Telcos wollen iTunes-Konkurrenz an den Start bringen
Die Deutsche Telekom arbeitet nach Erkenntnissen der Financial Times Deutschland (aktuelle Ausgabe, Seite 3) gemeinsam mit anderen Telekomkonzernen an einer eigenen Internet-Plattform für Inhalte wie Musik, Videos und Nachrichten. Der Clou: Die bis Jahresende technisch zu realisierende Plattform soll theoretisch “allen Endgeräten und sämtlichen Inhalten offen stehen”.
Damit reagieren die Telcos laut FTD auf den Erfolg von Apples iTunes und wollen sich gleichzeitig für den anstehenden Verkaufsstart des iPad positionieren. “Es geht darum, alle Inhalte über jedes Endgerät verfügbar zu machen”, wird die Deutsche Telekom AG zitiert. Bereits während der diesjährigen Mobilfunkmesse Mobile World Congress (MWC) in Barcelona hatte sich die DTAG mit 24 weiteren führenden Telekom-Unternehmen wie AT&T, China Mobile, China Unicom, Orange, Sprint, Telefónica, Verizon oder Vodafone darauf verständigt, gemeinsam offene Standards für Handy-Apps anzustreben.
Studie: Mobiles Internet wird zur Regel
In Deutschland boomt das mobile Internet wie nie zuvor: Durch zunehmend günstige Tarife und Endgeräte surfen immer mehr Deutsche immer länger von unterwegs im Netz. Dies zeigt die von der European Interactive Advertising Association (EIAA), dem Branchenverband pan-europäischer Online-Vermarkter und Technologiedienstleister, in Auftrag gegebene Studie “Mediascope Europe 2009″. Über 5 Mio. Menschen in Deutschland (Europa: 71 Mio.) nutzen das mobile Internet demnach durchschnittlich eine Stunde am Tag. Mit sieben Stunden die Woche (Europa: 6,4 Stunden) verbringen die deutschen Mobile-User inzwischen sogar deutlich mehr Zeit im mobilen Netz als mit dem Lesen von Zeitungen (Deutschland: 4,6 Stunden; Europa: 4,8 Stunden) oder Magazinen (Deutschland: 3,6 Stunden; Europa: 4,1 Stunden). Europaweit liegt Deutschland bei der mobilen Internetnutzung damit auf einem Spitzenplatz unter den ersten fünf Ländern.
Die Generation der über 55-jährigen deutschen Mobile-User liegt mit einer Verweildauer im mobilen Internet von 7,2 Stunden weit über dem EU-Durchschnitt dieser Altersklasse (4,7 Stunden). Die 25- bis 34-jährigen Deutschen, die unterwegs im Internet surfen, kommen mit einer mobilen Nutzungsdauer von neuen Stunden sogar sehr dicht an die allgemeine deutsche Internetnutzung von 10,7 Stunden heran. Auf europäischer Ebene sind es vor allem die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die den Mobil-Trend vorantreiben. 23 Prozent der 16- bis 24-jährigen und 21 Prozent der 25- bis 34-jährigen Europäer nutzen das mobile Internet jede Woche für 7,2 bzw. 6,6 Stunden.
Wie wichtig den deutschen Nutzern das Thema Mobilität ist, zeigen auch die Zahlen zur Verbreitung schnurloser Breitbandanschlüsse. Etwa 16 Millionen Deutsche (Europa: 121 Millionen) surfen bereits über eine kabellose Breitbandverbindung im Internet. Die Verbreitung schnurloser Breitbandanschlüsse ist damit in Deutschland im Vergleich zur letzten Mediascope-Studie um 15 Prozentpunkte gestiegen. 57 Prozent aller deutschen Breitbandanschlüsse übertragen die Daten kabellos (Europa: 52 Prozent). Welche Bedeutung der Mobilitätsgedanke für die Deutschen hat, zeigen auch die 49 Prozent der Befragten deutschen User, die einen tragbaren Computer wie Notebook, Netbook oder Tablet PC besitzen (2008: 42 Prozent).
Im europäischen Vergleich belegt Deutschland mit durchschnittlich sieben Stunden bei der wöchentlichen mobilen Internetnutzung den fünften Rang. Polen liegt mit 10,3 Stunden an der Spitze aller untersuchten Länder. Dahinter folgen Italien mit 7,9 Stunden und Portugal und Belgien mit jeweils 7,7 Stunden. Russland belegt mit einer wöchentlichen mobilen Internetnutzung von 7,1 Stunden den vierten Platz. In der Türkei greifen interessanterweise bereits heute mehr Menschen mobil auf das Internet zu als über den PC (21 Prozent vs. 20 Prozent).
