit wachsen. Der nicht-digitale Medienmarkt hingegen nur um 2,8 Prozent. Wie kann sich die Medien- und Verlagsindustrie strategisch und technisch aufstellen, um die digitalen Erlösmodelle zu erwirtschaften oder zu optimieren? Antworten auf u.a. diese Frage will der Mobile National Day Hamburg geben, der am 29. August 2012 in der Handwerkskammer Hamburg statfindet.
Beiträge u.a. von Adobe, Bulletproof Media, Fittkau & Maaß, hmmh multimediahaus, Pricewaterhouse Coopers (PwC), SAP oder Verlag Eugen Ulmer wurden angekündigt. Aus den Themen:
- Redaktion und digitale Erlösmodelle im Einklang?
- Tablets im Fokus
- Vom Content- hin zum Produkt- und Serviceprovider
- Bundling von Abonnement u. Hardware
- Mobile Payment
- Mobiles Display Advertising
- Multiplatform-Apps mit HTML5, AIR u. Digital Publishing Suite (Adobe)
Die Teilnahme kostet 345 Euro. zur Anmeldung.
Print-Leser greifen häufiger zu Tablet-Ausgaben
Der Siegeszug der Tablet-PCs bietet den klassischen Printmedien deutliche Potenziale zur Erschließung neuer und zur (Re-)Aktivierung bestehender Kundengruppen. Denn Verlagsprodukte auf Tablets erfreuen sich großer Beliebtheit: Für fast zwei Drittel der Nutzer von iPad oder ähnlichen Geräten gehört das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften auf Tablets zur Nutzungsroutine und ist damit eine noch populärere Anwendung als die Nutzung von sozialen Netzwerken. Das geht aus einer Stude der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor.
“Die Zukunft der Medien liegt zweifellos in der Digitalisierung und der Erschließung neuer Vertriebskanäle. Verlage müssen trotz hoher Startinvestitionen und langer Refinanzierungsperioden mit Formaten und Geschäftsmodellen experimentieren, um überzeugende Lösungen für alle Kundengruppen anzubieten und mittelfristig die unvermeidlichen Einbußen aus dem traditionellen Printgeschäft kompensieren zu können”, kommentiert Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC.
Für die Studie befragte PwC 500 Konsumenten zwischen 18 und 64 Jahren, die ein Tablet besitzen oder zumindest regelmäßig nutzen. Über 50 Prozent der Befragten lesen Zeitungen und Nachrichtenmagazine auf dem Tablet mehrmals pro Woche oder sogar täglich.
Tablet-Besitzer ändern ihre Mediennutzungsgewohnheiten
Wer ein Tablet hat verlagert seine Mediennutzung zu Gunsten der digitalen Sphäre, Gedrucktes wird aber auch nicht sofort und vollständig aus dem Haushalt verbannt. Lediglich einer von zehn Befragten gab an, nach dem Tablet-Kauf sein Printabonnement gekündigt zu haben oder keine gedruckten Zeitungen mehr zu kaufen. Dagegen verbringen rund 20 Prozent der befragten Konsumenten durch die Tablet-Nutzung insgesamt mehr Zeit mit dem Lesen von Zeitschriften und Zeitungen.
Konsumenten, die in der analogen Welt zu den Vielnutzern von Zeitungen und Zeitschriften zählen, greifen auch auf dem Tablet besonders häufig zu ihren bevorzugten Medien. So nutzen fast 58 Prozent der Print-Zeitschriftenleser die Tablet-Ausgabe ihrer Zeitschriften oft bis sehr oft. Bei den Befragten, die keine analogen Zeitschriften lesen, gilt dies nur für knapp über 10 Prozent.
4 von 10 Nutzern zahlen schon für digitale Verlagsprodukte
Derzeit lesen die meisten Tablet-Nutzer ihre digitalen Zeitungen und Zeitschriften kostenlos (57,6 Prozent). Doch schon knapp jeder zehnte zahlt für den Einzelabruf seiner bevorzugten Pressetitel, etwa ebenso viele haben ein digitales Abonnement abgeschlossen oder eine kostenpflichte Applikation auf ihrem Tablet geladen. Eine Kombination von Print- und Digitalabo beziehen rund sieben Prozent der Befragten. Als “grundsätzlich attraktiv” bewerten das Kombiabonnement aber sogar 30 Prozent der Tablet-Nutzer.
