Mobiles Shoppen etabliert sich in Deutschland
Der Einkauf inklusive Bezahlung per Mobiltelefon etabliert sich in Deutschland: Schon jetzt führt jeder zehnte Handynutzer in Deutschland mobile Transaktionen durch. Verglichen mit Großbritannien (19 Prozent) und Frankreich (neun Prozent) liegt Deutschland (13 Prozent) damit auf Platz zwei im direkten Vergleich. Treiber des Mobile Commerce sind in allen drei Ländern vor allem 18 bis 34-jährige – hier liegt die Kaufbereitschaft in Deutschland bei 21 Prozent. Dies geht aus den “Mobile Consumer Briefing”-Reports der Mobile Marketing Association (MMA) in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungspartner Lightspeed Research hervor. Die Fachgruppe Mobile im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. ist der German Council der MMA. Befragt wurden im April 2010 in Großbritannien, Deutschland und Frankreich jeweils 1.000 erwachsene Mobiltelefonnutzer. Die “Mobile Consumer Briefing”-Reports sind für Mitglieder der MMA sowie Fachgruppe Mobile im BVDW kostenlos unter www.mmaglobal.com und www.bvdw.org erhältlich.

Mark Wächter: Steigender Anteil nicht digitaler Produkte am M-Commerce
An erster Stelle der Verkäufe stehen Inhalte für Handys oder Smartphones wie Anwendungen (Apps) und Klingeltöne. Aber auch Produkte und Dienstleistungen werden mobil geordert. Ausschlaggebend für den mobilen Einkauf ist für viele Befragte eine schnelle und einfache Abwicklung der Bestellung.
Mobiles Bezahlen im Kommen
Auch mit dem Mobiltelefon zu bezahlen wird immer gängiger. Der beliebteste Weg ist mit 54 Prozent in Deutschland die direkte Abrechnung über den Netzanbieter. Aber auch mobile Payment-Dienstleister wachsen derzeit und werden vor allem zum Bezahlen von nicht digitalen Inhalten genutzt. In allen drei Ländern gehen die Befragten der Studie davon aus, in den nächsten zwölf Monaten ihr Handy für mobile Transaktionen zu verwenden, um Rabatte und Coupons einzulösen sowie Bonuspunkten zu sammeln.
Gerätehersteller dominieren bei Apps
Die App Economy, also die Mobile App Stores und den resultierenden Markt für Apps wird von traditionellen Internet- und Softwareunternehmen sowie von den Endgeräteherstellern dominiert. Über deren Plattformen werden in den nächsten Jahren die Nutzer die meisten Apps beziehen. Den Kampf um die Gatekeeperfunktion hätten die Mobilfunkbetreiber somit verloren. So jedenfalls ein Ergebnis der Expertenbefragung “Mobile Outlook 2010“, die der eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. vorgestellt hat.
60 Prozent der Befragten gehen laut Verband davon aus, dass in zwei bis drei Jahren die meisten Nutzer ihre Apps bei den Endgeräteherstellern im Apple App Store, Nokia Ovi Store, der BlackBerry App World etc. suchen werden. Auf Platz zwei sehen die Experten die Plattformlieferanten wie Google (Android Market) oder Microsoft (Windows Market for Mobile), die von 26 Prozent genannt wurden. “Überraschend ist, wie sich die Aufholjagd von Microsofts Windows Phone 7 schon jetzt deutlich niederschlägt, obwohl die Geräte erst rund um Weihnachten erhältlich sind. Microsoft scheint nach vielen Jahren und Versuchen nun endlich Ernst zu machen”, streicht Dr. Bettina Horster heraus, Direktorin des Arbeitskreises Mobile bei eco und Vorstand der VIVAI AG.