Neben der mobilen Nutzung liegt vor allem Online-Shopping bei deutschen Nutzern voll im Trend. Die Ausgaben für im Internet erstandene Artikel liegen in Deutschland durchschnittlichen bei 662 Euro. Dabei werden in einem Zeitraum von sechs Monaten neun Produkte online gekauft. Im Vergleich zur letzten Mediascope-Studie 2008 tätigen sie zwar durchschnittlich einen Einkauf weniger, dafür zahlen sie knapp 20 Prozent mehr für die gekauften Produkte (Mediascope 2008: 556 Euro). Nach einer Online-Recherche werden vor allem die folgenden Produkte direkt im Internet eingekauft: Bücher (85 Prozent), Spielsachen (82 Prozent), Konzertkarten (80 Prozent) und Kleidung (79 Prozent).
Mit nahezu 44 Millionen Onlinern verfügt Deutschland zahlenmäßig nach wie vor über die größte Nutzerschaft in Europa. Die regelmäßige Internetnutzung unter den befragten Studienteilnehmern ist bei ihnen leicht auf 62 Prozent gestiegen (2008: 61 Prozent). Der TV-Konsum dagegen ist hierzulande mit 12,8 Stunden weiterhin rückläufig (2008: 14,5 Stunden). Im Vergleich zur Mediascope 2008 schauen mittlerweile aber doppelt so viele User Fernsehen im Internet (16 Prozent; 2008: 7 Prozent).
Zu den EIAA-Mitgliedern zählen derzeit Adconion Media Group, AD Europe, AOL Advertising Europe, BBC.com, CondéNast International Digital, Disney, eBay International Advertising, EyeWonder, Gruner+Jahr, Hi-media Group, LinkedIn, Microsoft Advertising, MTV Networks International, Orange Advertising Network, Premium Publishers Online, smartclip, Specific Media, Vodafone, wunderloop und Yahoo Europe.
Perfekt ergänzt wird die Mediascope-Studie von den besonders unter demographischen Aspekten interessanten Ergebnissen einer Umfrage der Professur für Kommunikationswirtschaft der Fakultät Verkehrswissenschaften “Friedrich List” an der TU Dresden: Hiernach hat die Nutzung des Internets per “Handy” in den letzten sechs Monaten deutlich zugelegt. Schon 17,9 Prozent aller befragten Handybesitzer haben bereits mit ihrem Handy im Internet gesurft. Weitere 7,8 Prozent gaben an, dies schon auf Geräten Dritter probiert zu haben. “Es ist damit eine deutliche Steigerung gegenüber unserer Erhebung im Sommer 2009 festzustellen,” so René Pessier, Leiter der Studie und Mitarbeiter an der Professur für Kommunikationswirtschaft. Die letzte Erhebung im Juni/Juli 2009 ergab einen Anteil von nur 9,3 Prozent mobiler Internetnutzer. Zu der Steigerung hat auch das Weihnachtsgeschäft beigetragen, welches traditionell die Hochzeit für Vertragswechsel und -verlängerungen, verbunden mit neuen Endgeräten, ist, so die Forscher.
Im Segment der 15- bis 24-Jährigen liegt der Anteil von Nutzern des mobilen Internets mit fast 30 Prozent am höchsten. Mit zunehmendem Alter sinkt dabei der Anteil bis auf ein Prozent in der Altersgruppe der über 64-Jährigen. Ein deutlicher Geschlechterunterschied ist über alle Altersgruppen festzustellen. Etwa 27 Prozent aller Männer haben im Gegensatz zu acht Prozent der Frauen mit ihrem Mobilfunkgerät bereits mobil das Internet genutzt. Der größte Unterschied findet sich in der Altersgruppe von 45 bis 54 Jahren, in dem der Anteil der Männer 24,6 Prozent und der der Frauen 2,2 Prozent beträgt.
“Die Nutzungsintensität steigt zunehmend an”, so Pessier. Mittlerweile nutzt fast jeder Zweite täglich und fast 70 Prozent mindestens einmal in der Woche das mobile Internet. Bezogen auf die Gesamtzahl aller Handybesitzer nutzte jedoch trotzdem nicht mal jeder Zehnte täglich das Internet per Handy. Daraus ergibt sich ein enormes Potenzial im Vergleich zum stationären Internet von zu Hause, so die Forscher.
