Apps: 2016 ist die Hälfte hybrid
Laut dem IT-Research- und Beratungsunternehmen Gartner werden hybride Apps, die ein Gleichgewicht zwischen HTML5-basierten Web-Apps und ursprünglichen Apps halten, bis zum Jahr 2016 mehr als 50 Prozent der mobilen Apps ausmachen. Dafür sei u.a. der BYOD-Trend verantwortlich und der erhöhte Druck auf Unternehmen, mobile Business Apps bereitzustellen, um den mobilen Arbeitsstilen von Mitarbeitern gerecht zu werden.
“Die hybride Architektur ist dabei außerordentlich gut für Anwendungwearen geeignet, die Unternehmen ihren Mitarbeiter bereitstellen können,” ist Van Baker, Research VP bei Gartner überzeugt. Zwar bieten native Apps in den meisten Fällen noch das Optimum an Performance und User Experience, zu ihren Nachteilen im Unternehmenseinsatz zählen jedoch die durch sie bedingte fragmentierte Landschaft aus Entwicklungsumgebungen und Werkzeugen sowie (zu) viele zu pflegende App-Versionen für die Bereitstellung von meist ein und derselben Funktionalität.
Die versprochenen Offline-Fähigkeiten von HTML5 haben bei Web-Apps laut Gartner oft enttäuscht, daher stehen nun hybride Apps vielfach im Mittelpunkt des Interesses. Besonders, wenn es um business-to-employee (b2e)-Apps geht, aber durchaus nicht nur dann: Bekannte aktuelle Beispiele für Hybrid-Apps stammen beispielsweise von Facebook, LinkedIn, Microsofts Bing-App, Netflix oder auch XING (vgl. hierzu auch die besonders nützliche Einführung von Brightcove).
Wie funktioniert das eigentlich?
Hybrid Apps werden nicht in plattformspezifischen Sprachen wie Java oder Objective-C geschrieben. Es werden hierbei viel mehr HTML5-basierte Web-Apps mit einem nativen Container zu einer hybriden mobilen Architektur verbunden, wodurch diese in die jeweiligen Stores wie App Store oder Google Play eingestellt werden können. Der Container gestattet solchen Apps überdies vollständigen Zugang auf die Geräteperipherie wie Sensorik (Kamera, Mikrofon, Beschleunigungssensor, Kompass etc.) aber auch auf Dienste wie Telefonie oder Kontakte.
Warum überhaupt dieser Aufwand?
Weil “mobile” die Voraussetzung für und Grundanforderung an alles wird – sowohl im Consumer- wie im Enterprise-Bereich. Gartner prognostiziert, dass bereits gegen Ende des laufenden Jahres Mobitelefone PCs als Hauptzugriffsmittel auf das Internet abgelöst haben werden. Weiterhin soll bis Ende 2016 der PC-Markt nach Stückzahlen nur noch die Hälfte der kombinierten Absatzzahlen von Tablets und Smartphones ausmachen. “Spätestens dann ist das Zeitalter der durch Windows-PC dominierten Unternehmens-IT vorbei,” verdeutlicht Van Baker.
Gleichzeitig wird sich Zahl und Beschaffenheit der theoretisch zu unterstützenden Plattformen voraussichtlich weiter ausweiten und ausdifferenzieren: Set Top Boxen, Smart-TV Sets und andere connected devices sowie wearable devices (Brillen wie Google Glass, Uhren/SmartWatches) kommen vermehrt hinzu etc. Trotz aller Priorisierungsbestrebungen dürfte dieser Trend durchgängige native Unterstützung schwer bis unmöglich machen.
Während also im Unternehmensbereich hybride Apps das Rennen machen sollen, glaubt Gartner aber an den Durchbruch von beispielsweise rein HTML5-basierenden Web-Applikationen im Nicht-Unternehmensumfeld bis 2015. In zwei Jahren wird sich nach dieser Prognose das Feld wie folgt aufteilen:
Consumer Apps: 40% nativ, 40% hybrid, 20% Web
Business Apps: 10% nativ, 60% hybrid, 30% Web .
