Das 4S gewinnt für Apple Terrain zurück
Die Marktforscher von Nielsen haben statistische Daten vorgelegt, denen zufolge sich die drastischen Marktanteilsverluste von iOS zugunsten von Android seit dem Advent des iPhone 4S abgeschwächt haben. heise.de interpretiert dies so: “Der Verkaufsstart des iPhone 4S in der Mitte des Oktober 2011 hatte nach den jüngsten Umfrageergebnissen des Marktforschungsunternehmens Nielsen “enorme Auswirkungen” auf den US-Smartphonemarkt. Während sich im Oktober 2011 noch knapp 62 Prozent der US-Neukäufer eines Smartphones für ein Android-Modell entschieden und gut ein Viertel für ein iPhone, näherte sich der Prozentwert über November hin zu Dezember deutlich an: Im letzten Monat des vergangenen Jahres entschieden sich nach den Zahlen der Marktforscher knapp 45 Prozent der Neukäufer für ein iPhone und knapp 47 Prozent für ein Android-Gerät.

Von den iPhone-Neukäufern im Dezember griffen angeblich 57 Prozent zum iPhone 4S – die übrigen 43 Prozent waren offenbar auch mit einem älteren Modell zufrieden. Apple bietet weiterhin sowohl das iPhone 4 als auch über zweieinhalb Jahre alte iPhone 3GS an. Android führt dabei den US-Smartphonemarkt weiterhin klar an: Unter allen Smartphone-Besitzern nutzten im vierten Quartal 2011 angeblich über 46 Prozent Android, 30 Prozent iOS auf dem iPhone, knapp 15 Prozent einen BlackBerry und knapp 5 Prozent Windows Mobile. Über die Hälfte der Smartphone-Neukäufer entschied sich in diesem Zeitraum laut Nielsen für ein Android-Gerät, 37 Prozent griffen zum iPhone und nur noch 6 Prozent zum BlackBerry. Knapp die Hälfte der US-Mobiltelefonnutzer besitzt nach diesen Zahlen inzwischen ein Smartphone – unter den Neukäufern griffen 60 Prozent zu dieser Geräteklasse.”
TechCrunch hingegen zitierte Zahlen der NPD Group, wonach der Marktanteil von iOS in den USA von Q311 bis Oktober und Dezember 2011 sogar von 26 Prozent auf 43 Prozent gesprungen ist. Android habe in diesen zwei Monaten mit 47 Prozent immer noch vorn gelegen, musste aber deutliche Verluste gegenüber 60 Prozent Marktanteil in Q311 hinnehmen.
Nach diesen Zahlen waren neun von zehn im Oktober oder November in den USA verkauften Mobiltelefonen Smartphones. Sowohl Samsung, HTC wie auch Motorola haben mindestens ein Gerät in den NPD-Top-10, das vom iPhone 4S angeführt wird. Auf Rang 2 steht erstaunlicherweise noch das iPhone 4.
Laut Flurry-Angaben waren allein am Bescherungs-Tag zu den Weihnachten 2011 in den USA knapp sieben Millionen neue Android- und iOS-Endgeräte aktiviert worden. Zum Vergleich: 2010 waren dies nur 2,8 Millionen gewesen. Laut Google werden derzeit über 700.000 Android Devices täglich aktiviert (im Juni 2011 lag dieser Wert noch bei 500.000). Nach Asymco-Schätzungen gibt es derzeit weltweit zwischen 224 und 253 Millionen aktive Android-Endgeräte, Google selbst sprach anlässlich der Quartalsbilanz von 250 Millionen. Im Oktober 2011 hatte Apple die Zahl der bislang verkauften iOS-Geräte (iPhone, iPad, iPod touch) laut Chip.de mit 250 Millionen angegeben – einer überraschend niedrigen Zahl, angesichts des Marktgangs des iPhone 2G bereits im Jahr 2007 und der seither gemeldeten Verkaufserfolge.
