Intensivere Nutzung durch Smartphone(app)s
Neben anderen Dingen erlauben Smartphones (natürlich ebenso wie Tablets mit SIM Card) in Situationen online zu sein, in denen früher noch nicht mal an Internetzugang zu denken war. Dadurch ist es möglich, bestimmte Angebote und Aktivitäten deutlich intensiver zu nutzen. Smartphones und Tablets sowie die Apps darauf fungieren damit quasi als “digitale Intensivierer”. Am stärksten profitieren Suchmaschinen und Informationssuche-Tools sowie soziale Netzwerke von diesem Effekt.

Über die Hälfte der Nutzer solcher Dienste gibt an, diese Aktivitäten durch die Möglichkeiten des mobilen Internetzugangs häufiger zu nutzen. Auch Routenplaner kommen bei knapp der Hälfte der Smartphone-Besitzer häufiger zum Einsatz. Das Hören von Radio und Musik, Gaming sowie das Lesen von Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Kultur oder Sport werden von etwa jedem Dritten häufiger genutzt als zuvor.
Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt bei den “Digital Natives” (14- bis 29 Jährige). Neben den Recherchen über Suchmaschinen (60 Prozent) ist es vor allem die Nutzung sozialer Netzwerke (66 Prozent), die zu einem Intensivitätssprung führt. Facebook, Twitter und Co. gehören also auch im mobilen Internet zu den Gewinnern. Daneben zählen das Hören von Musik (50 Prozent), Routenplaner (49 Prozent), Gaming (43 Prozent) und das Lesen von Nachrichten (41 Prozent) zu den “Intensivitätsgewinnern”.
So lauten zentrale Ergebnisse einer von TNS Infratest durchgeführten Studie, für die mittels des “Mobile Club” im Zeitraum von Januar bis Februar 2013 insgesamt 610 Smartphone-Besitzer persönlich mündlich zu ihren mobilen Aktivitäten befragt wurden. Der Mobile Club ist eine kontinuierliche, repräsentative Studie für die deutsche Bevölkerung ab 14 Jahren, bei der monatlich ca. 2.000 Personen befragt werden.
Lesetipp connect iOS
Die “connect” ist ein Urgestein in der deutschen Fachmagazin- und Special Interest-Sparte, die sich mit Telekommunikationsthemen befasst. Und einer der wenigen Print-Titel, die hier überlebt haben. Nun stellt sich das Medium mit einer neuen Sonderheftreihe breiter, aber auch gleichzeitig spezieller auf und wendet sich mit “connect iOS” erstmals speziell an iPhone-, iPad- und Mac-Nutzer. Wie bei touch!, i-Zine oder mac & i stehen also hier die Apple-Produkte und das entsprechende Zubehör im Zentrum der Berichterstattung.
“Harte, fundierte und faire Tests” aus den Bereichen Smartphone, Computer, Audio/Video und Office sollen im neuen Magazin von einer “umfangreichen Anwendungsberatung” flankiert werden: Die in Stuttgart ansässige Redaktion will einiges anders machen, u.a. will sie “einfach und verständlich” erklären, “wie man die Technologien zu Hause und in der Praxis am besten einsetzt”.
Druck und Papier sind edel, das Layout gewollt großzügig und bildlastig, ja teils muß man den Text auf Aufmacherseiten suchen. Den Test von iPad 4 und mini begleiten neben “Labor”-Werten in grünen Infokästen auch Fotostrecken von einem Model in grasgrün.
In der uns vorliegenden Erstausgabe 1/2013 (EVT: 27.11.2012) testet die von Dirk Waasen geleitete Redaktion das neue iPad mini und das iPad 4, außerdem wird auf fünf Jahre iPhone zurück geblickt (30-35). Da schließt sich die Gerbauchtkaufberatung (S. 36 ff.) gut an, die sparfreudigen Interessenten tatsächlich bei der Entscheidung helfen dürfte.