Hieraus leiten die Berater die Empfehlung für Firmen ab, Kompetenzen im Bereich hybrider App-Entwicklung aufzubauen bzw. ihre Dienstleister danach auszuwählen – aber auch die Web-(App-)Entwicklung weiterzuverfolgen. Mehr zur Thematik bietet der Report “Predicts 2013: Portal and Web Technologies” der hier erworben werden kann.
Glanzkinder, die Softwarespezialisten für mobile Applikationen, beobachtet heute bereits Ansätze der beschriebenen Trends bei seinen Kunden: Während es noch 2008 (natürlich) ein reines iOS-Business war, hatten die Anfragen und Beauftragungen zum Apple-Betriebssystem bis ca. Mitte 2012 überwogen. Nach kräftiger Zunahme des Interesses an Android in den vergangenen zwei Jahren lassen im laufenden Jahr Interessenten im Bereich Business Apps immer häufiger hybride Lösungen mit Ausprägungen für ein oder mehrere Plattformen anbieten.
Jüngstes Beispiel ist der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS), für den Glanzkinder eine App zum IGel-Monitor entwickelt hat. Die M-Health-Lösung verschafft schnellen Überblick über beim Arzt angebotene individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), indem ihr Nutzen und Schaden wissenschaftlich bewertet, gegeneinander abgewogen und in einer abschließenden Bewertung seitens des MDS zusammengefasst werden. Die Bewertung reicht dabei von negativ über tendenziell negativ, unklar, bis hin zu tendenziell positiv und positiv.
Darüber hinaus informiert die App über die Preisspanne von IGeL zu den alternativen Leistungen, die von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) angeboten werden. Alle Informationsangebote werden regelmäßig aktualisiert und erweitert. IGeL-Leistungen werden auf der Grundlage der Evidenz-basierten Medizin (EbM) beurteilt. Das IGES (Institut für Gesundheits- und Sozialforschung) hat noch Anfang 2013 attestiert, dass der “IGeL-Monitor des MDS das derzeit umfassendste und auch hinsichtlich der Bewertungskriterien beste Informationsangebot” zur verständlichen Darstellung von Nutzen, Risiken und Unsicherheiten ist.
Die mobile Lösung wurde von Anfang an hybrid entwickelt. Bislang wurden auf dieser Grundlage Free Apps für Android und iOS/iPhone im Bereich Gesundheit u. Fitness veröffentlicht. Die technologische Basis bilden in diesem Fall PhoneGap und das jQuery Mobile Framework. Für iOS und Android kann zu 95 Prozent die identische Code-Basis verwendet werden, Anpassungen wurden nur für die Retina-Unterstützung erforderlich.
Bei allen offensichtlichen Vorteilen dieser synergetischen Programmierweise tauchten zunächst auch kleinere Nachteile auf: Da im Vergleich zu nativen Apps eine Schicht mehr verarbeitet wird, war bei “touch-events”, also Eingaben über den Touchscreen zunächst eine kleine Verzögerung zu beobachten. Doch auch dafür wurde inzwischen ein Workaround gefunden.
Glanzkinder hat auf die oben dargestellte Marktsituation reagiert und inzwischen ein eigenes “Hybrid-Labor” eingerichtet.
Die Computerwoche zur Zukunft mobiler Anwendungen
Developer Week, 24.-27.6.13
Vom 24. bis 27. Juni 2013 soll das NCC Ost in Nürnberg zum Mekka für (App-)Entwickler werden, wenn nämlich die “Developer Week” stattfindet. Die Veranstaltung formt ein organisatorisches Dach für die auch einzeln b(es)uchbaren Veranstaltungen .NET Developer Conference (DDC), Mobile Developer Conference (MDC) und Web Developer Conference (WDC). Federführend bei den MDC-Themen ist die Fachzeitschrift web & mobile developer.
