APProcken – und dazulernen
“History Of Rock” ist eine interessant gemachte iPad App für Musikfreunde, die ideal zur (Selbst-)Beschenkung taugt. Das ist via iTunes und E-Mail bekanntlich noch buchstäblich Last-Minute-mäßig möglich. Und wird durch den aktuell von regulär 5,99 Euro auf 2,99 Euro reduzierten Preis noch erleichtert.
Die Inhalte der App entstammen dem gleichnamigen Buch von Mark Paytress, das unter dem unbescheidenen Untertitel “The Definitive Guide To Rock, Punk , Metal , And Beyond” bei Parragon erschienen ist (Paytress ist bereits als Autor von Monografien zu u.a. den Rolling Stones, Bruce Springsteen, David Bowie, Patti Smith, Sid Vicious oder Mark Bolan in Erscheinung getreten). Dieser Content wurde nun (auszugsweise) von Alexander Blach für die ditter.projektagentur, die bislang überwiegend Apps mit Lebensmittel-Themen in den Store gebracht hat, als App veröffentlicht. 
Sinnvollerweise – bei diesem Thema! – wurde die App nicht als traditionelles E-Book oder reines Hörbuch umgesetzt, sondern als multimediale Kombipackung. Ähnlich wie Steins legendärer Kulturfahrplan (dén müsste mal einer als App umsetzen..!) wurden die Inhalte entlang eines Zeitstrahls strukturiert, der separat vom oberen “Lese”-Bereich bewegt werden kann. Nach einem – aus Elvis, Robert Plant (Led Zeppelin) und Kurt Cobain komponierten Startbildschirm landen wir mit der nur im Landscape-Modus nutzbaren, englischsprachigen App im Jahr 1950 und hören die Geburtsschreie des Rock’n Roll – hören, denn es sind Links auf repräsentative YouTube-Videos eingebunden. Weiterhin gibt es reichlich iTunes-Links zum legalen Erwerb diverser Songbeispiele, zu denen der Nutzer durch ein Notensymbol geführt wird. Von diesem Apple wohlgefälligen Tun hat auch der App-Käufer etwas, denn die so angebotenen Songs lassen sich sämtlich zumindest anspielen.
Dieses erste Kapitel 1950-59 erstreckt sich von Hank Williams und Elvis Presley über Muddy Waters bis Buddy Holly. Von der oberen Leiste (nicht aber vom unteren Zeitstrahl) springt man bei Interesse in vertiefende Kapitel zu Einzelthemen wie z. B. “Rockabilly”. Gute Idee: Zum Ende vieler Essays finden sich zentrale Punkte zusammengefasst, hier beispielsweise “5 Top Rockabilly Artists”. Strunzsubjektive Auswahl – aber doch ein nettes Zusatzangebot. Anregung: Sinnvollerweise hätte man die Auswirkungen bis heute zumindest anteasern oder verlinken können (in diesem Falle also Straycats, Brian Setzer, Boppin’ B etc.).
Gut: Farbige “Reiter” für die einzelnen Dekaden erlauben dem eine schnelle Navigation, der die App nicht chronologisch durchblättern will. Schlecht: Eine Such-Funktion und ein Index werden schmerzlich vermisst. Prima: Die integrierten Fotos sind überwiegend von guter Qualität. Anmerkung: Die Chronik endet im Januar 2011.
Alles Weitere ist Geschmackssache bzw. diskussionsfähig. Wie so viel in der Wunderwelt der Musik. Ob man z. B. damit leben kann, dass in der Dekade ’60-’69 die vermutlich spannendste Entwicklung, das Entstehen des Progressive Rock Genres, praktisch unerwähnt bleibt bzw. mit Bands wie den Grateful Dead gemeinsam zu “Acid Rock” verschwurbelt wird. Oder damit, dass der noch heute mit der Hamburg Blues Band tourende Arthur Brown (u.a. The Crazy World Of Arthur Brown, Kingdom Come) zum “One Hit Wonder” verklappt wird. Oder dass in dieser History of Rock Heavy Metal vergleichsweise unterrepräsentiert ist, aber Gelichter wie Eminem oder M.I.A. an prominenter Stelle vorkommt.
Die App wurde in den USA von Apple zur iPad App Of The Week gekürt. Unser Fazit: ***, wäre aber auf ***** zu bringen.
Und es hat Zomm gemacht!
Klein aber oho: Der Zomm vereint gleich mehrere sinnvolle Funktionen in einem Gehäuschen, das nicht größer als viele funktionsarme oder -lose Schlüsselanhänger ist.
