Event “Strategisches IT-Management”
Der IT-Branchentreff des Handelsblatts will vom 28. bis 30. Januar 2013 eine Plattform für Themen liefern, “die für CIOs und Executives relevant sind, wie zum Beispiel Strategien für das digitale Zeitalter”.
Etwa der Audi-Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler soll auf der Jahrestagung zeigen, wie Unternehmen die neuen Formen der Beziehungen sowie die entstehenden Kunden-Daten als Quelle für Innovation nutzen. Das Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen hat mit Audi auf Basis des Design Thinking drei Projekte durchgeführt, eines davon zeigt mit Audi IMA eine neue Möglichkeit zur Kundenbindung unter Nutzung von Fahrzeugdaten. Mit der Entwicklung einer präventiven Wartungslösung als Mobile App kann der Nutzer rund um die Uhr den Zustand des Fahrzeugs überwachen.
Audi-Lenker Stadler wird auf der Tagung außerdem u.a. über Audi connect sprechen – mobiles Internet im Automobil. Gemeinsam mit dem CEO von Bayer MaterialScience, Patrick Thomas, und dem Axel Springer-Vorstand Dr. Andreas Wiele diskutiert er “Unternehmensstrategien im Digital Age”.
Weitere Beiträge werden von Shane Lowry (VMware), Prof. Dr. Martin Mocker von der MIT Sloan School of Management, Oracle CIO Mark Sunday und Dr. Werner Vogels, CTO bei Amazon sowie weiteren Sprechern von ADAC, BMW, Continental, Daimler, Deutsche Post DHL, Evonik, Hilti, Lufthansa Cargo, Mediengruppe M. DuMont Schauberg, Postbank Systems, SAP, Schindler, ThyssenKrupp Steel Europe und Vorwerk zu u.a. folgenden Themenfeldern erwartet:
- B2B2C – Wie Consumerization, Social Media und Mobile Unternehmen die Rolle der IT weiter verändern werden
- The ultimate mobile Device – wie das Automobil zum Teil des Internets wird
- Schwarmintelligenz – Mehr Sicherheit durch interagierende Automobile.
Die Teilnahme kostet knapp 2.700 Euro.
mehr Informationen u. Anmeldung
kress Konferenz: Mobile first
Beim Verlagshaus Haymarket (u.a. kressreport und kress.de) erkennt man allmählich die Zeichen der Mobile-Zeit: erst wurde in einen Newsservice zum Thema investiert, nun folgen eigene Mobile-Veranstaltungen: “Mobile first!” lautet das Motto der
kress Konferenz 2012, die am 15. November in Hamburg stattfindet. Im Mittelpunkt die Medien- und Kommunikationswelt adressierenden Veranstaltung sollen Produkte und Strategien stehen, mit denen Verlage, TV- und Radio-Sender sowie Digitalunternehmen die Herausforderung Mobile meistern und von Smartphones und Tablets profitieren können.
Zu den Referenten und Diskussionsteilnehmern zählen u.a. Rowan Barnett (Twitter Deutschland), Gary Davey (Sky Deutschland), Oliver Eckert (Tomorrow Focus Media/Finanzen100), Stefan Hentschel (Google) sowie Donata Hopfen (Bild digital). Die Teilnahme kostet ab 555 Euro (Frühbucher, weitere Ermäßigung für Abonnenten des kressreport).
Event: App-Economy, 14.02.
Die Medientage München (24.-26.10.2012) veranstalten bereits am 14. Februar gemeinsam mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und gesponsort vom Carrier Telefónica Germany einen Informationstag zum Thema “Die App-Economy – Geschäftsmodelle im mobilen Ökosystem”. Referenten und Diskutanten von Axel Springer, Spiele-App-Spezialist Fishlabs, RTL, Microsoft, SinnerSchrader Mobile, ZEIT Online, connect, YOC, Interone u.a. sollen sich Themen widmen wie “Paid Content reloaded: Auf dem Weg zur neuen Bezahlkultur?” oder “Location Based Services, Empfehlungsmarketing, Couponing & Co.: Die Zukunft der mobilen Werbung”. Die Tagungspauschale beträgt 165 Euro zzgl. MwSt.