Diese Nerd-Ballung drückt sich zumindest teilweise auch in den Kennzahlen aus:
- 250 Sessions an drei Tagen speziell zu .NET, Web und Mobile Entwicklung
- 200 Experten/Referenten
- 10 Workshops (am 27.06.)
- 25 Aussteller.
Das Programm besetzt Wissensgebiete wie Android, BlackBerry OS, iOS, HTML5, Windows Phone, Frameworks, Cross-Platform-Entwicklung – beispielsweise wird Frank Fischer über die Qualitätssicherung von Android-Apps à la Deutsche Telekom (Developer Garden) referieren. Die Preise für das Kombiticket beginnen bei knapp 1.600 Euro zzgl. MwSt. (Frühbucherpreis bis 15.04.13), 1-Tages-Tickets gibt es ab knapp 600 Euro.
Users prefer Apps (to mobile Websites)
Lieber apptimiert als optimiert: Weltweit nutzen Konsumenten lieber mobile Applikationen als mobile Websites. Das belegt eine aktuelle Studie der Performance-Spezialisten von Compuware zu den Erwartungen und Erfahrungen von Verbrauchern. Mobile Applikationen machen hiernach das Leben mit Kalenderfunktionen, Einkaufslisten und nicht zuletzt einem beträchtlichen Unterhaltungsangebot leichter und vereinfachen die Zusammenarbeit mit Kollegen. Verbraucher nutzen Apps für Bankgeschäfte, bezahlen Rechnungen, tätigen Einkäufe, buchen Hotels sowie Reisen und sind sowohl zu Hause als auch im Büro produktiv und online.
Im Vergleich zu einer mobilen Website (also einer Seite, die speziell für die Verwendung auf mobilen Geräten entwickelt oder auch im Nachhinein dafür optimiert wurde) bevorzugen 85 Prozent aller Befragten die mobile App – sei sie nun eine native App zum Download und zur dauerhaften Installation oder auch eine Web-Applikation. Als Vorteile nennen die Befragten eine schnellere, bequemere und anwenderfreundliche Navigation.
Treten Probleme auf, dann sind das bei mehr als der Hälfte der Anwender:
- Das “Einfrieren” bzw. der Absturz einer Anwendung (App Crash) oder ein anderer fataler Fehler: 62 Prozent.
- Zu langsame Ladezeiten: 47 Prozent.
- Die App wird gar nicht geladen: 40 Prozent.
Im Auftrag von Compuware hat Equation Research weltweit mehr als 3.500 Teilnehmer auch dazu befragt, was sie sich primär von mobilen Applikationen wünschen. Während sich die Anwendungen kontinuierlich weiterentwickeln, gibt es dennoch einige Grundlagen, auf die Verbraucher laut Umfrage grundsätzlich Wert legen:
- Einfacher Zugriff auf Produktinformationen und Speicherung von Daten
- Unterstützung bei der Navigation(?)
- Möglichkeit, in Echtzeit zu kommunizieren.
Konsumenten wünschen sich außerdem Apps mit personalisierten bzw. nach ihren Interessen individualisierbaren Inhalten. Ein weiterer Standard ist die Möglichkeit, Angebote, Informationen und Produktempfehlungen über soziale Netzwerke zu teilen (Shareconomy).
Download der Studie (nach Registrierung)
Remote-Zugriff auf Business-Applikationen
Die Security-Experten von SecurEnvoy und Ultra Electronics AEP Networks stellen eine gemeinsam entwickelte Lösung für Remote Access auf Business-Applikationen vor. Das System kombiniert die Zwei-Faktor-Authentifizierungslösung SecurAccess und das LANProtect-Produkt von AEP. Desktop-Rechnern, Notebooks, iPads/iPhones und Android-Devices soll so via Browser sicherer Zugang zu geschäftlich genutzten Anwendungen zur Verfügung gestellt werden – unabhängig davon, ob diese auf Windows 2003, 2008, Citrix XenApp, XenDesktop, VMware View, Web Servers, 3270-Hosts oder auf anderen Server-Typen laufen. Anwender sollen dabei durch Eingabe der persönlichen Zugangsdaten und eines dynamischen Passcodes eindeutig identifiziert werden, der per SMS, E-Mail oder Smartphone-App auf das Smartphone oder Tablet gesendet wird. So fungiert das Mobilgerät als Token.