Als Marktführer beim Geschäft mit den Apps sehen die meisten Befragten auch in Zukunft jedoch eindeutig Apple: Der Anbieter von Applikationen erhielt knapp 78 Prozent der Stimmen (Mehrfachantworten). Folgerichtig meinen 38 Prozent der befragten Experten, dass mobile Anwendungen in Zukunft über die Shops abgerechnet werden. Beim Mobile Outlook 2009-2010 im vergangenen Jahr war mit 42 Prozent noch ein Großteil der Befragten davon ausgegangen, dass mobile Anwendungen zukünftig über die Mobilfunkrechnung abgerechnet werden.
Studie: Paid vs. Free Content
Das Thema Paid Content treibt die deutschen Verlagszene um. Besonders große Hoffnung setzen die Verleger derzeit in das Geschäftsfeld Mobile – wie nicht zuletzt eine aktuelle Studie ergab, welche die Branchenexperten Katja Riefler und Robin Meyer-Lucht für den Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) erstellt haben. Riefler befragte dafür Anfang dieses Jahres 124 Blätter, darunter das hier zitierte Werber-Organ ‘werben&verkaufen’:
“Auffallend: Nur sieben Prozent der Verlage sind laut der Untersuchung “Paid Content-Verweigerer” – sie bieten weder derzeit Bezahlinhalte an, noch haben sie nach eigenen Angaben vor, solche in nächster Zeit einzuführen. Mehr als die Hälfte bittet die Leser jedoch schon in der einen oder anderen Form zur Kasse. Rund 40 Prozent aller Befragten haben oder planen Apps speziell für das iPhone. Dem Apple-Angebot wird auch attestiert, “besonders zukunftsfähig” zu sein – auch wenn nicht jeder vom Geschäftsmodell begeistert ist. Mehr als die Hälfte geht davon aus, dass Paid Content für die Verlage bis in zehn Jahren von hoher wirtschaftlicher Bedeutung sein wird. Gut ein Drittel der Häuser erwartet, dass die Bezahlinhalte in den nächsten drei Jahren fünf bis zehn Prozent zum Gesamtumsatz beisteuern; ein Fünftel geht sogar von 15 bis 40 Prozent aus. 37 Prozent aller Befragten sehen das etwas nüchterner: Sie glauben, dass der Anteil in den nächsten drei Jahren maximal bei rund fünf Prozent rangiert.
Großes Interesse bezeugen die Verlage laut der Untersuchung auch an Gemeinschaftsaktionen wie dem E-Kiosk.” Zum iPad und seiner Marktauswirkung wurden die Verlagsmanager offensichtlich nicht direkt befragt.
Paid Content kommt – auch bei Apps

Paid Content bekommt auch unter den Mediennutzern immer mehr Zuspruch. Laut einer Nielsen-Studie unter 27.000 Internetnutzern ist ein Drittel bereit, für hochwertigen, professionell erstellten Inhalt zu zahlen. Jedoch scheuen sich manche Verlage noch, Bezahlinhalte umzusetzen – während andere wie etwa Springer bei den Themen Paid Apps sowie frische Nutzergruppen durch iPad & Co. nachgerade zu sabbern beginnen. Sicher wird Paid Content zukünftig nicht die einzige Erlösquelle sein, und viele Inhalte wie Nachrichten bleiben frei zugänglich. Doch bei maßgeschneiderten Bezahlangeboten dominiert noch viel leerer Raum – Verlage sollten nach Ansicht der Strategieberatung Simon-Kucher & Partners diesen weiter füllen, um Qualitätsjournalismus zu erhalten. “Die Zeitungsverlage müssen alles daransetzen, für ihre Online-Portale ein mindestens duales Erlösmodell aus Werbeeinnahmen und Content-Vermarktung durchzusetzen. Optimal wären weitere E-Commerce-Standbeine“, so Rainer Meckes, Partner bei Simon Kucher. Gelingt dies nicht, drohe ein Zeitungssterben und somit ein rapider Qualitätsverfall der Berichterstattung im Internet. Denn ‘subjektive’ Berichterstattung durch Twitter und unabhängige Blogs kann (und will, d. Red.) keinen vollumfänglichen, ‘objektiven’ Qualitätsjournalismus garantieren. Laut Medienexperte Meckes geht es jetzt darum, zu ermitteln, für welche Zielgruppe welcher Content echten Mehrwert liefert und wie diese Inhalte zu Paketen geschnürt werden können. “Je bequemer die verwendeten
Bezahlmodelle für die Nutzer sind, desto leichter wird die Umsetzung fallen.“
Fakt ist, dass im Mobilen Internet schon diverse Paid Content-Ansätze existieren und teils florieren. Die Zahl der kostenpflichtigen iPhone-Apps wächst stetig, auch im Medienbereich. Aber auch abseits der gehypten Apps zeigen Apple und Amazon mit iTunes und den zahlreichen E-Books und E-Papers, dass Paid Content möglich ist. Was im mobilen Internet zu funktionieren scheint, müssen Verlage auch auf das stationäre Internet übertragen.
