RIM kauft tinyHippos
Der BlackBerry-Anbieter Research in Motion (RIM) hat das kanadische Startup-Unternehmen tinyHippos übernommen, wie heise.de berichtet: “Es bietet unter anderem eine Plattform namens Ripple an, mit der mobile Softwareumgebungen im Web-Browser emuliert werden können. Dabei werden Frameworks wie Sencha und JQuery Mobile unterstützt. Außerdem haben die akquirierten Mitarbeiter Erfahrungen in der Arbeit an mobilen Widgets und in der Web-Entwicklung, heißt es in einem Eintrag im RIM-Entwickler-Weblog. Das fünfköpfige tinyHippo-Team soll seine Erfahrungen im BlackBerry Developer Team in der Entwicklung und im Testen mobiler Anwendungen einbringen. Der Preis für die Übernahme geht weder aus dem Weblog-Eintrag noch aus einer entsprechenden Mitteilung von tinyHippos hervor.”
White Label Mobile App Store für Carrier
Mindestens einmal pro Jahr macht die “Wholesale Applications Community (WAC, wörtl. etwa: Gemeinschaft für App-Großhandel) in größerem Stile von sich reden – nämlich zum Mobile World Congress (MWC). Gemeinsam mit IBM gab man heuer bekannt, einen Cloud-basierten “White-Label”-Store für mobile Applikationen entwickeln zu wollen. Dieser Store soll es Betreibern von Mobilfunknetzen erleichtern, eigene Mobile App Stores einzurichten. Dabei ist ausdrücklich an Web-Applikationen (Web-Apps) bzw. Widgets für sowohl Endverbraucher wie auch Business Apps gedacht.
“Vorintegriert” in dem Online Store-Baukasten ist der existierende Produktbestand der WAC: derzeit 12.000 Apps. Der aufnehmende App Store basiert auf der WebSphere Commerce-Software von IBM. Die Ladenfront kann mit gezielten Werbungen für ein massgeschneidertes Einkaufserlebnis gestaltet und individuell gebrandet werden. Download und Bezahlvorgänge (über welches System?) sollen “problemlos” sein.
Ein ebenfalls vorbereiteter Client für den WAC-App Store lässt sich mit der WAC-Runtime von Opera integrieren, die WAC 1.0-Spezifikationen vollständig implementiert. Diese Laufzeitversion von Opera soll Entwicklern als Entwicklungswerkzeug zum Erstellen, Testen und Ausführen ihrer Anwendungen dienen. Wird dennoch Hilfe beim Shop-Aufbau benötigt, stehen die IBM Global Business Services (GBS) für WAC-Mitglieder parat – von der Einrichtung bis zum Betrieb und Hosting.
Die WAC ist ein weltweiter Zusammenschluss von TK-Unternehmen für die vereinfachte Entwicklung von Anwendungen.
Event: Mobile Tech Con
Die Mobile Tech Con (06.-08.09.2010, Mainz) positioniert sich als Konferenz, die Strategen und Entwickler in den Mittelpunkt rückt und sie mit genau dem Wissen versorgt, das sie brauchen, um das Mobile Web zum Erfolg zu führen”. Laut Veranstalter Software & Support Media vollzieht sich mit dem Mobilen Internet ein tiefgreifender Wandel der Kommunikationsgewohnheiten – Telefonieren ist zur Nebensache geworden. Applikationen für Android, BlackBerry, iPhone und Co. sind es, die den Nutzer vollkommen neue und teils noch nie da gewesene Möglichkeiten bieten. Doch was gilt es zu beachten, wenn man eine App entwickelt oder beauftragt? Was zeichnet eine gute Applikation aus, was wird Kassenschlager, was Ladenhüter? Worauf legen die einzelnen Anbieter wert und wie platziert man seine App am geschicktesten? Diese und weitere Fragen der App-Entwicklung will die Mobile Tech Conference beantworten. Strategen aus den Mobile Business- und Mobile Marketing-Bereich sowie Experten aus der Android- und iPhone-Entwicklung sollen auf der Konferenz ihr Wissen mit den Teilnehmern teilen.
Die Hauptkonferenz ist in in fünf Tracks organisiert, welche die Themen Android, iPhone, Mobile Platforms, Mobile Web & Widgets sowie Mobile Business & Trends abdecken. Teilnehmern, die ihr Wissen vertiefen möchten, stehen überdies sog. Power Workshops zur Verfügung. Die Teilnahme am Workshop-Tag (Montag, 06.09.) kostet 299 Euro zzgl. MwSt., für die Hauptkonferenz (Dienstag bis Mittwoch, 07. und 08.09. werden 499 Euro aufgerufen.