AEP Networks hat sich auf die Entwicklung von Lösungen spezialisiert, mit deren Hilfe IT-Abteilungen End-User sicher mit den unternehmensinternen Applikationen verbinden können. Doch manche Nutzer, die über Virtual Desktop Infrastructures(VDI)-Lösungen wie Citrix, VMWare oder Microsoft Terminal Services auf Business-Anwendungen zugreifen, verlangen mehr Flexibilität – sie möchten beispielsweise mit verschiedenen Endgeräten arbeiten können, wie z.B. privaten oder öffentlichen Computern und Tablet-PCs (BYOD) – was aber natürlich ein erhöhtes Sicherheits- und Compliance-Risiko mit sich bringt. LANProtect ist als Hardware, virtuelle Appliance) und “End Point-Lösung” erhältlich.
SSO wird bis 2016 Standard
Auch laut dem IT-Research- und Beratungsunternehmen Gartner können gut umgesetzte Single-Sign-on-Strategien (SSO) den Password-Support am HelpDesk reduzieren. Weiterhin sind sie natürlich im Erfolgsfall für die Endanwender komfortabler als Architekturen, wo man sich bei jeder einzelnen Anwendung und Service separat anzumelden hat. Und SSO kann einen effizienteren Authentifizierungsprozess herbeiführen. Eine einwandfreie SSO-Strategie gibt dem Anwender weniger Veranlassung für das Sicherheitsrisiko, sein Passwort aufzuschreiben.
Gregg Kreizmann, Research-VP bei Gartner, sieht allerdings auch Risiken: “Organisationen, die SSO zu Systemen implementieren, auf denen sicherheitssensitive Daten residieren, sollten zusammen mit dem SSO-System Authentifizierungs-Methoden einführen, die dem Risikoniveau der zu schützenden Daten angemessen sind. Gerade auf Sicherheitslösungen trifft ‘One Size fits all’ sicher nicht zu”. Die Durchdringung der Unternehmens-IT mit mobilen Endgeräten (nicht nur) durch BYOD ist eine weitere Herausforderung für SSO-Projekte: “Während bei Web-Applikationen häufig Werkzeuge und Maßnahmen wie Web Access Management (WAM) und Föderierung über den Browser eingesetzt werden können, bilden native Apps gelegentlich eine Sicherheitslücke.
Gartner schlägt vor, das “Gelände” vor einer SSO-Einführung sorgfältig zu kartographieren, beispielsweise anhand einer solchen Checkliste:
- wie viele und wie geartete Anwender benötigen Zugriff auf welche Anwendungen auf welchen Zielsystemen? Wo stehen diese Systeme und Anwendungen in ihrem Lebenszyklus?
- Inwieweit müssen auch externe Geschäftspartner und Kunden-IT einbezogen werden?
- Bezüglich welcher Anwendungen laufen jetzt schon die meisten Probleme beim Support auf?
- Welche Architekturen unterliegen den zu erschließenden Anwendungen, insbesondere den Mobile Apps?
Mehr dazu im Report “How to Get Single Sign-on” der hier erworben werden kann.
Weitere Informationen rund um das Identity Access Management (IAM) gibt es auf dem Gartner IAM Summit, der vom 11.-13.03.13 in London stattfindet.
Gartner: Bis 2016 50% aller Apps hybrid?
Laut dem IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner sollen bis zum Jahr 2016 über als 50 Prozent der mobil eingesetzten Applikationen hybride Apps sein – also Lösungen, die Elemente von nativen und Web Apps verbinden.