Eine Paid Content-Offensive bedeutet nicht, alle Informationen kostenpflichtig zu machen. Nur eine Mischung aus frei zugänglichem und kostenpflichtigem Inhalt im Sinne des “Freemium”-Gedankens ist heute umsetzbar und sinnvoll, schon allein, um in Hinblick auf Werbeeinnahmen Reichweitenverluste zu begrenzen.
“Ein Massenmarkt wird Paid Content nur, wenn die Qualität des kostenlosen Contents auf breiter Front deutlich absinkt – das ist kurzfristig eher unwahrscheinlich”, sagt Annette Ehrhardt, weitere Medienexpertin von Simon-Kucher. Bleibt der kostenfreie Content hochwertig, werden nur diejenigen Verlage erfolgreich vermarkten können, die noch höherwertige Bezahlinhalte anbieten wie exklusive Artikel, Hintergrundberichte oder Sonderthemen – natürlich Web 2.0-gerecht aufbereitet. Neben Exklusivität und Einzigartigkeit sind Einfachheit, Bequemlichkeit und Individualität erfolgsentscheidend. Für Dinge, die an anderer Stelle kostenlos gefunden werden können, ist oft Zahlungsbereitschaft vorhanden, wenn die ‘Suchkosten’ – also die Zeit und Mühe, Informationen zu finden – wegfallen und die Informationen ansprechend gestaltet und individuell zugeschnitten sind. “Mit einem durchschnittlichen Nachrichten-Einheitsbrei ist sicherlich kein Geld zu verdienen“, so Ehrhardt.
Heutzutage sind Verlage gezwungen, sich intensiv mit den Lesegewohnheiten ihrer Kunden zu beschäftigen. Es stellen sich Fragen wie: An welche Zielgruppe richtet sich ein Paid Content-Angebot? Sind es die Abonnenten der gedruckten Tageszeitung, die langsam in die Online-Welt überführt werden sollen, oder sind es internetaffine Nutzer, die die Zeitung nur online lesen? Für traditionelle Print-Leser sollte das Print-Abo Schritt für Schritt um exklusive kostenpflichtige Online-Inhalte erweitert werden. Für reine Online-Nutzer bieten sich Online-Pakete an, die mobile Applikationen und stationäres Internet verbinden. “Solche Bündelangebote sind vorteilhaft: Werden Komponenten, für die ohnehin eine Zahlungsbereitschaft besteht, mit bisher kostenlosen Elementen “verheiratet”, wird die Kostenlos-Mentalität eher überwunden”, erläutertEhrhardt. Die gleiche Taktik wenden übrigens auch die sehr pricing-versierten Mobilfunkanbieter an: Während Preise für Gesprächsminuten beständig sinken, wird für mobile Datenübertragung mehr bezahlt. Die Mobilfunker bieten Bündel aus Daten und Gesprächsminuten an, um die Kosten für die einzelnen Posten zu verschleiern. Der Ansatz vieler Verlage, kostenpflichtige Angebote zunächst als iPhone App zu entwickeln, sei daher ein erster Schritt in die richtige Richtung…
Laut einer von horizont zitierten Studie von Simon-Schuster zum Thema sind rund 80 Prozent der herunter geladenen iPhone-Apps kostenlos. Pro Quartal kauft hiernach ein Nutzer des App-Stores von Apple gerade mal zwei Bezahl-Apps. Für eine App zahlen diese Kunden im Durchschnitt 3,50 Euro. Bei BlackBerry wird nur eine kostenpflichtige App gekauft, die aber durchschnittlich 5 Euro kostet. Grundlage ist eine Online-Umfrage unter lediglich 200 Smartphone-Nutzern (deutlich abweichende Ergebnisse hat u.a. Distimo). Laut Umfrage schafft Apples App Store von allen Mobile App Stores derzeit noch die beste “Conversion” von Interessenten zu Nutzern. Über 90 Prozent der Besitzer eines iPhones oder iPod Touchs kennen den App Store, und fast 80 Prozent haben ihn schon besucht. Von der BlackBerry-Nutzern kennen nur knapp 30 Prozent der befragten Blackberry-Verwender dessen Store (App World bzw. BlackBerry Application Storefront), weniger als ein Viertel haben ihn schon einmal besucht, und noch weniger etwas heruntergeladen.