Ansonsten taucht hier aufgrund identischer Ausrichtung auch vieles Altbekannte auf: Fokus auf ausgesprochenes Edel-Zubehör, Vergleichstest von Karten und Navigations-Apps (S. 50-57), Tarifkombis für iPhone und iPad im Überblick (S. 62-65), einige wenige Lieblings-Apps der Redaktion (S. 70-73), Apple TV und Heimvernetzung (S. 74-78) und Online-Musikdienste im Vergleich. Doch auch auf seltener Vorgestelltes wie Kfz-Kopfstützenhalter fürs iPad oder “alle ‘geosocial‘-Apps und ihre Risiken” finden sich hier.
Vor rund fünf Jahren las man die ersten Blogbeiträge dazu, ob man als Journalist vor Ort auch nur mit einem iPhone bewaffnet über die (Messe-)Runde kommen kann (man konnte). Der geschäftsf. Redakteur Oliver Stauch berichtet hier aus seinem noch unbarmherzigeren Selbsttest, ob man nämlich nur mit einem iPad versehen “wirklich auf den Mac verzichten kann” (Fazit: noch nicht).
Grundsätzlich gefällt das Blatt sehr, nur im Detail setzt es ein wenig Kritik: Wenn dem Lifestyle-Götzen gehuldigt werden, aber keinerlei Aufwand dafür getrieben werden soll, dann kommt etwas dabei heraus wie diese Doppelseite 6-7. Denn die ist bis auf diverse Konterfeis von Lady Gaga nahezu inhaltsfrei, da hier im Wesentlichen der Promotext der Lady nachgebetet wird: “… kommt 2013 mit einer einzigartigen Musik-App für iPhone und iPad [...] eine revolutionäre Version” vom neuen Album Little Monsters. Multimedial und mit Social Network-Komponente – man denke. Auch die Doppelseite 28-29 birgt keine wie auch immer geartete Anwendungsberatung. Sondern Audi-PR.
connect iOS erscheint ab sofort viermal im Jahr und startet mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren. Der Preis pro Ausgabe beträgt 7,90 Euro – liegt also über dem Hauptwettbewerb und ganz erheblich über den 2,90 Euro, die für beispielsweise die “lässige” Smartphone-Zeitschrift “connect Freestyle” aus dem gleichen Stall aufgerufen werden. Das Abonnement der connect IOS kostet 28 Euro pro Jahr.
Fazit: Durchaus empfehlenswert ****
“connect iOS” erscheint wie das Mutterschiff “connect” im Verlag Weka Media Publishing, vgl. auch Audio, Business&IT, PCgo, PC-Magazin oder Stereoplay (vgl. auch CMP-Weka, wo bis 2010 die Network Computing erschien).
Apple stellt iPhone 5 vor
Apple hat heute wie erwartet das iPhone 5 angekündigt. Das bislang dünnste und leichteste iPhone stockt mit einem 4-Zoll Retina Display auf. Der von Apple entwickelten A6 Chip soll “höchste Performance und ultraschnelle Wireless Technologie” garantieren – “und das alles bei einer sogar noch längeren Batterielaufzeit”
Wie zumeist geht die neue Gerätegeneration mit einer neuen Betriebssystem-Version an den Start. Das iPhone 5 wird mit iOS 6 ausgeliefert. Dies soll gegenüber dem letzten OS-Stand über 200 neuen Funktionen bieten wie beispielsweise: keine YouTube-Integration mehr, Google Maps-freie Kartographie im Apple-Design und mit turn-by-turn Navigation; Facebook Integration; Passbook Organisation sowie erweiterte Funktionalität für Siri.
Abgesehen von Philip Schillera (Senior VP Worldwide Marketing) Schaum vor’m Marketing-Mund (“das schönste Consumer-Gerät, das wir jemals entwickelt haben”, “Edelstein-ähnliches Gerät”, “atemberaubendes Display”, “rasend schneller Prozessor”, “ultraschnelles Wireless” wissen wir noch nicht viel mehr.