Management und Mitarbeiter haben stets vermehrt den Anspruch, dass Entwicklung und Einsatz mobiler Apps sowohl das mobile Arbeiten erleichtern und Arbeitsergebnisse verbessern als auch tatsächlich die Kundenbindung verbessern sollten. Hier versprechen laut Gartner Hybrid Apps Vorteile, da sie die relative Plattformunabhängigkeit von HTML5 Apps mit einem nativen Container verbinden, der den Zugriff auf Mobilgerätesensorik, Speicher etc. erleichtern kann. Die Marktforscher raten Unternehmen daher, sich mit Entwickungsumgebungen und Frameworks zu beschäftigen, die den Anspruch haben, native, Hybrid und Web-Applikationen zu unterstützen.
Zwei weitere Prognosen konnten die Consulter ihrer Glaskugel noch entlocken: 1. Noch in diesem Jahr werden wir die ersten vollwertigen 50-Dollar-Smartphones sehen – vermutlich aus chinesischer Produktion und zumindest in Schwellenmärkten.
2. Spätestens 2014 wird Apple von der Unternehmens-IT genau so akzeptiert sein, wie es Microsoft heute ist – u.a. ein Consumerization-Effekt
Mehr dazu im Report “Predicts 2013: Mobility Becomes a Broad-Based Ingredient for Change” der hier erworben werden kann.
Weitere Informationen zu den wichtigsten Jahresprognosen von Gartner vermittelt ein webinar am 27.02.2013.
Software Architecture Summit
Vom 05. bis 07. Juni 2013 präsentieren die Entwickler Akademie und das Business Technology Magazin gemeinsam den ersten “Software Architecture Summit” im Courtyard Berlin Mitte. Das neue Trainingsevent richtet sich an alle, die in IT-Projekten mit dem Thema Softwarearchitektur in Berührung kommen und will tiefgehendes Know-how liefern, um geschäftskritische Projekte erfolgreich meistern zu können. Auch in der Programmierung für mobile Plattformen beginnt sich der Trend zu sauber definierten Architekturen durchzusetzen.
Laut Veranstalter lernen die Teilnehmer hier das Handwerkszeug erfolgreicher Softwarearchitekten kennen: Wie sehen Architekturstrategien für moderne Web-Anwendungen aus? Wie werden geeignete Schnittstellen designed? Welche Architekturmuster passen zu Domain-Driven Design? Wie lässt sich Architekturarbeit in agile Teams einführen? Wie kann die Qualität von Architekturen bewertet werden? Wie lässt sich Java Concurrency beherrschen? Wie kann man von Continous Delivery (Automated Testing, Continuous Integration) profitieren?
“Sieben der international bedeutendsten Architekturexperten” – Simon Brown, Neal Ford, Phillip Ghadir, Dr. Gernot Starke, Dr. Venkat Subramaniam, Stefan Tilkov und Vaughn Vernon – wollen hier Praxiswissen zu Architekturdokumentation, Architekturentwicklung, Prozessen und Organisation vermitteln. Die Teilnahme kostet ab 599 Euro zzgl. MwSt. (ein Tag, Early Birds), der Dreitages-Pass schlägt mit bis zu 1.349 Euro zzgl. MwSt. zu Buche.
“Leitfaden zur Mobilstrategie für Unternehmen”
Smartphones (und darauf betriebene Apps) boomen weiter: Schon rund 40 Prozent der Deutschen besitzen eines. Mittlerweile machen Smartphones rund 70 Prozent der verkauften Mobiltelefone aus. Viele Unternehmen möchten diesen Mega-Trend mit eigenen Apps nutzen. Manchmal werden diese Mobile Business-Pilotprojekte in der eigenen App-Entwicklung bzw. App-Beauftragung nach dem Prinzip Trial and Error angegangen. Der BITKOM-Leitfaden “Apps & Mobile Services – Tipps für Unternehmen” will Unternehmen bei der Definition ihrer Mobil-Strategie unterstützen. Die Tipps reichen von der Planungsphase und (wichtige!) Binsenweisheiten wie dass die spätere App-Zielgruppe mit einbezogen werden sollte über technische Details bis hin zur Verteilung von Apps auf Mitarbeiter-Geräte inklusive des Für und Widers von Bring Your Own Device BYOD.
