Nielsen: Apps sind die Zukunft (bei Teens)
Nielsen hat das Mobilfunk-Nutzungsverhalten von US-Teenagern untersucht – anhand der monatlichen Handyrechnungen von mehr als 60.000 Mobilfunknutzern und Umfrageergebnissen unter mehr als 3.000 Teenagern. Dafür analysierte The Nielsen Company US-Daten für das zweite Quartal 2010.
Demnach textet (“SMSen”) keine Altersgruppe mehr als Teenager (13-17 Jahre alt). Junge Erwachsene (Alter 18-24) landen mit großen Abstand auf dem zweiten Platz. Texten ist derzeit das Herzstück der mobilen Teenagerwelt. 43 Prozent geben an, dass dies der Hauptgrund gewesen ist, sich überhaupt ein Handy zuzulegen. Das erklärt, warum die QWERTY-Tastaturbelegung das erste ist, worauf sie achten, wenn sie sich ein Gerät aussuchen. “Sicherheit”, der Hauptgrund für den Kauf eines Handys im Jahr 2008, ist nun nicht mehr so wichtig – es ist der zweitwichtigste Grund für Mädchen und fällt bei Jungen noch geringer aus. In Kontakt mit Freunden zu bleiben, zählt ebenfalls immer noch den drei wichtigsten Faktoren.

Heute heben 78 Prozent der Teenager die Funktionalitäten und Bequemlichkeiten von SMS hervor: Sie finden diese einfacher (22 Prozent) und schneller (20 Prozent) als Telefonanrufe (obwohl diese immer noch Spaß machen). Telefonie-Aktivitäten sind laut Erhebung bei Teenagern um 14 Prozent gesunken.

Unbestrittener Wachstumsbereich ist die Datennutzung. 94 Prozent der jugendlichen Abonnenten bezeichnen sich selber als fortgeschrittene Datennutzer, die ihr Handy für Messaging, Mobiles Internet, Multimedia, Spiele und andere Aktivitäten, wie z. B. Downloads, nutzen. Obwohl jugendliche Nutzer diesbezüglich noch nicht das Aktivitätslevel der jungen Erwachsenen erreicht haben, ist das Datenvolumen gegenüber dem letzten Vorjahresquartal wesentlich gestiegen und zwar von 14 MB auf 62 MB pro Kopf. Diese vierfache Steigerung ist der größte Sprung unter allen Altersgruppen. Ein Großteil dieses Anstiegs ist auf die männlichen User zurückzuführen, die geräteaffiner sind und aktuell 75 MB Daten gegenüber 17 MB im zweiten Quartal des letzten Jahres konsumieren. Weibliche Teenager nutzen ca. 53 MB an Daten im Vergleich zu 11 MB im Vorjahr.

App-Nutzung ist die Zukunft
Teenager verwenden nicht nur größere Datenmengen sondern laden auch ein breiteres Spektrum an Applikationen herunter. Softwaredownloads unter jugendlichen Abonnenten, die Apps nutzen, verbuchten einen stabilen Anstieg um 12 Prozentpunkte von 26 auf 38 Prozent gegenüber dem letzten Jahr. Dies beinhaltet populäre Apps, wie Facebook, Pandora oder YouTube. Die Nutzung des mobilen Webs hat ebenfalls die Nutzung von vorinstallierten Spielen, Klingeltondownloads und auch Instant Messaging übertroffen. Andere mobile Aktivitäten, wie E-Mail und Textbenachrichtigungen verzeichneten laut der Untersuchung ebenfalls ein signifikantes Wachstum.
Die beliebtesten Apps aller Plattformen
Der jüngste Report von Distimo widmet sich den erfolgreichsten Apps aus den div. Mobile App Stores, darunter Apple App Store, BlackBerry App World, Android Market, Nokia App Store, Palm App Catalog und Windows Marketplace. Die Daten entstammen dem dritten Quartal und dem US-Markt. Zentrale Ergebnisse:
- Die populärsten Free Apps in den jeweiligen Stores waren in Q3 2010: iBooks (iPad App von Apple), Type n Talk (iPhone App von Jirbo), BlackBerry Messenger (BlackBerry App von RIM), Pandora (Android App von Pandora; ZumZum (Symbian App von innerActive), Facebook (Palm App, Facebook) sowie Microsoft My Phone (Windows Mobile App von Microsoft Corp.).
- Die populärsten Paid Apps sind Pages (iPad App von Apple), Angry Birds (iPhone App von Clickgamer.com), BeBuzz – LED Colors and Audible Reminders (BlackBerry App vom deutschen App-Systemhaus Bellshare), , Beautiful Widgets (Android App von LevelUp Studio), ToonWarz (Symbian App von Polarbit), , mCraig – Mobile Craigslist Browser (Palm App von SplashData Inc) und Meon (Windows Mobile App von Manbolo) .