Doch immerhin soviel: Theoretisch unterstützt das iPhone 5 LTE und DC-HSDPA und bietet theoretisch Dual-Band 802.11n Wi-Fi Unterstützung für einen drahtlosen Durchsatz von bis zu 150 MBit/s.
Die “iSight”-Kamera liefert 8 Megapixel und soll mit der neuen Panoramafunktion sogar Bilder mit bis zu 28 Megapixel einfangen können, “indem man die Kamera mit einer gleichmäßigen Bewegung durch die jeweilige Szene bewegt”. Wichtiger: iPhone 5 kommt mit dem neuen Lightning Anschluss, der kleiner, smarter und langlebiger sein soll als der vorherige, aber den Lebenszyklus sämtlicher entsprechender Peripheriegeräte ein jähes Ende setzt. Allerdings soll ein “Lightning-to-30-Pin”-Adapter (nur Apple kann solche Namen ersinnen, ohne im Boden zu versinken) zum vermutlich stolzen Preis angeboten werden, um auch das iPhone 5 noch mit bestehenden 30-Pin-Zuberhörprodukten verbinden zu können.
Preise und Verfügbarkeit
Das iPhone 5 wird in Weiß und Silber oder Schwarz und Graphit über den Apple Online Store (www.apple.com/de), über die Apple Retail Stores und über die Deutsche Telekom, Vodafone, O2 und ausgewählte autorisierte Apple Händler verfügbar sein. Es wird in Deutschland (sowie Australien, Frankreich, Großbritannien, Hong Kong, Japan, Kanada, Singapur und den USA) am Freitag, den 21. September erhältlich sein. Man kann das Telefon ab Freitag, den 14. September vorbestellen. iOS 6 wird am Mittwoch, den 19. September als kostenloses Software-Update verfügbar sein. Es wurden noch keine Preise für das Telefon genannt.
Elektrogeräte nachladen u. Autobatterie überwachen
Auch wenn aktuelle Smartphones sich über entsprechende Apps und Peripherie mit stets mehr Funktionalität in eine Art digitales Schweizer Offiziersmesser verwandeln (vom Beamer über den Alkoholtester bis hin zu Scheckkartenleser und Geigerzähler – Fakt ist, dass Mobile Pros doch meist mehr als nur ein mobiles Elektrogerät dabei haben. Und sie alle da sind, sind sie alle fast immer “hungrig”. Je häufiger man sie einsetzt, um so schneller sind die Akkus entladen – besonders gern, wenn man das Teil gerade besonders dringend brauchen würde. Im eigenen Auto bietet sich natürlich an, das Mobilgerät über den mobilen Zigarettenanzünder nachzuladen. Das APM-3 von Novitec (www.novitec.de) bietet genau diese Möglichkeit, kombiniert sie aber zusätzlich mit einer Batterieüberwachung.
Was beim Praxistest als erstes positiv auffällt: Das Gerät wird mit mit drei verschiedenen Ladekabeln ausgeliefert: USB, Mini-USB, wie für manche Navis, Apple iPhone, iPad, iPod touch). Insofern kann man das APM-3 sozusagen “fest” installieren (z. B. mit dem vorbereiten Klebestreifen an der Geräterückseite) und an seinem USB-Port einfach je nach gerade zu stillendem Stromhunger den entsprechenden Adapter einstecken.
Zusätzlich warnt der APM-3 laut Hersteller vor Batteriepannen und zeigt permanent die aktuelle Batteriespannung an. Nicht nur laut ADAC-Pannenstatistik ist Batterieversagen eine der häufigsten Pannen bei Autos. Laut Novitec kann sie jedoch leicht durch kontinuierliche Überwachung vermieden werden. Dazu warnt das APM-3, neben der permanenten Spannungsanzeige, vor allem vor zu niedrigem Ladezustand und überwacht zudem auch die Lichtmaschinenfunktion. Über den Zigarettenanzünder angeschlossen zeigt es sofort die aktuelle Batteriespannung an und warnt bei eventuellen Über- oder Unterspannungen über die beiden LEDs die etwaige Fehlfunktionen an. So warnt die linke LED, wenn die Stromspeisung (Lichtmaschine) nicht korrekt lädt. Sie leuchtet, wenn 14,6 V überschritten (Überladung, Regler defekt) oder wenn 11,6 V unterschritten werden und auch wenn mehr als 15 Sekunden lang 12,6 V unterschritten werden. Die rechte LED warnt, wenn 11,6 V 45 Sekunden lang unterschritten werden und sofort bei Unterschreitung von 10,6 V.
