Mobile Ökosysteme absichern
IBM hat eine neue Version ihrer Sicherheits-Software AppScan angekündigt, die Sicherheitsrisiken bei iOS-Enterprise-Anwendungen reduzieren soll. AppScan Source soll dabei helfen, Sicherheitsaspekte bereits im Design von mobilen Anwendungen besser zu integrieren. So sollen Schwachstellen bzw. potenzielle Datenlecks frühzeitiger im Entwicklungsprozess erkannt werden – bevor die Apps bei den Mitarbeitern oder gar bei den Kunden des Unternehmens eingesetzt werden.
IBM verbindet die Ankündigung des neuen Releases mit der neuen MobileFirst-Initiative, über die Anwendern eine mobile Plattform angeboten wird, die sich von der App-Entwicklung, über die Absicherung, Implementierung und Administration erstrecken soll.![]()
Laut Gartner wurden allein im vergangenen Jahr über 45,6 Milliarden Mobile Apps heruntergeladen. Da zusätzlich die Einsatzrate von Anwendungen auf mobilen Geräten steigt, sollte die Absicherung von Smartphones und anderen Endgeräten hohe Priorität bei Organisationen und ihren CIOs erhalten. Mit der steigenden Verbreitung von mobilen Anwendungen können Unternehmen diese laut IBM “nicht immer auf Endgeräten völlig kontrollieren oder beschränken”. Daher müssen sie vorab testen, wie Anwendungen Daten senden und speichern. Die neue Sicherheitssoftware kann laut IBM “automatisch erkennen, wo Daten in eine mobile Anwendung hineinkommen und sie wieder verlassen”. IBM AppScan Source 8.7 für iOS soll all dies “ohne Einbußen beim time-to-market mobiler Anwendungsprojekte” realisieren. Neue Funktionen der Version 8.7 umfassen laut Anbieter:
- Sprachunterstützung für Objective-C, JavaScript und Java. Dies schließt die Möglichkeit ein, Call-und Datenfluss-Analysen durchzuführen, die Trace-Informationen generieren.
- 40.000 mobile Security APIs (Application Programming Interface) werden unterstützt. Dazu habe der IBM Security Research “eine umfassende Analyse des iOS Software Development Kit (SDK) durchgeführt, um APIs mit absichern zu können, die zu Sicherheitsrisiken führen könnten.”
- US-Government Regulation Compliance.
Zu den Pilotanwendern der Lösung gehört KiwiTech. Das US-Unternehmen hat über 750 Anwendungen entwickelt, die über drei Millionen Downloads auf iOS- und Android-Plattformen generiert haben. IBM AppScan Source 8.7 für iOS wird voraussichtlich verfügbar ab 25. März 2013. Auch eine Version IBM AppScan for Android wurde angekündigt. Ein Werkzeug, das Android Apps auf diversen Android-Geräten und Versionen durchtestet, hat die Deutsche Telekom AG mit dem Developer Garden App Monitor in Barcelona vorgestellt, wie heise.de berichtet: “Der DG App Monitor ist ein sich in den Webbrowser integrierendes Dashboard, das Entwicklern statistische Daten sowie Erkenntnisse zur Performance der Apps anzeigt. Sie erfahren beispielsweise, in welchen Fällen es zu einem starken Batterieverbrauch, Speicherproblemen oder Abstürzen kommen kann.”
Mobile “App-Persona” für Unternehmen
Auch MDM-Spezialist MobileIron sieht: Unternehmen unterstützen zunehmend ihr Kerngeschäft durch mobile Apps. Business Apps können durch diesen Trend sogar “mission critical” werden. App-Programmierer stehen im Mittelpunkt dieser Entwicklung. Von ihnen wird erwartet, beeindruckende Apps schnell bereitzustellen, während gleichzeitig die Sicherheit der Unternehmensdaten gewährleistet bleiben muss. Viele der von ihnen programmierten Apps laufen jedoch auf privaten Geräten der Mitarbeiter (BYOD). Daher ist eine klare Trennung zwischen geschäftlichen und persönlichen Daten wünschenswert.