- 1. und wichtigstens: Entfernungswarner – Zomm schlägt Alarm, wenn man das mit ihm via Bluetooth verbundene Handy vergisst (oder es einem entführt wird). Dazu kennt er drei Eskalationsstufen: a) Vibrationsalarm, b) zusätzlich hektisches Blinken, c) zusätzlich ein zunehmender, in der Endausbaustufe (sinnvollerweise) schier unerträglicher Alarmton.
- 2. Zomm kann als Fernbedienung für das entfernt liegende Smartphone verwendet werden: Einmal den “Z”-Knopf drücken um den Anruf – mit Freisprechen – anzunehmen, zweimal drücken, um ihn abzuweisen.
- 3. Insofern fungiert Zomm natürlich auch als Freisprecheinrichtung im Auto – besonders nützlich für mobile Professionals – legal aber wohl nur, wenn das Handy sicher fixiert und das optionale Safe Driving Kit vorhanden ist.
- 4. Der schon erwähnte Alarmton kann auch als “Panikalarm” verwendet werden, sozusagen als akustische Selbstverteidigung.
- 5. Es soll möglich sein, mit Zomm mit nur einer Tastenbetätigung über das Auslösen des Panikalarms hinaus auch einen Notruf an eine zuvor gespeicherte Notdienstnummer abzusetzen – diese Funktion haben wir allerdings nicht getestet. Laut der für Zomm in Deutschland zuständigen Presseagentur wird diese Notrufnummer “bei der Erstinstallation via Mac oder PC bestimmt”. Sie soll später auch via iPhone App (s.u.) festgelegt bzw. verändert werden können.

Schon das Auspacken macht aufgrund der recht wertig gemachten Sichtverpackung Freude. Mehr jedenfalls als die ersten Versuche, buchstabengetreu der enthaltenen Bedienungsanleitung zu folgen. Denn das scheitert zunächst an dem Punkt: “Laden Sie die Aktivierungssoftware herunter:
zomm.com/aktivierung”, Seite 4. Denn diese URL leitet zwar weiter auf http://www.zomm.de/?aktivierung, wo allerdings kein Download angeboten wird.
Schließlich aber ist die richtige Seite (http://my.zomm.com/users/login) gefunden, der Software-Download gestartet und kurze Zeit später auch absolviert. Nach erfolgreicher Registrierung und Initialisierung des in unserem Fall bereits vollgeladen gelieferten Zomm (zu seiner Akkulaufzeit können wir noch keine Aussage treffen) kann dieser nun Kontakt mit dem Smartphone aufnehmen – natürlich nur, wenn bei diesem Bluetooth aktiviert ist (Obacht: die Akkustandzeit beispielsweise vom iPhone sinkt dadurch beträchtlich). Sogleich neugieriger Test der Hauptfunktion 1: Klappt genau wie versprochen! Für eine echte Diebstahlsicherung sind die zwischen 10 und 40 Meter Auslösedistanz natürlich zu viel, denn das bedeutet meist, dass das Teuerphone samt Langfinger schon um die Ecke ist, bevor der Alarm richtig laut wird. Aber zum einen hat Zomm diesen Anspruch nicht wirklich. Und zum anderen ist so sichergestellt, dass es nicht jedesmal häuslichen Alarm gibt, wenn der Zomm-Nutzer ohne sein bestes Stück von der Wohnzimmercouch zum Küchenkühlschrank schlendert…
Es gibt optional sogar bereits eine myZOMM App für Android. Diese bietet einerseits die Möglichkeit, die Einstellungen des Zomm via App, also ohne PC, zu ändern. Andererseits lässt sich mit ihr laut Beschreibung auf GPS-fähigen Smartphones das Zomm-Prinzip auch umkehren: Mit der App lassen sich zommisierte, also am Gadget angebrachte Gegenstände via Smartphone wiederfinden, z. B. der Schlüsselbund. Überdies kann die App den Ladezustand des Zomm-Akkus monitoren. Eine iOS App für Apple-Plattformen soll in wenigen Wochen folgen.
Der kleine Zomm hat im vergangenen Jahr auf der CES – der größten Show für Consumer Electronics – den Preis für die “Best Innovation” erhalten. Das empfehlenswerte, da funktionsstarke Gerät ist in neutralem Weiß, edlem Schwarz und kessem Pink erhältlich, kostet 79,99 Euro und kann hier bestellt werden.
PRAXISTEST-FAZIT: ****
Update 28.11.: Inzwischen ist auch die iOS App myZOMM kostenlos erhältlich, ein Test steht noch aus.