US-Androiden: Apps vor Mobilem Internet
Smartphone- oder Tablet-Nutzer haben beim Abrufen von beispielsweise E-Mails, News, Wetterprognosen oder auch beim Besuch von Social Networks häufig die Wahl: mobil optimierte Webseite oder fest installierte mobile App? Zumindest was die Nutzungszeit angeht, haben hier die mobilen Apps deutlich die Nase vorn, wie Nielsen herausgefunden hat.
Nielsen Smartphone Analytics ist ein neuer Service der Marktforschungsspezialisten. Über On-Device Meter, die auf “Tausenden von iOS und Android Smartphones installiert sind”, erfasst und analysiert er deren Nutzungsdaten. Hiernach verbringt der durchschnittliche Androidnutzer in den USA täglich 56 Minuten mit dem mobilen Internet und Apps auf seinem Telefon. Zwei Drittel dieser Zeit wird für die Nutzung von mobilen Apps verwendet, gegenüber einem Drittel mobiler Internetanwendungen (was allerdings auch damit zusammenhängen könnte, dass das Gros der Spiele als native App angeboten wird; vgl. aktuell in den Top 5 des deutschen Android Market: Cut the Rope; Doodle Jump und X Construction).
Obwohl bekanntlich mittlerweile über 510.000 Android-Apps zur Verfügung stehen, verteilt sich das Gros der Nutzungszeit auf eine relativ kleine Gruppe: 43 Prozent der Gesamtnutzungsdauer von mobilen Apps von US-Androidnutzern entfällt auf die Top 10 Android Apps und ganze 61 Prozent auf die Top 50 Apps.
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Mocial stärker bei Android-Nutzerinnen
Die Marktforscher bei Nielsen stellen das erste Mobile Media Ranking basierend auf Reichweitendaten ihrer neuen Nielsen Smartphone Analyse vor. Dieser neuer Service nutzt die gesammelten Daten von Tausenden von Android und iOS Smartphones in den USA, um über das aktuelle Konsumentenverhalten zu berichten (ähnlich wie comScore oder Distimo dies tun).
Die Smartphone Analyse liefert Reichweitenmetriken und -ratings, inklusive Daten zur Häufigkeit, Dauer und Gesamtreichweite. Nielsen hat derzeit Mess-Ínstanzen (sog. Meters) auf mehr als 5.000 Smartphones in den USA installiert, deren Besitzer eingewilligt haben, Teilnehmer des Smartphone Panels zu sein.
Erste Nielsen Android App Ratings
Laut den ersten Daten der mobilen Reichweitenmessung erreichten – nach der Android Market App – die Apps für Facebook, Maps und Mail die höchste aktive Reichweite unter den US-amerikanischen Android-Nutzern über 18 Jahre. Hierbei wird “aktive Reichweite” als der Prozentsatz von Android-Nutzern definiert, die innerhalb der letzten 30 Tage eine App genutzt haben.![]()
“Mocial” stärker bei Android-Nutzerinnen
Während viele der Top 20 Apps ein ähnliches aktives Nutzungsverhalten sowohl bei männlichen als auch weiblichen Android Smartphonebesitzern offenbarten, gab es eine beträchtliche Differenz in der aktiven Reichweite von Social Apps. Facebooks mobile App erlangte eine aktive Reichweite von 81 Prozent bei weiblichen Android Smartphonebesitzer im Vergleich zu lediglich 69 Prozent bei männlichen Android Smartphonebesitzern. Twitter erreichte ebenfalls mehr Frauen (16,5 Prozent) als Männer (13,4 Prozent). Dennoch erreichte Google+ – neben Amen das jüngste Social Network – mehr als doppelt so viele Männer (15,8 Prozent) alsFrauen (7,2 Prozent).