MobileIron adressiert diese problematische Ausgangslage mit einer “App-Persona”. Darunter versteht der Anbieter nicht wie üblich ein Browser Theme oder einen hypothetischen und für eine Benutzergruppe repräsentativen User. Im hier gemeinten Konzept umfasst eine App-Persona im Unternehmensbereich vielmehr “alle Anwendungen und Daten, die zu Geschäftszwecken auf einem mobilen Gerät verwendet werden”. Die Persona ist der Identität eines bestimmten Benutzers zugeordnet und wird mithilfe von Richtlinien verwaltet. Die Idee dahinter beschreibt der Anbieter wie folgt:
- Sicherung von Apps – sowohl von Corporate Apps und die von Drittanbietern
- “Bereitstellung eines Containers mit einem App-Wrapper und Software Development Kit (SDK).”
MobileIron bringt zwei Produkte an den Start, um die Business App Persona zu erzeugen und abzusichern: 1. AppConnect und 2. AppTunnel. AppConnect “containerisiert” laut Anbieter Apps und füllt die App-Persona mit Daten. MobileIron AppTunnel hingegen stelle Tunneling und Zugriffskontrolle bereit, um Daten auch ohne VPN schützen zu können. Damit können, so MobileIron, Apps der geschäftlichen App-Persona sicher mit Datenspeichern hinter der Firewall verbunden werden. So soll folgende Funktionalität möglich werden:
- Authentifizierung: Bestätigung der Benutzeridentität durch Domain-Benutzernamen sowie Kennwort oder Zertifikate
- Single Sign-on
- Wahlweises Blockieren von App-Nutzung oder Datenspeicherung
- Verschlüsselung sämtlicher App-Daten auf dem mobilen Endgerät
- Durchsetzung von Policies gegen Datenverlust (Mobile Data Leakage Prevention bzw. DLP) z. B. durch Dateiöffnung, Copy/Paste oder Drucken
- Automatisches “Ausblenden” der Business Apps beim Verlassen des Unternehmens, während die privaten Apps unverändert weiterlaufen
- Fernlöschung
- Reporting.
Lesetipp: Windows Phone 7.5 Grundlagen
Das Fachbuch von Ralf Ehlert und Gregor Woiwode zur Entwicklung für Windows Phone 7.5 (Codename “Mango”) macht schon auf den ersten Blick durch seine klare, nachvollziehbare Struktur einen guten Eindruck.
Allerdings wendet sich das im dpunkt-Verlag erschienene Werk – auch wenn “Grundlagen” im Untertitel steht – eher an schon etwas erfahrenere (.Net-)Programmierer, die jetzt im Windows-Phone-Bereich Fuß fassen oder sich eine weitere Plattform erobern möchten. Erste Kenntnisse, zumindest bei den grundlegenden Themen C#, XAML und Silverlight sollten bereits vorhanden sein. Der Buchteil zu Games/Spielen und zur XNA-Technologie, den die Autoren unter Mitwirkung des bekannten Microsoft-Evangelisten Tom Wendel verfasst haben, nimmt rund ein Drittel des Buches ein und führt sehr detailiert in die Thematik ein.
Als Software-Entwickler findet man sich in jedem Kapitel unmittelbar mit dem im Text beschriebenen Lernstoff und den dazugehörigen Beispielen und Code-Fragmenten zurecht. Nach der Vorstellung des WP7-SDK und der Entwicklungsumgebung “Visual Studio Express for Windows Phone” werden das Design-Werkzeug “Expression Blend for Windows Phone” sowie die Test-Tools vorgestellt. Die verwendeten Beispiele beginnen einfach und übersichtlich und steigern sich in der Komlexität von Kapitel zu Kapitel bis zu einer kompletten Aktienkurs-Applikation. Anhand dieses Beispiels wird die Agile Softwareentwicklungsmethodik berücksicht wie auch das automatische Testen per Unit Test. Das XNA-Entwicklungs-Beispiel beschreibt die Entwicklung des bekannten Spiels Pong und ist besonders ausführlich gestaltet. Auch auf den Veröffentlichungsprozess (Hochladen in den Windows Phone Marketplace) wird eingegangen. Alle im Text vorkommenden Beispiele und Demos finden sich mit kompletten Sourcecode auf der beiliegenden DVD.