Allgemein sollte man gängige 12 Volt-Auto-Batterien nie länger bei unter 12,4 V ruhen lassen oder weiter betreiben – spätestens aber wenn die Warn-LEDs des APM-3 Signal geben, sollte nachgeladen bzw. ein Austausch der Batterie bzw. Kontrolle des Lichtmaschinenreglers erwogen werden, wenn dies häufiger der Fall sein sollte. Startversuche bei zu niedriger Spannung führen zu Tiefentladung, mit zu niedriger Spannung ruhende Batterien werden durch Sulfatierung geschädigt. Beim Testfahrzeug einem Daihatsu “Curare” und seiner Batterie scheint aber derzeit alles in Ordnung zu sein, jedenfalls blieben die LEDs beruhigend dunkel.
Soweit, so gut. Einziger Kritikpunkt/Verbesserungsvorschlag: Idealerweise hätte ein gerade für Mobile Pros so praktisches Gerätchen ZWEI USB-Ports, was es ermöglichen würde, beispielsweise das mobile Navi UND das iPhone ladend zu benutzen.
Fazit: ****
Das APM-3 kostet 29,95 Euro und ist im Elektronik-Fachhandel oder direkt bei Novitec erhältlich.

Mehr Infos und Kaufmöglichkeit im WebShop
iOS 6 – New Maps, Siri, Facebook, Passbook
Apple hat heute auf der Worldwide Developers Conference (WWDC)wie erwartet eine Vorschau auf iOS 6 gezeigt, das dem mobilen Betriebssystem über 200 neue Funktionen hinzufügt. Gleichzeitig wurde eine Beta Version für Mitglieder des iOS Developer Programms wie Glanzkinder freigegeben.
iOS 6 wird als kostenloses Update im Herbst für iPhone-, iPad- und iPod touch-Nutzer zur Verfügung stehen. Die neuen iOS 6 Funktionen beinhalten in Apple-Sprech: eine völlig neue Karten App mit Kartographie im Apple-Design, turn-by-turn Navigation und eine “unglaubliche, neue Flyover-Ansicht”; neue Siri Funktionen mit Unterstützung von weiteren Sprachen, erleichterten Zugang zu Sport-Ergebnissen, Restaurant-Empfehlungen und Kinoprogrammen; Facebook Integration für Kontakte und Kalender mit der Möglichkeit, direkt aus Notification Center sowie Siri und Facebook-unterstützten Apps wie Fotos, Safari und Karten zu posten; Shared Photo Streams über iCloud; und Passbook, laut Apple “die einfachste Möglichkeit um all seine Ausweise an einem Ort zu haben”.
Lesetipp: Alle meine Android Apps
Der Berliner Fachverlag Schiele & Schön beweist Mut und legt mit “Alle Meine Android Apps” ein Printmagazin in Konkurrenz zu beispielsweise dem vorzüglichen Android Magazin oder dem später gefolgten Android User vor. Allerdings mochte sich Verlagsleiter Harald Rauh noch nicht felsenfest auf den Fortbestand festlegen: “Bei Erfolg unserer Erstausgabe machen wir natürlich weiter. Neue Ausgaben des Magazins erscheinen dann alle zwei Monate.”