Zehn Apps haben die Teilnehmer der Studie in den vergangenen drei Monaten im Durchschnitt aus dem Apple App Store heruntergeladen, also rund drei Apps pro Monat. BlackBerry und der dazu gehörige App Store kommen mit rund fünf Apps nur auf die Hälfte der Downloads. Nokia-Smartphones sind in der vorliegenden Studie zwar unterrepräsentiert, doch Nokias Ovi-Store ist bei allen Nokia-Smartphone-Besitzern bekannt. Fast zwei Drittel haben ihn schon einmal besucht.
Business-Motor Mobiles Internet
Die Hamburger Agentur für Mobile Marketing rio mobile – selbst Hersteller eines CMS für iPhone-Apps – hat eine Studie in Auftrag gegeben, die sich mit dem Einfluss der neuen Technologie auf unterschiedliche Unternehmensbereiche wie Marketing, Service, Außendienst, Vertrieb und Verkauf beschäftigt. Ergebnis: Mobile Endgeräte – allen voran Handy bzw. Smartphone – werden künftig das Einkaufsverhalten nachhaltig beeinflussen. Daher wird sich Mobile Marketing dauerhaft auf deutsche Marken und Unternehmen auswirken.
In zwei getrennten Umfragen wurden im Feburar und März 2010 mehr als 250 budgetverantwortliche Entscheider in Unternehmen befragt, um deren aktuelle Wahrnehmung und Einschätzung des mobilen Internets in deutschen Unternehmen einzuholen. Ein Großteil der befragten Führungskräfte nutzen die mobile Technologien bereits und erkennen Mobile Marketing als relevanten wirtschaftlichen Faktor an. 73 Prozent der Befragten sehen Vertriebsunterstützung und Service als wirtschaftlich lohnenswerte Einsatzgebiete im mobilen Web. Über 47 Prozent sehen in der mobilen Produktvermarktung einen hohen Sinn. Mobile Bezahldienste (35 Prozent), Branding und Markenkommunikation (31 Prozent) sowie mobiler Verkauf (30 Prozent) werden von einem Drittel der Befragten als positiv bewertet. Nur fünf Prozent sehen im mobilen Internet keine wirtschaftlich lohnenswerten Impulse. Die Wichtigkeit eines Kommunikationskanals sehen 63 Prozent außer Frage, und bestätigen dass sie bis 2013 ihre Zielgruppen effektiv über das mobile Internet erreichen wollen.
Zugleich ist laut Studie damit zu rechnen, dass ein signifikanter Anteil des elektronischen Handels über mobile Endgeräte laufen wird. Mit dem Handy als Absatzkanal wird der Impulskauf in den E-Commerce einziehen. So sind im Marketing eigene Apps für Unternehmen mittlerweile selbstverständlich. Schon heute beurteilten 65 Prozent der Entscheider Apps als wirkungsvolle Pre-Sales-Instrumente. 54 Prozent gaben an, bereits eine App zu nutzen oder bis Ende 2011 zur Kundenansprache einsetzen zu wollen.