Außerhalb von Social Media erreichten Apps wie Kindle und Words With Friends eine höhere aktive Reichweite unter Frauen, während die Business-Suite QuickOffice Pro und die Amazon Store App eine höhere aktive Reichweite unter Männer erzielte. Google Maps wies ebenfalls eine höhere aktive Reichweite unter Männern auf: 77 Prozent aktive Reichweite bei Männern im Vergleich zu 71,8 Prozent bei Frauen.
comScore: Android Nr. 2 bei den Smartphones
Die Mobil-Spezialisten von comScore haben für die aktuelle Ausgabe ihrer MobiLens-Reports die Marktanteile von Herstellern und Providern im US-Handy- und Smartphone-Markt im Zeitraum von September bis November 2010 betrachtet und mit der vorhergehenden Dreimonatsperiode verglichen. Grundgesamtheit der Untersuchung sind wieder über 13 Jahre alte Mobilfunk-Kunden in den USA und deren “primär” genutztes Mobiltelefon. Die comScore-Ergebnisse zeigen erneut Samsung mit einem Marktanteil an allen Mobiles von 24,5 Prozent (+0,9 Prozentpunkte) an der Spitze, gefolgt von LG (21,2%), Motorola (18,8%), RIM (9,0%) und Nokia (7,6%).
Beim 61,5 Millionen Einheiten umfassenden US-Markt für Smartphones liegt BlackBerry OS (RIM) mit einem um 4,1 Prozentpunkte nochmals geschrumpften Marktanteil von 33,5 Prozent immer noch an der Spitze. Android (Google) hat abermals ein Wachstum von 6,4 Prozentpunkten hingelegt und liegt nun auf Platz 2 der Smartphone-Betriebssysteme: mit 26 Prozent Marktanteil und vor iOS (Apple) mit 25%. Für Microsoft bleiben trotz des Launchs von Windows Phone 7 nunmehr nur noch 9% (-1,8 Prozentpunkte) und für Palm (HP) nur 3,9% vom Kuchen.
Auch die Nutzung der Mobilgeräte wurde wie stets abgefragt. Danach haben im Juli 67,1% der US-Nutzer Textnachrichten verschickt. Die Browser-Nutzung liegt jetzt bei 35,3. Zuvor heruntergeladene Mobile Apps nutzten 33,4 Prozent. Mobilen Zugang zu Social Networks oder Blogs suchten 23,5 über ihr Smartphone.
Nielsen: 41% der US-Smartphone-Käufer ziehen Android vor
Aktuelle Ergebnisse der Marktforscher bei Nielsen erhärten die comScore-Zahlen noch: Stolze 41 Prozent der US-Smartphone-Käufer haben im letzten halben Jahr bei einem Android-Gerät zugegriffen – im Vergleich zu 27 Prozent iPhone- und 19 Prozent BlackBerry-Käufern. Noch im Juni 2010 hatten bei einer Nielsen-Umfrage nur 28 Prozent geantwortet, dass sie den Erwerb eines unter Android-Smartphones planen.
ChangeWave: Geplante iPhone-Käufe bröckeln
Auch ChangeWave Research hatte schon im September vergangenen Jahres eine Kaufbereitschaft von immerhin 37 Prozent für Android-Smartphones erhoben (+7 Prozentpunkte im Vergleich zur Juni-Umfrage). Die Zahl der iPhone-Käufer in spe sank im gleichen Zeitraum von 50 auf 38 Prozent.
iPhone weiterhin führend bei mobiler Internetnutzung
Angesichts der vorstehenden Zahlen sollte aber nicht vergessen werden, dass die iPhone-Zuwächse zwar schwinden, aber auf derzeit noch hohem Niveau: Laut den Spezialisten für Internet-Metriken Net Applications gibt es derzeit immer noch mehr als doppelt soviele iPhones als Android-Smartphones im Markt. Nach diesen Zahlen wird das iPhone weltweit von rund einem Prozent der Nutzer des mobilen Internets genutzt (diese Zahl erfasst also keine Nutzer, die mit dem iPhone nur telefonieren). Die globale Webnutzung unter Android kommt auf 0,4 Prozent, die von BlackBerry auf 0,13 Prozent.