Eine deutliche Mehrheit der Tablet-Nutzer (57 Prozent) würde pro Ausgabe einer Tageszeitung höchstens einen Euro bezahlen, mehr als jeder vierte (28,4 Prozent) sogar weniger als 50 Cent. Auf einem Gratis-Angebot besteht ein Drittel der Befragten. Auch hier kann ein Zusammenhang zwischen der Print-Titel-Nutzung und der Zahlungsbereitschaft für digitale Titel festgestellt werden: Bei den Konsumenten ohne Printabonnement kann sich fast die Hälfte nicht vorstellen, für die Tablet-Ausgabe ein Entgelt zu zahlen, bei Befragten mit Print-Abo sind es deutlich weniger mit 25 Prozent.
Kombination aus Werbung und Vertrieb verspricht Erfolg
Der Vertrieb von Paid Content mit der Werbefreiheit als zentralem Verkaufsargument hat im Verlagsbereich nur eine sehr begrenzte Wirksamkeit: Lediglich 15 Prozent der Tablet-Nutzer wären bereit, für das Ausblenden von Werbung in ihrer Tablet-Zeitung oder -zeitschrift ein zusätzliches Entgelt zu bezahlen. Neben dem reinen Vertrieb von digitalen Verlagsinhalten in Form von In-App-Verkäufen von Einzelausgaben und Abonnements können die Verlage also künftig die im Printbereich bewährte Kombination aus Werbe- und Verkaufserlösen auch auf digitale Inhalte übertragen.
Die Tablet-Ausgabe muss dabei aber einen deutlichen Mehrwert gegenüber der Printversion aufweisen: Gut sieben von zehn Befragten halten zusätzliche Hintergrundinformationen sowie ein speziell für das Tablet entwickeltes Layout bzw. Bedienkonzept für wichtig, zwei Drittel wünschen sich Videos und andere multimediale Elemente.
Nutzung von Tablet, Smartphone, Notebook & Co.
Laut einer aktuellen Umfrage des IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner wurden Media Tablets sehr schnell auch für tägliche persönliche Tätigkeiten genutzt. Nach der Umfrage handelt es sich bei den Aktivitäten die sich vom PC auf das Tablet verlagern am häufigsten um das Abrufen der E-Mails (81 Prozent der Befragten), das Lesen von Nachrichten/News (69 Prozent), das Abrufen der Wettervorhersage (63 Prozent), Social Networking (62 Prozent) und Gaming (60 Prozent).
Die Gartner Umfrage wurde Ende des Jahres 2011 in den USA, UK und Australien durchgeführt. Dabei wurden 510 Befragte, die ein Tablet sowie mindestens zwei weitere Connected Devices besitzen mussten, aufgefordert, ein “Nutzer-Tagebuch” über Ihre Aktivitäten mit Tablets, PCs (Desktops oder Notebooks) sowie Smartphones & Co. zu führen.
Über 50 Prozent der Tagebuchführer ziehen es erstaunlicherweise bereits heute vor, Nachrichten/News, Magazine und Bücher am Bildschirm zu lesen. Erstaunlich, weil die Qualität der Bildschirme bislang durchaus noch zu wünschen übrig lässt. Im Schnitt nutzt einer von drei (33 Prozent) Tablet-Besitzer seinen/ihren Flachmann, um Bücher zu lesen – im Gegensatz zu Notebooks (13 Prozent) und Smartphones (7 Prozent). Gartner glaubt nicht an ein hundertprozentiges Ersetzen der Druckerzeugnisse durch die digitalen Versionen, spricht aber ausdrücklich von einem “less-paper model”.