Die seit vergangener Woche erhältliche, 84-seitige und praktisch anzeigenfreie Erstausgabe (Ein Anzeigenmotiv wird sogar wiederholt) “1/2012″ hat allerdings eine etwas andere Positionierung als der erwähnte Wettbewerb. Sie richtet sich erkennbar an blutige Android-Novizen. So wird einiger Raum auf die Rubrik “Basiswissen” gewendet, die beispielsweise erläutert, dass man mit Android Smartphones oder Tablets beispielsweise Fotos oder Filme aufnehmen, Games zocken, Musik abspielen oder E-Books lesen kann. Eine Checkliste will dann bei der Auswahl eines geeigneten Gerätes assistieren. Ohne die getroffenen, teils sehr allgemeinen Aussagen (“Wichtiger als die Größe des Bildschirms ist seine Auflösung”; “Die modernen Akkus sind inzwischen alle sehr leistungsstark”; “Jedes Android-Gerät ist anders, eine einheitliche Verwendung gibt es nicht”) allerdings mit Gerätetests oder zumindest tabellarischen Geräteübersichten zu konkretisieren. Doch schließlich will das Mag – wie Name und Untertitel (“Großer Android-App Ratgeber”) schon sagen – kein Hardware-Berater sein, sondern primär bei App-Kurzporträts punkten. Die aus
Naturgemäß liegen die Schwerpunkte dabei auf den Fun-Kategorien (Spiele, Freizeit, Kochen, Social Networking oder Multimedia. Doch auch für mobile Professionals könnte in den Abteilungen “Reise, Navigation, Stadtplan”, “Tools” (DropBox & Co., S. 74 ff.) oder “Auto” (S. 78 ff.) ein noch nicht längst bekannter Tipp dabei sein. Enttäuschung hinterlässt jedoch die Kategorie “Business & Shopping” (S. 60), da sie sich tatsächlich auf Rabatt- und Preisvergleich-Apps beschränkt. Und einen Taschenrechner. File-Konvertierer, Textverarbeitung, Mobiles Präsentieren – alles Fehlanzeige.
Pluspunkte:
+ Fokus auf schnelle Orientierung mit dem Anspruch, Zeit gegenüber eigenem Trial-and-Error im Android Market zu sparen.
+ Auswahl – Mit der genannten Ausnahme im Bereich der Market-Kategorie “Geschäftlich” stellen die jeweils präsentierten Apps jeweils ein geeignetes allererstes Startpaket dar.
+ Mit dem Link zu einer Windows-Vollversion erhalten Leser Zugang zu einem Programm, das vor allem Filme in gewünschte Formate für Android-Phones umwandeln können soll.
+ Sinnvolles Zubehör wie Bluetooth-Tastaturen, Skins, Taschen etc. wird ebenfalls angerissen.
+ Für Vertiefung und Aktualität schlägt das Blatt einige Android-Blogs vor (s. 82).
Kritikpunkte/Anlaufschwierigkeiten:
- Die Darstellung der Situation bei den Betriebssystemversionen (S. 8) ist allzu kursorisch geraten, ganz besonders für eine Einsteiger-Publikation.
- Die Typographie im Inhaltsverzeichnis oben wurde so winzig gewählt, dass sie auf Android-grünem Grund nahezu unlesbar ist.
- Das verwendete Layout-Programm produziert schaurige Trennungen, die teils in die Ausgabe gerutscht sind.
Die in Summe empfehlenswerte Bereicherung der Szene kostet nur 5,90 Euro.
Bestellmöglichkeit
1 Jahr WP7 Marketplace
Die jüngste Veröffentlichung der Spezialisten für Mobile App Stores von Distimo blickt nach einem Jahr Windows Phone 7 (WP7) Marketplace zurück und vergleicht – dieser war im November 2010 in zunächst 17 und später, mit dem Mango-Update (7.5) in 18 weiteren Nationen eröffnet worden. Aus den Ergebnissen:
- Das relativ höchste Download-Volumen der nationalen Marketplaces erzielt WP7 in den USA – mit >101.000 free Downloads und 20.000 paid Downloads pro Tag allein in den Top 300 der beliebtesten Apps. Dennoch ist der Marketplace bezogen auf diesen Vergleichswert 39 mal kleiner als der Apple App Store/iPhone.
- Das Angebot an Paid Apps hat kontinuierlich um ca. 1.300 neue kostenpflichtige Applikationen zugenommen. Free Apps legten um rund 1.650 Anwendungen pro Monat zu.