Insgesammt ein informatives und lehrreiches Buch für Software-Entwickler, die sich selbst Grundlagen in dieser Materie erarbeiten möchten. Das Durcharbeiten der Kapitel, Testen und Erweitern der klug ausgewählten Anwendungsbeispiele macht Freude und Mut für weitere, eigene Applikationen. Das Buch bezieht sich auf einen relativ aktuellen Windows Phone Softwarestand. Die Entwicklung in diesem Bereich ist allerdings so rasant, so das nicht alle Beispiel Projekte direkt kompilierbar sind, sondern hier noch Hand angelegt werden musste. Fazit: ****
380 Seiten, Broschur, mit DVD
ISBN: 978-3-89864-782-3
34,90 Euro
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E-Book (PDF, 10,8 MB):
ISBN: 978-3-86491-128-6
27,99 Euro
mehr Infos zum E-Book
Video des Verlags zur Einführung in die Thematik
Diese Buchrezension ist ein Gastbeitrag von Ansgar Backhaus.
Mobile BI à la Jaspersoft
Der Anbieter von BI-Lösungen (Business Intelligence-Lösungen) Jaspersoft hat die Business Intelligence Suite 4.2 vorgestellt. Laut Hersteller offeriert diese BI-Funktionen, mit denen Entwickler ihre Anwendungen selbst erstellen und Führungskräfte diese unterwegs besser nutzen können. Jaspersoft 4.2 ist “als erste Lösung überhaupt” mit einem Open Source Mobile BI iOS-, bzw. Objective C-SDK ausgestattet. Das Software Development Kit soll die Einbettung von BI-Merkmalen in existierende native mobile Anwendungen ebenso ermöglichen wie die Erstellung neuer nativer mobiler BI-Applikationen. So sollen Entwicklungsleiter selbst entscheiden können, wie sie Führungskräften und Außendienstlern die nötigen Instrumente zur Hand geben, um auch unterwegs fundierte Entscheidungen treffen zu können.
Die SDK umfasst laut Jaspersoft eine “native iPhone-Beispielanwendung, die ein zügigeres Prototyping ermöglicht” sowie vorbereitete Dashboards, in denen Nutzer mittels einfacher Touch-Gesten “Berichte einsehen, Informationen strukturieren und Daten filtern können”.
Innerhalb der Umgebung für das Ad-hoc-Reporting können Nutzer eine Vielzahl von Charts und Diagrammen (Balken-, Kreis-, Linien-, Streudiagramme usw.) aus ihren Daten erzeugen. Laut Pressemitteilung lassen sich diese Analysefunktionen “für nahezu jede Datenarchitektur bereitstellen, [...] wie beispielsweise Flat Files, relationale Datenbanken und Big Data-Systeme wie Apache Hadoop und NoSQL/NewSQL”.
Lesetipp: smart developer
Schon erstaunlich, was sich im Markt der auf das Mobile und mithin Digitale fokussierten Printblätter derzeit tut. Man könnte ja meinen, dass sich gerade die Klientel der Entwickler über diesen vielleicht schnellsten aller Märkte primär online – und dies zunehmend auch mobil – informiert. Dennoch gibt es ab sofort für die Nische “Entwickler für Mobile” sogar eine Alternative zum Mobile Developer. Diese steht unter dem Namen “Smart Developer” im gut sortierten Zeitschriftenhandel und kommt aus dem Hause Linux New Media AG (vgl. u.a. Print: Linux_Magazin, Admin, Linux User UbuntuUser; Online: linux-community.de). Wir haben uns Ausgabe 02/11 zu Gemüte geführt.
Das 100 Seiten starke Magazin irritiert ein wenig mit seiner im Bereich News von anderen Heftteilen deutlich abweichenden Typo und 3spaltigem Layout. Die sonstige Gestaltung ist unauffällig und nur selten mißglückt (ein Info-”Kasten” füllt S. 51 fast kpl.). Druck und Papier sind gut. Die testgelesene Ausgabe beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Trendthema plattformübergreifende Programmierung. “Programmieren Sie plattformunabhängig mit HTML5 & Co.” lockt denn auch die Titelzeile auf dem Cover. Im Schwerpunkt werden die GUI-Library Jo und die wirklich sehr interessante JavaScript-Library Phonegap im Detail und mit vielen Code-Beispielen vorgestellt (S. 12-18).