mehr Infos u. Registrierung
Lesetipp: mobile next
Mit “mobile next” stellt die neue Mediengesellschaft Ulm (NMG; u.a. MacUp, Com!, Internet World Business, Page) ein neues “Technik- und Lifestyle-Magazin für das mobile Leben” vor. Dafür wurde mit dem Untertitel “Handy, Navigation, Mobile PC, Tarife, Zubehör” die bislang unter dem Titel mobile news erschienene Zeitschrift überarbeitet. Zunächst alle zwei Monate wird der Titel “anwendungsorientiert über Trends und Neuigkeiten bei Smartphones, Apps & Co.” berichten. Das redaktionelle Profil ist laut Verlag “auf das Zusammenwachsen mobiler Lösungen aus allen Bereichen der Kommunikation” ausgerichtet. Dabei werden “die Anwendungsmöglichkeiten von mobilen Geräten – wie etwa Smartphones, Web-Tablets, Navigationsgeräte oder
Netbooks – im Vordergrund der Berichterstattung” stehen.
Uns lag Nr. 2/2011 (März/April) vor, die wie eine etwas edlere – vor allem beim Papier -Fassung der Computerbild wirkt, ohne allerdings deren Testlabor im Rücken zu haben. Die News der testgelesenen Ausgabe fokussierten sinnvollerweise primär den Mobile World Congress MWC. Die Rubrik “Smartphones & Handys” stellt das Kernstück des redaktionellen Konzepts dar (S. 16-30). Trends im Überblick werden ebenso geboten wie ausführliche Einzeltests: LG, Nokia, Samsung, HTC, BlackBerry bzw. Android, Symbian und WP7 werden unter die Testlupe genommen – unter Konsumentenaspekten.
Ein Beitrag in “Tarife & Netze” vergleicht minutiös Angebote von Vodafone, Bild, O2 sowie Deutsche Telekom und spricht Empfehlungen für Wenig-, Normal-, Viel-Telefonierer und Power User aus. Das “Spotlight” gehörte diesmal dem Thema “Sport & Freizeit” und stellt diverse Sport-Apps sowie dazugehörige Peripherie (Brustgurt zur Pulsmessung, Holster) vor. Teils witziges Zubehör steht auch später noch unter dem Motto “Gadgets total – Zubehör für iPhone & Co.” im Rampenlicht (S. 76 ff.).
Weitere Themen: Web-Tablets, Geolocation-Dienste wie Facebook Places oder Google Latitude, E-Book-Reader (Vergleichstest; S. 82 ff.).
Die Layouter der Marktübersicht (S. 85 ff.) haben bei den Springer-Kollegen besonders gut hingeschaut. Ein “Handy-Knigge” sowie ein Mini-”Mobilfunk-Glossar” runden die insgesamt zwar als “Me too” gelungene, aber leider noch keinerlei Alleinstellungsmerkmale zeigende Ausgabe ab.
Auf mobile-next.de können überdies News abonniert werden, die auch auf Facebook und Twitter verfügbar sind. mobile next erscheint mit einer Auflage von 40.000 Exemplaren sechsmal jährlich. Das Einzelheft kostet 4,90 Euro, das Jahresabo
25 Euro, die 1/1 Anzeigenseite 4c 5.800 €.
Update 18.05.: mobile next kommt, die Macup aus dem selben Hause muss gehen: Nach fast 30 Jahren erscheint der Veteran unter den deutschen Apple-Printmagazinen Anfang Juni letztmalig.
Update 13.02.12: Die NMG stellt die erst im März 2011 aus der “Mobile News” hervorgegangene Mobilfunk-Zeitschrift “Mobile Next” ein. Die Marke soll im Internet und als App weiterleben, Print-Abonnenten erhalten das Geld für bereits gezahlte Ausgaben zurück.
via mobilebranche.de
BVDW: Markt für Mobile Ads brummt wie nie
Der Markt für Mobile Advertising verzeichnete 2010 in Deutschland ein Wachstum um knapp 40 Prozent: Die werbungtreibenden Unternehmen schalteten insgesamt 1.221 Kampagnen auf mobilen Endgeräten; die Anzahl der Advertiser stieg im vergangenen Jahr auf 248 Unternehmen, was einem Anstieg um mehr als 27 Prozent entspricht. Dies geht aus der aktuellen Erhebung der Unit Mobile Advertising (MAC) der Fachgruppe Mobile im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. hervor.
