MobileHCI-Fazit: Tendenz zum Zweitdaumen und HoverFlow fürs iPhone
Heute ging in Bonn die 11. internationale Konferenz Human-Computer Interaction with Mobile Devices and Services, die MobileHCI zu Ende. Vier Tage präsentierten und diskutieren rund 300 Teilnehmer aus Wissenschaft und Industrie Konzepte und Ideen zu Einsatz und Bedienung von mobilen Geräten. Bedienkonzepte für Handys und PDAs waren ein Schwerpunkt der vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT und der Universität Siegen organisierten Veranstaltung. Beim Thema Smartphones standen Lösungen für eine schnelle, bequeme Texteingabe im Vordergrund. Beispielsweise stellten Forscher aus Georgia einen sog. “Two-Thumb-Charding”-Ansatz vor, bei dem der Benutzer nicht einzelne Tasten drückt, sondern Akkorde greift, also mehrere Tasten gleichzeitig drückt. Diese Methode sei schneller, erfordere aber auch einen höheren Lernaufwand, hieß es. Andere Wissenschaftler untersuchen, wie die Kraft, mit der man auf den Bildschirm tippt, genutzt werden kann, um die Eingabe einfacher zu machen. So erzeugt etwa leichtes Tippen Kleinbuchstaben und starkes Tippen Großbuchstaben.
Einen völlig neuen einhändigen Bedienansatz für Smartphones bietet das “Dual Interface”. Hier ist das Gerät mit einem zusätzlichen Touch-Pad auf der Rückseite ausgestattet. So kann der Benutzer mit Hilfe des Daumens auf der Vorderseite und des Zeigefingers auf der Rückseite sehr effizient navigieren. Noch einen Schritt weiter geht der “HoverFlow”-Ansatz zweier Forscher aus Deutschland. Sie demonstrierten eine neue Form der berührungslosen Gestenerkennung für das iPhone, bei der Infrarot-Distanzsensoren verwendet werden. So entsteht ein erweiterter Interaktionsraum um das Gerät herum. Durch verschiedene Gesten, wie beispielsweise Auf- und Abwärtsbewegungen der Handfläche zum Gerät oder Winkbewegungen von links nach rechts, kann das Gerät bedient werden.
“Insgesamt wurden 176 Forschungsbeiträge aus aller Welt eingereicht, von denen wir etwa ein Fünftel auf der Konferenz zeigen konnten”, berichtete Volker Wulf, Professor für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien an der Universität Siegen und Leiter des Geschäftsfelds Benutzerorientierte Softwaretechnik bei Fraunhofer FIT.
Event: MobileHCI
Die International Conference on Human-Computer Interaction with Mobile Devices and Services (MobileHCI) findet 2009 erstmalig in Deutschland statt. Die MobileHCI gilt als die renommierteste Konferenz auf dem Gebiet der mobilen Mensch-Computer-Interaktion. Organisatoren der viertägigen Konferenz sind Fraunhofer FIT und die Universität Siegen in Kooperation mit den internationalen Fachgruppen ACM SIGCHI und ACM SIGMOBILE. Vom 15. bis zum 18. September 2009 findet die MobileHCI 2009 auf dem Gelände der Universität Bonn statt. Die MobileHCI will ein Diskussionsforum für Wissenschaftler und Praktiker bieten, die sich mit der Interaktion zwischen Menschen und mobilen Systemen befassen. Es werden etwa 300 Teilnehmer erwartet. Aktuelle Themen neben den seit den Anfängen stets relevant gebliebenen Forschungsgebieten wie dem Design von Webseiten für mobile kleine Endgeräte oder Evaluationstechniken für mobile Geräte und Dienste sind heuer beispielsweise Wearable Computing oder mobile soziale Netzwerke.
Event: Wie sieht das Handy in 10 Jahren aus?
Vom 15. bis 18. September 2009 wird die internationale Konferenz “Human-Computer Interaction with Mobile Devices and Services” – (MobileHCI) erstmals in Deutschland ausgetragen. Rund 300 Teilnehmer aus Wissenschaft und Industrie präsentieren und diskutieren hier innovative Informations- und Kommunikationsdienste, die auch auf kleinen mobilen Geräten gut zu bedienen sind.
Organisatoren der in Bonn abgehaltenen Konferenz sind das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT und die Universität Siegen. Zentrale Themen neben den seit den Anfängen stets relevant gebliebenen Forschungsgebieten, etwa dem Design von Webseiten für mobile kleine Endgeräte, Evaluationstechniken für mobile Geräte und Dienste sowie multimodale Benutzungsschnittstellen, sind beispielsweise Wearable Computing oder mobile soziale Netzwerke. Programm-Highlights sind laut Veranstalter u. a. die Vorträge von Jun Rekimoto, Professor an der Universität Tokyo und Leiter des Interaction-Labs in den Sony Computer Science Laboratories, von Kentaro Toyama, Co-Gründer von Microsoft Research India sowie von Peter Möckel, Leiter der Deutschen Telekom Laboratories (T-Labs).