S. 20-23 gehören der Programmiersprache Monkeycoder, ein weiterer Beitrag von einem bei United Planet tätigen Autoren beschäftigt sich mit “Mobile Business Apps” nur aus dem Intrexx-Blickwinkel. Weitere vier Seiten verwendet die Ausgabe auf Smartphone Apps mit IBM EGL. Da hätten wir bei diesem Fokus-Thema Infos zu verbreiteten und vielversprechenden Ansätzen wie den von Sencha,
Appcelerator, Rhomobile,
MoSync oder natürlich Adobe vorgezogen.
In der Rubrik Hardware treten das Dell Venue Pro mit Windows Phone 7, Motorola Defy, HTC Desire HD, Huawei Ideos X5 sowie das Samsung Wave II ins Rampenlicht.
Sehr zielgruppenorientiert wirkt “Diese fünf iPad Apps sind Pflicht für Entwickler” aus der Rubrik Praxis, das beispielsweise iMockups empfiehlt. Dem Blick über den iOS- und-/oder Android-Tellerrand heben soll “Apps für MeeGo entwickeln” von einer Intel-Mitarbeiterin (S. 47-49). Warum dieser Artikel nicht in der Folgerubrik Entwicklung untergekommen ist, wird nicht ganz deutlich, zumal er auch Listings enthält. “Gesichtserkennung mit Bada” ist das Thema von S. 66-70, das deutlich über ein “Hello World” hinausgeht. Beiträge zur Programmierung mit ActionScript für das BlackBerry PlayBook, zur WebOS-Entwicklung mit Ares und 3D-Grafik mit OpenGL für Android runden die so inhalts- wie abwechslungsreiche Rubrik ab. Die Heft-DVD enthält SDKs zu Android, Bada (1.2.1), MeeGo (1.2) WebOS (2.1) sowie Qt-Nokia.
Die Einzelausgabe kostet 7,90 Euro, das Jahresabo 26,90 Euro in der Print-Version (4 Ausgaben + 4 DVDs) oder 23,90 Euro als Digital Subscrition (PDFs). Fazit: Beobachtenswerte Bereicherung des Spektrums.
mehr Infos und Bestell-Möglichkeit
iPad und Android “Technology of the Year”
Alljährlich wird der “InfoWorld Technology of the Year Awards” von den Testern und Experten der IDG-Publikation InfoWorld vergeben. Dabei werden die besten Produkte aus Tests des vorangegangenen Jahres gekürt, da die prämierten Produkte laut InfoWorld auch die “heißesten Trends” repräsentieren.
Als “bester PC” wurde heuer ausgerechet das Apple iPad hervorgehoben. Aus der Würdigung: “Mit dem iPad hat Apple das ‘Personal’ in PC wiederbelebt und gleichzeitig ein attraktives, flexibles und intuitives Paket geschnürt, das nützlich und Zweck-fokussiert ist.”
Aus dem Gegnerlager kommt hingegen die “beste mobile Plattform” – Android! Als Begründung wird u.a. ins Feld geführt: Java als Primärsprache, kostenlose Entwicklertools, kaum Restriktionen für Entwickler, Publishing von Corporate Apps auch an App Stores vorbei.
via Computerwoche
Lesetipp: “Android 2″
“Android – Grundlagen und Programmierung” ist ein erfolgreiches und daher auch bereits geraume Zeit vergriffenes Fachbuch, das übrigens auch den für Android programmierenden Glanzkindern die ersten Schritte in diese stets beliebter werdende Betriebssystem-und Anwendungs-Umgebung geebnet hat. Kein Wunder, dass der herausgebende dpunkt-Verlag nun eine erweiterte und überarbeitete zweite Auflage vorstellt.

Es ist den Autoren Arno Becker und Marcus Pant (beide: Visionera GmbH) gelungen, ihr Lehrbuch so zu aktualisieren, dass man von einer allerersten Einführung bis zu ersten eigenen Anwendungen geführt wird, die weit über “Hello World!” hinausgehen. Dabei werden allerdings Grundkenntnisse in der Java-Programmierung vorausgesetzt.