Schon 28% Smartphones i.d. USA
Das Marktforschungsunternehmen The Nielsen Company (Nielsen veröffentlicht im aktuellen Global Smartphone Report interessante Zahlen, denen zufolge mit dem dritten Quartal 2010 (Q310) bereits 28 Prozent der US-amerikanischen Mobilfunknutzer ein Smartphone besitzen – also Mobiltelefone mit einem Betriebssystem, die denen von Computern ähneln, so die hier verwendete Definition. Die wachsende Beliebtheit von Smartphones, wie z. B. Apples iPhone, RIMs BlackBerry Geräten und Android-Phones der verschiedensten Hersteller hat die Adoptionsrate beschleunigt. Von den Nutzern, die sich in den letzten sechs Monaten ein neues Mobiltelefon zugelegt haben, haben sich 41 Prozent für ein Smartphone gegenüber einem herkömmlichen Mobiltelefon entschieden – im Vorquartal Q210 waren es nur 35 Prozent.
Im Vergleich mit Europa liegt die USA quasi auf einer Stufe mit Großbritannien, welches eine ähnlich hohe Penetrationsrate aufweist, aber beträchtlich hinter Spanien, wo das Smartphone einen Marktanteil von 37 Prozent verzeichnet sowie Italien mit 33 Prozent Marktanteil. Laut Nielsen bleibt Symbian derzeit das populärste Betriebssystem in Europa (alle Mobile OS, nicht nur Smartphones).
In den USA hat Apples iPhone OS (iOS) praktisch mit Blackberry OS und einem entsprechenden Marktanteil von 28 Prozent vs. 30 Prozent gleichgezogen. Unterdessen liegt Googles Android nun bei 19 Prozent mit stark steigender Tendenz. Bei den Nutzern, die sich in den letzten sechs Monaten ein Gerät auswählten, hat Android im dritten Quartal den stärksten Zuwachs verzeichnet, während RIM BlackBerry und Apple iPhone sich mehr oder weniger den zweiten Platz teilen.
Während die Besitzer von Android Mobiltelefonen generell jünger sind als die Nutzer anderer Betriebssysteme – 50 Prozent der Android-Besitzer sind unter 35 Jahre alt – verzeichnet Apple die meisten Smartphone-Nutzer unter 44 Jahren.
Auch die Deutsche Telekom AG (DTAG) würde die oben zitierten Nielsen-Ergebnisse wohl unterschreiben, denn das mobile Internet ist für den Konzern zum wichtigsten Umsatzfaktor geworden. Weltweit erzielte die DTAG mit mobilen Datenumsätzen 3,2 Milliarden Euro (+26%). Auch in Deutschland wuchs der Bereich um knapp 27 Prozent. In Deutschland waren 53 Prozent der von Big Magenta verkauften Endgeräte Smartphones.
via golem.de
Nielsen: Apps sind die Zukunft (bei Teens)
Nielsen hat das Mobilfunk-Nutzungsverhalten von US-Teenagern untersucht – anhand der monatlichen Handyrechnungen von mehr als 60.000 Mobilfunknutzern und Umfrageergebnissen unter mehr als 3.000 Teenagern. Dafür analysierte The Nielsen Company US-Daten für das zweite Quartal 2010.
Demnach textet (“SMSen”) keine Altersgruppe mehr als Teenager (13-17 Jahre alt). Junge Erwachsene (Alter 18-24) landen mit großen Abstand auf dem zweiten Platz. Texten ist derzeit das Herzstück der mobilen Teenagerwelt. 43 Prozent geben an, dass dies der Hauptgrund gewesen ist, sich überhaupt ein Handy zuzulegen. Das erklärt, warum die QWERTY-Tastaturbelegung das erste ist, worauf sie achten, wenn sie sich ein Gerät aussuchen. “Sicherheit”, der Hauptgrund für den Kauf eines Handys im Jahr 2008, ist nun nicht mehr so wichtig – es ist der zweitwichtigste Grund für Mädchen und fällt bei Jungen noch geringer aus. In Kontakt mit Freunden zu bleiben, zählt ebenfalls immer noch den drei wichtigsten Faktoren.

Heute heben 78 Prozent der Teenager die Funktionalitäten und Bequemlichkeiten von SMS hervor: Sie finden diese einfacher (22 Prozent) und schneller (20 Prozent) als Telefonanrufe (obwohl diese immer noch Spaß machen). Telefonie-Aktivitäten sind laut Erhebung bei Teenagern um 14 Prozent gesunken.