- Die meisten Spiele unter den Top 100 finden sich im Apple App Store for iPhone (55% free, 55% paid) , gefolgt vom Windows Marketplace for Mobile (23% free, 45% paid) und dem Apple App Store for iPad (25% free, 40% paid). Spiele schaffen es am seltensten bis ganz nach oben in der BlackBerry App World (12,5% free, 28% paid) und dem Palm App Catalog (33% free, 16% paid).
- Lupis Labs Software ist im Android Market ein besonders erfolgreicher Spieleproduzent – ihr Robo Defense zählt dort zu den erfolgreichsten Free (Nr. 7) wie auch Paid Apps (Nr. 1). Beide Versionen verzeichnen über 250.000 Downloads.
Vorschau auf iPhone OS 4
Apple hat gestern eine Vorschau auf iPhone OS 4 gegeben. Eine Beta-Version steht registrierten Entwicklern des iPhone Developer Programms ab sofort zur Verfügung. Die Beta-Version des Betriebssystems enthält ein aktualisiertes Software Development Kit (SDK) mit über 1.500 neuen Programmierschnittstellen (APIs) und über 100 neuen Funktionen, die Benutzern des iPhone und des iPod touch ab diesem Sommer zur Verfügung stehen werden. Neue Eigenschaften sind unter anderem Multitasking für Apps von Drittanbietern; Ordner zur besseren Organisation und besserem Zugriff auf Apps; weiterentwickeltes E-Mail mit vereinheitlichtem Posteingang, schneller Wechsel zwischen Posteingängen sowie kommentierten Nachrichten; eine erweiterte Unterstützung für den Einsatz im Unternehmen mit besserem Schutz der Daten, vereinfachtem Management mobiler Geräte, drahtloser Verteilung von Apps etc.; iAd, Apples neuer Plattform für mobiles Marketing; sowie iBooks, der eBook-Reader und Online-Buchladen, der kürzlich (bislang nur in den USA) mit dem iPad eingeführt worden ist.
Die Multitasking-Fähigkeit in iPhone OS 4 bietet dem Anwender endlich die bislang Geräten mit Jailbreak vorbehaltene Möglichkeit, schneller zwischen Apps hin- und her zu wechseln und stellt Entwicklern sieben neue Multitasking-Services bereit, um ihren Apps “einfach” Multitasking-Eigenschaften hinzufügen zu können. Diese beinhalten unter anderem Background-Audio, so dass Apps wie beispielsweise Pandora Musik im Hintergrund abspielen können, und VoIP, so dass VoIP-Apps VoIP-Anrufe entgegen nehmen können, auch wenn das iPhone im Ruhezustand ist oder der Anwender eine andere App geöffnet hat.
Ordner unterstützt den Anwender bei einer besseren Organisation und einem besseren Zugriff auf seine Apps. Durch das Ziehen eines App-Icons auf ein anderes wird automatisch ein neuer Ordner erstellt. Dem Ordner wird automatisch ein Name, basierend auf der Kategorisierung im App Store, zum Beispiel ‘Spiele’, zugeordnet; dieser Name kann vom Anwender einfach geändert werden. Durch die Verwendung von Ordnern kann der Nutzer mehr als 2.000 Apps auf seinem iPhone organisieren und darauf zugreifen. Anwender können mit iTunes 9.2 ihre iPhone-Ordner auch auf dem Mac oder PC erstellen und verwalten.
iPhone OS 4 bietet laut Apple “das beste E-Mail-Erlebnis auf einem mobilen Gerät”. Dank dem vereinheitlichten Posteingang ist es dem Anwender möglich, Nachrichten verschiedener E-Mail-Accounts in einem einzigen Posteingang anzuschauen – also eine Disziplin, die Googlemail oder gängige Mailclients wie Outlook immer schon beherrschten.
iAd, Apples neue mobile Werbeplattform kombiniert die Emotion von TV-Werbung mit der Interaktivität von Online-Werbeanzeigen. Wenn heute die Nutzer auf mobile Anzeigen klicken, werden Sie fast immer aus der App in einen Webbrowser gebracht, der die Website des Werbenden lädt. Die Nutzer müssen danach wieder zur App navigieren und es ist oft schwer bis unmöglich wieder genau an die vorher verlassene Stelle zurückzukehren. iAd löst dieses Problem durch das Abspielen von Vollbild-Videos und interaktiven Inhalten ohne dabei jemals die Anwendung zu verlassen, und lässt den Nutzer zu jeder gewünschten Zeit wieder zur App zurückkehren. iPhone OS 4.0 ermöglicht es den Entwicklern, die Funktionalität von iAd einfach in ihre App zu integrieren. Die Anzeigen sollen so dynamisch und drahtlos auf das Gerät übertragen werden. Apple wird diese Anzeigen verkaufen sowie bereitstellen und die Entwickler erhalten branchenübliche 60 Prozent der über iAd erzielten Umsätze.