Die Neuauflage wurde so überarbeitet, dass Neuerungen der Android-Versionen 2.x berücksichtigt werden. Neu sind die Themen Hierarchy Viewer (für die Layout-Optimierung; Seiten 108-110) SMS-Integration (mit griffigem Anwendungsbeispiel; 210-220), sowie Trace View (Test-Tool; 347-350).
Besondere Aufmerksamkeit wird sinnvollerweise dem Umgang mit den bei der App-Programmierung notorisch knappen Ressourcen CPU-Leistung und Storage gewidmet. Von einer ersten Definition von “Activities” unter Android ausgehend lernen wir den Systemaufbau des auf einem Linux-Kernel basierenden Systems kennen, soweit er für unseren Weg von der App-Idee und -Konzeption bis zur .apk-Datei (Android Package File – der fertigen App) erforderlich ist.
Auch relevante Unterschiede zwischen der Programmierung für die Zielsysteme iOS und Android werden herausgearbeitet, beispielsweise was die bei Android leicht ansprechbaren systemnahen Anwendungen Telefonie oder Kontakte angeht.
Services vs. Threads und die Priorisierung von Services sind ein weiteres Thema. Die in Android enthaltene relationale Datenbank SQLite wird ebenso eingeführt wie die Kommunikation zwischen Prozessen einer Anwendung versus der Kommunikation zwischen Anwendungen (Multitasking). Weitere aktuell wichtige Themen sind etwa die Integration von Location Based Services sowie Security – u.a. durch ein eigenes Kapitel nur zur Verschlüsselung. Auch das so wichtige wie häufig vernachlässigte Testen kommt hier nicht zu kurz (eine JUnit Testumgebung ist Teil der Android SDK), bevor es dann an den wichtigen Punkt Zertifikate und Signaturen geht.
Dass sämtliche gegebenen Codebeispiele zusätzlich auf der Webseite zum Buch androidbuch.de zum Download angeboten werden, ist ein wertvoller zusätzlicher Service. In diesem wirklich umfassenden Werk haben wir einzig im Kapitel “Anwendungen marktreif machen” einige einführende Hinweise zu den Themenkreisen Android Market (Optimization), Pricing sowie Support vermisst, die aber zugegeben das engere Feld der Programmierung fast verlassen.
Fazit: ****
[427 Seiten, Broschur ISBN 978-3-89864-677-2 39,90 Euro]
Lesetipp: Mobile Developer Android
Mitte September ging die Erstausgabe von “Mobile Developer Android” (heute “Mobile Developer”, vereinigt mit Mac Developer) in den Vertrieb und auf Abonnentensuche. Das Fachmagazin für Developers, Projektmanager und Berater in und für Softwareentwicklungs-Projekten for Mobiles erscheint im Verlag Neue Mediengesellschaft Ulm mbH (NMG), der damit sein einschlägiges Portfolio aus u.a. MacDeveloper, dotnetpro, PHP-Journal, Toolbox sowie databasepro vervollständigt.
Mobile Developer Android hat den Anspruch, vier mal im Jahr praxisnahes Wissen rund um Android zu vermitteln. Doch – nicht zuletzt im Sinne der Content-Mehrfachverwertung – auch die konkurrierenden mobilen Betriebssystem-Plattformen wie Apple (iOS), Microsoft (Windows Phone 7), RIM (BlackBerry OS) oder Samsung (bada) werden hier thematisiert, s.u.
Jedes Heft wird von einer CD mit Quellcode, Bibliotheken und Werkzeugen begleitet. Im Falle der in Augenschein genommenen Erstausgabe ist hier beispielsweise enthalten: Das grundlegende Fachbuch zum Thema Android-Programmierung als E-Book (zwar nur die erste Auflage von 2009, aber immerhin! Eine Rezension der aktuellen findet sich hier); das Android SDK als Plug-in für die Open Source-Entwicklungsumgebung Eclipse; die Zupassung des Kommunikationsprotokoll WebSockets für Android jWebSocket in Version 0.10 sowie die Quellcodes zu sämtlichen Artikeln, die Listings enthalten. Der Redaktion um Chefred. Markus Stäuble ist es mit der ersten Nummer gelungen, einen Einstieg in die Materie zusammenzustellen, der für alte Hasen wie blutige Android-Novizen (mit zumindest Java-Vorkenntnissen) von Interesse sein dürfte. Obwohl es möglich ist, mDeveloper häppchenweise als (Fach-)Zeitschrift zu lesen, wird doch auch von Beitrag zu Beitrag eine erhebliche Menge Fachwissen aufgebaut – wie in einem guten Fachbuch.