Die Befragten early tablet adopters gaben überdies an, ihre diversen mobilen Endgeräte abwechselnd zu benutzen und nicht eines durch ein anderes zu ersetzen. Dennoch nutzen Tablet-Besitzer ihre privaten PCs an Wochenenden 20 Prozent weniger als in der Woche – insofern kannibalisieren andere Mobile Devices die PC-Nutzung schon eindeutig. Die stärkste Tablet-Nutzung findet im Wohnzimmer statt (87 Prozent), gefolgt vom Schlafzimmer (65 Prozent) und Küche (47 Prozent)!
Hauptargument für die Anschaffung eines Media Tablets ist laut Studie das Format (Form Factor): relative kleine Abmessungen und niedriges Gewicht. 45 Prozent der Befragten nutzen ihr Tablet übrigens immer nur selbst. Gartner schließt daraus, dass ein Tablet-Computer fast so ein persönlicher Gegenstand des täglichen Lebens ist wie ein Mobiltelefon. Ein weiterer Trend: Männer kaufen sich typischerweise ihre Tablets selber, während Frauen sie häufiger als Geschenk erhalten – nett.
Smartphone liegt in der Nutzungshäufigkeit vorn
Mit acht mal am Tag liegen Smartphones bei den Befragten in der Nutzungshäufigkeit weit vorne. Mobile PCs (Laptops, Notebooks) kommen dreimal täglich an die Reihe, Tablets immerhin noch zweimal täglich. Der Smartphone-Nutzung kommt “zugute”, dass sie sowohl in- wie außerhalb der Wohnstatt genutzt werden: 65 Prozent der Befragten benutzen ihre Mobiltelefone auch unterwegs und 66 Prozent ausdrücklich auf der Arbeit (BYOD).
Noch mehr Informationen im Gartner Report “Survey Analysis: Early Tablet Adopters and Their Daily Use of Connected Devices”, der hier geordert werden kann.
Mobiles verändern Medienrezeption in Europa
Auf der Konferenz Digital Life Design (DLD) haben comScore und Telefónica Deutschland Ergebnisse ihrer gemeinsamen Studie “Connected Europe” vorgestellt. Diese stellte starke Veränderungen der Medienrezeption in Europa durch die zunehmende Verbreitung von Smartphones, Tablets und anderer Connected Devices fest: Noch vor kurzem sei der Desktop Computer der alleinige Internetzugang gewesen, während Nutzer heute über ihren Internet-Tag verteilt erschiedenste Plattformen nutzen – technologisch (z. B. Smartphones) – wie auch medientechnisch (native Apps der Verlage, Web-Apps, RSS-Reader, unabhängige News-Aggregatoren, Medien auf Twitter oder Sozialen Netzwerken etc.). Dies sollte laut Studie Auswirkungen auf redaktionelle Konzepte ebenso wie auf Marketingstrategien haben. Weitere zentrale Ergebnisse:
- In der EU5-Region (Deutschland, Frankreich, UK, Italien u. Spanien) lassen sich 95,1 Prozent aller Browser-basierten Page Views auf Computer (Desktops, Laptops, Netbooks) zurückführen – ansehnliche 3,2 Prozent der Views erfolgen bereits auf mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets.
- Ein Viertel der mobil erzeugten Page Views lassen sich auf Tablet Computer zurückführen.
- Die Medienrezeption auf diesen Plattformen boomt: 75 Prozent der Smartphone-Anwender in EU5 haben im Okotber 2011 mobil Medien genutzt - das stellt ein Wachstum von 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar.
- Die Nutzung von M-Commerce-Angeboten ist eine der am schnellste wachsenden Aktivitäten bei Smartphone-Besitzern. Über 13,6 Mio. davon in den EU5-Ländern haben im Oktober 2011 mindestens eine M-Commerce-Seite aufgerufen. Großbritannien stellt hier mit 4,7 Mio. Nutzern zwar den größten Teilmarkt, die deutschen M-Business-Anwender wachsen mit 112 Prozent im Vergleich zum Vorjahr jedoch derzeit am schnellsten. Überdies werden laut comScore neue Technologien wie QR Codes und QR Reader vergleichsweise am schnellsten angenommen. So werde der Handel durch Mobile revolutioniert – und 2012 das Jahr des “Mobile Retail” werden.