- Die Zahl der veröffentlichenden Entwickler (“Publishers”) stieg um 700 pro Monat.
- Nahezu die Hälfte sämtlicher Apps wird in allen 17 “Start”-Nationen des WP7 Marketplace angeboten. Immer noch ein Drittel ist sogar in allen 35 Ländern verfügbar.
- Die Inhalte von Free Apps sind tendenziell mehr auf lokale Märkte zugeschnitten als die von Paid Apps – erstaunlich!
- Die populärsten Kategorien im Marketplace sind Games (Spiele), Tools & Productivity (Produktivität), Entertainment (Unterhaltung) sowie Travel & Navigation (Reisen, Navigation).
- Laut Distimo ist der WP7 Marketplace heute der fünftgrößte Mobile App Store nach 1. Apple App Store, 2. Google Android Market, 3. Nokia Ovi Store und 4. BlackBerry App World.
- Bei der Markteröffnung 1110 waren 70 Prozent der Angebote Paid Apps, seit 0611 überwiegen die Free Apps zahlenmäßig.
zur Registrierung zwecks Download von Distimo-Veröffentlichungen
zum (US) Windows Phone 7 Marketplace
Automotive: Next Exit Apps
Apps ziehen auf ihrem Siegeszug nun auch ins Auto ein: Automotive Appsstellen mittlerweile ein wichtiges Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb der Automobilindustrie dar und werden künftig bedeutende Bestandteile hochwertiger Automobile sein. Die Automotive Industry steht damit vor einer großen Herausforderung, denn sie muss mit dem beeindruckenden Innovationstempo der Mobilfunk- und Onlineindustrie mindestens Schritt halten, um einen attraktiven Markt rund um Auto-Apps zu etablieren.
Die Managementberatung Mücke, Sturm & Company (MS&C) hat daher aktuell Geschäftsmodelle für Apps im Automobil verglichen. Die resultierende Veröffentlichung will Unternehmen der Automobil-Industrie Wege aufzeigen, wie diese Apps gewinnbringend integrieren können. “Apps im Auto zahlen in erster Linie auf die Imagewirkung einer Automarke ein, was letztlich wieder zu höheren Umsätzen aus dem Verkauf von Fahrzeugen führt. Diese Entwicklung zu verpassen, könnte sich ähnlich wie im Fall Nokia rächen”, erläutert Michael Mücke, Co-Autor und Managing Partner von MS&C (er meint den Absturz des finnischen Handy-Giganten durch zu späte Berücksichtigung des Trends zu Highend Smartphones, d. Red.). Die MS&C-Berater haben Automotive Apps zunächst in die Kategorien Infotainment (z. B. intelligente Musikbibliothek), Komfort (z. B. Augmented Navigation, Location Based Services (z. B. Car Finder oder ortsbezogene Shopping-Tipps), Sicherheits- (z. B. Car-to-X-Kommunikation), Produktivitäts- (z. B. “mobiles Büro” für mobile Professionals) und CRM-Anwendungen (Customer Relationship Management: z. B. Cross Selling-Angebote der Autohersteller) unterteilt. Danach wurden drei wesentliche Geschäftsmodellvarianten und deren spezifische Vor- und Nachteile identifiziert:
Die MS&C-Berater haben drei wesentliche Geschäftsmodellvarianten und deren spezifische Vor- und Nachteile identifiziert:

Modell 1: Closed Shop
Im geschlossenen System haben Autohersteller absolute Kontrolle über das “Smart Car” und entwickeln sowohl den Hard und Software Stack des Automobils wie auch die verfügbaren Apps vollständig selbst (“Make”).
Vor- und Nachteile:
- Autohersteller müssen alle erforderlichen Kompetenzen selbst besitzen bzw. einkaufen. Diese Lösung schränkt Innovationen stark ein. Das App-Angebot bleibt relativ gering.
- Durch die unternehmensinterne Bereitstellung aller Apps entstehen hohe Kosten.