HTC Hero: Nun auch mit Android 2.1
Auf Android 2.1 haben Nutzer des HTC Hero lange warten müssen. Doch nun ist die aktuelle Version auch auf dem mobileTicker-Dauertestgerät angekommen. Der gesamte Update-Prozess gestaltete sich mehrstündig – hauptsächlich, da die Gerätenummer des Smartphones nicht auf der Produktseite des Herstellers gefunden wurde. Doch mit freundlicher Unterstützung von HTCs wirklich besonders kompetenter Presseagentur Trademark Public Relations ließ sich auch diese Hürde nehmen.
Zunächst muss ein für das Upgrade vorbereitendes Softwarepaket (First Package) auf den PC heruntergeladen und via HTC Sync installiert werden. Hernach meldet das Phone ein weiteres neues Upgrade und der Rest geschieht Over The Air (OTA) und wie von selbst – mit insgesamt dreifachem Reboot. Positive Überraschung: Auch wenn die geladenen Apps nicht via AppBrain o. Ä. gesichert wurden, merkt sich eine “Downloads”-Liste in der Market-App immerhin alle Apps, die man schon einmal installiert hatte. Erneut laden muss man sie dennoch.
Zu den Neuerungen gehört Bluetooth 2.1, Quick Contacts (verbesserte System App für Kontakte), eine Überarbeitung der Sense-GUI sowie diverse neue Widgets. Vor allem aber vervielfacht sich mit 2.1 die Zahl der angezeigten und herunterladbaren Apps.
Die jüngste Version des Android-Betriebssystems ist 2.2 (“Froyo”). Die bietet u.a. Flash 10.1. Froyo gibt es bereits für Googles Nexus One, nur angekündigt ist das Firmware-Update bislang für beispielsweise Motorola (Milestone/Droid), Samsung (u.a. Galaxy), HTC (Evo, Desire, Incredible), Dell (Streak).
zur HTC-Support-Seite für Europa
Praxistest: My Hero (vs. ichPhone)
Mehrere Wochen hat sich das Android-Smartphone Hero von HTC jetzt bereits glänzend in der mobileTicker-Redaktion von Glanzkinder bewährt und musste sich dabei zwangsläufig auch dem Vergleich mit mehreren iPhone-Gerätegenerationen stellen. Das Fazit vorab: Der Hero machte eine wahrlich heldenhafte Figur – Außer vielleicht beim Strunzfaktor gibt es nichts, was er nicht mindestens so gut wie das iPhone kann.
Zunächst galt es, sich trotz des etwas barocken Sprachgebrauchs (z. B. “Besuchen des Internets auf dem Telefon”) im immerhin aber nicht komplett maschinen-übersetzt wirkenden Owner’s Manual zu den allerersten Gehversuchen schlau zu machen… Freiheit, die ich meine! Man kann, darf, ja muss dieses Smartphone ganz einfach öffnen, nicht nur, um eine SIM-Card einzulegen (1,8V- wie 3V-Karten werden unterstützt; das Testgerät ist SIM-Free), sondern auch um den Akku einzulegen bzw. zu wechseln. Freude auch über die 2 GB SanDisk-Karte, die ganz nach Belieben ausgetauscht oder erweitert werden kann. Sobald man diese auf dem PC oder Mac als USB-Laufwerk einrichtet, kann fröhlich hin- und her-synchronisiert werden!