Arne Flick, Gründer und Geschäftsführer von Rio Mobile, rechnet allein in Deutschland mit rund einer Million Unternehmens-Apps bis 2013. Dabei werde vor allem die Produktinformation eine zentrale Rolle spielen. Auch die Art der Kundenansprache werde sich ändern. Werbung auf dem Handy werde persönlich auf den einzelnen Adressaten zugeschnitten und auf den jeweiligen Aufenthaltsort abgestimmt.
via derhandel.de
Schützenhilfe kommt von Erik Franz, dem neuen Chefredakteur von Mac-Developer aus dem Verlag Neue Mediengesellschaft Ulm mbH (NMG): “Unternehmen ohne eigene App sind out”, schreibt der im Editorial der aktuellen Ausgabe 2/210.
Zum Download der rio mobile-Studie geht es hier.
Event: Internet World
Die Internet World 2010 Fachmesse & Kongress findet am 13. und 14. April 2010 im Internationalen Congress Center (ICM) in der Neuen Messe München statt. Der Branchentreff für Internet-Professionals, der 2009 über 150 Aussteller, Sponsoren und Partner und über 3.000 Besucher hatte, richtet sich vor allem an die E-Commerce-Branche und bietet Lösungen vom E-Marketing, über E-Payment und Fullfillment bis zur Gestaltung (Usability) und zur Technik des Webauftritts. Damit soll die gesamte Wertschöpfungskette des E-Commerce abgebildet werden.
Parallel zur Messe findet der gleichnamige Praktiker-Kongress mit über 80 Sprechern statt, zu dem wieder über 700 Besucher erwartet werden. Hier geben laut Veranstalter ausgewiesene Experten einen aktuellen Überblick zu neuesten Trends und Strategien, darunter auch Social Media, Bewegtbild und Mobile. Dazu sollen konkrete Hilfestellungen in Praxisbeispielen und Case Studies angeboten werden. Vorsitzender des Programmbeirats ist Dominik Grollmann, Chefredakteur der Fachzeitschrift Internet World Business, www.internetworld.de in der Neuen Mediengesellschaft Ulm mbH erscheint.
Der Besuch der Fachmesse ist nach Vorabregistrierung kostenfrei. Die Teilnahme am begleitenden Fachkongress ist ab 590 EUR (1 Tag, zzgl. MwSt.) möglich.
mehr Infos und Registrierung
Business App Stores auch von Google u. PayPal?
Kein weiterer Android Market, sondern ein Shop für Entwickler: Google soll noch diese Woche einen neuen “App Store” eröffnen. So berichtet jedenfalls die US-Webseite Mashable.com unter Berufung auf unternehmensnahe Quellen. Der App Store soll es externen Entwicklern ermöglichen, Nutzern von Google-Diensten wie Googlemail oder Maps ihre Software zu verkaufen. Im Store sollen unter anderem Sicherheits-Tools, Textverarbeitungs- und Synchronisations-Software angeboten werden.
Laut Mashable hat Google den Launch des Download-Angebots weder bestätigt noch dementiert. Ein Sprecher wird zitiert mit den Worten: “Wir arbeiten ständig mit unseren Partnern daran, neue Business-Lösungen anzubieten, haben aber momentan nichts anzukündigen.” Auch das Wall Street Journal (WSJ) hatte berichtet, dass der Google App Store im März eröffnet werden soll – im Wettbewerb zu Microsoft-Anwendungen wie mobile Office.
Mit dem Google Solutions Marketplace bietet der Suchmaschinen-Gigant schon jetzt eine Übersicht über Erweiterungen für Google Apps u. GMail. Der Kauf erfolgt nicht über Google, sondern direkt über den Hersteller der Anwendung. Mit dem App Store, der im März starten könnte, soll sich das jedoch ändern.