BITKOM-Experte und Co-Autor Tobias Arns erläutert: “Für eine erfolgreiche Präsenz auf Smartphones und Tablet Computern muss zunächst geklärt werden, wer die Zielgruppen sind und was das mobile Angebot überhaupt leisten soll. Dabei werden nützliche Konzepte wie Nutzungskontext, Interaktionskonzept und Persona (ein hypothetischer und für eine Benutzgergruppe repräsentativer User) eingeführt. Sogar die Bedeutung der passenden Kategoriewahl, der Findung eines geeigneten “sprechenden” Namens, eines attraktiven App Icons sowie die häufig vernachlässigten Beschreibungstexte und Keywords für die jeweiligen Mobile App Stores fehlen hier nicht.
Der Leitfaden bemüht sich um konzise (vorbildlich: die 13 Punkte-Checkliste für Entwicklungsprojekte for Mobile) konkrete Ratschläge bei der Umsetzung eigener Apps oder mobiler Websites. So muss vor der Entwicklung einer App bekanntlich die Plattformen ausgewählt werden. Je nach Einsatzzweck bieten native, direkt für eine Mobilplattform geschriebene Programme oder auf Web-Technologie basierende Apps Vorteile. Letztere funktionieren auf jedem mobilen Endgerät mit einem modernen Browser. Dafür können native Programme direkt(er) auf die Hardware des Smartphones zugreifen.
Ein kleines Glossar rundet den kostenlosen Leitfaden ab, der als erste Einführung besonders empfehlenswert ist. Tatsächlich bildet er recht realitätsnah Workshops bzw. die Beratungs- und Konzeptionsphase ab, wie sie auch bei typischen Glanzkinder-Projekten zu beobachten sind.
Die Publikation kann hier heruntergeladen werden.
Mobile CRM: Dossier
Mobile Customer Relationship Management (CRM), also mobile Lösungen für Kundeninteraktion und Kundenbindung, sind im Trend. Das IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner argumentiert sogar überzeugend, dass Mobile CRM-Lösungen einen besseren ROI als auf Soziale Netzwerke zielende Strategien erwirtschaften, betont aber auch, dass das Thema Kundenmanagement vor allem als Strategie und nicht nur als Software behandelt werden sollte.
Laut einer von Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag mehrerer Lösungsanbieter erstellten und verbreiteten Studie wird Mobility im Kundenmanagement immer wichtiger. Für fast 70 Prozent der deutschen Unternehmen ist die mobile Unterstützung entscheidend bei der Auswahl einer CRM-Lösung. Die Entscheider in den befragten Unternehmen gehen mehrheitlich davon aus, dass CRM-Systeme in Zukunft vor allem mobil genutzt werden. Zusätzlich ist Mobility ein wesentlicher Treiber für CRM-Investitionen: 38 Prozent der Unternehmen planen in den kommenden zwei Jahren in die Modernisierung und gleichzeitig Mobilisierung ihrer CRM-Anwendungen zu investieren.
Der PAC-Studie “Mobile CRM – Kundenmanagement mit Tablet, Smartphone und Laptop” ist zu entnehmen, dass CRM-Lösungen mit mobilen Komponenten in deutschen Unternehmen schon relativ weit verbreitet sind. Gleichwohl planen 38 Prozent der antwortenden Unternehmen in den kommenden zwei Jahren konkrete (weitere) Investitionen in mobile CRM-Lösungen. Diese Pläne betreffen zum einen die Erweiterung bestehender Lösungen in punkto Mobilität, zum anderen will jedes zweite antwortende Unternehmen sogar ein neues CRM-System anschaffen, um mobile Nutzer besser zu unterstützen – eine bemerkenswert hohe Prognose.