Der Hero (alias G2 Touch) war HTCs erstes Android-Smartphone mit den Features Multitouch, HTC Sense als Bedienoberfläche und Unterstützung von Adobe Flash. Er ist bereits seit Juli 2009 in Europa verfügbar. Relativ schnell hat man die Infos der Statuszeile oben begriffen, die Signalstärke, Akkustatus, Verbindungsstatus und Uhrzeit anzeigt. Gewöhnen muss man sich kurz an die im Gegensatz zum Apfelphone stufenlos nach links und rechts verschiebbaren Home Screens, sieben an der Zahl. Vor der ersten Benutzung hat man sich mit seinem GoogleMail-Konto anzumelden. Dann wird man zügig durch verschiedene Konto-Einrichtungen geführt. Innerhalb weniger Minuten ist man imstande zu telefonieren und beherrscht vielleicht auch schon nützliche Features wie Stummschalten. Bei bekannten Anrufern werden diese falls vorhanden mit Namen und Bild angezeigt. Makeln wird standardmäßig unterstützt, Warteschleifen u. Konferenzschaltungen ebenso. Generell zeigte sich: Wer mit dem iPhone umgehen kann, findet sich mit der Kombi Android/Sense auch schnell zurecht. Franka (7 Jahre, iPhone-Veteranin, Doodle Jump-Highscore >61.000) zockte nach wenigen Minuten etliche Spiele und beherrschte auch bereits den Einkaufsbummel in den Android Market. Am spürbarsten werden Unterschiede etwa beim Beenden von Apps (halt ohne Home Button). Apropos Beenden: Der Hero unterstützt ja erfreulicherweise Multitasking, wenn der Prozessor an seine Grenzen stößt, speichert er den App-Status und fährt Apps herunter, bis ein sicherer Zustand erreicht ist. Insofern gelang es nie, das System in die Knie zu zwingen. App-Abstürze aber kommen durchaus regelmäßig vor..
An recht intuitiv funktionierenden Bedienelementen werden geboten: Taste Ein/Aus, Taste MENÜ (für aktuelles Fenster oder aktuelle Option oder App), Taste STARTSEITE (inkl. App History), Taste ANRUFEN (Zugang zu Telefonie, Kontakte), Taste ZURÜCK/BEENDEN (einen Schritt zurück/Eingabe löschen) sowie SUCHEN (startet kontextbasiertes Suchen u.a. in Kontakten, E-Mails, Apps, aber auch in Twitter). Nicht zu vergessen der Trackball, mit dem man nach etwas Übung recht gut Elemente auf dem Display auszuwählen oder markieren kann. Vorzügliche Dienste leistet der Trackball beim mobilen Surfen. Allerdings lässt sich die Empfindlichkeit nicht einstellen. Durch Blinken macht er auf eingehende Anrufe oder eingegangene Benachrichtigungen aufmerksam. Lauter/leiser gestellt wird der Held mit einer sensibel ansprechenden Wippe an der linken Geräteseite.
Schon etwas erfahrener in den Menütiefen und selbstbewusster beim Hero-Bedienen entdeckt man entzückt, dass man hier simpel tun kann, wozu man ein iPhone erst jailbreaken müsste: Man kann das Phone weitestgehend individualisieren, beispielsweise den Hintergrund des Startbildschirms frei wählen.
Das “grüne Auge” (LED) vom Hero hält folgende Botschaften bereit: Permanentes Grün signalisiert einen vollständig geladenen Akku (wenn das Telefon mit dem Netzteil odereinem Computer verbunden ist); stetiges Rot einen Akku, der geladen wird; blinkendes Rot einen schwachen Akku; blinkes Grün eine aktuelle Benachrichtigung.
Praktisch ist die App-History: Um eine zuletzt benutzte Anwendung zu öffnen, hält man die STARTSEITE-Taste etwas länger gedrückt und bekommt die sechs zuletzt genutzten Anwendungen angezeigt, die auf einen Touch hin geöffnet werden.
Die Synchronisierung mit Google-Diensten, aber auch mit Exchange ActiveSync und Microsoft Office Outlook aus gelingt recht einfach über Einstellungen / Settings. Für weitergehende Vorhaben gibt es Software zum Download bei HTC. Auch was Soziale Netzwerke angeht, bietet Hero vorbereiteten Zugriff auf vorhandene Facebook-, Flickr- und Twitter-Konten bzw. Profile. Dies führt etwa dazu, dass man geschossene Fotos automatisch bei Flickr veröffentlichen kann oder dass Kontakte mit Facebook abgeglichen wird und ggfs. Profilfotos auch im Adreßbuch angezeigt werden.
Charakteristisch für den Hero sind der markante Knick zum Gehäuseboden hin und die abgeschrägten Kanten am Gehäuserand. Der Knick führt dazu, dass das Smartphone subjektiv sicherer und besser in der Hand liegt als ein iPhone, aber auch in Taschen etwas mehr aufträgt. Daher passt der Hero natürlich auch nicht in für iPhones geeignete Hüllen und Etuis. Das Smartphone wiegt 135 Gramm und fasst sich u.a. dank des um den Touchscreen herum verbauten Aluminiums sehr stabil und “wertig” an, wirkt vom Gerätedesign her aber optisch weit weniger aufsehenerregend als das Kultgerät mit dem Apfellogo.