Geplant ist nach WSJ-Angaben ein ähnliches Vertriebsmodell wie beim Apple App Store oder dem Android Market. Dort werden die Einnahmen im Verhältnis 70 zu 30 aufgeteilt. Im Android Market ist überdies Googles Bezahlsystem CheckoutPflicht.
via ZDNet.de
UPDATE 10.03.: Hier geht es zu den neuen Google-Angeboten.
Laut Infoworld plant auch der Bezahldienst PayPal noch für das laufende Jahr einen Online-Shop zum Feilbieten von Applikationen. Entwickler würden hier die Möglichkeit erhalten, Anwendungen für Händler und Konsumenten anzubieten, an denen PayPal kein Interesse habe, sie selbst zu entwickeln, oder für die der Dienst keine Ressourcen zur Verfügung stellen könne, erklärte Osama Bedier, Vizepräsident bei PayPal. Insbesondere im Umfeld von Smartphone-Apps ergeben sich dem Manager zufolge neue Möglichkeiten für E-Commerce-Transaktionen.
Im November hatte PayPal seine Entwicklerplattform PayPal X für Drittanbieter gestartet. Mit dort zur Verfügung gestellten APIs sollen Entwickler beispielsweise das System der eBay-Tochter in andere Anwendungen von sozialen Netzen wie Flickr einbinden können. Auch findet man dort laut heise.de Werkzeuge, Dokumentationsmaterial und Beispielcode. Ein wichtiges Element von PayPal X ist beispielsweise das Mobile Embedded Payment Toolkit, ein Software Development Kit (SDK), um PayPal in mobile Anwendungen zu integrieren. Ein paar Zeilen Code sollen genügen, um einen Bezahlknopf zu integrieren.
via heise.de
Event: ecommerce conference Roadshow
Im März 2010 beginnt die Roadshow ecommerce conference bereits zum siebten Mal ihre Tour durch Deutschland mit Stops in Hamburg (4. März), Frankfurt (9. März), Düsseldorf (10. März) und München (17. März). Abermals will sie ihren Fachbesuchern kundenorientierte Lösungen für erfolgreiche Vertriebs- und Serviceprozesse bieten. Zudem beleuchtet sie, wie die neuesten Trends in der Praxis umgesetzt werden können. Ziel dabei ist, die Conversion Rate mit effizienten Mitteln zu optimieren.
Die ecommerce conference umfasst laut Veranstalter Neue Medienges. Ulm (NMG) die wesentlichen Aspekte, um den Erfolg im Online Shopping zu erhöhen und zu kontrollieren. Web-Analyse und -Controlling, Shop-Software und Usability sowie die effiziente Abwicklung der Vertriebsprozesse bis hin zu sicherem E-Payment sind darauf ausgerichtet, dass aus Interessenten auch tatsächlich Kunden werden. Zudem werden Trends, wie Social Commerce, Bewegtbilder und Videos sowie Mobiles Internet unter dem Aspekt beleuchtet, wie sie im E-Commerce verkaufsfördernd eingesetzt werden können.
Unter der Moderation von Frank Puscher, der bereits bei den letzten Roadshows durch das Tagesprogramm führte, berichten Experten direkt aus der täglichen Praxis und beraten die Besucher. Zu den Ausstellern u. inhaltlichen Beiträgern gehören u.a. T-Systems, Expercash, Communicode, Mauve, SEOlytics, Interoute, clickandbuy, Webtrekk, Poet Software oder myprinting.
Die Konferenzreihe richtet sich an Leiter E-Commerce und Betreiber von Online Shops. In jeder Stadt wird ein leicht modifiziertes Vortragsprogramm geboten. Die Teilnahme kostet knapp 200 Euro zzgl. Mwst.
mehr Infos u. Anmeldung
Ist die Zeit reif für Shopping übers Handy?