Selbstmanagement – der Kompakt Coach
Die App “Selbstmanagement – der Kompakt Coach” von sueddeutsche.de und Haufe will Anwender auf spielerische Art entdecken lassen, wie man mit Aufgabenplanung & Co. weiterkommt.
Mobile Professionals kennen ihn vielleicht sogar noch mehr als andere Beschäftigte: ein komplett mit Arbeit zugeschütteter Schreibtisch. Auch nach ‘zig E-Mails, Telefonaten und Besprechungen kann sich dann das Gefühl einstellen, nichts “wirklich” oder nicht genug erledigt zu haben.
Die vorliegende App hat den Anspruch, als “Kompakt Coach” zu vermitteln, wie man sich besser organisiert. Dazu werden folgende fünf Themen aufgeboten: “Ordnung schaffen”, “Aufgaben planen”, “Zeitfresser besiegen”, “Nein sagen” und “Ziele setzen”. Vor allem letzteres soll zu mehr Balance und Zufriedenheit im Leben führen.
Entgegen so vieler anderer weniger gelungener Beispiele im App Store handelt es sich bei dieser App um keine Schmalspur-Umsetzung eines Fachbuchs (oder meist auch nur einer Checkliste). “Selbstmanagement” macht hingegen Ernst mit dem Ansatz, Inhalte durch interaktive spielerische Elemente erfahr- und lernbar zu machen. Man kämpft sich durch das konkrete Lösen von Aufgaben durch den Zeitfresser-Dschungel, erhält dabei sofort Feedback und Tipps und hat (lernbegünstigende) Erfolgserlebnisse.
Drei wichtige Formen der Wissensaneignung sind in der App verdrahtet: selbst ausprobieren (“Parcours”), lesen (“Wissen”) und überprüfen (“Test”).
Im Parcours findet sich der Nutzer in genau den Alltagssituationen wieder, die ihm auch tagtäglich zu schaffen machen können. Er sitzt zum Beispiel an einer wichtigen Aufgabe und wird dauernd unterbrochen. Etwa von Kollegen, die mit dem Klassiker “Hast du mal ‘ne Minute?” im Zimmer stehen. Soll er den Abgabetermin verschieben? Die Störer abwimmeln? Am Ende ist die “stille Stunde” das empfohlene Mittel der Wahl. An diese Situationen – insgesamt 15 – schließen sich in zehn Fällen Spielereien zum Üben der Technik an. So wird der Parcours zu einem zwar durchaus vergnüglichen, aber nicht zu unterschätzenden Hürdenlauf.
Im Bereich “Wissen” gibt es die elf wichtigsten Dinge zu einem Thema zu entdecken. Hier werden die Inhalte des Parcours vertieft und Methoden, Kniffe und häufige Fehler kurz und bündig erläutert – ein überschaubarer Lesestoff, mit dem sich Wartezeiten sinnvoll verkürzen lassen und der auch auf dem iPhone Display genossen noch Sinn macht.
Zuletzt hat der User Gelegenheit, sein Wissen in einem “Test” mit 30 Multiple-Choice-Fragen zu überprüfen. Dank einer detaillierten Auswertung kann er Lernfortschritte, aber auch Lücken identifizieren.
Wer im Test in einzelnen Bereichen nicht so gut abschneidet, kann im Parcours noch einmal gezielt die entsprechenden Techniken einüben oder das Wichtigste im Wissen nachlesen.
Gelungene Kooperation zwischen sueddeutsche.de und Haufe! “Selbstmanagement” für das iPhone kostet 2,99 Euro und ist diesen Preis auch wert. PRAXISTEST-Fazit: ****.
In der gleichen Reihe gibt es übrigens auch noch den Titel “Sich durchsetzen”.
Praxistest: Stress adieu?
Sie wissen es selbst am besten – Das Leben von Mobile Professionals ist oft reichlich stressige. Schon länger gibt es daher Apps, die gezielt beim Diagnostizieren eines Burnouts – oder noch besser bei der Vorbeugung assistieren wollen. Noch ein wenig früher versucht das vorliegende Angebot der Haufe Akademie anzusetzen: Mit ihr soll man die eigene Stress-Belastung feststellen können und vor allem die eigenen Stressauslöser identifizieren. Im Idealfall soll dies zu zu mehr Gelassenheit in Beruf und Freizeit führen. In die App sind laut Anbieter “die Ergebnisse hunderter Anti-Stress-Seminare” eingeflossen.