Unbestrittener Wachstumsbereich ist die Datennutzung. 94 Prozent der jugendlichen Abonnenten bezeichnen sich selber als fortgeschrittene Datennutzer, die ihr Handy für Messaging, Mobiles Internet, Multimedia, Spiele und andere Aktivitäten, wie z. B. Downloads, nutzen. Obwohl jugendliche Nutzer diesbezüglich noch nicht das Aktivitätslevel der jungen Erwachsenen erreicht haben, ist das Datenvolumen gegenüber dem letzten Vorjahresquartal wesentlich gestiegen und zwar von 14 MB auf 62 MB pro Kopf. Diese vierfache Steigerung ist der größte Sprung unter allen Altersgruppen. Ein Großteil dieses Anstiegs ist auf die männlichen User zurückzuführen, die geräteaffiner sind und aktuell 75 MB Daten gegenüber 17 MB im zweiten Quartal des letzten Jahres konsumieren. Weibliche Teenager nutzen ca. 53 MB an Daten im Vergleich zu 11 MB im Vorjahr.

App-Nutzung ist die Zukunft
Teenager verwenden nicht nur größere Datenmengen sondern laden auch ein breiteres Spektrum an Applikationen herunter. Softwaredownloads unter jugendlichen Abonnenten, die Apps nutzen, verbuchten einen stabilen Anstieg um 12 Prozentpunkte von 26 auf 38 Prozent gegenüber dem letzten Jahr. Dies beinhaltet populäre Apps, wie Facebook, Pandora oder YouTube. Die Nutzung des mobilen Webs hat ebenfalls die Nutzung von vorinstallierten Spielen, Klingeltondownloads und auch Instant Messaging übertroffen. Andere mobile Aktivitäten, wie E-Mail und Textbenachrichtigungen verzeichneten laut der Untersuchung ebenfalls ein signifikantes Wachstum.
Microsoft vor Übernahme von Millennial Media?
Laut Medien wie u.a. Business Insider bemüht sich PC-Software-Gigant Microsoft um die Übernahme der Spezialisten für Mobile Werbung Millenial Media. Die Verhandlungen sollen schon seit zwei Monaten laufen und jetzt kurz vor dem Abschluss stehen. Microsoft könnte so versuchen, mit Google (AdMob-Übernahme für 750 Mio. US-Dollar), Apple (Quattro Wireless, 275 Mio. $) und Opera (AdMarvel, 23 Mio. $) gleichzuziehen, die sich ebenfalls in diesen Zukunftsmarkt eingekauft haben. Laut Nielsen erreichen Anzeigenschaltungen via Millenial Media potenziell 83 Prozent der mobilen Internet-Nutzer in den USA oder 58,1 Millionen Menschen – darunter Anwender von iPhones sowie von unter BlackBerry OS, Android oder Windows Mobile betriebene Smartphones. Für die Einbindung des iPads wurde soeben eine eigene SDK vorgestellt. Der Wert des Unternehmens wird auf rund eine halbe Milliarde US-Dollar geschätzt.