Bereits im Juni 2009 hat die Stuttgarter Internetagentur DMC eine Studie unter dem Namen “Mobile Shopping: Pausenfüller oder neue Umsatzpotentiale für Versandhändler?” veröffentlicht. Aus den Ergebnissen: a) 7,3 Millionen Deutsche nutzen bereits das mobile Internet; b) Fast 80% der Befragten rufen E-Mails mobil ab; c) Über 70 Prozent nutzen unterschiedliche Informationsdienste wie Nachrichten, Wetter-, Verkehrsinformationen oder ähnliche Auskünfte übers mobile Internet; d) Geokoordinaten-Dienste wie Web Map Services oder Navigationsdienste bevorzugen rund 40 Prozent der Befragten; e) Bereits 30 Prozent nutzen das mobile Internet für Reise-, Shopping- und Ticketdienste.
In deutschen Versandhandelskreisen ist man sich trotz dieser Zahlen noch nicht sicher: ist das Mobile wirklich geeignet für den Verkauf physischer Güter? Hat der Markt für Mobile Shopping wirklich schon die berühmte kritische Größe erreicht? Hier lohnt sich laut Anbieter Shopgate zum Einen der Blick in die USA, die in Sachen Internet und neue Medien Vorreiter sind: eBay berichtet bereits von 400 Mio. US-Dollar über die eBay App generierte Umsätze, Amazon hat vor einigen Wochen eine neue, optimierte iPhone-App herausgegeben und gemäß dem Internet Retailer haben in den USA bereits 7% der Versender eine für das Mobile optimierte Webseite.
Zweifellos: der Markt für M-Commerce ist noch deutlich kleiner als jener für E-Commerce allgemein, an dem inzwischen 30 bis 40 Millionen Deutsche partizipieren. Sein Potential für Raschentschlossene ist jedoch um ein Vielfaches grösser, denn: der Wettbewerb ist noch überschaubar. Wer heute mit M-Commerce beginnt, muss jedenfalls derzeit noch keine 50.000 Konkurrenz-Shops – internationale nicht mitgerechnet – befürchten.
Die erfolgreichste mobile Handelsplattform ist heute der App Store (soweit es um digital vertreibbare Güter geht). Als Grund für diesen Erfolg verweisen Experten stets auf das iTunes-Micropayment mit einem reibungslosen Bestellablauf inklusive Bezahlung in wenigen Schritten. Auf dieser Idee basiert auch der neue Marktplatz Shopgate (www.shopgate.com), der am 1. Dezember 2009 in Deutschland live gehen soll. Shopgate wird dank Partnerschaften mit deutschen E-Commerce-Unternehmen ein großes Sortiment an Bücher, Elektronik, Arzneimittel, Sport- und Geschenkartikel anbieten. Drei Klicks und ein Passwort sollen dafür ausreichen.
Studien: Potenziale für Mobile und Online Payment
Eine Studie von Capgemini Consulting erweist die hohe Akzeptanz von Mobile Payment als Zahlungsmethode via Mobiltelefon bei einheimischen Verbrauchern. Das Beratungsunternehmen schätzt das mögliche Marktvolumen in Deutschland nur durch Endkundengebühren auf allein 600 Mio. Euro – also noch ohne Transaktionsgebühren. Laut Cap Gemini sind heute bereits 1,3 Mio. Anwender bereit, bis zu fünf Euro pro Monat zu bezahlen, um Mobile Payment überhaupt nutzen zu können. Der Studie zufolge ist das Wachstumspotenzial erheblich, da ein ganzes Drittel der Deutschen dem Mobile Payment noch unentschlossen gegenüber steht. Hier könnten schlüssigere, besser dokumentierte Geschäftsmodelle und -prozesse helfen, bei denen Carrier, Diensteanbieter und Finanzdienstleister zusammenarbeiten. Ein weiteres K.O.-Kriterium ist natürlich die Sicherheit. Beispiele für bereits heute erfolgreiche Mobile Payment Services sind beispielsweise Mobile Parking oder auch die Handybriefmarke der Deutschen Post. Zur Studie geht es hier.
Eine Studie der Marktforscher der Yankee Group belegt zusätzlich, dass in den USA in diesem Jahr bereits 8,7 Prozent aller Konsumenten ihre Rechnungen per Internet begleichen. Vergangenes Jahr waren es erst 5,1 Prozent.