Die Beta-Version der iPhone OS 4 Software beinhaltet eine Entwickler-Vorschau von Game Center, Apples neuem sozialen Spielenetzwerk. Durch die Auswahl an enthaltenen APIs ist der Entwickler in der Lage Apps mit zusätzlichen Eigenschaften zu entwickeln. Dies sind unter anderem die Möglichkeit Freunde zu einem Spiel einzuladen, ein Multiplayer-Spiel mittels ‘matchmaking’ zu starten, Fortschritte zu verfolgen und aktuelle High-Scores zu vergleichen. Apps, die bisher mit GameKit APIs entwickelt wurden, werden auch unter Game Center laufen. Game Center wird im Laufe des Jahres für iPhone- und iPod touch-Anwender verfügbar sein.
Die neuen Eigenschaften für den Unternehmenseinsatz in iPhone OS 4 beinhalten Verbesserungen in Sicherheit, Skalierbarkeit und Kompatibilität. Der neue Mobile Device Management-Service kann in die bestehende Server-Infrastruktur integriert werden, um angebundene iPhones drahtlos zu konfigurieren, zu durchsuchen und sogar zu sperren oder zu löschen. iPhone OS 4 ermöglicht es Unternehmen selbstentwickelte Apps sicher zu hosten und diese ihren Mitarbeitern drahtlos zu übermitteln. Die neue Data Protection-Funktion verwendet ein Nutzerkennwort zur Verschlüsselung um Emails und Anhänge, die auf dem iPhone gespeichert sind, zu sichern. Mit iPhone OS 4 können optional längere, komplexere Passwörter vergeben werden, die das iPhone und die sich darauf befindlichen Daten noch sicherer machen. iPhone OS 4 ermöglicht es den IT-Managern mehrere Exchange ActiveSync Accounts einzurichten, ist kompatibel mit Exchange Server 2010 und beinhaltet eine Unterstützung für kommende SSL VPN Anwendungen von Juniper Networks und Cisco.
iPhone OS 4 wird als Softwareupdate für iPhone- und iPod touch-Kunden diesen Sommer erhältlich sein. Eine Version von iPhone OS 4 für das iPad erscheint diesen Herbst. Einige Funktionen werden nicht auf allen Produkten verfügbar sein. Zum Beispiel setzt Multitasking ein iPhone 3GS oder einen iPod touch der dritten Generation voraus (im September 2009 auf den Markt gebrachte Modelle mit 32GB oder 64GB). Dem iPhone 2G bleiben die Segnungen von OS 4 wie Multitasking, iAd oder Folders leider komplett verschlossen.
Apps for Brands: Size DOES Matter
Iphone Arcade, ein Mobile App Store auf Facebook, hat einmal nachgesehen, welche Applikationen für Android, BlackBerry und das iPhone die populärsten sind. Offensichtlich ist es so, dass die größten, das heißt bekanntesten Brands unabhängig von der Plattform immer wieder ganz oben auftauchen. Dies ließe den Schluß zu, dass Apps unabhängig von der relativen Größe eines App Stores halt beliebt sind oder eben nicht. Ein Blick auf die Liste von iPhone Arcade/Mplayit zeigt, dass bestimmte Kategorien von bekannten Brands wie Shazam, Evernote, Facebook oder Pandora dominiert werden.
Doch es gibt laut den Kollegen von mobile zeitgeist auch Argumente, die für die Relevanz der App Store-Größe sprechen. Zunächst herrscht in großen App Stores mehr Wettbewerb, was dazu führt, dass bessere Applikationen entstehen und die Erneuerungsdynamik aufrecht erhalten wird. Große App Stores setzen zudem voraus, dass es bereits eine entsprechend große Entwicklergemeinde gibt, die nicht nur weitere Developer anzieht sondern auch das Innovationspotental hierdurch sichert.
via mobile zeitgeist
Noch kein Geniestreich: Genius
“Es gibt tausende von Apps im App Store, und jeden Tag kommen mehr dazu”, jubelt Apple im Web. Dass dieses App-Schlaraffenland auch ziemlich unübersichtlich ist, haben nicht nur iPhone Developer bereits bemerkt. Der Apple-Dienst “Genius” soll nun dafür sorgen, dass nicht mehr ganz so viele Apps völlig unbemerkt untergehen. Genius für Apps funktioniert wie Genius für Musik auf iTunes: Ein Touch auf “Genius” unter “Highlights” gibt “Empfehlungen für Apps anhand der Apps” aus, “die du und andere schon geladen haben”.
Die Idee, die beispielsweise beim PandoraMusic Genome Project oder bei Last.fm so hervorragend aufgeht, zeitigt hier allerdings noch wenig zufriedenstellende Ergebnisse: Wenn nämlich beispielsweise immer nur Empfehlungen aufgrund der downloadstärksten Handvoll Apps ausgegeben werden oder wenn der Umstand, dass man ein Übersetzungstool geladen hat, in der Empfehlung eines Ballerspiels resultiert. Auch dass uns die Lite-Version einer bereits gekauften App empfohlen wird, spricht noch nicht für den Reifegrad des Systems. Dennoch einen Versuch wert.