+ Fahrzeughersteller haben die größtmögliche Kontrolle über die Qualität der angebotenen Apps.
0 Alle Einnahmen fließen dem Automobilhersteller zu, allerdings entstehen relativ hohe Kosten durch Dritte.
Modell 2: Walled Garden
Ein kontrolliertes System belässt die Kontrolle über Computerplattform und Internetzugang des Automobils beim Hersteller, gibt aber anderen Entwicklern und Dienstleistern die Möglichkeit, eigene Produkte für das Smart Car nach Freigabe durch den Hersteller zu vertreiben.
Vor- und Nachteile:
+ Ein Teil der nicht vorhandenen Kompetenzen wird über externe Entwickler kompensiert.
+ Größere Innovationskraft durch größere EntwicklerCommunity.
+ Geringere Kosten, da sie zum großen Teil von den App-Entwicklern getragen werden, die auf eine Refinanzierung durch den Absatz an Paid Apps spekulieren.
0 Qualität und Sicherheit kann hier nicht vollständig gewährleistet, aber durch Qualitäts- und Sicherheitsstandards minimiert werden.
- Der Gewinn fällt geringer aus als im Monopol eines Closed Shops, da von den Verkaufserlösen nur eine Provision auf die Umsätze der App Entwickler einbehalten werden kann.
Modell 3: Open Shop
Das Offene Modell setzt auf die Kräfte des freien Wettbewerbs. Der Automobilhersteller fördert den Aufbau eines Ökosystems, schränkt Entwickler und Kunden in ihrer Nutzung aber nicht ein.
Vor- und Nachteile:
+ Innovativster Ansatz: Der Automobilhersteller selbst muss keine Ressourcen für die Apps aufwenden. Eine überragend große Anzahl externer Entwickler sorgt für das App Angebot.
+ Die Kosten beschränken sich auf die Einrichtung der Plattform sowie der begleitenden Tools. Diese Variante ist für die Autoproduzenten die preislich günstigste aller Möglichkeiten.
- Überragende Qualität, ein einheitliches Erscheinungsbild und durchgehend hohe Qualität der angebotenen Anwendungen sind nach diesem Modell nicht zu erwarten. Die fehlende Kontrolle durch den Automobilhersteller machen die Apps zu einem Sicherheitsrisiko und ggfs. zu einem Gewährleistungsthema.
“Mittel- bis langfristig bietet das Walled Garden-Modell für Automobilhersteller den größten Nutzen: Hier treffen verhältnismäßig geringe Kosten auf annehmbare Gewinne bei gleichzeitig hoher Qualität und Kundenakzeptanz”, fasst Michael Mücke die Ergebnisse zusammen. Ein lesenswerter Abstract kann unter dialog at muecke-sturm dot de kostenlos angefordert werden.
Das App-Systemhaus Glanzkinder ist selbst Pionier als Dienstleister in diesem Bereich hat bereits mehrjährig Erfahrungen gemeinsam mit innovativen Early Adopters im Bereich Automotive Apps sammeln können. Die bisherigen Projekte waren allerdings sämtlich entweder Modell 1 zuzurechnen oder waren Automotive Apps, die bereits außerhalb von Fahrzeugen ihre volle Funktionalität entfalten konnten. Dazu gehörten u.a. Kuttendreier (Info-App eines Ford-Autohauses; iOS), Essen Motor Show (Messe-App für Automotive Event als iPhone u. iPad App und als Android App; Messe-App zur Eurobike (iOS); e-WOLF: News, Reichweitenmesser für E-Mobiles und Produktinformationen (iOS); eMobileTicker: eMobility-News(iOS) inlusive Konzeption und Startcontent des Mediums; Mercedes Benz Zetros: Infos und Produktkonfigurator zu dem modularen MB-Nutzfahrzeug. Und in der Projekt-Pipeline steckt bereits ein Nutzfahrzeuge-Marktplatz als nächste Automotive App der Ausrichtung M-Commerce.