Der 3,2 Zoll große kapazitive HVGA-Multitouch-Bildschirm mit 320×480 Pixel Auflösung trägt eine fettabweisende Schutzschicht und auch der Rest des Geräts ist beschichtet – mit Teflon. Eine gewisse Schmutzresistenz erwies sich auch im Praxistest, obwohl Touchscreens nunmal für Fingerabdrücke prädestiniert scheinen.
Die sonstige Ausstattung ist dem 3GS sehr vergleichbar: integriertes Freisprechen, Audio-Ausgang (3,5 mm Standard), GPS-Sensor, Kompass, Beschleunigungssensor, virtuelle Tastatur (länger gedrückt halten für mehrfache Tastenbelegungen; auf Wunsch T9-Worterkennung). Die 5 Megapixel-Kamera (ohne Blitz/Beleuchtung) erzielt ähnlich mäßige Ergebnisse, wie die vom iPhone 3GS, allerdings kann der Hero-Autofokus via Trackball aktiviert werden, mit dem man auch Ausschitte festlegen kann. Überdies bietet die Kamera Einstellmöglichkeiten wie Weißabgleich oder Messmodus. Sie nimmt Videos mit einer maximalen Auflösung von 352 x 288 Pixel auf. Es ist ein Musikplayer integriert, der zuvor auf der Speicherkarte gespeicherte Titel spielt. Die mitgelieferten In-Ear-Kopfhörer klingen nicht berauschend, weisen dafür aber schön griffige Bedienelemente für diesen Player auf.
Standard-Anwendungen:
Beim SMS-Verfassen wird angezeigt, wenn das Format einer Nachricht überschritten u. die nächste begonnen wird. Klingt selbstverständlich, das kann oder will die Kombi iPhone/Telekom aber noch nicht. An MMS-Nachrichten kann angehängt werden: Foto (bis hin zu Slide-Shows), Video, Audio, Ort (GPS-Koordinaten), Kontakt (vCard), Termin (vCalendar). Der integrierte Browser arbeitet schnell und gut und hat keine Probleme mit Flash… Auch ein guter Kalender/Termin- und Aufgabenverwaltung, ein Taschenrechner, ein Twitter-Client, die notorische Aktien-App, eine Sprachaufzeichnungs-App und eine Uhr mit Wecker gehören zum Standard. Für mobile Professionals interessant – Neben QuickOffice ist auch ein recht gut funktionierender PDF-Viewer mit an Bord. Logisch, dass auch GoogleMail (inklusive Latitude), GoogleTalk (Instant Messaging; hier wird ggfs. angezeigt, falls der Chat-Partner auch ein Android-Endgerät verwendet!), Google Maps, YouTube sowie die schon erwähnte Google-Suchmaschine nicht fehlen dürfen.
Netter Gag: Gespeicherte Musiktitel können als Klingelton verwendet werden (aber was sagt die GEMA dazu?). Tethering ist ausdrücklich vorgesehen, erlaubt und wird im Handbuch erklärt: “6.6 Verwendung des Telefons als Modem”.
Zur Individualisierbarkeit des Hero tragen zahlreiche Widgets bei, die man den Home Screens hinzufügen kann, etwa eine Weltzeituhr oder eine hübsch animierte Wetterprognose. Auch die Möglichkeit, Verknüpfungen (etwa zu Bookmarks, einzelnen Kontakten oder häufig benötigten Apps) auf der Oberfläche zu platzieren, gefällt. Weniger zwingend ist die alphabetisch geordnete Darbietung sämtlicher installierter Apps.