Die aufmachenden News sind naturgemäß nicht die Stärke eines Printmediums mit Dreimonats-Frequenz. Doch bereits in der Rubrik “Android” werden Wissensfundamente gelegt – die beteiligten Player und ihre jeweiligen Eigenheiten/Interessen sind hier ebenso vorgestellt wie die Vor- (OSS; weitestgehende Freiheit bei Entwicklungswerkzeugen und App-Upload) und Nachteile (Betriebssystem-Stände, Gefahr der Marktfragmentierung). Hernach wird ein Überblick über die derzeit verfügbaren Entwicklungswerkzeuge und -plattformen gegeben und die Systemarchitektur von Android vorgestellt. Wer sich parallel die eigene Entwicklungsumgebung eingerichtet hat, wird hier bis zu einer allerersten eigenen App geführt – zwar “nur” eine Gedächtnisstütze für verliehene Gegenstände, aber immerhin weit mehr als “Hello World”.
Noch mehr ans Eingemachte geht die Rubrik “Android Expert”, diesmal in Richtung WebSockets (inkl. Beispielanwendungen für Foto-Übertragung) sowie Optimierungstipps im Bereich Speichermanagementgeht.
Über den Android-Tellerrand schaut die Rubrik “Mobile OS”. Kenntnisreich wird ein erster Eindruck von Möglichkeiten und Beschränkungen der Samsung-eigenen bada-Plattform gewährt. Die angesprochene Mehrfachverwertung einer auf Entwickler-Fachmedien spezialisierten Verlagsgruppe wird noch am ehesten bei einem Text zur Speicherbereinigung in Objective C-Anwendungen sowie bei einem – allerdings besonders starken und daher willkommenen – Beitrag zu Apples iAD-Werbeplattform spürbar. Schließlich ordnet ein Spezialist sogar noch das wie Android Java nutzende BlackBerry OS ein, erläutert wichtige Unterschiede (beispielsweise bei der Gestatltung von User Interfaces, bei Entwicklerzertifikaten und bei den möglichen Verbindungsarten inklusive dem Mobile Data System des BlackBerry Enterprise Server). Eine lesenswerte Zusammenfassung der wichtigsten Daten zu Symbian, immerhin noch Weltmarktführer bei mobilen Betriebssystenem, rundet diesen Teil ab.
Die erste Ausgabe hat 132 Seiten, der Einzelheftpreis beträgt 14,95 Euro. Wenn das Einstandsniveau gehalten werden kann, dürfte sich das Jahres-Abonnement für knapp 59 Euro wirklich lohnen.
Windows Phone 7 ante portas
Soeben hat Microsoft das finale Software Development Kit (SDK) für Windows Phone 7 für Programmierer verfügbar gemacht. Für registrierte Entwickler sind die Werkzeuge – wie beim iPhone oder Android SDK – kostenlos. Die Beta-Versionen wurden bereits 300.000 Mal herunter geladen.
Das aktuelle SDK soll größere Effizienz bei der Entwicklung von Anwendungen und Spielen bieten. Es integriert Elemente wie das Framework .NET, die Web-Browser-Erweiterung Silverlight und das API-Bündel zur Spieleentwicklung XNA. Neu hinzugekommen sind laut Microsoft u.a. drei Controls für Panorama (zeigt Unterkategorien einer Website), Pivot und Bing Maps, die Entwicklern eine Vielzahl zusätzlicher Möglichkeiten bieten sollen. Für die Programmlogik ist überwiegend C# zuständig, während der XML-Dialekt XAML die UI-Definition regelt.