Boom durch Smartphones und höhere Übertragungsraten
“Der steigende Absatz von leistungsfähigen Smartphones sorgt für einen anhaltenden Boom in der mobilen Internetnutzung und beflügelt somit auch die Buchung von Mobile Advertising. Die gesamte Entwicklung im Mobile Advertising Markt wird auch in diesem Jahr weiter von neuen Content-Angeboten, den höheren Übertragungsraten und der Weiterentwicklung von Apps und Endgeräten profitieren”, erläutert Oliver von Wersch (G+J Electronic Media Sales), Unitleiter Mobile Advertising (MAC).
“Immer mehr Unternehmen aus der Medien-, Telekommunikations-, Automobil- und Finanzbranche nutzen verstärkt Mobile Advertising zur direkten Zielgruppenansprache.
Aufgrund ihrer positiven Erfahrung aus den Vorjahren bauten diese Branchen auch in 2010 ihren Anteil an gebuchtem Mobile Advertising weiter aus. Gleichzeitig wagen immer mehr Unternehmen und neue Branchen den Sprung auf die Displays der mobilen Endgeräte”, ergänzt Dirk Kraus (YOC), stellvertretender Unitleiter Mobile Advertising (MAC).
Mitglieder der Unit Mobile Advertising (MAC) im BVDW
Alle Angaben und Zahlen basieren auf den gebuchten Werbekampagnen auf mobilen Endgeräten, die durch die im MAC organisierten Unternehmen in 2010 umgesetzt wurden. Zu den Mitgliedern des MAC im BVDW zählen u.a.: Axel Springer Media Impact, Contnet AG, Deutsche Telekom AG, G+J Electronic Media Sales GmbH, InteractiveMedia CCSP GmbH, RTL/IP Deutschland GmbH, SPIEGEL QC, Telefónica o2 Germany GmbH & Co. OHG, TOMORROW FOCUS Media GmbH, United Internet Media AG, Vodafone D2 GmbH, Yahoo! Deutschland GmbH, YOC Mobile Advertising GmbH.
Event: digi:media 2011, 07.-09.04.
Der Veranstalter Messe Düsseldorf positioniert die digi:media als “Fachmesse für alle, die die grenzenlosen Möglichkeiten von print, web & mobile nutzen wollen”. Medienkonvergenz gibt hiernach das Stichwort für erfolgreiche Vermarktung und Kommunikation, damit aus gutem Content wirklich gutes Business generiert werden könne. Rund 130 Aussteller präsentieren in Düsseldorf an drei Tagen ihr Angebot für Content, Technik und (Mobile) Business.

Auf der Messe gibt es unter der Federführung des IDG-Verlags (u.a. Computerwoche, MacWorld, “Making Apps“) auch eine sog. “Showing Apps“-Sonderschaufläche”, auf der Entwicklern von Apps auf kleinen Flächen die Möglichkeit geboten wird, kostenpflichtig ihre Anwendungen zu präsentieren.
Besucher-Tickets kosten ab knapp 40 Euro (1 Tag, beim Online-Kauf).
mehr Infos und Registrierung
E-Book, iPad & Co. – Digitale Produktinnovationen in Verlagen
UPDATE 21.03.:
Am 07.04. veranstaltet die Buchakademie im Rahmen der digi:media das Event “Digitale Produktinnovationen in Verlagen” Im Mittelpunkt der Tagung sollen “zukunftsfähige Produktentwicklungen und die dazugehörigen (Online-)Geschäftsmodelle” stehhen. Zu den Referentenz zählen u.a. Michael Beilfuß (IDG), Dr. Ralf Birkelbach (Springer) Fachmedien), Matthias Heubach (heubach media), Armin Hopp (Digital Publishing) sowie Dr. Marco Olavarria (Kirchner + Robrecht). Schwerpunkte der Konferenz:
- Produkttrends und Entwicklungen bei contentbasierten Geschäftsmodellen
- Technischen Voraussetzungen zur digitalen Contentaufbereitung
- E-Books und mobile Apps für Smartphones und Media Tablets
- Onlineplattformen und Communities
- Digitale Informationsdienstleistungen und Situation Based Services
- Konzeption und Umsetzung von digitalen Verlagsangeboten
- Crossmediale Produktpakete und ihre Refinanzierung
- Vertriebsmöglichkeiten wie z. B. E-Kiosks und App Stores
Die Teilnahme kostet 490 Euro zzgl. MwSt.