Shopping-Fieber im Android Market
Der Android Market, Pendant zu Apples App Store, präsentiert seine auch schon über 50.000 Apps geordnet nach Kategorien (wie Comics, Effizienz-Tools, Finanzen, Gesundheit; ähnlich beliebig u. teils fragwürdig wie die App Store-Genres) und stets entweder nach Einstelldatum oder nach Beliebtheit sortiert. Hier findet sich manch alter App Store-Bekannter (z.B. “Papi Jump” und seine Verwandten). Formulierungen wie “on your iPhone” in den Release Notes von Android Apps deuten ebenfalls auf eine starke Portierungstätigkeit mancher Entwickler hin.![]()
Der Akku hat 1.350 mAh, damit hält der Hero bei vergleichbarer Nutzung gefühlt genau so lang oder kurz durch wie das iPhone 3GS, aber länger als das 2G. Die Werksangaben lauten: 470 Minuten Sprechzeit (GSM), 440 Stunden Stand-by. Bluetooth-Nutzung geht aber auch hier auf die Betriebszeit. Weitere Daten: Quadband-Gerät (GSM 850/900/1800/1900), UMTS/HSDPA und HSUPA für schnelle Uploads. Eine mit 528 MHz getaktete Qualcomm MSM 7600AARM CPU ist das Herz unseres Helden, der auf 288 MB Arbeitsspeicher zugreifen kann. Das Testgerät arbeitet mit Android 1.5 (“Cupcake”), ein Upgrade auf 2.1 (“Froyo”) ist aber angekündigt.
Vorteile Hero:
Individualisierbares GUI
Multitasking (b. Apple erst m. iPhone OS 4.0)
Akkus und Speicherkarten tauschbar (aufrüstbar bis auf 16 GB micro-SDHC)
Trackball als Navigations-Option (Mobiles Internet)
Taste Suchen u. Suchfunktion
Gehäuse-Ergonomie
App History
Unproblematisches Tethering
Apps können auch ohne Android Market installiert werden
Möglichkeit, kleines Tragband o.Ä. an der Rückwand zu verankern
Vorteile iPhone:
Design!
Poserfaktor
Übersichtlichkeit bei geladenen Apps
Angebot im App Store (Qualität, Quantität)
Prallvoller Zubehörmarkt
Hero-Fazit: *****
PS: Dümmster anzunehmender User Error: Obwohl das Gerät wohlweislich nur im WLAN betrieben werden sollte und laut Anzeige auch wurde, scheinen dennoch im Hintergrund Traffic erzeugende Prozesse abzulaufen, denn eine Telefonrechnung für die Karte im Hero von über 300 Euro für “Datendienste” sorgte für eine unschöne Überraschung, die aber die Freude über dieses tolle Smartphone, das ja auch normalerweise mit Internet Flat betrieben werden dürfte, nicht dauerhaft trüben konnte.
Studie: “App Economy” umfasst 2010 6,2 Mrd. $
Laut dem IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner werden Konsumenten im laufende Jahr 6,2 Milliarden US-Dollar in Mobile Application Stores ausgeben, während die Werbeumsätze auf 0,6 Milliarden US-Dollar geschätzt werden (2009: 4,2 Mrd. Gesamtumsätze). Die Gartner-Analysten prognostizieren, dass die Downloads in Application Stores im Jahr 2010 4,5 Milliarden überschreiten werden, wovon acht von zehn kostenlos sein werden. Spiele bleiben das erfolgreichste Genre, gefolgt von mobile shopping (M-Commerce), Social Networking, systemnahen Dienstprogrammen sowie “Productivity Tools”.
Gartner prognostiziert weiter, dass bis 2013 die weltweiten Downloads in Mobile Application Stores 29,5 Milliarden überschreiten werden. Kostenlose Downloads werden 82 Prozent aller Downloads in 2010 ausmachen und 87 Prozent in 2013. In die Gratis-Downloads sind Apps eingerechnet, bei denen Zusatzmodule Geld kosten (in app purchase) oder für innerhalb der App gekaufte Waren eine Provision erhoben wird. 2013 werden laut Gartner fast ein Viertel aller Umsätze in Mobile Application Stores mit werbefinanzierten Apps erzielt. Den gesamten Report “Dataquest Insight: Application Stores; The Revenue Opportunity Beyond the Hype” gibt es hier.
Während manche wie die Business Week aufgrund der dargestellten Trends bereits das Zeitalter der “App Economy” auszurufen geneigt sind, gibt es auch durchaus Gegenstimmen. Diese verweisen auf die großen Fortschritte beim browserbasierten Zugang, bei Web-Applikationen und Widgets. Eine solche Entwicklung könnte theoretisch – gemeinsam mit einer “always online”-Kultur – den Download-Apps das Wasser abgraben, jedenfalls immer dann, wenn keine mächtigen Datenbanken etc. benötigt werden
Die obenstehenden Gartner-Vorhersagen beziehen sich natürlich nicht nur auf den Vorreiter, Apples erfolgreiche iTunes-Abteilung “App Store”. Längst haben zahlreiche weitere Anbieter nachgezogen und für ihre Betriebssystem- und/oder Endgeräte-Plattformen eigene Mobile Application Stores eingerichtet oder vorbereitet:
Android (official: Open Handset Alliance, Google) – Android Market
Android (General Mobile) – Storeoid (geplant)
Palm – WebOS App Catalog (ab 0310 auch kostenpflichtige Apps)
Moblin – ?