Tablets auf dem Vormarsch
Mobile CRM-Lösungen kommen bisher vor allem auf Laptops zum Einsatz, Smartphones und Tablets werden derzeit im Kundenmanagement erst von einem kleinen Anwenderkreis eingesetzt. Allerdings ist jeder zweite Fachbereichsleiter davon überzeugt, dass sich Tablet-Rechner künftig durchsetzen werden. Tritt dies wie erwartet ein, dann wandelt sich laut PAC die Bedeutung mobiler Lösungen: Waren sie bislang nur ein Vehikel, um von unterwegs auf Kundendaten zugreifen zu können, werden sie dann mehr und mehr zu CRM-Arbeitsumgebungen , die Reports und Analysen bereitstellen und ganze Prozesse beschleunigen, um so schneller auf die Bedürfnisse der Kunden reagieren zu können. Von der mobilen Kundendatei zu – beispielsweise – einem mobilen Produktkonfigurator also. Entsprechend hoch werden dann die Ansprüche an die mobile Unterstützung.
Auswahl der passenden Lösung
Unternehmen legen bei der CRM-Auswahl künftig besonderes Augenmerk auf die mobile Funktionalität. Nur jedes zehnte Unternehmen setzt bei Mobile CRM auf unveränderte Standardapplikationen. Frank Niemann, Principal Consultant bei PAC: “Der Großteil der Unternehmen hat eine Standardapplikation mit individuellen Anpassungen im Einsatz, um den spezifischen Unternehmensanforderungen gerecht werden zu konnen.” Customizing bis hin zu individuellen Entwicklungen werden auch künftig eine zentrale Rolle spielen: “65 Prozent der Unternehmen planen den Einsatz einer angepassten Lösung. Und auch bei den Eigenentwicklungen zeichnet sich ein Anstieg ab”, erläutert der Consulter. “Damit eröffnen sich Softwareanbietern aber auch IT-Dienstleistern gute Chancen, sich mit individuellen Entwicklungen am Mobile-CRM-Markt zu positionieren.”
Offline-Fähigkeit webbasierter Lösungen noch unzureichend
Im Vergleich zu nativen Lösungen sind laut PAC webbasierte Mobile-CRM-Applikationen “deutlich stärker verbreitet”. Bei 70 Prozent der Unternehmen, die bereits eine mobile CRM-Applikation im Einsatz haben, soll es sich laut PAC um eine Browser- bzw. webbasierte Lösung handeln. Allerdings wird von diesen die Anforderungen an die Offline-Funktionalität typischweise nicht hinreichend erfüllt: “Jeder dritte Fachbereichsleiter ist mit der Offline-Fähigkeit der bestehenden Lösung unzufrieden. Hier besteht eindeutig Nachbesserungsbedarf”, konstatiert Niemann.
Die Erstellung und Verbreitung der PAC-Erhebung wurde von den Anbietern BSI Business Systems Integration Fujitsu Technology Solutions, SAP (vgl. SAP CRM, SAP/Sybase, SAP/Business One, SAP/itelligence u.v.m.) und update Software gesponsort. Sie basiert auf einer “repräsentativen Befragung in deutschen Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern”. Befragt wurden 107 Abteilungs- bzw. Fachbereichsleiter deutscher Unternehmen, die den Vertrieb, das Marketing und/oder den Kundenservice verantworten, sowie Geschäftsführer. Das resultierende 48-seitige Dokument kann hier kostenlos heruntergeladen werden.
Marktübersicht
Im Folgenden weitere Anbieter von CRM- bzw. vertriebsunterstützenden iOS-Apps im Überblick – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
BFI Mobile (“SmartCRM.Mobile”)
CAS Software (“genesisWorld”)
Daylite (die ihr Produkt allerdings mehr als Produktivitätswerkzeug positionieren)
Gedys (“CRM 360°”)
mobile only (Mobile Auftragserfassung “motrade”)
nexMart (im Einsatz u.a. bei Metabo)
iSLX für Sage SalesLogix (vgl. auch “sCRM” für Sage CRM von Serversys)
Salesperformer (“crm client 2″)
Samzol (“WorkTeams”)
Zoho.