mehr Infos zur Tagung
Konsumenten wollen Mobile Couponing
Dieses Ergebnis mag Hersteller, Handel und die “AppCononmy” gleichermaßen freuen – eine Befragung zur Nutzungsbereitschaft der Konsumenten für Mobile Couponing in Deutschland zeigt, dass ein Großteil der Bevölkerung den Bezug von Coupons, Rabatten oder Gutscheinen über Handy und Smartphone wünscht. Rund 70 Prozent der Befragten geben an sie hätten daran starkes Interesse, darunter vor allem solche aus Mehrpersonenhaushalten. Selbst bisherige Coupon-”Verweigerer” fühlen sich inzwischen zu über 50 Prozent angesprochen. Zudem werden Anbieter und Herausgeber von mobilen Coupons laut Umfrage als innovativ (63%) und kundenorientiert (43%) wahrgenommen.
Food comes first
Deutlich wird auch, dass Mobile Coupons nicht nur ein Thema für bestimmte Branchen sind. Auf die Frage: “Bei welchem Einkauf würden Sie Mobile Coupons vermutlich einlösen?” (Mehrfachantwort möglich) wurden Baumärkte und Kaffeeketten ebenso genannt wie Elektromärkte und Fast Food-Ketten. Mit Abstand auf Platz eins (79%) landete bei den Befragten jedoch der Lebensmitteleinzelhandel.
Die zentralen Vorteile von Mobile Coupons liegen für die meisten Befragten ganz klar auf der Hand; sie seien immer aktuell, einfach erhältlich, immer dabei und würden Platz im Geldbeutel sparen. Der Bezug von Mobile Coupons via App ist vielfach möglich: dies reicht von Coupon-Plattformen und Newslettern über Barcodes auf Plakaten oder an Regalen im Store bis hin zu Empfehlungen über Facebook. Ortsbezogene Dienste (LBS), die Coupons in der Nähe vom eigenen Standort anzeigen, stoßen dabei auf besonderes Interesse. 68 Prozent können sich die Nutzung solcher Dienste für Mobile Couponing vorstellen.
Diese Ergebnisse stammen aus einer repräsentativen Online-Befragung, die im Januar 2011 vom Coupon-Dienstleister und Clearing House acardo, sowie vom LBS-Apps-Spezialisten lb-labvorgestellt wurde. Durchgeführt wurde sie von der Kölner Online-Marktforschungsplattform respondi AG. Insgesamt wurden 1.000 Handy-Nutzer beiderlei Geschlechts ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse sind hier als PDF downloadbar.
Im vergangenen Monat hatte acardo im Kontext Mobile Couponing bereits die Kooperation mit dem Verbraucherinformations-Portal kaufDA bekannt gegeben.
UPDATE 02.03.: Soeben wurde bekannt, dass die Springer AG (Bild & Co.) mit 74,9% die Mehrheit bei kaufDA übernommen hat.
Mobile-Web: Nutzungskurve wie frühes Internet
Das Mobile Web wächst gegenwärtig ähnlich rasant wie das Internets zu seinen besten Boom-Zeiten: Seit 2009 hat sich die Nutzerzahl des Mobile Web verdoppelt. Die aktuelle VerbraucherAnalyse (VA), die Axel Springer AG und Bauer Media Group jetzt vorstellten, prophezeit dem Mobilen Internet denn auch den zeitnahen Durchbruch zum Massenmarkt. Die sog. “Innovationsphase” sei bereits überstanden. Insgesamt nutzen heute laut VA 57,1 bereits Prozent der Gesamtbevölkerung Internet und Handy gleichzeitig.
Die Erhebung hat drei besonders relevante Nutzer-Typen ausgemacht: Die “Web-Bewohner” (8,7 Prozent der Gesamtbevölkerung) erledigen soweit möglich fast alles im Internet und nutzen sämtliche Funktionen und Dienste intensiv. Die “Spielkinder” (13,6 Prozent) setzen primär auf Entertainment und Kommunikation, sie kommunizieren über alle Kanäle inkl. Social Networks. “Pragmatiker” (8,6 Prozent) sind informations- und nutzenorientiert und nutzen das Web als Werkzeug. Die VA basiert auf einer mündlichen und schriftlichen Befragung von über 30.000 repräsentativ ausgewählten Personen.