Paid Content kommt – auch bei Apps

Paid Content bekommt auch unter den Mediennutzern immer mehr Zuspruch. Laut einer Nielsen-Studie unter 27.000 Internetnutzern ist ein Drittel bereit, für hochwertigen, professionell erstellten Inhalt zu zahlen. Jedoch scheuen sich manche Verlage noch, Bezahlinhalte umzusetzen – während andere wie etwa Springer bei den Themen Paid Apps sowie frische Nutzergruppen durch iPad & Co. nachgerade zu sabbern beginnen. Sicher wird Paid Content zukünftig nicht die einzige Erlösquelle sein, und viele Inhalte wie Nachrichten bleiben frei zugänglich. Doch bei maßgeschneiderten Bezahlangeboten dominiert noch viel leerer Raum – Verlage sollten nach Ansicht der Strategieberatung Simon-Kucher & Partners diesen weiter füllen, um Qualitätsjournalismus zu erhalten. “Die Zeitungsverlage müssen alles daransetzen, für ihre Online-Portale ein mindestens duales Erlösmodell aus Werbeeinnahmen und Content-Vermarktung durchzusetzen. Optimal wären weitere E-Commerce-Standbeine“, so Rainer Meckes, Partner bei Simon Kucher. Gelingt dies nicht, drohe ein Zeitungssterben und somit ein rapider Qualitätsverfall der Berichterstattung im Internet. Denn ‘subjektive’ Berichterstattung durch Twitter und unabhängige Blogs kann (und will, d. Red.) keinen vollumfänglichen, ‘objektiven’ Qualitätsjournalismus garantieren. Laut Medienexperte Meckes geht es jetzt darum, zu ermitteln, für welche Zielgruppe welcher Content echten Mehrwert liefert und wie diese Inhalte zu Paketen geschnürt werden können. “Je bequemer die verwendeten
Bezahlmodelle für die Nutzer sind, desto leichter wird die Umsetzung fallen.“
Fakt ist, dass im Mobilen Internet schon diverse Paid Content-Ansätze existieren und teils florieren. Die Zahl der kostenpflichtigen iPhone-Apps wächst stetig, auch im Medienbereich. Aber auch abseits der gehypten Apps zeigen Apple und Amazon mit iTunes und den zahlreichen E-Books und E-Papers, dass Paid Content möglich ist. Was im mobilen Internet zu funktionieren scheint, müssen Verlage auch auf das stationäre Internet übertragen.
Eine Paid Content-Offensive bedeutet nicht, alle Informationen kostenpflichtig zu machen. Nur eine Mischung aus frei zugänglichem und kostenpflichtigem Inhalt im Sinne des “Freemium”-Gedankens ist heute umsetzbar und sinnvoll, schon allein, um in Hinblick auf Werbeeinnahmen Reichweitenverluste zu begrenzen.
“Ein Massenmarkt wird Paid Content nur, wenn die Qualität des kostenlosen Contents auf breiter Front deutlich absinkt – das ist kurzfristig eher unwahrscheinlich”, sagt Annette Ehrhardt, weitere Medienexpertin von Simon-Kucher. Bleibt der kostenfreie Content hochwertig, werden nur diejenigen Verlage erfolgreich vermarkten können, die noch höherwertige Bezahlinhalte anbieten wie exklusive Artikel, Hintergrundberichte oder Sonderthemen – natürlich Web 2.0-gerecht aufbereitet. Neben Exklusivität und Einzigartigkeit sind Einfachheit, Bequemlichkeit und Individualität erfolgsentscheidend. Für Dinge, die an anderer Stelle kostenlos gefunden werden können, ist oft Zahlungsbereitschaft vorhanden, wenn die ‘Suchkosten’ – also die Zeit und Mühe, Informationen zu finden – wegfallen und die Informationen ansprechend gestaltet und individuell zugeschnitten sind. “Mit einem durchschnittlichen Nachrichten-Einheitsbrei ist sicherlich kein Geld zu verdienen“, so Ehrhardt.