Der Schnelltest basiert auf 25 “wissenschaftlichen Fragen”, die per Picker-Rad nach den Kategorien “Häufigkeit” und “Wie störend” bewertet werden, z. B. “Meine Arbeitsumgebung ist störend”. Dabei wird der Fortschritt angezeigt. Die folgende Auswertung beruht auf einem Zahlenwert für die “Stressbelastung”, auf Wunsch noch unterlegt mit einer “Detailauswertung” (Grafische Darstellung der gegebenen Bewertungen).
Überdies offeriert die App in einer “Tipps”-Sektion folgende Kurzbeiträge: “Aufgaben priorisieren”, “Work-Life-Balance”, “Stressresistenz” (“Erfolge machen uns stressresistent”…) und “Delegieren, aber richtig!”.
Die Sektion “Relax” bietet eine Einführung in die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen inklusive Podcast! Kursorische Erwähnung finden auch noch Atem-Mediation (ein weites Feld, bei dem man nach Meinung erfahrener Yoga-Lehrer beim DIY-Lernen allerdings ernste Schäden anrichten kann) sowie die Anti-Stress-Atmung – wieder mit einer Unterrichtung via Podcast.
Natürlich präsentiert eine eigene App-Sektion auch die Seminar-Angebote der Haufe-Akademie zum Thema.
Die aktuelle Version 1.0.0.1 von “Stress adieu!” (21,2 MB) kann
hier heruntergeladen werden. Sie steht für iPhone, iPod touch und iPad zur Verfügung und kostet jeweils stramme, angesichts des getriebenen Aufwands aber akzeptable 2,99 Euro. PRAXISTEST-Fazit: ***
Praxistest: Verhandlungen gewinnen
Diese App von Appinar transportiert Inhalte des Autors Friedhelm Wachs. Wachs ist Betriebswirt und Politologe und laut eigenen Aussagen “seit über 30 Jahren Praktiker auf dem internationalen Verhandlungsparkett, unterstützt Weltkonzerne, Regierungen und Privatpersonen in schwierigen Verhandlungssituationen”. Das vermag zu erklären, dass diese App das Thema wirklich umfassend behandelt und trotz der auf dieser Plattform erforderlichen Konzentration nichts Wesentliches auslässt (aber nicht, warum im Impressum der App lediglich Heinrich Kürzeder genannt wird – er ist Inhaber der 5 Sterne Trainer Agentur die u.a. Hrn. Wachs vermarktet.).
Warum überhaupt dieses Thema? “93% aller Verhandlungsergebnisse sind schlecht. Nur 7% der Verhandlungen erzielen ein optimales Ergebnis”, erläutert der Autor. Dies liege zum einen an einer ungenügenden Vorbereitung und zum anderen an einer mangelnden Selbstsicherheit am Verhandlungstisch. Beides aber sei erlernbar.
Nachvollziehbarerweise werden als zentral für den Verhandlungserfolg: klar definierte Verhandlungsziele (sowie ggfs. Alternativen, falls die Ziele nicht erreichbar sind) herausgearbeitet sowie möglichst gute Kenntnis des Verhandlungsgegners bzw. -partners (zu erlangen beispielsweise durch Social Network-Recherchen…).
Für die Info-Bedürfnisse von mobile Professionals wurde die App in 21 Artikel-Häppchen portioniert. Diese behandeln die Themen Verhandlungsvorbereitung, Werte (s.u.), Verhandlungsziele, Verhandlungsalternativen, Verhandlungsprofiling, Zeitplanung, Sitzordnung, Verhandlungspausen, Körpersprache (das allein viele eigene Bücher füllen könnte), Erscheinungsbild, Notizen und sogar ” Ethisches Verhandeln”.
Sinnvoll: Der E-Mail-Export. Die auf iTunes angepriesene “Facebook”-Funktion hingegen haben wir zwar nicht gefunden, halten sie aber bei diesem Thema auch nicht für entscheidend
[Nachtrag: Mit freundlicher Hilfe des Entwicklers doch noch gefunden. Die Funktion dient allerdings lediglich der Empfehlung der App selbst u. nicht dem Teilen von Inhalten].