Diese Angebote bestehen gewöhnlich aus einer kostenpflichtigen Server-Komponente, auf die über die normalerweise kostenlos angebotene iPhone- oder iPad-App zugegriffen wird. Stand-alone arbeitende Apps sind funktional deutlich eingeschränkt und daher die Ausnahme. Neben den Vorgenannten gibt es auch Anbieter, die nur ein mobiles Frontend zur Bedienung der CRM-Software Dritter offerieren. Beispiele sind etwa CWR Mobility, iEnterprises (“Mobile Edge” oder “Empower Mobile CRM”), Fellow Consulting (“CRM4Mobile”), maihiro, msc mobile (Momentum), Omni (“Riva Integration Server”) oder Resco, die teils über eine native App, teils via Exchange ActiveSync-fähigen Endgeräten zumindest E-Mail-basierte Connectivity zu CRM-Systemen wie Navision/Microsoft Dynamics, NetSuite, Oracle (Siebel), SageCRM, Salesforce, SAP oder SugarCRM verschaffen. Häufig haben die traditionellen CRM-Anbieter inzwischen aber auch eigene iOS Clients bereit gestellt – beispielsweise Sugar Mobile für SugarCRM.
Auch Glanzkinder wird seine mobilen Angebote zur Interaktion mit Kunden noch entscheidend ausbauen. Aktuell wird das preisgekrönte Glanzkinder-Produkt PDF Activator™ modernisiert, auf weitere Plattformen verbreitert und um mobile Shopping-Funktionalität ergänzt – zum Self-Service genauso wie für die vom Vertriebsexperten betreute Gesprächssituaton.
Nun ist die Software also ausgewählt und das Projekt wird geplant: Vor diesen häufigen Fehlern in Mobile CRM-Projekten warnt Gartner.
Gartner: Top-Thema Mobile
Laut einer aktuellen Veröffentlichung des IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner zählen gleich drei Mobile Business-Themen zu den Top 10 Strategic Technology Trends for 2013:
- 1. Mobile Device Battles
Gartner prophezeit, dass schon im kommenden Jahr Mobiltelefone PCs als häufigstes Werkzeug für den Web-Zugriff überholen. 2015 sollen bereits 80 Prozent aller in reifen Märkten abgesetzten Mobiltelefone Smartphones sein. Dabei glauben die Auguren an einen Marktanteil von maximal 20 Prozent für Microsoft-Betriebssysteme (Windows Phone). 2015 soll laut dieser Prognose der Tablet-Absatz bereits die Hälfte des Absatzes von Mobil-PCs (Laptops, (Sub) Notebooks) erreichen. Auf diesen Tablets installiert sieht Gartner in dieser Reihenfolge a) iOS, b) Android und c) Windows 8, ohne sich auf konkrete Marktanteile festzulegen. Gartner spricht sich dafür aus, dass sich Unternehmen mit Windows 8 beschäftigen, glaubt jedoch aufgrund von Consumerization-Effekten nicht an eine schnelle Verdrängung des iPads durch Windows 8 (RT) Tablets. - 2. Mobile Apps und HTML5
Der Markt für Werkzeuge und Entwicklungsumgebungen zur Programmierung von Endverbraucher und Business Apps ist komplex und mit über 100 Anbietern unübersichtlich. Gartner glaubt nicht an die baldige eindeutige Dominanz eines Anbieters für alle Typen von Mobilen Anwendungen wie Nativ,
b) Hybrid, HTML5-basierende Apps bzw. Web-Applikationen. Auf lange Sicht erwartet Gartner einen mengenmäßigen Trend weg von Nativen hin zu Web-Apps, wobei Native Apps voraussichtlich auf absehbare Zeit die performantere Anwendererfahrung mit mehr Funktionalität bieten werden. - …
- 4. Enterprise App Stores
Auch die Welt der Enterprise App Stores wird absehbar vielgestalter und damit komplizierter was Authentifizierung, Lizenzmodelle und vor allem Bezahlprozesse angeht. Gartner sagt daher voraus, dass ab ca. 2014 Organisationen verstärkt auf eigene App Stores setzen werden.