Event: Apps Summit 2010
Die “1. Mobile E-Commerce Conference – The Apps Summit 2010″ der Conference Group (Deutscher Fachverlag) findet vom 04. bis 05. Mai in Wiesbaden statt. Hier soll u.a. die Frage geklärt werden, ob Mobiles Einkaufen ein neuer Megatrend wird und wer die Gewinner des M-Commerce sein könnten. Hinweise darauf versprechen u.a. “Mobile Success Stories” von Otto, Deutsche Lufthansa, Deutsche Post, Axel Springer, Avis Autovermietung, HRS – Hotel Reservation, n-tv, FTD, VW.
Die Mobile-Commerce-Branche rechnet laut Veranstalter damit, dass 2010 der Markt fürs mobile Einkaufen via Smartphone endlich in Bewegung kommt. Die Teilnahme an der Konferenz kostet knapp 1.200 Euro (zzgl. MwSt.). Zum Event gibt es übrigens auch die passende, kostenlose iPhone App, gestaltet von ClanMo.
Paid Content kommt – auch bei Apps

Paid Content bekommt auch unter den Mediennutzern immer mehr Zuspruch. Laut einer Nielsen-Studie unter 27.000 Internetnutzern ist ein Drittel bereit, für hochwertigen, professionell erstellten Inhalt zu zahlen. Jedoch scheuen sich manche Verlage noch, Bezahlinhalte umzusetzen – während andere wie etwa Springer bei den Themen Paid Apps sowie frische Nutzergruppen durch iPad & Co. nachgerade zu sabbern beginnen. Sicher wird Paid Content zukünftig nicht die einzige Erlösquelle sein, und viele Inhalte wie Nachrichten bleiben frei zugänglich. Doch bei maßgeschneiderten Bezahlangeboten dominiert noch viel leerer Raum – Verlage sollten nach Ansicht der Strategieberatung Simon-Kucher & Partners diesen weiter füllen, um Qualitätsjournalismus zu erhalten. “Die Zeitungsverlage müssen alles daransetzen, für ihre Online-Portale ein mindestens duales Erlösmodell aus Werbeeinnahmen und Content-Vermarktung durchzusetzen. Optimal wären weitere E-Commerce-Standbeine“, so Rainer Meckes, Partner bei Simon Kucher. Gelingt dies nicht, drohe ein Zeitungssterben und somit ein rapider Qualitätsverfall der Berichterstattung im Internet. Denn ‘subjektive’ Berichterstattung durch Twitter und unabhängige Blogs kann (und will, d. Red.) keinen vollumfänglichen, ‘objektiven’ Qualitätsjournalismus garantieren. Laut Medienexperte Meckes geht es jetzt darum, zu ermitteln, für welche Zielgruppe welcher Content echten Mehrwert liefert und wie diese Inhalte zu Paketen geschnürt werden können. “Je bequemer die verwendeten
Bezahlmodelle für die Nutzer sind, desto leichter wird die Umsetzung fallen.“
Fakt ist, dass im Mobilen Internet schon diverse Paid Content-Ansätze existieren und teils florieren. Die Zahl der kostenpflichtigen iPhone-Apps wächst stetig, auch im Medienbereich. Aber auch abseits der gehypten Apps zeigen Apple und Amazon mit iTunes und den zahlreichen E-Books und E-Papers, dass Paid Content möglich ist. Was im mobilen Internet zu funktionieren scheint, müssen Verlage auch auf das stationäre Internet übertragen.
Eine Paid Content-Offensive bedeutet nicht, alle Informationen kostenpflichtig zu machen. Nur eine Mischung aus frei zugänglichem und kostenpflichtigem Inhalt im Sinne des “Freemium”-Gedankens ist heute umsetzbar und sinnvoll, schon allein, um in Hinblick auf Werbeeinnahmen Reichweitenverluste zu begrenzen.