Vgl. zum Thema auch folgenden interessanten Adobe-Beitrag (mit Downloadmöglichkeit), der die Aspekte Manageable Apps, Social Media-Integration, LBS in Kombination mit QR-Codes sowie Rich Internet Applications (RIA) in den Vordergrund stellt.
“Everywhere Commerce” statt nur M-Commerce
Everywhere Commerce ist laut der Managementeratung Mücke, Sturm & Company das neue Paradigma des Multichannel-Handels: Kunden seien heute nicht mehr nur über die klassischen Vertriebswege zu erreichen. Der Kaufprozess sei vielmehr kanalübergreifend und finde heute online wie offline statt.
Die Integration des stationären Handels in die digitale Ökonomie bietet daher große Chancen für den Einzelhandel, da auch er alle Instrumente des Internets nutzen kann. Die dabei zu bewältigenden Anforderungen sind jedoch beträchtlich: Technisch isoliert gewachsene Systeme müssen zusammenwachsen und Anreizsysteme umgestaltet werden.
Eine Analyse der Managementberatung zeigt anhand von Anwendungsfällen wie Unternehmen den Paradigmenwechsel im Sinne ihrer Kunden umsetzen können: Mit den Smartphones und der damit einhergehenden Appconomy (App-Economy) ist laut den Autoren der Analyse die Lücke zwischen E-Commerce und dem stationären Einzelhandel geschlossen worden. Multichannel-Marketing, das die Unterschiedlichkeit der Kanäle betont, wird durch das neue Konzept des Everywhere Commerce abgelöst.
Mobile-POS-Integration
Denn Smartphones bieten aufgrund ihrer technischen Funktionen vielfältige Möglichkeiten, den stationären Handel bzw. Point Of Sale (POS) zu stärken. Sie sind der Navigator zur Filiale (Mobile to POS, z.B. Store- und Product Finder über Location Based Services) oder die Brücke von der realen in die Online-Welt (POS to Mobile, z.B. Barcodes).
Mobile-Online-Integration
Mit Augmented-Reality-Produktpräsentationen können Produkte aus dem Online-Shop virtuell anprobiert oder in eine reale Umgebung integriert werden. Diese Integration gewinnt im Mobile Shopping stark an Bedeutung.
Eine Zusammenfassung der Analyse kann unter dialog at muecke-sturm dot de kostenlos angefordert werden.
Boom bei App-Programmierung u. -Nutzung
Apps legen weiter schnell an Beliebtheit zu: Bei mehr als 15 Millionen Deutschen finden sich bereits Apps auf ihrem Handy oder Smartphone. Das ergibt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM. Vor einem Jahr hatten erst zehn Millionen Bundesbürger Apps auf ihrem Handy.
Besitzer geeigneter Handys haben im Durchschnitt 17 Apps auf ihrem Mobiltelefon. In der jüngeren Generation werden die Programme besonders intensiv genutzt: 14- bis 29-jährige Handynutzer haben im Schnitt 22 Apps installiert. Dabei sind 14 Prozent der Handynutzer unsicher, ob ihr Gerät überhaupt für Apps geeignet ist. Vor allem ältere Anwender ab 60 Jahren geben an, sich damit nicht auszukennen. Nur jeder dritte (32 Prozent) Handybesitzer geht bisher davon aus, dass auf seinem Mobiltelefon Apps laufen. Gut die Hälfte (53 Prozent) ist der Ansicht, dass ihr Gerät entsprechende Programme nicht verarbeiten kann. BITKOM-Präsidiumsmitglied René Schuster analysiert: “Der App-Markt befindet sich noch am Anfang und hat ein enormes Potential nach oben.”
Besonders populär sind etwa Apps zur Navigation oder für den Zugriff auf soziale Netzwerke. Nach BITKOM-Berechnungen existieren derzeit weltweit rund 520.000 Apps. Im Jahr 2010 waren fast 90 Prozent aller in Deutschland herunter geladenen Apps kostenlos. Der Durchschnittspreis kostenpflichtiger Apps lag bei 3,25 Euro (Research2Guidance).