Soweit die Goodies, im Folgenden ein wenig Detailkritik:
- Vermittlung aller Inhalte nur durch Lesen;
- keine Fotos (außer dem einen, ostinat wiederholten Schmuckbild), nicht mal beim Punkt “Erscheinungsbild”, keine Graphiken, kein Bewegtbild;
- keine wie auch immer geartetete Lernstandsüberprüfung, keine zusammenfassende Wiederholung;
- Dafür, dass hier die Schrift das einzig vermittelnde Medium ist, scheint sie (ebenso wie der grob berechnete Blocksatz) wenig lesefreundlich gewählt und vor allem nicht variierbar, auch nicht in den fehlenden “Einstellungen”;
- Sequentielles Vorblättern durch “Nächster Artikel”-Button, leider KEIN “Zurück”-Button. Links oben geht es nur ins Inhaltsverzeichnis zurück;
- Keine Lesezeichen, daher geht der Lesefortschritt beim Kaltstart der App verloren;
- Im Kapitel “Werte” wird nicht zwischen persönlichen Werten und solchen aus dem Geschäftsleben unterschieden. Die App verbreitet die zumindest diskussionswürdige These, dass niemand erfolgreich entgegen seiner eigenen Werte (ver-)handeln könne. Der App-Nutzer wird folglich angehalten, seine drei wichtigsten Werte ohne diese Unterscheidung aus einer so langen wie krausen Liste auszusuchen. Diese enthält völlig disparate Kategorien – Werte wie “Sicherheit”, Eigenschaften wie “Durchhaltevermögen”, Aktivitäten/Antriebe wie “Sex” und phänomenale Konzepte wie “Glauben”.
Dennoch überwiegt das Licht bei dieser erfolgreichen App, die u.a. seitens Apple als “Neu & beachtenswert” hervorgehoben wurde. “Verhandlungen gewinnen | 5 Sterne Trainer” kostet 1,59 Euro. PRAXISTEST-Fazit: für “Fünf Sterne” hat es zwar nicht ganz gereicht, aber doch für ***.
“Verhandlungen gewinnen” auf iTunes laden
Andere Titel von diesem Entwickler: “Präsentation”, “Selbstmotivation”, “Zeitmanagment”, “Schneller lesen”, “Namen merken”, “Neukunden gewinnen”, “Erfolgreich führen”, aber “auch Gesund im Büro”.
Das eigene Mobile Business stets im Blick
Mit Distimo Monitor haben die App Store-Analysten von Distimo ein spannendes Analyse-Tool entwickelt. Dessen Nutzung soll es App-Programmierern ersparen, sich täglich in bis zu sieben teilweise doch recht benutzerfeindlich aufgebauten Mobile App Stores einwählen zu müssen, um teils strategisch wichtige Informationen wie die folgenden zusammen zu klauben: Downloads (plus Trends; pro App und im Überblick; pro App Store und im Überblick), Revenues (Umsätze von Paid Apps), Rankings (Charts-Positionen) und Ratings/Reviews (Bewertungen/Kommentare).
Anlässlich der Meldung, dass die Lösung fortan auch die Mobile App Stores Mac (Apple Mac Store), Windows Phone 7 Marketplace unterstützt (zusätzlich zu den Apple App Stores fürs iPhone und fürs iPad sowie die BlackBerry App World, Googles Android Market und Nokias Ovi Store) kündigten wir an, uns den Distimo Monitor genauer anzuschauen. Dies ist inzwischen geschehen und soviel vorneweg: Das Werkzeug kann rundum empfohlen werden. Tatsächlich mag man es nach dem ersten Gebrauch und der erstmaligen Einrichtung sogar nicht mehr missen.
Zu den vielen Stärken gehört – natürlich – das Single Sign-in für sämtliche Stores, in denen man Apps für sich selbst oder für App-Auftraggeber veröffentlicht hat. Darüber hinaus sind aber gerade die aggregierten Sichten, beispielsweise das Start-Dashboard schnell unverzichtbare, da Zeit sparende Hilfsmittel. Alle Sichten können individuell auf bestimmte Informationsbedarfe angepasst werden. Der Clou dabei: Über ein ausgefeiltes Benutzermanagement kann anderen Nutzern relativ fein abgestimmt Zugriff auf bestimmte Zahlen und Sichten gewährt werden, während andere Daten verborgen bleiben.
Aus dem Dashboard sind komfortable Drill-downs auf Kontinente oder Territories (Länder) möglich. Auch wichtig gerade für größere Organisationen wie das App-Systemhaus Glanzkinder: Eine automatische “Event Detection” weist ungefragt auf neue Ereignisse wie beispielsweise ein neues Update oder eine neue App im Store hin, auch wenn die Kollegen es vielleicht einmal unterlassen haben, darüber zu informieren
.