“Ein Massenmarkt wird Paid Content nur, wenn die Qualität des kostenlosen Contents auf breiter Front deutlich absinkt – das ist kurzfristig eher unwahrscheinlich”, sagt Annette Ehrhardt, weitere Medienexpertin von Simon-Kucher. Bleibt der kostenfreie Content hochwertig, werden nur diejenigen Verlage erfolgreich vermarkten können, die noch höherwertige Bezahlinhalte anbieten wie exklusive Artikel, Hintergrundberichte oder Sonderthemen – natürlich Web 2.0-gerecht aufbereitet. Neben Exklusivität und Einzigartigkeit sind Einfachheit, Bequemlichkeit und Individualität erfolgsentscheidend. Für Dinge, die an anderer Stelle kostenlos gefunden werden können, ist oft Zahlungsbereitschaft vorhanden, wenn die ‘Suchkosten’ – also die Zeit und Mühe, Informationen zu finden – wegfallen und die Informationen ansprechend gestaltet und individuell zugeschnitten sind. “Mit einem durchschnittlichen Nachrichten-Einheitsbrei ist sicherlich kein Geld zu verdienen“, so Ehrhardt.
Heutzutage sind Verlage gezwungen, sich intensiv mit den Lesegewohnheiten ihrer Kunden zu beschäftigen. Es stellen sich Fragen wie: An welche Zielgruppe richtet sich ein Paid Content-Angebot? Sind es die Abonnenten der gedruckten Tageszeitung, die langsam in die Online-Welt überführt werden sollen, oder sind es internetaffine Nutzer, die die Zeitung nur online lesen? Für traditionelle Print-Leser sollte das Print-Abo Schritt für Schritt um exklusive kostenpflichtige Online-Inhalte erweitert werden. Für reine Online-Nutzer bieten sich Online-Pakete an, die mobile Applikationen und stationäres Internet verbinden. “Solche Bündelangebote sind vorteilhaft: Werden Komponenten, für die ohnehin eine Zahlungsbereitschaft besteht, mit bisher kostenlosen Elementen “verheiratet”, wird die Kostenlos-Mentalität eher überwunden”, erläutertEhrhardt. Die gleiche Taktik wenden übrigens auch die sehr pricing-versierten Mobilfunkanbieter an: Während Preise für Gesprächsminuten beständig sinken, wird für mobile Datenübertragung mehr bezahlt. Die Mobilfunker bieten Bündel aus Daten und Gesprächsminuten an, um die Kosten für die einzelnen Posten zu verschleiern. Der Ansatz vieler Verlage, kostenpflichtige Angebote zunächst als iPhone App zu entwickeln, sei daher ein erster Schritt in die richtige Richtung…
Laut einer von horizont zitierten Studie von Simon-Schuster zum Thema sind rund 80 Prozent der herunter geladenen iPhone-Apps kostenlos. Pro Quartal kauft hiernach ein Nutzer des App-Stores von Apple gerade mal zwei Bezahl-Apps. Für eine App zahlen diese Kunden im Durchschnitt 3,50 Euro. Bei BlackBerry wird nur eine kostenpflichtige App gekauft, die aber durchschnittlich 5 Euro kostet. Grundlage ist eine Online-Umfrage unter lediglich 200 Smartphone-Nutzern (deutlich abweichende Ergebnisse hat u.a. Distimo). Laut Umfrage schafft Apples App Store von allen Mobile App Stores derzeit noch die beste “Conversion” von Interessenten zu Nutzern. Über 90 Prozent der Besitzer eines iPhones oder iPod Touchs kennen den App Store, und fast 80 Prozent haben ihn schon besucht. Von der BlackBerry-Nutzern kennen nur knapp 30 Prozent der befragten Blackberry-Verwender dessen Store (App World bzw. BlackBerry Application Storefront), weniger als ein Viertel haben ihn schon einmal besucht, und noch weniger etwas heruntergeladen.
Zehn Apps haben die Teilnehmer der Studie in den vergangenen drei Monaten im Durchschnitt aus dem Apple App Store heruntergeladen, also rund drei Apps pro Monat. BlackBerry und der dazu gehörige App Store kommen mit rund fünf Apps nur auf die Hälfte der Downloads. Nokia-Smartphones sind in der vorliegenden Studie zwar unterrepräsentiert, doch Nokias Ovi-Store ist bei allen Nokia-Smartphone-Besitzern bekannt. Fast zwei Drittel haben ihn schon einmal besucht.