Hinsichtlich konkreter Dienste ist die höchste Nutzungsintensität bei E-Mail-Diensten zu verzeichnen. Hohe Anteile sind auch bei Nachrichten und Lexika festzustellen. Soziale Netzwerke liegen mit 29,3 Prozent vor Instant Messaging mit 20 Prozent. In der Altersgruppe 15 bis 24 Jahre liegt der Anteil der sozialen Netzwerke mit 44,6 Prozent am höchsten. Über alle Altersgruppen nutzen Frauen soziale Netzwerke mobil deutlich intensiver (51,9 Prozent, Männer: 23,2 Prozent).
Auch bei anderen Diensten ergeben sich deutliche geschlechterspezifische Unterschiede. “Das unterschiedliche Nutzungsverhalten verschiedener Zielgruppen muss bei der Vermarktung berücksichtigt werden, um zum Beispiel den momentan geringen Nutzungsanteil bei Frauen zu erhöhen” so Pessier. Demnach müssen die nutzbaren Inhalte deutlicher gegenüber dem reinen technischen Zugang kommuniziert werden. Generell kann die einfache Nutzung durch native Programme – Apps - dabei ein Vermarktungsargument sein. Diese wurden schon von 44,7 Prozent der Befragten mobilen Internetnutzer mindestens einmal herunter geladen. Im Rahmen einer empirischen Erhebung mit persönlichen Interviews wurden im Januar 2010 mehr als 2.000 Personen ab 15 Jahren befragt.
mehr zu Design u. -Ergebnissen der Umfrage
Adobe tritt der LiMo Foundation bei
Adobe Systems hat heute seinen Beitritt zur Linux Mobile (LiMo) Foundation bekannt gegeben. Die Mitglieder dieser “Allianz führender Unternehmen im Markt für mobile Anwendungen und Geräte” sollen so als Flash-Verbündete gewonnen werden. Die Flash-Unterstützung innerhalb der LiMo Platform versetzt Entwickler und Inhalte-Anbieter in die Lage, mit u.a. Adobes Creative Suite Applikationen zu erstellen, die auf Linux-basierten Betriebssystemen für Mobiltelefone ablaufen. Als Mitglied der LiMo Foundation unterstützt Adobe die Entwicklung eines unabhängigen, gemeinschaftlich entwickelten Betriebssystems für mobile Geräte, das von branchenführenden Netzbetreibern und Geräteherstellern unterstützt wird. Darunter sind: LG, NEC, NTT, DoCoMo, Orange, Panasonic, Samsung, SK Telecom, Telefonica, Vodafone sowie Verizon Wireless.
Unsicher bei mobiler Datensicherheit
Eine aktuelle Umfrage unter mehr als 100 Teilnehmern der Sybase-Fachveranstaltung Mobile Enterprise 09 in Amsterdam macht deutlich, dass über zwei Drittel der europäischen Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, nicht genau wissen, welche sensiblen Daten auf den mobilen Geräten ihrer Mitarbeiter gespeichert sind. Weitere 38 Prozent der Befragten wissen weder, welche Anwendungen auf den Geräten installiert sind, noch welche sensiblen Daten sich in diesen Anwendungen befinden (so schwer vorstellbar das bei iPhone Usern auch ist…). Noch bedenklicher könnte ein weiteres Ergebnis stimmen: Lediglich 15 Prozent der Unternehmen können mit absoluter Sicherheit sagen, dass sie bei einem Verlust, Diebstahl oder Missbrauch von mobil gespeicherten Unternehmensdaten rechtlich abgesichert sind. Die Sybase-Befragung zeigt zudem, dass zwei Drittel der befragten Unternehmen nicht in der Lage sind, alle mobilen Geräte und Betriebssysteme zentral zu verwalten.
Folgt man den Ergebnissen der Sybase-Umfrage, so ergibt sich die Wichtigkeit von unternehmensweiten Strategien für die Sicherheit und effiziente Verwaltung sensibler Daten sowie von Schutzmaßnahmen gegen Haftungsansprüche aus missbräuchlicher Datennutzung.
Über als 180 Enterprise Mobility-Experten aus ganz Europa haben solche Themen auf der Mobile Enterprise 09 ausführlich diskutiert. Dabei analysierten Vertreter von IDC, SAP, Verizon, Orange, Siemens Enterprise Communications (SEN) und Sybase die derzeitige Mobilitätslandschaft in Unternehmen und legten den Schwerpunkt auf Technologien im Bereich Unternehmensmobilität – darunter Mobile Device Management, Sicherheit, Mobilisierung von Geschäftsprozessen, Messaging und Anwendungen sowie mobile Datenbanken.