Heutzutage sind Verlage gezwungen, sich intensiv mit den Lesegewohnheiten ihrer Kunden zu beschäftigen. Es stellen sich Fragen wie: An welche Zielgruppe richtet sich ein Paid Content-Angebot? Sind es die Abonnenten der gedruckten Tageszeitung, die langsam in die Online-Welt überführt werden sollen, oder sind es internetaffine Nutzer, die die Zeitung nur online lesen? Für traditionelle Print-Leser sollte das Print-Abo Schritt für Schritt um exklusive kostenpflichtige Online-Inhalte erweitert werden. Für reine Online-Nutzer bieten sich Online-Pakete an, die mobile Applikationen und stationäres Internet verbinden. “Solche Bündelangebote sind vorteilhaft: Werden Komponenten, für die ohnehin eine Zahlungsbereitschaft besteht, mit bisher kostenlosen Elementen “verheiratet”, wird die Kostenlos-Mentalität eher überwunden”, erläutertEhrhardt. Die gleiche Taktik wenden übrigens auch die sehr pricing-versierten Mobilfunkanbieter an: Während Preise für Gesprächsminuten beständig sinken, wird für mobile Datenübertragung mehr bezahlt. Die Mobilfunker bieten Bündel aus Daten und Gesprächsminuten an, um die Kosten für die einzelnen Posten zu verschleiern. Der Ansatz vieler Verlage, kostenpflichtige Angebote zunächst als iPhone App zu entwickeln, sei daher ein erster Schritt in die richtige Richtung…
Laut einer von horizont zitierten Studie von Simon-Schuster zum Thema sind rund 80 Prozent der herunter geladenen iPhone-Apps kostenlos. Pro Quartal kauft hiernach ein Nutzer des App-Stores von Apple gerade mal zwei Bezahl-Apps. Für eine App zahlen diese Kunden im Durchschnitt 3,50 Euro. Bei BlackBerry wird nur eine kostenpflichtige App gekauft, die aber durchschnittlich 5 Euro kostet. Grundlage ist eine Online-Umfrage unter lediglich 200 Smartphone-Nutzern (deutlich abweichende Ergebnisse hat u.a. Distimo). Laut Umfrage schafft Apples App Store von allen Mobile App Stores derzeit noch die beste “Conversion” von Interessenten zu Nutzern. Über 90 Prozent der Besitzer eines iPhones oder iPod Touchs kennen den App Store, und fast 80 Prozent haben ihn schon besucht. Von der BlackBerry-Nutzern kennen nur knapp 30 Prozent der befragten Blackberry-Verwender dessen Store (App World bzw. BlackBerry Application Storefront), weniger als ein Viertel haben ihn schon einmal besucht, und noch weniger etwas heruntergeladen.
Zehn Apps haben die Teilnehmer der Studie in den vergangenen drei Monaten im Durchschnitt aus dem Apple App Store heruntergeladen, also rund drei Apps pro Monat. BlackBerry und der dazu gehörige App Store kommen mit rund fünf Apps nur auf die Hälfte der Downloads. Nokia-Smartphones sind in der vorliegenden Studie zwar unterrepräsentiert, doch Nokias Ovi-Store ist bei allen Nokia-Smartphone-Besitzern bekannt. Fast zwei Drittel haben ihn schon einmal besucht.
Wem Apple die Kunden wegnimmt
Die Marktforscher von Nielsen haben für ihren “Q2 2009 Mobile Insights Survey” untersucht, Mobiltelefone welcher Hersteller heutige iPhone-Nutzer zuvor genutzt haben.
Basierend auf US-Zahlen zeigte sich, dass hier ein starker Abwanderungstrend bei RAZR-Nutzern besteht. Rätselhaft klein ist der Anteil älterer iPhone-Modelle am Kuchen. Ebenfalls unter zehn Prozent bleiben Nokia, LG und RIM.
Lediglich fünf Prozent wechselten von Palm-Modellen.
via 9to5mac
Studie: Über 6 Mio. Deutsche surfen per Handy
Eine aktuelle Nielsen Online-Erhebung weist Deutschland im ersten Quartal 2009 mit ca. 66,6 Mio. Handynutzern als “einen der größten adressierbaren Mobilmärkte in Europa” aus. 9 Prozent aller Handynutzer (insgesamt 6,2 Millionen) griffen im abgefragten Zeitraum mit ihrem Mobiltelefon auf das Internet zu, wobei eine ausgeprägte Dominanz der männlichen mobile Nutzer zu verzeichnen ist: 70 Prozent der mobilen Internet-Nutzer sind männlich. In Deutschland ist Google von allen mobilen Websites diejenige mit der höchsten Anzahl an Unique Mobile Users (UMU) – 2,3 Millionen im ersten Quartal 2009. Anders ausgedrückt: 35 Prozent der mobilen Internet-Nutzer in Deutschland riefen über ihr Handy Google auf. T-Online und WEB.de folgen in der Popularität.
Mehr Zahlen des “Nielsen Mobile Marketview, Q1 2009″