Zur Weiterverarbeitung und ein noch detaillierteres Reporting können die Daten exportiert werden, entweder als .png-Bilddatei oder als .csv für MS-Office oder Open Office. Fast alle Daten können auch visualisiert werden, wobei bei den aussagekräftigen Info-Graphiken beispielsweise zwischen Linien- und Säulen-Graphiken gewählt werden können. Einzelne Funktionen wie Glättung sind vermutlich eher etwas für fortgeschrittene Statistiker und Excel-Füchse, in Summe aber ist die Bedienung kinderleicht und ein ausgesprochenes Vergnügen.
Spezialitäten: App Reviews kann man sich (maschinell) übersetzen lassen und am Ergebnis oder am Original die Fangemeinde per Twitter teilhaben lassen.
Die Übersichtskarte nach Art einer “Command & Conquer”- (bei uns heißt das Spiel: “Risiko”) Karte zeigt, wo auf der Welt die eigene App stark ist bzw. ein oder mehrere (selbst einzugebende) Konkurrenten eine günstigere Wettbewerbsposition einnehmen.
Fazit: *****
Wer keine Probleme damit hat, Distimo seine App-Store-Kronjuwelen anzuvertrauen, der sollte dieses Tool ausprobieren, das als Browser-Anwendung auch von unterwegs bedienbar ist.
Praxistest: Jourist Vokabeltrainer
Der Jourist Verlag hat eine Serie von Vokabeltrainern für iPhone und iPad vorgestellt. Mit einem Wortschatz von ca. 10.000 Wörtern pro Lernsprache sollen die Apps “Lerninhalte für alle Lernstufen” bieten. Das Lernverfahren basiert auf dem bewährten Karteikasten-Prinzip. Ziel ist es dabei, mit vier Übungsarten insgesamt das höchste Kenntnisniveau “sehr gut” zu erreichen. mobileTicker hat sich die “Westeuropa”-Ausgabe aufs Korn bzw. als Coach genommen:
- Bis zu sieben Lernsprachen pro App, dafür aber auch hochpreisig, für knapp acht Euro gibt es auch schon Lehrbücher;
- Qualitätsgesicherter Content aus den Wörterbüchern von HarperCollins – das merkt man u.a. daran, dass auch figurative Bedeutungen gelehrt und abgefragt werden, z. B. kann ein “Guinea Pig” nicht nur ein Meerschweinchen, sondern im übertragenen Sinne auch ein Versuchskaninchen sein;
- Abwechslung durch die vier Übungsarten “Übersetzung aus der Fremdsprache”, “Übersetzung in die Fremdsprache”, “Diktat” und “Wörter raten”;
- Komplett offline nutzbar; dafür aber ist die App auch knapp 430 MB groß;
- Aufteilung der Vokabeln in Lerneinheiten nach der Häufigkeit im Sprachgebrauch – allerdings sind die Antworten im Multiple Choice Modus häufig so zusammengestellt, dass nun wirklich nur eine Antwort richtig sein kann, also viel zu leicht (z. B.: Puerto Rico – Puerto Rico; DJ – DJ; Thursday – Donnerstag);
- Aufgeräumte Gestaltung, simple Bedienung.

Testfazit: **
Die Serie umfasst bislang außer Westeuropa in gleicher Ausstattung auch noch Nordeuropa, Süd- und Osteuropa, Amerika (inkl. Spanisch u. Portugiesisch) sowie Asien.
iPhone Fotofunktionen aufmotzen
Obwohl das iPhone 4 bereits eine sehr leistungsstarke Kamera integriert hat, lässt die mitgelieferte Standardsoftware in Sachen Bildbearbeitung und Anpassung noch zu wünschen übrig. Solche Wünsche erfüllt die App ProCamera 3.0 vom deutschen Hersteller Dämgen, die wir über die Feiertage ausgiebig testen konnten. Dem Hobby- wie vielleicht sogar dem Profifotografen werden hier zahlreiche Zusatzfeatures geboten.
Im Expertenmodus kann der Fotograf Fokus und Belichtung getrennt einstellen oder einen eigenen Weissabgleich setzen. Bilder lassen sich im neuen Pro Cut Studio gradweise drehen, spiegeln und zuschneiden. Die Bearbeitung des Kontrast und Helligkeit sind ebenfalls möglich. Auch die One-Touch Effekte “Sunburn”, “Hard Gray” oder “Old Canvas” stehen in der Bildbearbeitung neben vieler weiteren Funktion der Fotografie-App zur Verfügung. So können Fotos in maximaler Auflösung schnell verfremdet oder aufgepeppt werden.