Zu den kostenlos abgegebenen Werkzeugen gehören:
- Visual Studio 2010 Express for Windows Phone
- ein neu entwickelter Geräte-Emulator, der in Grenzen vom Vorhandensein von Endgeräten unabhängig machen soll
- Expression Blend 4 für Windows Phone “für die leichte Integration von Verhaltenskomponenten wie Interaktivität”
- Silverlight
- XNA Game Studio 4.0
- Advertising Exchange for Mobile zur Integration von Werbung in die Apps
Wie Apple dies mit dem iOS Developer Program (hier war das App-Systemhaus Glanzkinder seit der Beta-Phase dabei) erfolgreich tat, so bemüht sich nun auch Microsoft, noch vor dem Start des angekündigten Windows Phone 7 Marketplace attraktive Apps als Startcontent zusammen zu bekommen. Von Anfang an dabei sein, werden beispielsweise Twitter, Flixster, OpenTable oder Travelocity. Geworben wird mit “klaren und übersichtlichen Richtlinien” für den Marketplace, die es gestatten sollen, “dort innerhalb kurzer Zeit Applikationen und Spiele einzustellen”. In jedem Falle müssen die Apps kompatibel zu den aktuellen Entwicklungswerkzeugen sein, was bei mit der Preview Version programmierten Apps mindestens die Anpassung von diversen APIs mit sich bringt.
Nach der breiten Vorankündigung auf dem diesjährigen GSMA Mobile World Congress (MWC) in Barcelona wird Microsoft Phone 7 am 11. Oktober nun offiziell vorstellen. Für Mitte Oktober wird auch die Verfügbarkeit erster Endgeräte von Herstellern wie HTC, Samsung oder LG erwartet – auch Anbieter wie Acer, Asus und Sony Ericsson sind im Gespräch. Das Wirtschaftsmedium Euro am Sonntag nannte kürzlich den 21. Oktober als Verkaufsstart der ersten WP7-Smartphones. Es gibt auch Gerüchte, wonach Redmond plant, allen rd. 92.000 Microsoft-Mitarbeitern WP7-Mobiles zur Verfügung zu stellen – wie Google das teilweise mit dem Nexus One probiert hatte. Experimente mit einer eigenen bzw. gebrandeten Hardware-Plattform hat Microsoft – genau wie Google – vorläufig eingestellt. In Summe darf man auf die Resonanz auf den offiziellen Start von Windows Phone 7 gespannt sein, das voll auf den Consumer-Bereich (und damit auf Apples Hauptdomäne mit dem iPhone) zielt. Dass die erste OS-Fassung dem Vernehmen nach weder Copy/Paste noch Multitasking – jedenfalls für Nicht-Microsoft-Apps – beherrscht, wird die Eroberung nicht leichter machen.
zum derzeitigen Stand des Windows Mobile Marketplace (bis V 6.5)
Android Market: Kopierschutz und verlängerte Rückgabe
Heise.de berichtet: “Neben verwirrenden Bezahlverfahren kritisieren Android-Entwickler, dass es bislang keine wirksamen Methoden gibt, die Benutzer am Kopieren von Anwendungen hindern. Dies will Google jetzt mit einem zentralen Lizenzserver ändern. Da die dafür nötigen Funktionen in der auf dem Smartphone installierten Market-Anwendung seit Android 1.5 vorhanden sind, lässt sich der Dienst mit allen Geräten nutzen. Die Verbindung zwischen diesem Client und dem Lizenzserver ist für jeden Entwickler durch ein Schlüsselpaar gesichert. Anwendungen sprechen nicht direkt mit dem Server, sondern vermittelt durch den Client. Ein SDK soll Entwicklern die Nutzung des Dienstes erleichtern und ihnen verschiedene Lizenzmodelle ermöglichen. Allerdings lassen sich Lizenzen mit diesem Verfahren nur prüfen, wenn das Gerät mit dem Netz verbunden ist. Ist das nicht der Fall, sollten Entwickler auf einen lokalen Cache zurückgreifen. Gegenüber dem bisherigen Kopierschutz habe der Lizenzserver unter anderem den Vorzug, dass sich alle Anwendungen auch auf Speicherkarten installieren lassen, so Google.”
Überdies hat Google in diesen Tagen alle Android-Entwicker neuen Geschäftsbedingungen zustimmen lassen, die unter anderem die Verlängerung der Rückgabemöglickeit gekaufter Paid Apps von derzeit 24 auf 48 Stunden beinhalten.