Motorola – SHOP4APPS (geplant)
RIM (official) – App World bzw. BlackBerry Application Storefront (rel. weit entwickelt)
RIM (div. Carrier) – BlackBerry Application Center
Sony Ericsson – PlayNow
Samsung – Samsung Apps (seit 0110)
Symbian (Nokia official) – Ovi Store
Symbian (Liquid Air Lab, AdPlace) – adtronic
Windows Mobile: Windows Marketplace (for Mobile) bzw. “SkyMarket”
Befragung: Welche Widgets würde man gern mobil einsetzen?
Den Namen kennt man weniger, die Anwendungen nutzen die meisten. Mobile Widgets, kleine Mini-Programme auf iPhone und Co., informieren zu jeder Zeit an jedem Ort über aktuelle Nachrichten, Stauinformationen, Wetterberichte, Restaurants und vieles mehr. Eine Befragung des Softwaredienstleisters Star Finanz zeigt jetzt: 60 Prozent der Befragten sehen Widgets als sinnvolle tagesaktuelle Informationsquelle. Besonders gefragt sind dabei Routenplaner (50%), Suchmaschinen wie Google, Yahoo oder Bing (44%), Verkehrsinfos (38%), Mobile-Banking (33%) und Parkplatzfinder (20%).
“Die zunehmenden Flatrate-Tarife machen die Nutzung des mobilen Internets via Handy oder Smartphone immer leichter. Der große Erfolg des iPhones und des Software-Shops App Store haben diesen Trend weiter ausgebaut”, erklärt Bernd Wittkamp, Geschäftsführer der Star Finanz. Das Unternehmen bietet mit seiner Plattform STARmobi seit geraumer Zeit eine Lösung für alle Handytypen an.
Führende Handyhersteller unterstützen JIL – Apple nicht
Das Joint Innovation Lab (JIL) hat bekannt gegeben, dass die führenden Mobiltelefonhersteller LG Electronics (LG), Research In Motion (RIM), Samsung Electronics und Sharp Corporation die JIL-Widget-Spezifikation für künftige Mobiltelefone ab dem ersten Quartal 2010 unterstützen werden. Die künftige grosse Auswahl an JIL-konformen Mobiltelefonen soll Entwicklern das Erstellen von Anwendungen (u.a. Webservices als Widgets) ermöglichen, die über alle Endgeräteplattformen der JIL-Mitgliedsunternehmen ablauffähig sind.
JIL ist ein Joint Venture von China Mobile, Softbank, Verizon Wireless und Vodafone, das 2008 gegründet wurde, um die Entwicklung von neuen Mobiltechnologien, Anwendungen und Services zu fördern. Die Allianz kommt heute gemeinsam auf ca. eine Millarde Endkunden weltweit.
billiger.de: Barcode-Scanner für Android, iPhone App angekündigt
Bei billiger.de wird mobil gemacht: Der Online-Preisvergleich baut sein Mobilportal (http://m.billiger.de) weiter aus, die Bereitstellung der Android-Applikation, die verbesserte Darstellung und Nutzbarkeit auf allen Touchscreen-Geräten und der Preisvergleich per SMS sollen nur der Anfang der Mobile-Offensive sein. Künftig folgen weitere Entwicklungen, wie etwa Widgets und natürlich weitere Smartphone-Anwendungen, allen voran für das iPhone.
Highlight der Android-Applikation ist der Scanner, der die EAN-Nummer des gewünschten Produkts erfasst. Anhand dieser individuellen Nummer soll sich einfach und exakt der Preis im Geschäft vor Ort mit den Preisen der Online-Shops vergleichen lassen. Zudem kann die Applikation auch QR-Codes auslesen und ist somit bereits jetzt für den von den Billigheimern erwarteten Trend “Mobile Tagging” gerüstet. Des Weiteren können sowohl über die App als auch über m.billiger.de Testberichte und Kundenbewertungen abgerufen werden. Zum Thema iPhone heißt es: “In Kürze wird unsere iPhone App zum Download bereit stehen.” We’ll keep you posted.