Wie schon bei den Vorversionen gibt es Hilfslinien für die Aufnahme, einen Bildstabilisator und Zoom auf einen Fingertipp. Der digitale Fünffach-Zoom lässt sich über eingeblendete Plus/Minus-Tasten, 2-Finger-Geste oder einen unsichtbaren Bildschirm-Slider einstellen. ProCamera ermöglicht auch schnelle Multi-Shot-Aufnahmen bei voller Auflösung. Das Programm kann neben dem genauen Standort des Fotografen bei der Aufnahme auch dessen Blickrichtung herausfinden und mit in der Bilddatei speichern.
ProCamera Version 3 ist im App Store zum Preis von 2,39 Euro erhältlich und überzeugt uns auf ganzer Linie: Unsere App of the Month im Januar!
Für Käufer der Vorversion ist das aktuelle Update kostenlos. ProCamera 3 ist kompatibel mit dem iPhone 3G, iPhone 3GS, iPhone 4 sowie iPod Touch mit iOS Firmware 4.0 und höher. Die Exif-/Geotagging-Funktionalität erfordert allerdings iOS 4.1 oder höher.
Fazit: *****
Festgeld: die Zinsspatz-App
Lieber der Zinsspatz in der Hand als die Spekulationstaube auf dem Dach? Festgeld oder auch Termingeld hat im Gegensatz zum sog. Tagesgeld eine zu Beginn fest vereinbarte Laufzeit, beispielsweise fünf Jahre. Vor Ablauf dieser Periode kommt man unter keinen Umständen an seine Einlage. Dafür aber ist der Zins für die gesamte Laufzeit festgeschrieben.
Drum prüfe, wer sich längerfristig bindet, sagte sich der Geldanlage- und SEO-Experte Thomas Mücke und gab die dazu passende App bei Reinhold Meyer in Auftrag. Mit “Festgeld !” für das iPhone bzw. “Festgeld HD !” fürs iPad lassen sich entsprechende Angebote komfortabel auch unterwegs vergleichen. Hierfür muss lediglich die zur Verfügung stehende Anlagesumme und Laufzeit angegeben werden – iOS-typisch und bequem per “Slider”. Die Resultate-Tabelle zeigt den Anbieter, den Zinssatz pro Jahr und die Rendite für die eingestellte Laufzeit. Die Reihenfolge der Tabelle ist allerdings fix. Ihre Sortierung hat nichts mit Zinshöhe oder Rendite zu tun und ist nicht von Anlagesumme und Laufzeit beeinflussbar.
Neben einer Detailseite mit zusätzlichen Informationen bietet die App auch die Möglichkeit, sich selbst eine Erinnerungs-E-Mail zuzuschicken. Diese enthält den Link auf die spezielle Landing Page der ausgewählten Bank zum jeweiligen Angebot. Dies erleichtert es, später komfortabel am Desktop-Rechner die erforderliche Kontoeröffnung durchführen zu können. Wenn es aber einmal besonders schnell gehen soll, ist dies erwiesenermaßen aber auch durchaus mobil möglich. Die App leitet dazu auf die Webseite der ausgewählten Bank weiter. Ist das für eine Kontoeröffnung nötige Ausfüllen zahlreicher Formularpunkte auf dem iPhone noch etwas fummelig, so gelingt es auf dem größeren Display des Tablets recht geschmeidig. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, sich per in der App abonnierbarem Newsletter regelmäßig über Zinsveränderungen informieren zu lassen.
Die iPhone Tagesgeld-App findet sich übrigens in der Kategorie Finanzen in den Top 50 der App Store Charts, die heute vorgestellte Festgeld-Kollegin in den Top 100. In der HD-Variante rangieren Festgeld und Tagesgeld in den Top 15 der iPad Charts.
Positiv: Vielfältiges Angebot (derzeit 15 Institute), relativ schnelle Ladezeiten auch über 3G, übersichtlicher Aufbau.
Wunschliste auch hier: Nach Zinssatz und Rendite sortierbare Tabelle, ggfs. “Watchlist” mit individueller E-Mail-Benachrichtigung, Aktualisierung nicht automatisch bei App-Start sondern auf Wunsch durch “Herunterziehen” des Startscreens à la Facebook & Co.
Praxistest-Fazit: ***
UPDATE 03.11.: Die aktuell verfügbaren Updates von “Festgeld !” und “Tagesgeld !” haben eine sortierbare Tabelle erhalten.
mehr Infos zu den Festgeld-Apps
miCal: (etwas) mehr Funktion f. iCal
Die Esse der Entwicklungsschmiede, wo schon beispielsweise der Hotspot-Finder MobileButler entstand, hat mit miCal (missing calendar) abermals ein interessantes Produkt verlassen: Entwickler (und Vieda-Mitgründer) Holger Frank sieht miCal als notwendige Ergänzung zur Kalender-App von Apple, die jedes iPhone an Bord hat. Die Übermenge besteht primär in vier verschiedenen Ansichten (“1″: Tag, “7″: Woche, “31″: Monat und “365″: Jahre), sowie der Startseite mit einer Terminübersicht. Ursprünglich war laut Frank hier geplant, dass Nutzer RSS-Feeds (für tagesaktuelle Nachrichten etc.) einbinden können – ein Feature, das Apple aber “untersagt”, sprich abgelehnt habe.