Event: Canalys Mobility Forum
Die Veranstalter dieses am 17.11. in Heathrow/London stattfindenden Forums versprechen Einblicke in sowohl die PC- wie auch die Smartphone-Industrie. Aus der Teilnehmerliste: Apple, HP, Orange, RIM, Ordnance Survey, Nav n Go, T-Mobile u.v.m. Die Teilnahme kostet 650 Euro.
Infos und Anmeldung
UK-Markt: Big Magenta und Orange Seite an Seite?
Das Handelsblatt zitiert AP mit der Unternehmensmeldung, dass die Deutsche Telekom AG und France Télécom den Zusammenschluss ihrer britischen Töchter T-Mobile UK und Orange UK zum neuen Mobilfunk-Marktführer in Großbritannien planen. Die Deutsche Telekom soll damit auf die Schwierigkeiten ihrer Mobilfunksparte T-Mobile in Großbritannien reagieren. Im geplanten Gemeinschaftsunternehmen sollen DTAG und France Télécom je 50 Prozent halten. Aus der Integration beider Unternehmen werden laut AP-Meldung Synergien von mehr als 4,0 Milliarden Euro erwartet. Die operativen Kosten sollen von 2014 an um jährlich mehr als 508 Mio Euro gesenkt werden. Der entstehende Carrier wäre mit rund 30 Mio. Kunden das führende Mobilfunkunternehmen im UK. Derzeitiger Marktführer ist O2.
iPaper: Das iPhone aus werblicher Sicht
Das “iPaper” der auf “zeitgemäße Kommunikationsmaßnahmen” spezialisierten Agentur Proximity untersucht das Phänomen iPhone aus werblicher und kommunikativer Sicht. Dabei werden nicht nur in ansprechendem Layout Basisfakten und Zahlen rund um das Kult-Smartphone zusammengetragen, sondern auch konkrete Handlungsempfehlungen zur Nutzung des Kultgeräts für Werbung und Marketing gegeben. Nach Darstellung der Historie (wer weiß schon, dass sich Apple iPhone.org bereits ’99 sicherte?), suchen Proximity-CEO Michael Schipper und die Autoren des iPaper erfolgreich Antworten auf Fragen wie z. B. “Was bietet das iPhone, was kein anderer hat?”
Einige der genannten Statistiken sind besonders erhellend, beispielsweise wird Olaf Swantee, Executive Vice-President des Telekommunikationsunternehmens Orange wie folgt zitiert: “Der Nutzer eines BlackBerry verbraucht im Durchschnitt etwa ein bis zwei Megabyte an Datenvolumen jeden Monat. Bei unseren iPhone-Kunden sind es im Durchschnitt 76 Megabyte pro Monat”.
Proximitys Fazit: “Der Hype ist berechtigt”. Um diesen Markt zu erobern, hätten Unternehmen jedoch eine fundierte “iStrategie” nötig (Zielgruppe, Markt, Wettbewerber, Kooperationen) und die Abwägung geeigneter Maßnahmen (klassische App, Web-Applikation etc.) sollten immer die Basis fürs iPhone-Marketing sein.
Die BBDO-Tochter Proximity beschäftigt 300 Mitarbeiter an den Standorten Hamburg und Düsseldorf. Zu den Kunden gehören u.a. E.ON, ING Diba, Mercedes-Benz und Shell.
Kontakt: Britta.Sander at proximity.de
Zu Proximity
Warme iPhone-Semmeln in UK
Maclife zitiert das UK-Medium “Telegraph” mit der Meldung, dass O2 ab Mai auf der Insel die heute noch aktuellen 3G-Versionen zu deutlich günstigeren Konditionen als derzeit anbieten will. Danach gäbe es ein 8GB-Modell bei einem Monatstarif von £34.26 bereits umsonst dazu. O2 hat diese Meldung – die u.a. als Vorzeichen neuer iPhone-Modelle interpretiert werden kann – noch nicht kommentiert. Der Carrier ist momentan exklusiver iPhone-Vermarkter im Königreich. Gerüchteweise soll aber künftig Orange auch in diesem Markt zum Zug kommen. Weitere Gerüchte sehen O2 als künftigen UK-Exklusiv-Vermarkter des Palm Pre.
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