Überdies lassen sich sinnvollerweise Standarddauer und -titel für wiederkehrende Ereignisse einstellen, um die Terminerstellung zu beschleunigen – gut so! Elegant: Termine lassen sich ab Version 1.1 mit einer GPS-Koordinate einschließlich Adresse und dazugehörigem Kartenausschnitt versehen. Tap auf die Kartenvorschau öffnet Detailansicht und auf Wunsch den Routenplaner der Maps-App. Erst seit dem Bugfix 1.1 lassen sich gespeicherte Termine weiterbearbeiten (Start/Ende, Teilnehmer, Erinnerungen, Wiederholung).
Andere Teilnehmer kann der Nutzer mit einem kurzen Fingertipp per E-Mail zu Ereignissen einladen (nur auf diesem Weg lernt der Kalender sie auch als Teilnehmer dazu). Dies darf man sich allerdings – 1. Kritikpunkt – keinesfalls wie eine Event-Einladung à la Outlook/Exchange vorstellen: Die Einladung erfolgt im E-Mail-Format. Der Empfänger kann daher auch nicht zu- oder absagen (es sei denn, er textet eine entsprechende E-Mail und schickt diese zurück). Dann und nur dann, wenn der Teilnehmer in spe ebenfalls miCal auf seinem iPhone hat und er dort die Mail empfängt, ist eine Integration in seine Kalender-App möglich.
Insofern ist miCal “mobile only”: Die App synchronisiert nur mit der iPhone-internen Kalender-Datenbank sowie mit etwaig mit dieser gesyncten Kalenderlösungen: Diese werden als Termin-Quelle in unterschiedlichen Farben angezeigt. Das macht miCal unserer Einschätzung nach zu einer attraktiven, sinnvollen Erweiterung für Einzelkämpfer – als Team- oder gar Unternehmenslösung bietet sich die App allerdings jedenfalls auf diesem Releasestand weniger an.
In einem geplanten Update sollen sich externe Kalender für eine bessere Übersichtlichkeit ein- und ausblenden lassen.
Positiv:
- Aufgeräumtes Design im iCal-Look;
- gut gemachte “Hilfe”;
- Vor- und Zurückblättern per “Wischen” (sehr intuitiv);
- Auch in den Kalenderansichten ist das Anlegen eines neuen Termins möglich – durch Doppeltap (intuitiv?);
- unbegrenzte Anzahl von Erinnerungen;
- GPS-Tags und Maps-Feature;
- integrierte Geburtstags-Erinnerung: Import von in den Kontakten hinterlegten Geburtstagen/Jubiläen: Der Jubilar kann schnell per E-Mail, SMS oder Telefon beglückwünscht werden. miCal erinnert mit einstellbarem Vorlauf an das frohe Ereignis, dafür muss die App geöffnet sein;
- “Geburtstagsmanager” Kontakten ohne Geburtsdatum kann dieses jetzt in miCal hinzugefügt werden (wird im Adressbuch gespeichert);
- nettes Detail – Anzeige der Kalenderwoche und Uhrzeit rechts oben in allen Views.
Negativ:
- Keine eigene Zu-/Absage-Funktionalität, keine Verwaltung von Teilnehmern oder Kontakten (Stellungnahme des Entwicklers dazu: “Apple hat leider einen Bug in der API, der das Hinzufügen von Teilnehmern unmöglich macht, und diesen bislang auch nicht behoben bzw sich nicht dazu geäußert. Angezeigt werden Teilnehmer vermutlich erst mit der übernächsten Version”;
- Kurzer Tap auf Termin in Wochen- oder Monats-Übersichten öffnet das Ereignis, langer Touch die Tagesübersicht (wenig intuitive Navigation).
Die App kostet 1,59 Euro und findet sich derzeit auf Rang 1 in den App Store-Charts (Produktivität, meistgekauft). Unser Praxistext-Fazit: **** für Einzelpersonen,
* für Teams.
interessanter Tipp, wie sich iCal (umwegig) mit Outlook syncen lässt